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Dishonored: Die Maske des Zorns – Review

Artikel von | 10.11.2012 um 00:00 Uhr

Man werfe eine Menschenvernichtende Seuche, einen Komplott, etwas Magie mit einem Setting aus dem Steam-Punk Genre zusammen und erhalte was? Nicht nur das neueste Spiel aus den Arkane Studios, sondern auch eine einzigartige Mischung, die in der sich immer mehr ähnelnden Spielepalette deutlich hervorsticht. Dabei will Arkane Studios nicht nur mit der „Colorado“ Packung glänzen, sondern auch inhaltlich, mit Gameplay und Story-Telling. Ob Dishonored: Die Maske des Zorns es dabei schafft aus den einzelnen Zutaten einen Leckerbissen des Jahres zu zaubern oder ob selbst die Ratten das Gebotene verschmähen, erfahrt ihr in unserer Review, zu Dishonored: Die Maske des Zorns.

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Wo viele Menschen sind, da ist viel Dreck

Die einst glänzende, reiche Metropole Dunwall zerfällt, die Bewohner rafft es Reihenweise dahin, Häuser zerfallen und ganze Teile der Stadt sind verlassen. In ihrer Verzweiflung nach einem Heilmittel hat die Kaiserin ihren Leibwächter Corvo Attano zu den anderen Städten geschickt, auf der Suche nach einem Heilmittel. Und mit seiner Rückkehr von der Städten beginnt das Spiel, ihr nähert euch mit einem kleinen Boot Dunwall Tower, wo die Kaiserin bereits auf euch wartet. Auf eurem Weg, unter anderem durch eine große Schleuse, fällt auch gleich der besondere Stilmix des Spiels auf, moderne, fast schon futuristische Gerätschaften in einem viktorianischen Stil schmücken Bewohner und Welt. Einer Epoche lässt sich das Spiel somit wirklich nicht zuordnen, doch weis der Stil in Zeiten des modernen Militärlooks zu gefallen und vor allem aufzufallen. Doch genug die Welt bewundert, ihr habt noch einen Job zu erledigen. Bei der Kaiserin angekommen übergebt ihr, ihr sogleich einen Brief, worauf sich die Stimmung der Kaiserin nicht bessert. Keine der anderen Städte kennt ein Mittel gegen die Seuche. Doch wenn ihr denkt, schlimmer kann der Tag einer Kaiserin nicht werden; doch, Schlimmer geht immer. Und kaum hat sie sich von dem Brief zu ihrer Tochter gewandt, entdeckt ihr auf den gegenüberliegenden Dächer anstürmende Assassinen und eh ihr überhaupt eine Möglichkeit habt zu reagieren werdet ihr bereits angegriffen, in einem kurzen Intermezzo gelingt es euch die Gegner abzuwehren, scheinbar, den urplötzlich tauchen weitere Assassinen auf, die mit noch mehr magischen Kräften gewappnet sind als die ersten Angreifer und so werdet ihr von den Beinen geholt und könnt nur noch bei der Ermordung der Kaiserin zusehen. So schnell wie die Angreifer kamen sind sie auch wieder verschwunden, doch nicht mit leeren Händen, die Tochter der Kaiserin und Thronerbin haben sie gleich mit sich genommen. Ihr kommt danach gerade noch rechtzeitig wieder zu Sinnen, um zumindest die letzten Worte der Kaiserin zu vernehmen. Euer letzter Auftrag; rettet Emily, die Tochter der Kaiserin. Doch als sei euer Tag nicht schon beschissen genug, die Kaiserin vor euren Augen ermordet, was sich im Portfolie eines Leibwächter nicht gut macht, werdet ihr von den heranstürmenden Wachen auch noch des Mordes an der Kaiserin beschuldigt. Statt auf der Suche nach Emily landet ihr so erstmal im Gefängnis von Dunwall. Bei einer Verhörung/Folterung findet ihr euch als nächstes wieder, ganze sechs Monate nach dem eben erlebten und hier bringt das Spiel erst einmal etwas Licht ins Dunkel und das es sich bei der Ermordung der Kaiserin um eine Intrige des kaiserlichen Meisterspions Burrows handelt, der sich mittlerweile zum Lord Regent krönen lies und nun Dunwall regiert. Ihr sollt nun nur noch ein Geständnis unterzeichnen und dann alsbald den Ratten zum Fraß vorgeworfen werden. Das ihr vor sechs Monaten einen richtig schlechten Tag erwischt habt, gibt euch der Lord Regent auf euren Weg zu eurer Zelle auch noch mit, ihr wart schlicht „zur falschen Zeit, am richtigen Ort“. Und nun wartet ihr hier auf eure Hinrichtung, doch soweit wird es selbstverständlich nicht kommen, denn ihr seid der Held und werdet noch gebraucht und das wisst nicht nur ihr sondern auch noch ein paar andere, die euch in dem folgenden Level bei der Flucht aus dem Gefängnis helfen. Kurzer Hand wurde eine Wache bestochen und neben Brot und Wasser findet ihr auch noch einen Zellenschlüssel und der passt sogar noch. Das sich das Blatt gerade wendet merkt ihr als ihr vor eurer Zelle auch noch ein Schwert findet, damit könnt ihr gegen die folgenden Gegner in den Kampf ziehen oder sie lautlos ausschalten und euch aus dem Gefängnis schleichen. Euer weiterer Weg führt euch schließlich bis in die Kanalisation, die am Meer endet, wo bereits ein neuer Freund auf euch wartet. Den bisherigen Spielverlauf durftet ihr noch gänzlich ohne magische Hilfsmittel bestreiten. Diese kommen nämlich erst, doch zunächst werdet ihr euren Befreiern vorgestellt, den Kaisertreuen, welche Emily finden und zur neuen, rechtmäßigen Kaiserin machen wollen.

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Ist es Superman? Ist es Batman? Es ist Corvo Attano

So, nach dem ganzen Gerede braucht auch mal der tüchtigste Held eine Mütze Schlaf, doch irgendwie will jeder etwas von euch, der Lord Regent will euch als Schuldigen, die Kaisertreuen als Retter von Emily und nun kommt auch der Outsider in eurem Traum, der aber nichts von euch will, sondern zur Abwechslung etwas für euch hat, die magischen Kräfte die euch im weiteren Spielverlauf mehr als nützlich zur Seite stehen werden. Warum ihr aber so reich beschenkt werdet und was der Outsider als Gegenleistung haben will erfahrt ihr nicht, stattdessen wacht ihr wieder in der normalen Welt auf, nur mit einem Mahl und magischen Kräften mehr. Sogleich gibt es auch den ersten Auftrag für die Kaisertreuen zu erledigen, den Oberaufseher Campbell zur Strecke bringen. Doch bevor ihr euch auf den Weg macht erhaltet ihr erst noch eure Maske bei Erfinder Piero, bei dem ihr auch Ausrüstung nachkaufen könnt, wie Granaten und Fallen, aber auch eure Waffen und Ausrüstung aufrüsten könnt, so könnt ihr später mehr Munition mit nehmen, oder durch besseres Schuhwerk leiser laufen. Die Blaupausen für die Verbesserungen findet ihr in der Welt von Dishonored.
Doch nun geht es auf zu eurer ersten Mission, mit einem Boot werdet ihr so nah wie möglich an euer Ziel herangebracht. Von dort aus macht ihr euch zu Fuß durch die gut bewachten Straßen, also spätestens jetzt Zeit, sich die Ausrüstung genauer anzusehen. Mit L2 könnt ihr auf ein Waffen-/Fähigkeitenrad zugreifen, ihr habt die Wahl zwischen den magischen Fähigkeiten oder einer Waffe, wie einer Pistole, die zwar laut ist, aber einen Gegner locker von den Beinen holt. Und dann natürlich noch den mittlerweile obligatorischen Bogen, für den es noch mehrere Varianten an Pfeilen gibt. Da das Waffenrad eine recht große Auswahl bietet und ihr nur eine Sache auswählen könnt, die ihr mit der rechten Hand nutzt, in der linken hält Corvo stets sein Messer, könnt ihr vier Sachen auf die Pfeiltasten als Schnellauswahl legen.
Nun ebnet ihr euch euren Weg durch das Gebiet, unterwegs findet ihr dabei immer wieder nützliche Sachen, neben Heiltränken für die Gesundheit und Manatränken für die Magieleiste – beide Leisten findet ihr am oberen linken Bildschirmrand -, findet ihr auch magische Runen und Talismane. Die Talismane verstärken umgehend, wenn ausgerüstet, eure Fähigkeiten. Die Runen hingegen sind für die Erweiterung und Verbesserung eurer magischen Fähigkeiten verantwortlich. Um beides in der Welt von Dishonored zu finden, hilft euch ein magisches Herz des Outsiders, mit dem euch die Positionen angezeigt werden. Bei den magischen Fähigkeiten angekommen lohnt natürlich gleich ein Blick auf die Fähigkeiten, die ihr zur Verfügung habt und auch hier zeigt sich, ihr könnt Dishonored so Spielen wie ihr wollt, ob aggressiv, heimlich meuchelnd oder aus dem Weg gehend, bei den Fähigkeiten ist für jeden was dabei. Unter den zwölf Fähigkeiten gibt es so einen Teleporter, eine Dunkle Vision, mit der ihr durch Wände Gegner und wichtige Gegenstände sehen könnt, oder aber ihr könnt einen Schwarm Ratten beschwören und auf eure Gegner hetzten, oder euch selbst in eine verwandeln und durch Tunnel unbemerkt an Gegnern vorbeischleichen. Aber auch die Möglichkeit Dinge in Brand zusetzen und die Zeit anzuhalten habt ihr und somit könnt ihr euer Gameplay selbst gestallten. Nicht nur das die Fähigkeiten euer Vorgehen maßgeblich bestimmen, sie ermöglichen euch neue Wege Missionen zu bewältigen oder an bestimmte Dinge heranzukommen. Dabei ist das Töten in Mission nur selten von Nöten und fast immer findet sich ein anderer Weg.

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Auf eurem Weg zu Campbell lauft ihr aber nicht nur Wachen und Seuchenopfern über den Weg, auch der ein oder anderen Zwielichtigen gestallt, die euch auch mal eine Nebenmission oder Gegenstände anbietet. Was sich aber sehr in Grenzen hält, ihr kommt schnell wieder zu eurer eigentlichen Aufgabe. Auch sonst gibt es Abseits der Mission, neben dem Runensammeln nichts wirklich zu tun, was doch etwas Schade ist, da ist Story auch „nur“ etwa zwölf Stunden bemisst. Was aber durchaus durch den Reiz des Erneuten Durchspielen ausgeglichen wird, den ihr findet immer wieder neue Wege euer Ziel zu erreichen und das möchte natürlich auch mal mit den entsprechenden Fähigkeiten ausprobiert werden. Das Gameplay ist auch der wirklich große Wiederspielwert, den gerade die Geschichte ist doch sehr oberflächlich und gerade wenn man denkt man kann etwas tiefer in die Welt und Geschichte eintauchen, macht das Spiel wieder einen Rückzieher und kratzt so insgesamt nur an der Oberfläche. Lediglich die vielen Bücher und Lesestücke vermitteln hier und da doch etwas Tiefe, wie gesagt aber nicht viel.

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Technisch liefert Dishonored eine sehr gute Vorstellung ab, die Missionen sind meist als große Areale gestaltet, die wiederum aus kleineren Bereichen bestehen, zwischen denen ihr Ladezeiten, aber Kurze, in Kauf nehmen müsst. Dafür werdet ihr mit vielen Details in der zerstörten Spielwelt entschädigt. Auch Soundtechnisch liefert Dishonored eine fast schon brilliante Vorstellung ab, die Synchronsprecher sind neben dem Stummen Corvo allesamt gelungen und auch die deutsche Synchro ist wirklich gut.
Bei der hier gut abgelieferten Arbeit scheinen die Jungs von Arkane Studios aber die KI etwas vergessen zu haben, denn diese erlaubt sich immer wieder Aussetzer. Zwar werden auf dem Boden liegende Leichen nicht ignoriert, sodass ihr diese wirklich immer verstecken solltet, aber selbst wenn nicht ist Gefahr entdeckt zu werden eher gering, wie sonst eigentlich auch, da die Wachen Reihenweise an Demenz leiden. Dennoch bedeutet das für euch kein zu einfaches durchkommen, denn die Wachen sind gerade im späteren Spielablauf so gut positioniert, dass ihr doch einen Moment überlegen müsst, wollt ihr ungesehen vorbei.

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Fazit

Dishonored zeigt sich als kleine Perle dieser Generation, was es aber eindeutig dem Genremix und dem Gameplay verdankt. Gerade die flache Story und die KI sind nicht auf dem höchsten Niveau, zudem ist Dishonored eben auch noch ein reines Einzelspielerspiel mit gerade mal etwa zwölf Stunden, da tröstet der Wiederspielwelt dank offener Welt und den Fähigkeiten aber etwas hinweg. Somit ist Dishonored: Die Maske des Zorns auf jeden Fall ein Spiel das jeder einmal gespielt haben sollte, ob der Kauf dabei aber Pflicht ist steht auf einem anderen Blatt.

Dishonored Testbericht

Dishonored

  • Release: 12.10.2012
  • Genre: Action, Ego Shooter, First Person Action, Stealth
  • Entwickler: Arkane
  • Publisher: Bethesda Softworks

Gutes

+ genialer Genremix
+ freie Wahl der Spielweise
+ Spielwelt mit vielen Details

Schlechtes

- KI Dummies
- flache Geschichte

8.5 / 10 Sehr gut

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