Disney Sing It: Filmhits – Review

Getestet von | 12.11.2010 um 00:00 Uhr

Erst vor einigen Wochen erschien Disney Sing It: Pop Party, eine Kompilation der größten Hits von Disney-Nachwuchskünstlern und einer Auswahl an aktuellen Chart-Songs. Nun legt Disney schon wieder nach und wirft Sing It: Filmhits auf dem Markt. Kein Justin Bieber, keine Selena Gomez – hier gibt es nur das musikalisch Beste von Zeichentrick- und Animationsfilmen aus dem Hause Disney. Wie sich das Spiel schlägt, erfahrt ihr in unserem Review.

Supercalifragilisticexpialidocious

Insgesamt kann sich die ganze Familie, für die dieses Spiel angesichts der Liste an Songs ausgerichtet ist, auf insgesamt 20 verschiedene Songs freuen. Dies klingt nicht besonders viel, ist es auch nicht. Besonders, da im Vorfeld über 30 Musikstücke angekündigt waren, kann solch eine geringe Anzahl an mitsingbaren Liedern tatsächlich übel aufstoßen. Hat man sich mit diesem Manko dann allerdings abgefunden, erwartet einen eine bunte Mischung von Songs aus alten und modernen Disney-Filmen. Hierbei ist allerdings keineswegs die Rede von Filmen wie „Camp Rock“ oder „Highschool Musical“. Mit von der Partie sind beispielsweise „Susi und Strolch“, die „Dieser Strolch“ zum Besten geben. Oder wer wollte nicht schon immer mal „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ oder „Ich wär so gern wie du“ aus dem Dschungelbuch nachsingen? Dies ist nun genauso wenig ein Problem, wie Timon und Pumba bei ihrem „Hakuna Matata“-Song zu unterstützen. All diese Lieder werden ergänzt durch moderne Songs aus diesem Jahrtausend. So haben Disney-Fans die Chance, „Ohne Dich“ von der Monster AG zu singen oder zwei Songs aus dem höchstaktuellen Streifen „Küss den Frosch“ mitzuträllern. Mit Ausnahme von der geringen Anzahl an Liedern weist die Auswahl allerdings noch einige andere kleinere Mängel auf. Abgesehen von den üblichen ‚überflüssigen’ Songs – auf „Unsere Stadt“ aus Cars hätte man wohl zum Beispiel ohne Probleme verzichten können – wäre es zum Teil vielleicht besser gewesen, die Tracklist generell anders zu gestalten. Eine Vielzahl der Songs auf „Sing It: Filmhits“ wurde bereits auf die Singstar-Version, die sich mit dem gleichen Thema befasst, gepresst. Für Besitzer dieses Spiels wäre es möglicherweise wünschenswert gewesen, die Tracklist ein wenig an diese Songs anzupassen. Karaoke-Sänger, die die angesprochene Singstar-Scheibe nicht besitzen, sollten diesen Fakt natürlich wenig störend finden. Auch verwundernd ist, warum man sich bei Disney dazu entschieden hat, vom Peter Pan Song sowie von „Supercalifragilisticexpialidocious“ aus Mary Poppins lediglich die englische Version zur Verfügung zustellen. Bekanntlich gibt es von beiden Songs auch eine deutsche Fassung und da es sich bei „Sing It: Filmhits“ um ein sonst familienfreundliches Spiel handelt, wäre es wahrscheinlich besser gewesen, die deutschen (und demnach auch leichter mitzusingenden) Versionen auf die Disc zu packen.

Neue Songs – neues Spiel?!

Wer bereits einen „Sing It“-Teil sein Eigen nennen kann, sollte von „Filmhits“ keine große Revolution erwarten. Viel mehr sollten diejenigen sich aber darauf einstellen, dass das gesamte Spiel absolut keine Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängern bietet. Wie immer gilt es, die Noten des Songs korrekt zu treffen und somit möglichst viele Punkte zu ergattern. Dies könnt ihr wahlweise alleine oder mit euren Freunden oder eurer Familie machen. Neben dem Singleplayer-Modus beinhaltet das Spiel nämlich selbstverständlich auch einen Duell, Duett- und Partymodus. Auch wieder mit dabei: Der Gesangstrainer. Dieser wird nicht etwa wie im Vorgänger wieder von Demi Lovato geführt, sondern passend zum Thema von der Synchronsprecherin Anika Noni Rose – einigen wenigen von euch vielleicht bekannt als Tiana in „Küss den Frosch“. Der Gesangstrainer funktioniert gewohnt einwandfrei, bietet aber auch keine Innovationen und wird somit von alten Hasen wahrscheinlich nicht mal ausprobiert. Neueinsteiger können aber wieder einige interessante Singleplayer-Sessions mit diesem absolvieren.

Auch sonst gibt es nicht Neues zu erzählen. Nach eurer Perfomance dürft ihr wieder an einer geringen Anzahl von Effekten Hand anlegen und eure Stimme demnach ‚spaßig’ zu verändern. Dies ist immer noch genauso langweilig und ermüdend wie im Vorgänger. Genauso hat man erneut auf sämtliche Online- und/oder Community-Features verzichtet. Bei „Filmhits“ handelt es sich um ein reines Offline-Erlebnis.

Der Schwierigkeitsgrad ist an die Zielgruppe angepasst. Wer dachte, „Sing It: Pop Party“ ist an Leichtigkeit nicht mehr zu überbieten, kann sich bei „Filmhits“ auf eine gewaltige Überraschung gefasst machen. Das Spiel ist so konzipiert, dass selbst kleinste Kinder hohe Punktzahlen erzielen können. Dies gilt zwar hauptsächlich für den leichtesten Schwierigkeitsgrad, aber auch Mittel und Schwer sollten für erfahrene Sing-Profis eine Kleinigkeit darstellen.

Screenshot

Guck mal da, Aladin!

Technisch bewegt sich „Sing It: Filmhits“ auf einem soliden und einwandfreien Niveau. Während euren Gesangsdarbietungen werden im Hintergrund die passenden Szenen aus den Disney-Filmen abgespielt. Für die Kleinen mit Sicherheit ein Spaß, wenn sie die gesamte Zeit über ihre Helden aus Filmen wie „Arielle“, „Aladin“ oder „Cinderella“ betrachten dürfen. Die Qualität dieser Videoclips ist keineswegs überragend, im Endeffekt aber akzeptabel. Die Menüs sind wieder gut und übersichtlich gestaltet. Der gesamte Style wurde im Vergleich zu den Vorgängern allerdings komplett verändert und an das Spiel angepasst. Menüs, Avatare und generell die gesamte Spieloberfläche passen perfekt zu diesem Disney-Spiel. Die verschiedensten Design-Themen aus unterschiedlichen Filmen lassen zusätzlich ein wenig Abwechslung aufkommen. Und auch im Punkto Sound hat man nicht geschlampt. Dieser ist glasklar und extrem frisch. Einige der Lieder haben bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Solch ein perfekter und reiner Sound ist also keine Selbstverständlichkeit.

Ein Spaß für die ganze Familie

„Disney Sing It: Filmhits“ ist ein solides Singspiel, welches mit Sicherheit die angesprochene Zielgruppe vollkommen überzeugen kann. Aber auch wenn das Spiel im Grunde genommen gut ist und für einige spaßige Stunden taugen sollte, gibt es den ein oder andere Kontrapunkt. Die technische und ideelle Stagnation im Vergleich zu den Vorgängern kann man da noch mehr ertragen als die in Punkto Umfang recht bescheidene Songlist. Hier hätte man problemlos auch noch mindestens zehn Stücke oben drauf legen können. Auch schade ist, dass viele Lieder bereits auf der etwas älteren „Singstar: Best of Disney“-Version enthalten sind. Auf sämtliche Community-Features hat man des Weiteren leider wieder verzichtet, genauso wie auf eine wahre Herausforderung für Fans des Genres. Sollten diese wenigen negativen Aspekte allerdings nicht stören, erhält man ein solides Karaoke-Spiel für die ganze Familie, welches seinen Vorgänger und der Konkurrenz aus dem Hause Sony in nichts nachsteht.

Gutes

- Familienfreundliches Spiel
- Thema-Gerechtes Design
- viele beliebte Disney-Hits vertreten

Schlechtes

- mit nur 20 Songs geringer Umfang
- Gesangstrainer wieder nur Füllmaterial
- keinerlei Neuerungen / Verbesserungen im Vergleich zu Vorgängern

7.5 Gut

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