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DriveClub im Test – Hübsche Hülle doch was steckt noch drin?

Artikel von | 16.10.2014 um 15:03 Uhr

Letzt Woche ist DriveClub endlich erschienen. Einst als Launch-Titel vorgesehen, hat es jetzt fast ein Jahr länger als geplant gedauert. Wir sagen euch, ob sich die Verschiebung gelohnt hat und DriveClub mehr ist, als nur ein Grafikblender. Wir testen natürlich die Vollversion und nicht die PS Plus Version, die zum Zeitpunkt des Tests sowieso noch nicht erhältlich ist.
Da die bekannten Serverprobleme weiterhin bestehen, wir aber nicht ewig mit der Review warten wollten, lassen wir den Multiplayer Part vorerst aus und tragen diesen später nach.

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Ziemlich Fast, relativ Furios

Normalerweise fangen wir mit der Story an, aber da DriveClub, ähnlich zu den meisten Rennspielen, über keine Story verfügt, kommen wir direkt zum nächsten Punkt. Denn einer der wichtigsten Aspekte eines Rennspiels ist das Fahrgefühl. Bei DriveClub hat man eine Mischung aus Arcade und Simulation. Die Fahrzeuge lassen sich super Steuern und immer gut kontrollieren. Man braucht auch nicht viel Zeit, um ein Gefühl für die Wagen zu bekommen. Schon nach den ersten Rennen hat man gleich raus, wie man die Kurven angehen muss. Natürlich fahren sich die Autos nicht alle gleich. Beispielsweise liegt ein Bentley wie ein Brett auf der Straße, wobei bei einem Königsegg des Öfteren mal der Arsch ausbricht. Doch selbst dann lassen sich die Autos immer gut auf der Straße halten. Einzig bei den Drift-Events, zu denen wir später nochmal genauer kommen, müsst ihr öfters mal ein wenig rumprobieren, da man dort erstmal rauskriegen muss, wie die jeweiligen Autos beim Driften reagieren. Wo man bei einem Pagani Zonda die Handbremse nur streicheln muss und in der Kurve echt aufpassen muss nicht zu übersteuern, muss man bei anderen Wagen die Handbremse deutlich intensiver betätigen und auch in der Kurve intensiver einschlagen. Aber auch hierbei lassen sich die Wagen mit der Zeit super kontrollieren, wenn man erstmal ein Gefühl dafür hat. Für das Fahrgefühl ist auch das Geschwindigkeitsgefühl sehr wichtig und auch das weiß wirklich zu überzeugen, besonders wenn man mit über 300 km/h die durch die Landschaft brettert. Um nicht immer wieder bei solch hohen Geschwindigkeiten aus der Kurve zu fliegen, sind am Streckenrand, in den meisten Events, farbige Fahnen aufgestellt, die euch signalisieren wie stark ihr abbremsen müsst. Dummerweise kommt es gelegentlich vor, dass euch die Fahnen in die Irre leiten. Grün heißt kurz vom Gas gehen, Gelb heißt etwas abbremsen, Rot heißt stark abbremsen. Zwar stimmen die Farben so gut wie immer und sorgen dafür das ihr angemessen reagiert, aber ab und an müsst ihr bei Gelben Fahnen auch mal härter ins Eisen gehen und bei Roten reicht auch ein normales abbremsen.

Leider hat DriveClub, wie viele andere Rennspiele, auch den sogenannten „Gummibandeffekt“. Bei dem ihr zwar nie auf dem letzten Platz verkommen werdet, aber ihr werdet auch nie euren Gegnern davonfahren können. Dieser Gummibandeffekt ist wirklich ein zweischneidiges Schwert, auf der einen Seite bleibt das Rennen so immer spannend, auf der anderen kann es passieren, dass ihr zwar auf direkt auf Platz 1 seid und dominiert, aber durch einen einzigen kleinen Fehler am Ende des Rennens ZACK auf Platz 2,3,4,5 landet. Und solche Fehler können öfters mal passieren, aber nicht unbedingt durch euer eigenes Unvermögen, sondern weil die KI meist zwar recht gut reagiert, aber auch recht aggressiv ist und euch öfters rammt. Das wäre an sich nicht ganz so schlimm, wären da nicht die „Strafen“. Denn jedes Mal wenn ihr eine Kurve abkürzt, indem ihr über den Rasen fahrt oder eben einen Gegner zu hart rammt, gibt es eine Strafe die dafür sorgt, dass eure Geschwindigkeit stark gedrosselt wird. Alles soweit ok, aber leider kriegt IHR auch eine Strafe, wenn DER GEGNER euch rammt und manchmal fallen diese Strafen so extrem aus, dass der „Vorteil“ den ihr euch durch die Aktion verschafft habt, euch doppelt und dreifach zurückgezahlt wird und ihr teilweise verdammt viele Plätze verliert. Leider gibt es auch kein Schwierigkeitsgrad um das anzupassen oder auszugleichen. Online sind die Kurvenstrafen auch vorhanden, die Kollisions/Rempel Strafen aber NICHT, was viele Spieler schamlos ausnutzen, wodurch man schnell den Spaß an den Online Rennen verliert.

Hoffentlich mögt ihr Europäische Wagen

Der nächste wichtige Punkt bei einem Rennspiel, sind natürlich die Fahrzeuge. Bei DriveClub habt ihr zu Release 50 an der Zahl, die ihr nach und nach durch aufsteigen freischaltet. Diese reichen von einem MINI Cooper oder einem Renault Clio, bis zu einem Aston Martin V12 oder einem McLaren P1. Der McLaren P1 ist übrigens der einzige Wagen zum Launch, der auch über KERS und DRS verfügt. Bei KERS wird Bremsenergie angesammelt, um sie später für mehr Leistung zu nutzen. Bei DRS handelt es sich um einen verstellbaren Heckflügel, durch den die Geschwindigkeit erhöht werden kann. Die Autos sind in diese Fünf Kategorien unterteilt: Kompaktsportwagen, Sport, Performance, Super und Hyper. Wo wir auch schon beim nächsten Kritikpunkt wären. Unter den aktuell 50 Fahrzeugen, stehen bis auf den amerikanische Hennessey Venom GT, ausschließlich europäische Fahrzeuge zur Auswahl. Selbst Autos wie der Nissan Skyline oder ein Dodge Viper, die schon mehr oder weniger zum Standard Repertoire eines Rennspiels gehören, sind nicht dabei. Genauso wenig ist es möglich großartige Individualisierungen am Fahrzeug vorzunehmen. Denn leider ist man auch hier ziemlich eingeschränkt. So ist es nur möglich die Lackierung zu ändern, sonst gibt es leider keine Anpassungsmöglichkeiten für eure Autos. Dafür habt ihr Vier verschiedene Haupt-Designs zur Auswahl: Rebell, Grafisch, Straße und Retro. Jedes dieser Haupt-Designs, hat 30 verschiedene Unterarten zur Auswahl, denen ihr dann noch Vier unterschiedliche Farbgebungen zuteilen könnt. Ihr könnt auch nicht jedem Fahrzeug einzeln ein Design zuweisen, ihr könnt Vier Designs speichern, welche ihr dann auf alle Fahrzeuge anwenden könnt. Zusätzlich zu diesen Vieren, gibt es noch ein fünftes Design, welches für euren Club ist, zu dem wir später kommen. Der einzige Unterschied zu den anderen Designs ist, dass ihr noch euer Clublogo auf das Auto klatschen könnt. Das Clublogo kann auch durch mehrere verschiedene Schichten und Motive angepasst werden. Achja euren Charakter/Fahrer könnt ihr auch anpassen, aber diese Möglichkeiten sind so limitiert, dass es schon ein wenig lächerlich und unnötig wirkt.

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DriveClub Testbericht

DriveClub

  • Release: 09.10.2014
  • Genre: Rennspiel
  • Entwickler: Evolution Studios
  • Publisher: Sony Interactive Entertainment (SIE)

Gutes

-Wunderbare Optik mit klasse Details
-Super Fahr- und Geschwindigkeitsgefuehl
-Motivierende Aufgaben
-Fantastische Cockpit-Perspektive

Schlechtes

-Nur Fahrzeuge aus Europa
-Wenige Modi und Renntypen
-Strafen wirken willkuerlich und uebertrieben
-Anpassungsmoeglichkeiten sehr begrenzt
-Serverprobleme

7.3 / 10 Gut

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