Menü

DiRT 4 im Test – Links, rechts, Kuppe, senke, nicht schneiden

Artikel von | 10.06.2017 um 16:40 Uhr

Seit nunmehr fast 20 Jahren gibt es nun die Colin McRae Rally-Reihe, welche nun als DiRT bekannt ist. Zehn Ableger hat Codemasters bereits veröffentlicht und sechs Jahre nach Teil 3, ist nun endlich DiRT 4 erschienen. Dazwischen erschienen noch DiRT Showdown, welches eher auf Arcade Action gesetzt hat, und DiRT Rally, welches wieder eher in Richtung Simulation ging. Mit DiRT 4 versucht man nun ein kleinen Spagat und bietet Arcade, aber auch Simulations Steuerung. Mehr dazu gibt es jetzt in unserem Test.

Entweder … oder

Gleich zu Beginn des Spiels müsst ihr euren Fahrer erstellen. Neben Namen, Alter und Nationalität, könnt ihr auch eines von 8 Gesichtern wählen oder wahlweise einfach immer einen Helm aufhaben. Viel wichtiger ist die darauffolgende Entscheidung, denn DiRT 4 bietet euch die Wahl zwischen zwei Steuerungstypen – Arcade und Simulation. Während Arcade etwas leichter designt ist und auch etwas mehr auf problemlosen Spaß setzt, geht es bei Simulation realistischer und daher auch schwerer zur Sache. Somit können sich auch Rally Laien durchaus schnell ins Spiel finden, während Veteranen gleich wieder an ihre Grenzen gehen können. Um die für euch passende Steuerung zu finden, gibt es ein kleines Testrennen, bei dem ihr beliebig oft mit den verschiedenen Steuerungstypen starten könnt, bis ihr das passende für euch gefunden habt. Danach wird noch ein Schwierigkeitsgrad gewählt: je nach eurer Zeit auf der Teststrecke, empfiehlt euch das Spiel etwas passendes. Wahlweise könnt ihr den Schwierigkeitsgrad aber auch anpassen, indem ihr verschiedene Hilfen an- und ausschaltet. Kurz darauf finden wir uns in der DiRT-Akademie wieder. Hier können wir wahlweise einfach umher heizen oder verschiedene Tutorials absolvieren, die alle wichtigen Aspekte des Rallyesports beleuchten. Wer das aber alles nicht braucht, kann dann auch ins Hauptmenü und hier dann auf verschiedene Modi zugreifen. Da wären:

  • Karriere
  • Wettkampf
  • Mehrspieler
  • Freies Spiel
  • DiRT-Akademie
  • Spritztour

Diese beleuchten wir jetzt nach und nach etwas genauer.

Wir sind ein Team

Der für viele wohl wichtigste Modus wird wohl die Karriere sein. Hier habt ihr vier Klassen zur Auswahl, die durch die verschiedenen Fahrzeugtypen unterteilt sind. Das wären Rally, Land Rush, Rally Cross und Historic Rally. Rally ist halt der Klassiker mit Etappen-Zeitrennen auf Schotter, Asphalt und Schnee. Land Rush wird mit Buggys und Trucks gefahren. Hier sind Runden-Rennen auf kurzen Strecken an der Tagesordnung. Rallycross bietet Runden-Rennen in Arenen, es wird auch auf Supercars zurückgegriffen und es geht sehr schnell zu. Historic Rally ist prinzipiell wie die normale Rally Klasse, nur das man hier auf ältere Fahrzeuge zurückgreifen muss und diese verhalten sich teilweise schon etwas anders als die modernen Boliden.

Zu Anfang habt ihr nur Zugriff auf die Rally Klasse, doch schon nach wenigen Rennen schaltet ihr auch die anderen frei. Wenn ihr dann ein Event gewählt habt, geht es nicht sofort los, denn erstmal befinden wir uns noch in unserem Servicebereich wieder. Hier kann man sich Fahrzeugeinstellungen anschauen, diese anpassen, sowie neue Teile kaufen und verbauen. Auch Testfahrten kann man hier starten, um die Strecke erstmal kennenzulernen. Wenn ein Event mal mehrere Strecken bietet, habt ihr hier auch die Möglichkeit euer Fahrzeug zu reparieren, denn fehlerfrei kann man nicht immer fahren. Sobald das Rennen dann endlich startet, geht es wie für Rally Spiele gewohnt zur Sache. Ihr fahrt die Strecke ab und versucht schneller als die Konkurrenz zu sein, wer hätte das gedacht. Soweit ist der Kern des Karrieremodus erklärt, doch es gibt noch ein wichtiges Element, euer Team.

Ihr könnt natürlich so ein Rennfahrer Leben nicht allein bewerkstelligen, also müsst ihr euch fähige Hilfe besorgen. Sobald ihr euer erstes eigenes Auto gekauft habt, gründet ihr auch euer eigenes Team. Diesem könnt ihr einen Namen geben und auch die Farben für Auto und Servicebereich auswählen. Ist dies getan, kommt ihr zu den Sponsoren. Diese geben euch logischerweise Geld für eure Rennen. Je nach Bedarf könnt ihr kurze oder lange Verträge wählen. Während der Rennen geben euch eure Sponsoren auch Aufgaben wie: Platz 1 erreichen, keinen Unfall bauen oder alle Bereiche im Rennen fehlerfrei fahren. Wenn ihr diese Aufgaben bewältigt, gibt es ein bisschen mehr Geld nach dem Rennen, was uns wieder zum Team bringt, denn das will auch bezahlt werden. So braucht ihr einen Chef Ingenieur, Techniker, einen PR-Agenten, einen Beifahrer und Spotter für Rallycross und Land Rush. Diese haben verschiedenen Aufgaben, zu denen wir gleich noch kommen.

Ihr selbst könnt wählen, wem ihr für welchen Posten einsetzt. Je qualifizierter der Mitarbeiter ist, desto tiefer dürft ihr in die Tasche greifen. Auch hier kann die Vertragslänge gewählt werden, aber auch wie viel Prozent-Anteile sie an den Preisgeldern bekommen. Wenn ihr ihnen zu wenig abgebt, sind sie unzufrieden und verrichten ihre Arbeit dementsprechend. Dem kann man aber auch entgegenwirken, wenn man die Servicestation verbessert. Bietet ihr beispielsweise einen gut ausgestatten Ruhebereich und leckeres Catering an, ist euer Team natürlich sehr zufrieden. Gleichzeitig könnt ihr eure Garage für mehr Fahrzeuge ausbauen, dafür sorgen dass Reparaturen billiger sind oder ihr bessere Angebote beim Händler bekommt. Nun aber nochmal zu ein paar Rollen des Teams. Der Chef-Ingenieur verwaltet die Reparaturen eures Fahrzeugs und umso besser er ist, umso billiger und schneller sind sie erledigt. Sollte eine Reparatur nämlich mal zu lang dauern, müsst ihr schlimmstenfalls eine Etappe im Rennen aussetzen. Der PR-Agent sucht euch gute Sponsoren und euer Beifahrer muss euch natürlich über den Streckenverlauf aufklären. Hier kommen wir auch zu einem kleinen Makel von DiRT 4. So bombt euer Beifahrer euch teilweise so mit Strecken Anweisungen zu, dass es nicht nur nervig wird, sondern auch verwirrt. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass es ohne ihn deutlich schwerer wäre, da man schon frühzeitig auf die kommenden Kurven reagieren muss. Wo wir gerade schon etwas meckern, kommen wir zu einem weiteren Contra. So ist die Karriere etwas marginal inszeniert und bietet halt nur Rennen. Keine Konferenzen, Rivalitäten oder halt ein paar Kleinigkeiten, die es etwas lebendiger machen. Auch das Team ist eher oberflächlich. Die Idee dahinter ist zwar durchaus gut und macht Sinn, doch wirkt es etwas zwanghaft rein gequetscht und man hat ein wenig das Gefühl, dass alles auch ohne funktionieren würde.

Seiten 1 2
DiRT 4 Testbericht

DiRT 4

  • Release: 09.06.2017
  • Genre: Rennspiel
  • Entwickler: Codemasters
  • Publisher: Codemasters

Gutes

- Optik, Sound und Atmosphäre sind top
- Strecken Generator sorgt für Abwechslung
- Zwei Steuerungstypen: Arcade und Simulation
- Zahlreiche, in vier Klassen unterteilte, Fahrzeuge

Schlechtes

- Spritztour mit der Zeit etwas einseitig
- Kein lokaler Multiplayer
- Karriere Modus und Team wirken teilweise etwas lieblos

8.8 / 10 Sehr gut

Deine Meinung? Let's Chat!

    Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

    Anmelden