DiRT Showdown – Review

Getestet von | 29.07.2012 um 00:00 Uhr

Mit Anbeginn der neuen Konsolengeneration haben sich viele neue Serien gebildet, die seitdem auch immer wieder mit neuen Auskopplungen erscheinen. Eine eher unscheinbare, aber dennoch seit 2007 bestehende Serie, ist die DiRT-Reihe aus dem Hause Codemasters. Anfangs noch mit dem Beinamen Collin McRae, führte sie die weitläufige Rally-Serie von PS1 und PS2 weiter, doch mit DiRT haben die Entwickler bislang mehr gemacht, als nur normale Rally-Action. In Showdown entfernt sich Codemasters dann komplett von der Tradition und schwimmt an neue Ufer. In Showdown dreht sich alles um Action, waghalsige Stunts und Crashes. Ob hinter dem Spiel mehr steckt, oder alles nur Show ist, haben wir für euch getestet. Lest unsere Review hier und jetzt, auf PS3inside.de

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Schöne alte Zeiten!?

Kurzes Backround-Wissen für Alle. DiRT Showdown trägt offiziell keine vier, soll heißen, dies ist nicht Teil vier der DiRT Reihe, trotzdem gehört er irgendwie dazu und chronologisch gesehen, wäre es demnach doch der vierte Teil. Verwirrend, aber so in etwa begründen Codemasters ihre Entscheidung, wieso das Konzept bei Showdown so ist, wie es eben ist. Fans der Serie beschweren sich schon länger, dass Codemasters die Serie immer mehr in Richtung Mainstream und Arcade abdriften lässt. Obwohl Ken Block und Co. in zig Trailern die realistische Fahrphysik loben, verliert die Serie immer mehr den Bezug zu den ambitionierten Rallyefahrern auf der Couch. Eine Simulation war DiRT schon seit Teil 1 nicht, geschweige denn überhaupt ein Teil der Collin McRae Serie. Doch besteht das Aufgebot an Spielelementen längst nicht mehr aus nur Etappe nach Etappe fahren, obwohl dies eigentlich klassische Rallye wäre, nein, Buggy-Rennen, Trailblazer und richtige Rennen auf engen Rundkursen zählen sich nun ebenfalls ins üppige Repertoire der Serie. Eine Tatsache, die für den einen toll ist, für den anderen der Untergang einer Ära. In Showdown besteht jedoch kein einziges der unzähligen Events aus einer reinen Rallyetappe. Man wird auch nicht an typische Rallyorte wie Kenia, Finnland, oder England ausgesetzt. In Showdown dreht sich alles rund um spektakuläre Rennen mit Stunts, Geschwindigkeit und vor allem eins, Blechschäden. Warum wir das so ausführen? All diejenigen, die sich über den (Nieder)Gang der Serie beschwert haben, brauchen ab dem Punkt eigentlich nicht mehr weiterlesen. Sie würden nur zu sehr verärgert werden. Wer der DiRT Serie gelassen gegenüber tritt, der sollte sich das Folgende nun nicht entgehen lassen.

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Neue Spielregeln

Das Interface und auch Grafik haben sich im Gegensatz zu den vorherigen Teilen aber keineswegs geändert. Das ist schade, aber auch gut. Das Menü sieht schön aus und die Grafik ist auf hohem Niveau. Jedoch stagniert diese nun auf dem gleichen Stand seit mehreren Jahren und auch wenn das gerade meckern auf hohem Niveaus ist, den ein oder anderen Fehler müsste man schon ausbessern. Auch vom Aufbau der Spielkomponenten erscheint dieses DiRT keineswegs anders als seine Vorgänger. Ein Tour-Modus, Joyride und Multiplayer sind die drei Hauptelemente des Spiels. Der Rest setzt sich aus Optionen und anderen Kleinigkeiten zusammen. Zu Anfang eurer Karriere müsst ihr allerdings ein Profil für das Spiel anlegen und euren Schwierigkeitsgrad bestimmen. Fangen wir aber ausnahmsweise nicht bei der Tour an, sondern im Joyride-Modus. In diesem Modus dürft ihr zwei Locations als großen Spielplatz für euer Auto benutzen, welches ihr euch vorher aussuchen könnt. Doch das wäre so gesehen ja ziemlich schnell eintönig. Daher hat man sich gedacht, den Spieler hier genauso sehr zu fordern. So besteht jede Location aus drei Teilen. Man befindet sich anfangs aber nur im ersten Drittel. Freischalten tut man die anderen durch kleine Herausforderungen, die es zu Hauf gibt. Insgesamt 75 pro Location gibt es und das kann man quasi als kleines Training sehen, um sich mit der Dynamik des Games vertraut zu machen. Ihr müsst Drifts unter Laster vollführen, Donouts um Gabelstapler, oder über eine weite Strecke springen. Ihr müsst diese kleinen Aufgaben natürlich keineswegs machen, aber wer das ganze Gelände erkunden will, der wird zumindest um die ein, oder andere nicht drum herum kommen. Auch könnt ihr eine kleine Sammelaktion starten. Überall sind kleine DiRT Showdown Logos versteckt, die, sofern ihr alle gefunden habt, eine nette Überraschung für euch parat haben. Der Joyride erscheint auf dem ersten Blick recht unwillkürlich und klein. Klein ist diese Art von Modus tatsächlich, aber bei de Gebiete sind üppig und großzügig gestaltet und bieten sehr viel zum probieren, kombinieren und Tricksen. Wer gerade mal keine Lust auf Wettkampf hat, der kann hier unendlich viel Gummi verbrennen.

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Hast du das gewisse Etwas?

Der Tour-Modus wurde wieder geringfügig geändert vom Aufbau her. Es gibt nun vier verschiedene Ligen. Ihr beginnt natürlich bei der untersten und wenn ihr den finalen Wettkampf für euch entscheiden könnt, dann geht’s Aufwärts mit euer Karriere. Anders jedoch als bei den vorherigen Teilen, ist das Aufgebot an verschiedenen Eventtypen. Wie bereits angedeutet, hat Showdown mit Rallye nicht mehr allzu viel zu tun, vielmehr geht jetzt ein bisschen mehr um Action und Crashes. Dis macht sich schnell in den Eventtypen bemerkbar. Unsere Feuertaufe in der Showdown-Welt besteht aus einem 8-Ball Rennen. Dies ist ein Renne auf einen kleinen, engen Rundkurs, der sich mehrfach kreuzen kann. Das Ziel: Überleben. Der gewollte Zusammenstoß zwischen Kontrahenten lauert überall und wer nicht schnell genug fährt, den erwischt es schnell selbst. Schnell findet man sich in das gewohnt gute Gameplay rein. Es ist zwar ein Stückweit mehr Arcade als gewohnt, dies ist aber aufgrund des Gesamtkonzepts ein Pluspunkt. Doch es fallen zwei Dinge direkt auf. Es gibt keine Sofort-Wiederholung mehr. Doch, die eigentliche Wiederholung ist nicht gewichen, aber die Möglichkeit, sich ein paar Sekunden vor einem Unfall wieder einzusetzen ist gestrichen worden. Dies macht aber auch Sinn. Viele der Events hätten einfach kaum einen Reiz, wenn man ständig ein wenig Tricksen könnte. Nur in Ghymkana Events ist die Funktion nicht gewichen. Dafür hat das Spiel ein anderes tolles Feature bekommen. Eine blaue Anzeige, die sich brennend auf eurem HUD befindet. Dies kann nur eins bedeuten, Boost. Ganz recht, Boost habt ihr nun in all euren Events zur Verfügung und könnt so für kurze Zeit Höchstgeschwindigkeiten erreichen. Der Boost regeneriert sich selbst, aber nur echt langsam. Um ihn schnell wieder zu füllen, rammt ihr einfach eure Gegner, springt über Rampen, oder driftet um Kurven. Soweit so gut, jetzt haben wir schon die beiden großen Neuerungen spielerisch beleuchtet. Machen wir bei den Events weiter. Das 8-Ball Rennen gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das, was einen die nächsten Spielstunden erwartet. Neben diesen Rennen gibt es noch weitere Rundkursrennen, in Städten, oder Landschaften, Eliminator, Sektor-Rennen, dann gibt es trickreichere Events, wie die Head-2-Head Duelle und Gatecrasher Rennen. Bei ersteren tretet ihr grundsätzlich gegen Ken Block an. Ihr müsst nun eine enge Sprintstrecke durchfahren und immer den vorgegebenen Trick machen, wie Driften, Springen, oder Donouts. Wer beide Läufe schneller durchfährt, gewinnt das Duell. Gatecrasher findet immer in einem Stadion statt, wo viele farbige Tore aufgestellt wurden. Ihr müsst nun immer eine bestimmte Farbe durchfahren und darauf achten, richtig zu fahren. Wer am Ende die schnellste Zeit hat, gewinnt. Zu guter Letzt kommen dann die Events, bei denen sich wahrscheinlich die Geister scheiden. Rampage, Hard Target und Knock Out. Rampage ist dabei der Klassiker. Acht Fahrzeuge werden gleichzeitig in eine Arane geschickt und crashen sich nun gegenseitig was das Zeug hält. Das Spiel bewertet dabei die Härte eines Crashes und gibt Punkte. Wer es schafft, einen Gegner komplett zu schrotten, der bekommt ein Maximum von 1000 Punkten. Wer einen Gegner frontal mit voller Wucht trifft, bekommt z.B. 600, wer seinen Gegner leicht streift 150. In den letzten 30 Sekunden heißt es dann alles oder nichts, denn dort gibt es immer doppelte Punkte. Ihr selbst habt natürlich auch einen Energiebalken und könnt ausgeknockt werden. Falls das passiert, fahrt ihr mit voller Energie wieder neu rein. Hard Target ist da eine Spur gemeiner. Ihr seid das Ziel aller Fahrer, die nach und nach immer mehr werden und euch nur versuchen aus der Arena zu bekommen. Hier gilt es so lange wie möglich durchzuhalten, bis eure Energie komplett auf 0 ist. Dann gibt es da noch Knock Out. Hier befindet sich die Arena erhöht und hat keine Seitenbegrenzung. Das Ziel ist es nun, gegnerische Fahrzeuge einfach herunter zu schieben, egal mit welchen Mitteln. Hier gibt es wieder 1000 Punkte, falls man das schafft und 500, wenn man einen Wagen zerstört. Anders kann man hier keine Punkte holen. Wenn ihr selbst mal herunter gekickt werdet, müsst ihr über Rampen wieder in die Arena.

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Zerstörungsmaschine

Natürlich habt ihr nicht immer nur einen Wagen aus einer Liste aus Wagen, den ihr nehmen könnt. Das Spiel hat ein paar lizenzierte Wagen, die jedoch nur bei den Head-2-Head Duellen und den Gatecrasher Events zum Einsatz kommen. Dort darf man dann u.a. einen Ford Fiesta, oder Subaru Impreza WRX STI fahren. Für die anderen Events haben sich die Zeichner bei Codemasters diesmal selbst hingesetzt und sich einiges einfallen lassen. Die Wagenpallete lässt natürlich keine Wünsche offen. Rennboliden und dicke Brummer geben sich gegenseitig das Gaspedal in die Hand. Ihr seid demnach gefordert eure Boliden je nach Event richtig auszuwählen. Jeder Wagen kann zudem noch in drei verschiedenen Werten gesteigert werden. Geschwindigkeit, Stärke und Handling lassen sich bei jedem Wagen noch einige Male aufwerten, doch am Ende hat nicht jeder Wagen die gleiche Statistik. Das ein fetter Bulli sehr stark, aber nicht ganz so wendig ist, ist genauso klar wie eine Rennmaschine nicht besonders stark auf der Brust, dafür aber flink ist. Bezahlt werden die Upgrades und neue Wagen mit Credits, die ihr nach Platzierungen in den Events bekommt. Neue Events gibt es immer für Podiumsplätze und mehr wie zwei, oder drei Events werdet ihr gleichzeitig aber nie offen haben. Manch einer mag sich jetzt fragen, ob das nicht nervig sei, nein, das ist es nicht. Die Abwechslung ist geradezu perfekt gelungen. Eventtyp und auch Location wechseln sich immer so ab, dass es nie langweilig wird und man nicht das Gefühl hat, alles wiederholt sich, auch wenn man gestehen muss, dass gewissen Eventtypen wie Gatecrasher, oder Sektor-Rennnen weniger häufig ausfallen wie Rampage, oder 8-Ball-Rennen. Online geht die Action dann ähnlich weiter. Habt ihr euch bei Codemasters eignem Service Race-Net angemeldet, dann dürft ihr an Renntagen und speziellen Events teilnehmen. Tut ihr dies nicht, bleibt euch diese Option verwehrt. Das macht jedoch nichts, denn der restliche Online-Modus bietet sicherlich genug. Hier könnt ihr euch entweder schnell in irgendein Rennen stürzen, oder ihr wählt nach Eventkategorie, oder direkt euren Lieblingstyp aus und sucht ein Spiel. Natürlich könnt ihr auch ein Spiel selbst erstellen und dann eure Freunde einladen, oder die Lobby öffentlich machen. Auch bei Online-Events könnt ihr Geld gewinnen und steigt im Rang auf. Auch gibt es spezielle Modi online, so z.B. ein EDF-ähnlicher Modus. Ein Fahrer hat quasi die Flagge und wer diesen Fahrer rammt, der übernimmt dann diese Flagge. Man versucht also so lange wie möglich der Hüter der Flagge zu sein. Was einem jedoch nicht gegönnt wird, ist ein klassischer Arcade-Modus, wo man einfach Location, Strecke und Modus auswählt und dann allein, oder zu zweit an einer Konsole ein wenig Spaß hat. Codemasters verzichtet hierauf komplett und das ist sehr schade und so gesehen einer der wenigen Kritikpunkte an das Spiel.

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Fazit:

DiRT Showdown ist keineswegs DiRT 4, es ist anders. Codemasters hat mal etwas neues probiert und versucht sich nun an ein wenig mehr Arcade, weg von der klassischen Rallye und mehr hin in Richtung Showevents und ein wenig mehr Stockcar-Action. Das Spiel macht dabei kaum was verkehrt. Grafik, Gameplay und auch der Sound sind auf gutem Niveau. Trotzdem wirkt der Titel ein wenig aufgesetzt und kann nicht so ganz an die vorherigen Teile anschließen. Man darf das nicht falsch verstehen, jeder Rennspielfan wird Spaß haben, denn die Events, gerade die Rampage-Events, machen großen Spaß, aber lange fesseln tut einen das Spiel am Ende nicht. Hat man die Tour durch, muss der Joyride Modus hinhalten, oder der Multiplayer. Für Rennspielfans ist der Titel super, alle anderen brauchen dem Spiel nicht allzu viel Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Gutes

+ Technisch sauber
+ Viele verschieden Eventtypen
+ Viel Action und Boost
+ Joyride-Modus

Schlechtes

- Grafik stagniert seit DiRT 2
- Kann nicht lange fesseln
- Keine Einzel/Mehrspielermodi an einer Konsole

8.0 Sehr gut

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