Don’t Starve – Der überlebenshungrige PS4-Test

Getestet von | 12.01.2014 um 15:30 Uhr

Klei Entertainment ist PC-Spielern durch Titel wie Mark of the Ninja bereits seit Längerem ein Begriff, und auch in den Genuss von Don’t Starve können sie bereits seit fast einem Jahr kommen. Nun steht das Überlebensabenteuer auch für PlayStation 4 zur Verfügung, wer Plus hat, darf im Januar kostenlos zugreifen. Wir haben bereits ums Überleben gekämpft und berichten euch unsere Erfahrungen.

Auf der Suche nach dem verhungerten Tutorial

Don’t Starve wird euch nie im Spielverlauf auch nur in irgendeiner Form an die Hand nehmen. Wenn ihr das Spiel das erste Mal startet, landet ihr mit Wilson, einem Wissenschaftler, dessen herausragende Qualität sein wunderschön wachsender Bart ist, in der bei jedem Spielstart zufällig generierten Spielwelt und werdet von Maxwell, dem Puppenspieler, begrüßt. Seine Worte: “Sucht euch etwas zu essen, bevor es dunkel wird.”
Das war es an Hilfestellungen in Don’t Starve. In der Folge dreht sich alles um das Sammeln von Rohstoffen und Nahrung sowie um das Herstellen neuer Gegenstände, die euer Abenteuer in der düsteren Spielwelt vereinfachen. Zunächst solltet ihr euch eine Axt herstellen, um Bäume fällen zu können um Holz für ein Lagerfeuer zu haben. Wenn ihr dann noch etwas zu essen findet, das ihr entweder roh essen oder über dem Lagerfeuer zubereiten könnt, dann habt ihr den ersten Tag in Don’t Starve schon erfolgreich bestanden. Es folgt die Nacht.
Vor der Dunkelheit solltet ihr euch am meisten hüten. Die schräge Spielwelt, die sofort durch ihren düsteren Stil nicht gerade einladend wirkt, offenbart dann alle Gefahren, die in ihr lauern. Was mit harmlosen Geräuschen anfängt, kann zur tödlichen Bedrohung werden. Geht euch nachts das Lagerfeuer oder eure Fackel aus, stehen eure Chancen nicht gerade gut.
Dadurch, dass die Spielwelt immer zufallsgeneriert wird, könnt ihr euch keinen festen Plan zum Vorgehen zurechtlegen, denn die Ressourcen sind durchaus unterschiedlich verteilt. Das eine Mal wird die Suche nach einem Goldnugget für das Herstellen der “Science Machine” (die euch weitere Rezepte für Gegenstände freischaltet) zum nervenaufreibenden Abenteuer, und mal werden die Steinbrüche reicher bemessen, dafür aber die Nahrung knapp.
Praktisch kann jedes einzelne Spiel in Don’t Starve ein Endlosabenteuer sein. Je mehr Tage ihr überlebt, desto mehr Erfahrungspunkte bekommt ihr auf euer Spielerkonto und könnt schließlich im Level aufsteigen. Mit jedem Level schaltet ihr eine weitere Spielfigur frei, mit der ihr das Abenteuer absolvieren könnt, bis hin zu Maxwell, dem Puppenspieler selbst. Jede Figur hat eigene Merkmale, die das Spiel prägen, zum Beispiel die Affinität zu Feuer oder zur Dunkelheit.
Don’t Starve beschreibt den Überlebenskampf in einer düsteren Welt, und so tut ihr im Prinzip in jedem einzelnen Spiel das selbe: Ihr sucht nach Nahrung, nach Rohstoffen und dann nach den Waren für die Herstellung neuer Gegenstände. Dennoch muss sich das Spiel keinen Mangel an Abwechslung vorwerfen lassen: Die Spielwelt hält immer wieder neue Dinge wie zum Beispiel unterirdische Höhlen, versteckte Schätze oder zurückgelassene Lager bereit. Damit kann der Durchlauf mal einfacher, mal aber auch schwieriger werden – Oder beides zugleich. Über ein gefundenes Lager samt diverser Waffen solltet ihr euch nicht zu früh freuen, wenn dafür die Population an fiesen Fröschen oder Spinnen gerade besonders hoch ist.

Don't Starve Lager

Verhungern mit Stil

Von der ersten Sekunde an beeindruckt der einzigartige Stil von Don’t Starve. Die gezeichnete Spielwelt vereint Niedlichkeit durch ihre tierische Bevölkerung mit einer grundlegend düsteren und unheimlichen Stimmung. Ihr Übriges dazu tut die Musik- und Geräuschkulisse, die uns immer wieder daran erinnert, dass wir gerade nicht unbedingt auf einem Spaziergang sind. Gerade wenn sich eines der fieseren Monster nähert hören wir das schon recht frühzeitig und die Spielfigur fragt uns immer wieder: “Did you hear that?” So können wir uns noch in Sicherheit bringen oder versuchen, uns dem Kampf zu stellen.
Don’t Starve ist übrigens komplett auf Englisch im PSN erschienen. Eine Sprachausgabe gibt es ohnehin nicht, und die wenigen Texte, die das Spiel bietet, sollte jeder verstehen können. Wir fanden zudem, dass die kurzen und griffigen englischen Sätze viel besser zur Atmosphäre des Spieles passen als es ihre deutschen Äquivalente getan hätten. Um ehrlich zu sein, sind wir ohenhin ganz froh, dass Klei Entertainment keine Übersetzung anbietet, sonst wäre Sony wahrscheinlich noch auf den Gedanken gekommen, das Spiel unter den Namen “Nicht verhungern: Die Konsolenausgabe” ins PSN zu packen.

L2 oder R2, das ist hier die Frage

Mindestens genau so spannend wie das Spiel an sich ist in den ersten Spielminuten das Zurechtfinden mit der Steuerung in Don’t Starve. Zwar ist im Prinzip alles ganz logisch und man gewöhnt sich mit der Zeit gut ein, jedoch wirkt die Tastenbelegung des DualShock 4 im ersten Augenblick eher überladen und kompliziert. An den Bildschirmseiten gibt es nämlich unterschiedliche Menüs, durch die ihr mit den Pfeiltasten, dem linken oder dem rechten Stick navigiert. Auch nach einiger Zeit passiert es daher, dass ihr etwas auswählt, das ihr gar nicht auswählen wolltet, zumal sich die Belegung der Pfeiltasten noch ändert, sobald ihr einen Gegenstand anvisiert habt, den ihr essen, wegwerfen oder ausrüsten könnt.
Ansonsten bietet Don’t Starve solide Technik, die Kulisse ist durch ihren liebevoll gezeichneten Stil quasi zeitlos und wir erfreuen uns immer noch an der Full-HD Auflösung der PlayStation 4. Einziger Schwachpunkt sind kurze Aussetzer bzw. Ruckler, die immer mal wieder zufällig auftreten und teilweise auch mit einem kurzen Fehler bei der Soundausgabe einhergehen. Eventuell wird hier noch nachgebessert.

Don't Starve Figuren

If I won’t survive…Ein echter Überlebenstipp!

Da mussten wir uns doch glatt mal bei Lara Crofts Spruch bedienen, doch bevor diese Ende des Monats ihr eigenes Full-HD “Survivalabenteuer” spendiert bekommt, möchten wir euch Don’t Starve wirklich ans Herz legen. Es ist endlich mal wieder eines dieser Spiele, die es sich lohnt, über einen längeren Zeitraum wiederholt zu spielen. Denn obwohl ihr immer die gleichen Handlungen ausführt, spielt ihr durch den Zufallsgenerator nie das gleiche Spiel. Während im ersten Moment insbesondere die düstere Spielwelt begeistert, lernt man erst nach einigen Stunden die doch vorhandene Spieltiefe durch zahlreiche Rezepte zu schätzen. Und wenn man dann noch seine Lieblingsfigur gefunden hat, starten schnell immer wieder neue Versuche, um möglichst viele Tage durchzuhalten. Alle Inhaber von PlayStation Plus sollten auf alle Fälle einen Blick auf Don’t Starve riskieren, aber auch zum Normalpreis von 13,99€ ist uns der Titel eine Empfehlung wert, gerade für die, denen der Spielenachschub auf der PS4 ohnehin fehlt.

Don't Starve Fazit

Gutes

+ Ein echtes Survival-Abenteuer
+ Düstere und gleichzeitig niedliche Kulisse
+ Liebevoll gestaltet
+ Immer wieder neue Spielerfahrung
+ Verschiedene Figuren mit diversen Merkmalen

Schlechtes

- Kleinere Ruckler und Soundaussetzer
- Zunächst überladene DualShock 4 Steuerung

8.8 Sehr gut

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