DMC: Devil May Cry – Review

Getestet von | 14.01.2013 um 00:00 Uhr

Was passiert, wenn aus einer erfolgreichen Serie die Luft heraus ist? Natürlich lassen sich mehrere Wege einschlagen. Jährlich mittelmäßige Nachfolger auf die Spieler loslassen oder die Serie einstampfen. Aber wartet, es gibt noch eine letzte Chance, eine Rebellion, einen Reboot. So ist es auch um den Dämonenjäger Dante geschehen. Seine geistlichen Eltern Capcom gaben die Entwicklung an die actionerprobten Ninja Theory Studios ab. Capcom sollte nur eine beratende Funktion erhalten. Wie viel Coolness und stylische Akrobatik Devil may Cry, oder um es mit der Reboot-Sprache auszudrücken, DmC mit sich bringt, erfahrt ihr hier.

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Emo und Rebell sucht Neubeginn

Die Story rund um den Sprössling des legendären Ritter Sparda, wurde nicht komplett aus den Fugen gehoben. Das Gewand ist neuer, stylischer und der Gegenwart näher, das war ja von Anfang an klar. Aber die Grundpfeiler der Story sind die Gleichen. Dämonen versuchen die Welt der Menschen zu übernehmen. Nicht im klassischen Sinne, dass ein Krieg ausbricht und die Armee der Menschen sich zusammenschließt, um zu kämpfen. Nein, es passiert viel eher im Hintergrund, in einer Ebene, die sich Limbus nennt. Die Dinge, die dort durch Dämonenhand geschehen, übertragen sich auf die Menschenwelt. Mächtige Dämonen in Menschengestalt sind in wichtigen oder führenden Positionen eingesetzt. So agieren sie als Politiker, Popstars und in den Medien, direkt aus dem Limbus heraus. Die Menschen in der Stadt Limbo City trauen den Wölfen im Schafspelz und werden mehr und mehr manipuliert. Nur eine Organisation, genannt der Orden, verkündet immer wieder, dass die Welt insgeheim langsam von Dämonen überrannt wird. Der Kampf des Orden, der im Limbus ausbricht, überträgt sich auf die Stadt. Die Medien geben dem Orden die Schuld und bestätigen Terroranschläge durch eben diesen. Dante, ein junger Bengel, der das Spiel mit den Dämonen liebt und den einen oder anderen Schluck Whisky nicht verabscheut, lebt in den Tag hinein. Ein Rebell durch und durch. Die Begegnung mit dem Mädchen Kat wirft Fragen über die Herkunft Dantes auf, denn er leidet unter Gedächtnisschwund und seit seinem siebten Lebensjahr hat er keine Ahnung wo seine Wurzeln liegen. Sie bittet ihn, sich dem Orden anzuschließen. Durch die Zusammenarbeit, bekommt Dante immer mehr Informationen über seine Vergangenheit. Der Chef des Orden kennt ihn nur zu gut. Dante erfährt alles über den Kampf von Engeln und Teufeln, seinen Eltern, über einen Oberdämon namens Mundus und den Nephilim. Mehr möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. Die Story wird spannend erzählt und weiß zu unterhalten.

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Come closer, Dante

Da DmC ein Neubeginn ist, stört es nicht Fan der Serie oder kompletter Neuling zu sein. Die Story, die in einzelne Missionen aufgeteilt ist, kann sofort begonnen werden oder ihr startet ein Training für die Grundfertigkeiten. Aber im Missionsverlauf wird genug erklärt und niemand wird im Kampf gegen die Dämonenbrut allein gelassen. Zu Beginn wirkt das Kampfsystem übersichtlich. Der Dämonenjäger boxt sich mit seinem Schwert Rebellion und seinen Waffenzwillingen Ebony und Ivory durch. So lassen sich schon einige Kombos erstellen, aber die Stilpunkte und somit auch die Wertung steigen nicht besonders hoch. Den höchsten Rang zu bekommen, dreifach S, erfordert einige Angriffe mit unterschiedlichen Waffen, ohne selbst getroffen zu werden. Der hohe Rang gibt euch die Möglichkeit, Punkte für Verbesserungen zu erlangen. Diese werden dann an heiligen Statuen oder zwischen den Missionen verteilt. Damit erhält Dante neue Fertigkeiten oder die Waffe bekommt eine neue Attacke. Bestehende Angriffe können auch verstärkt werden. Wie schon erwähnt bleibt es nicht bei Rebellion oder den Zwillingswummen. Im späteren Verlauf gesellen sich noch mehrere Dämonendezimierer dazu, wobei diese sich in zwei Kategorien aufteilen. Dante nutzt im Kampf Engels- und Teufelswaffen. Die Teufelswaffen bestechen durch ihre Durchschlagskraft. Sei es die Axt Arbiter oder der Panzerhandschuh Eryx, beide haben enorme Power, sind aber langsamer. Bei den Engelswaffen zählt Schnelligkeit. Die Sense Osiris oder die beiden Wurfsterne Aquila lassen Gegnern das Fürchten lehren. Auch Ebony und Ivory können von anderen Schusswaffen abgelöst werden. Die Auswahl ist groß und die Kombination aus allen Waffen lässt das Kampfgeschehen brachial aussehen. Negativ aufgefallen ist, dass die Kamera bei mehreren Gegnern gerne mal so wegschwenkt die Übersicht flöten geht. Auch eine Gegner Lock- On Funktion fehlt. Aber alles halb so wild. Die beiden Waffengattungen sind nicht zum Spaß da. Durch unterschiedliche Gegnertypen kann nur die richtige Waffe einen Dämon töten. Das allein zwingt euch zu schnellen Reaktionen und ein schnelles Umschalten zwischen den Waffen. So lassen sich herrliche Kombos erstellen, die richtig spektakulär aussehen. Durch die viele Kloppe, die Dante austeilt, muss er auch viel einstecken. Der Schwierigkeitsgrad ist wie gewohnt nicht einfach und gute Reaktionen für das Ausweichen sollten vorhanden sein. Sollte der normale Schwierigkeitsgrad trotzdem für euch nur pille- palle sein, dann habt ihr nach dem durchspielen den “ Dante must die“- Modus. Der Name ist da Programm. Zusätzlich kommen noch der „Himmel und Hölle“- und „Hölle und Hölle“- Modus hinzu. Ersteres lässt Dante und den Gegner mit einem Schlag töten. Letzteres lässt nur Dante mit einem one Hit töten. Eine echte Herausforderung.

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Haben die Opfer doch mal die Übermacht und Dante muss ordentlich Prügel beziehen, bleibt nur noch ein Ausweg. Nach ca. 3 Stunden Spielzeit erhält Dante das, was ihn so außergewöhnlich macht: Seinen Dämonentrieb. Eine Leiste füllt sich mit jedem Tod eines Gegners und wenn ein Minimum angefüllt ist, kann der Rebell sich auf Knopfdruck verwandeln. Die Lebensenergie füllt sich Stück für Stück auf, der Angriff wird stärker und zu guter Letzt, jeder schwächere Gegner geht in die Luft und kann dann vom Teufel- Dante bearbeitet werden. Grafisch ein Highlight und für den Kampf echt hilfreich. Wo kleine Dämonenviecher relativ schnell tot zu kriegen sind, gestaltet sich ein Kampf gegen die größer geratenen Dämonen und die Bossgegner taktischer. So lässt sich z.B. der Boss Sukkubus nicht einfach durch schnödes Draufhauen killen. Beobachten, ausweichen und mit der richtigen Waffe zuschlagen will gelernt sein. Die Abwechslung kommt bei den Missionen auch nicht zu kurz. Neben der ganzen Prügelei und dem Backenfutter, bleibt auch noch Zeit komplexe Sprungpassagen zu bestehen. Hier spielen die beiden Waffenkategorien eine große Rolle. Kleine Abgründe lassen sich mit Doppelsprung und Engelsschub, ein Gleiten in der Luft, schnell überwinden. Größere Entfernungen weisen da schon andere Probleme auf. Aber auch hier gibt es eine Lösung. Durch verschiedene Ankerpunkte, die farblich auf die Engel- bzw. auf die Teufelswaffe ausgerichtet sind, lassen sich diese mit einem Greif- oder Enterhaken anvisieren. Der Clou: Mit dem Greifhaken entstehen neue Plattformen und mit dem Enterhaken zieht Dante sich auf die nächste Ebene. Die Ankerpunkte werden oft so kombiniert, dass schnelle Reaktionen in der Luft erfordert werden. Frust kommt dabei selten auf. Auch werden diese Punkte in Bosskämpfen verwendet, um eventuelle Schwachstellen freizulegen. Ihr merkt schon, die Tastenbelegung eures Pads wird mehr und mehr. Der Waffenwechsel oder der Einsatz der Axt oder der Sense geht locker von der Hand und funktioniert. Doppelbelegungen einer Taste oder mehrfach Knöpfe gleichzeitig zu betätigen bleibt leider nicht aus. Das erfordert Übung, aber seid sicher, ihr werdet mit sensationellen Kombos und Kampfeinlagen belohnt. Was gibt es sonst noch in oder zwischen den etwas zu kurz geratenen Missionen zu erledigen? Die von den Gegnern erhaltenen roten Orbs können im Laden gegen Lebensenergie Steine oder Teufelskreuze eingetauscht werden. Zusätzlich sind in den Levels verschiedene Schlüssel versteckt, die die dazugehörende Tür öffnen können. Dahinter befinden sich Geheimmissionen, in denen ihr bestimmte Aufgaben bekommt. Tötet die Brut innerhalb einer bestimmten Zeit oder überlebt für drei Minuten. Die Belohnung ist dann ein seltenes Item.

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Des Teufels neue Gewänder

Ninja Theory ist durch Enslaved für ein schönes Leveldesign bekannt. Bei DmC setzten sie aber noch einen drauf. Der Limbus ist lebendig und abwechslungsreich gestaltet. Die sich verändernde Umgebung sieht klasse aus. Ihr lauft auf dem Kopf, Straßen erheben sich oder Gänge werden im Nu länger. Es werden schemenhaft Menschen dargestellt, die aus der wirklichen Welt stammen, ein Vergnügungspark wird schnell zu einem Gruselkabinett. Auch der Limbus- Dämon spricht zu euch. An Wänden oder auf Straßen werden Nachrichten für euch hinterlassen, wie „Kill him“ oder „Trapped“. Worauf dann natürlich eine Schaar von Dämonen- Gesocks folgt. Das Design überzeugt und gefällt. Was auch gefällt, ist das Aussehen des neuen Dante. Seitlich kurze, schwarze Haare und leichter Iro. Stylischer Mantel, kurzum: Extrem cool. Leider schwankt die grafische Qualität zwischen den Sequenzen und der Spielegrafik. Dabei sind die Sequenzen als etwas schlechter einzustufen, da schlechte Texturen das Gesamtbild trüben. Der Sound ist stimmig, denn die deutschen Synchronsprecher leisten gute Arbeit. Es gibt nur selten Aussetzer. Die Musikpalette besteht aus Techno und harten Metallsound, wobei Metall überwiegt. Dieser unterstreicht die kreativen Kombos bei jeder Prügelei.

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Der Neue rockt die Hütte

So, wie es in der Überschrift steht, ist es auch gemeint. Der Reboot ist geglückt, da Ninja Theory ein glückliches Händchen bewiesen hat, was das Design und das Kampfsystem angeht. Kleine Anspielungen zu dem Ursprung- Dante sind nicht von der Hand zu weisen. Kleine Mackel im Gesamtkonzept sind vorhanden, denn die Spielzeit von ca. 8- 10 Stunden ist definitiv zu kurz geraten. Leichte Texturfehler und eine selten zickige Kamera, trüben das ansonsten hervorragend gelungene Spiel nicht. Zugegeben, wir waren zuerst sehr skeptisch. Aber gleich nach der ersten Spielminute, entsprang in uns ein Gefühl der Zufriedenheit und wir fühlten uns heimisch. Jetzt wissen wir: Devil Never Cry !! Fans des Action Genres und der Serie dürfen zuschlagen.

Gutes

+ Das Kampfsystem mit stylischen Kombos
+ Das Leveldesign
+ Die neuaufgemachte Story...

Schlechtes

- ...die einfach zu kurz für eine Story ist
- Grafische Qualitätsunterschiede

9.0 Must Have

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