DUNGEONS & DRAGONS: CHRONICLES OF MYSTARA – REVIEW

Getestet von | 24.07.2013 um 18:23 Uhr

Als Capcom vor einigen Monaten ankündigte, mit “Dungeons & Dragons: Chronicles of Mystara“ einen echten Klassiker auf die Sony-Konsole und somit auch ein kleines Stück Videospielgeschichte in die heimischen Wohnzimmer zu bringen, war die Begeisterung bei eingefleischten Fans der Brawler riesig. Inwiefern die Portierung gelungen ist und ob das PSN-Game stilgerecht Spielhallenflair versprühen kann, erfahrt ihr im PSinside-Test!

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BACK TO THE 90s

Käufer von „Dungeons & Dragons: Chronicles of Mystara“ erhalten nicht nur einen, sondern gleich zwei Spielhallen-Klassiker der 90er. Das Paket bietet neben dem 1993 erschienen „Tower of Doom“ nämlich wauch seinen sechs Jahre später veröffentlichten Nachfolger „Shadow over Mystara“. Beides waren zu ihrer Zeit ungeschlagene Beat’em-Up-Meisterwerke und gelten auch heute noch bei Fans des Genres als absolute Meilensteine. Nun schickt Capcom die Spiele erneut ins Rennen, um die Spieler auch knapp 15 Jahre wieder in ihren Bann zu ziehen. Was vor dem Erwerb der 15 Euro teuren Kollektion klar sein muss: Bei „Chronicles of Mystara“ handelt es sich keineswegs um ein aufgeschöntes HD-Remake – ihr erhaltet die Originale ohne größere, nennenswerte Aufbesserungen, weder technisch noch spielerisch.
Das kann gut, aber auch schlecht sein. Fakt ist: Auch wenn beide Spiele auf Grund ihres Alters spielerisch sehr altbacken sind und somit nicht jeden Spieler überzeugen können, versprühen sie nach wie vor den Glanz, der sie zu solch zeitlosen Klassikern macht. Es ist unbestritten, dass beide Games Spielelemente enthalten, die heute zwar Genre-Standard sind, damals aber revolutionär anmuteten. Der Spieler macht sich mit einen Charakter seiner Wahl auf in den Kampf gegen das Böse. In Teil 1 kann dabei zwischen einem Krieger, einer Elfe, einem Kleriker und dem Zwerg wählen – im Nachfolger gesellen sich des Weiteren ein Magier und eine Diebin hinzu. Jede Spielfigur unterscheidet sich dabei selbstverständlich durch ihre Fähigkeiten, Angriffe oder anlegbare Ausrüstung. Hat man das Abenteuer einmal in Angriff genommen, sollte auch die Spielmechanik schnell sitzen. Neben normalen Attacken kann der Spieler seinen Charakter starke Angriffe, Fernattacken oder Magie ausführen lassen. Darüber hinaus kann den – zugegebenermaßen optisch oft nicht sehr beeindruckenden – Feinden durch Blocks, Springen oder Kriechen geschickt ausgewichen werden. Generell darf bei der Masse an geschickten Gegnern und kniffligen Bossen eins nie fehlen: Die Übersicht. Nur wenn man die Ruhe behält und taktisch klug vorgeht, kann das Ende eines jeden Levels erreicht werden. Zum taktischen Vorgehen gehört natürlich auch das sorgfältige Sammeln der Beute, welche neben Geld und Schatzpunkten auch neue Ausrüstung enthält.

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WÄHLE DEINEN WEG!

Kenner des Spiels merken: Es hat sich spielerisch tatsächlich nichts verändert. Genre-Liebhaber, die bisher nicht in Kontakt mit der „D&D Collection“ gekommen sind, dürften aber auch schnell merken, auf was sie sich hier einlassen. Deutlich schneller erklärt ist hingegen der geschichtliche Hintergrund der Spiele. Zu Beginn von „Tower of Doom“ wird Darokin – das Land, in dem die Helden des Spiels leben – von eigenartigen Monstern angegriffen und ausgeplündert. Es ist an der Zeit etwas zu ändern und niemand geringeres als der vierköpfige Heldentrupp wird zu dieser Mission auserkoren. Wer für diese grausigen Taten verantwortlich ist und inwiefern das Ganze vielleicht noch größere Ausmaße annimmt, als Anfangs angenommen, erfahrt ihr in den beiden Spielen – zu viel wollen wir nicht verraten. Schade nur, dass das große Abenteuer nach circa drei bis vier Spielstunden bereits vorüber ist – für zwei Arcade-Games eine durchaus angemessene Spielzeit, doch wünscht sich der ein oder andere für den vergleichsweise hohen Preis vielleicht aber doch ein längeres Abenteuer. Allerdings sei auch gesagt, dass „Chronicles of Mystara“ durch ein eher ungewöhnliches Feature besticht: Beide Spiele bieten ein verzweigtes Leveldesign und somit auch verschiedene Interaktionsmöglichkeiten und Nebenhandlungen. Der Wiederspielwert der Kollektion steigt dadurch natürlich enorm und macht die sehr kurze Spielzeit zumindest zum Teil wett.

GEMEINSAM IN DEN KAMPF

Die eigentlichen Spiele hat Capcom zwar unverändert gelassen, doch das Drumherum wurde zeitlich ein wenig angepasst. So ist auch „Chronicles of Mystara“ im 21. Jahrhundert angekommen und wartet mit Online-Ranglisten auf, in denen sich der Spieler verewigen kann. Des Weiteren wird der Sammel- und Erfolgswahn heutiger Gamer gestillt – durch spielübergreifende Herausforderungen lassen sich kleine Extras und neue Spielelemente wie beispielsweise unzerstörbare Ausrüstung freischalten. Diese Zusatz-Herausforderungen machen definitiv noch einmal einen neuen Reiz aus und wecken den Kampfgeist in wohl jedem Spieler.
Unverändert – und trotzdem noch das Herzstück des Spiels – ist der Koop-Modus. Insgesamt vier Freunde können gemeinsam in den Kampf ziehen und Darokin vor den Untergang retten. Eingespielte Teams kommen bei der zum Teil mangelnden Übersicht zwar deutlich zurecht, doch für Spaß ist im Mehrspielermodus auf jeden Fall gesorgt. An der eigentlichen Spielmechanik ändert sich aber auch beim Spielen zu zweit, dritt und viert nichts. Erfreulich ist, dass Capcom auch hier etwas modernisiert hat: Der Koop-Modus ist nicht nur lokal spielbar, sondern auch online über das Playstation Network.

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ZEITLOS UND HUI VS ALT UND PFUI ?

Es ist immer etwas schwierig einen Arcade-Port zu bewerten. Auf der einen Seite ist „Chronicles of Mystara“ eine echte Brawler-Perle und jedem Fan des Genres – egal ob er bereits in Kontakt mit der Serie gekommen ist oder nicht – ans Herz zu legen. Denn besonders die Zusatz-Herausforderungen und Online-Ranglisten geben auch Kenner des Spiels eine neue Erfahrung und zusätzliche Motivation. Doch auf der anderen Seite darf nicht vergessen werden, dass die Kollektion im Jahre 2013 erschienen ist und sich somit gegebenenfalls an heutiger Konkurrenz messen muss. Für einen vergleichsweisen hohen Preis wird Käufern quantitativ nämlich leider relativ wenig geboten. Beide Spiele sind nach maximal vier Stunden beendet, da sind auch die Möglichkeiten des mehrmaligen Spielens nur ein kleines Trostpflaster. Des Weiteren ist das Gameplay durchaus zeitlos, muss sich einigen Konkurrenten heutiger Zeit aber auch geschlagen geben. Doch lange Rede kurzer Sinn: „Chronicles of Mystara“ ist ein durchaus gelungener Arcade-Port, der für Fans des Genres mehr als geeignet ist. Alle anderen werfen lieber einen genaueren Blick auf die Kollektion und ihrem Alter.

Gutes

+ spaßiger Off- und Online Koop-Modus
+ motivierende Zusatz-Herausforderungen
+ zeitloses Gameplay...

Schlechtes

- ..., dass trotzdem gewöhnungsbedürftig sein kann
- kurze Spielzeit
- vergleichsweiser hoher Preis „nur“ für einen Port (15€)

7.0 Gut

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