Ducktales Remastered – Review

Getestet von | 02.09.2013 um 21:44 Uhr

Der Vorhang fällt, die Musik setzt ein und sofort merkt der Spieler: Es ist soweit. Er ist im Inbegriff das neueste Werk Capcoms und WayForwards zu spielen. Und schnell ist durch das nostalgische Gedudel auch klar: Es ist kein geringeres Game als „Ducktales Remastered“. Die unverwechselbare Titelmelodie zieht den Spieler sofort in seinen Bann, lautstarkes Mitgeträller müssen die Nachbarn in Kauf nehmen. Doch ob das HD-Remake des NES-Klassikers mehr zu bieten hat als seinen Themesong? Das erfahrt ihr im PSinside-Review!

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MIT DAGOBERT AUF WELTREISE

Annähernd 25 Jahre liegt die Veröffentlichung des Jump & Run-Klassikers „Ducktales“ nun schon zurück. Damals begeisterte das Spiel viele Gamer – nun möchte Capcom diesen Erfolg wiederholen und vor allem auch die jüngere Generation an einem kleinen Meisterwerk teilhaben lassen. Der Spieler schlüpft in die Rolle Dagobert Ducks, der bekannte und gewiefte Geldgeier Entenhausens, der es sich in diesem Abenteuer zum Ziel gesetzt hat, in sämtlichen Teil der Erde auf Schatzsuche zu gehen. Nach einem kurzen Tutorial – welches im Übrigen nicht der Originalversion entsprang, sondern vollkommen neu entworfen wurde – hat der Spieler dann selbst die Wahl in welche Gegend er reisen möchte. Sechs verschiedene Level stehen zur Auswahl, neben beispielsweise dem Himalaya oder dem Amazonas steht sogar der Mond als Reiseziel zur Verfügung. Für optische, aber auch spielerische Abwechslung, ist also definitiv gesorgt.
Das zentrale Ziel eines jeden Levels ist das Erreichen des Endes, um dort den zentralen und levelspezifischen Gegenstand einzusammeln. Doch leichter gesagt als getan: Der Weg ist gespickt mit vielen Gefahren und die Feinde, welche ausschließlich mit Dagoberts Pogostab eliminiert werden können, sind zum Teil auffällig hartnäckig – vor allem die kniffligen Endgegner! Doch genau dieser Fakt macht auch das Remake des Klassikers wieder zu einem tollen Spiel: Während der Umfang teils enttäuschend wirken mag, ist es der angenehm angehobene Schwierigkeitsgrad, der dem Spieler hilft am Ball zu bleiben. Es ist in der Tat keine leichte Aufgabe all die Diamanten zu sammeln, all die kleinen Rätsel zu lösen und sich durch die teils langen und verzwickten Levels zu boxen. Vor allem dann, wenn jeder kleine Fehler bestraft wird: Die Steuerung ist pingelig genau und der kleinste Fehlsprung kann schnell zum Verhängnis werden.

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NOSTALGIEFLAIR IN NEUEM GEWAND

HD-Remakes sind ein heißes Pflaster. Fans des klassischen Spiels reagieren schnell griesgrämig, wenn das Entwicklerstudio an der scheinbar falschen Schraube dreht und das Remake verhunzt, schlimmer noch: den Ruf des Originals vollkommen zerstören. Soweit die Meinung vieler eingefleischten Fans. Doch leben wir nun einmal im 21. Jahrhundert und es liegt auf der Hand, dass oft mehr gemacht werden muss als eine grafische Kur. Betrachtet man „Ducktales: Remastered“ ist es nicht zu hoch gegriffen zu sagen, dass WayForward nicht nur an den richtigen Schrauben gedreht hat, sondern auch an den richtigen Stellen gänzlich neue eingesetzt hat. Der auffälligste Punkt ist selbstverständlich zunächst die angesprochene grafische Kur. „Ducktales“ ist weiterhin der charmante 2D-Platformer von früher, nur in einem zeitgemäßen Look, der in jedem Fall auch noch den Charme des Klassikers versprüht. Neue Animationen, kräftigere Farben und ein gestochen scharfer Comiclook geben das Gefühl, ein vollkommen neues Spiel in den Händen zu halten und halt nicht nur „noch ein HD-Remake“. Nostalgiker, die „Ducktales neu erleben wollen, werden auf Grund dessen genauso in den Genuss kommen wie Neulinge, die mit dem Spiel zuvor noch nichts am Hut hatten.
Ähnlich verhält es sich mit der Musik. Der Soundtrack des Spiels war in der Tat mitverantwortlich für die Nachhaltigkeit des Jump&Runs – also definitiv ein Faktor, bei dem viel falsch gemacht werden kann. WayForward hingegen schafft es auch hier, die Einzigartigkeit beizubehalten und alles einfach nur ein wenig moderner zu gestalten ohne zu viel zu verändern.

 

ES KANN NIE NEU GENUG SEIN

Doch wie erwähnt steckt in „Ducktales Remastered“ mehr als nur die grafische und musikalische Aufpolierung. Neben dem zusätzlichen Tutorial-Level wartet das PSN-Game mit einer ganzen Reihe an Extras auf, die es gilt mit den gesammelten Diamanten freizuschalten. So ist auch für Kenner des Spiels ein netter Anreiz geschaffen und der Grund für mehrmaliges Durchspielen gegeben. Die sonst eher kurze Spielzeit wird dadurch geschickt verlängert. Denn im Grunde steckt in „Ducktales Remastered“ selbstverständlich noch immer das Originalspiel und auch der Umfang von sechs Level ist identisch. Etwas erfahrene Zocker sehen im erhöhten Schwierigkeitsgrad in maximal zwei Stunden das Ende des Spiels.

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AB NACH ENTENHAUSEN !

In „Ducktales Remastered“ steckt ein HD-Remake, wie man es sich nur wünschen kann. Die grafische Kulisse ist phänomenal aufbearbeitet worden, hat aber ähnlich wie der neue Soundtrack nichts an Charme einbüßen müssen. Was verhindert also nun eine höhere Wertung? Wir betrachten beim Testen eines Spiels das Gesamtpaket und bezüglich Abwechslung und Spieldauer kann „Ducktales“ nun einmal nicht wirklich punkten. Für das Geld bekommen Nostalgiker eine schöne, restaurierte Antiquität ihrer Vergangenheit. Gleichermaßen bekommen Neulinge ein liebevoll gestaltetes Spiel, welches leider nicht dauerhaft fesseln kann.

Gutes

+ wunderbare HD-Aufpolierung
+ klassischer Soundtrack ebenfalls sehr gut aufgemacht
+ Spielprinzip unverändert einfach & intuitiv
+ schöne, neue Extras

Schlechtes

- kurze Spieldauer
- auf Dauer eintönig

8.0 Sehr gut

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