Digimon Cyber Sleuth im Test – Erwecke das Greymon in dir

Getestet von | 20.02.2016 um 16:53 Uhr

Dennoch hat Digimon Cyber Sleuth die ein oder andere Schwäche. Die Animationen sind nicht wirklich spektakulär. Außerdem ist die Grafik alles in allem eher durchschnittlich, auch wenn die Digimon selbst relativ gut aussehen. Die Dungeons sind nicht besonders groß und statisch, also läuft man oft die gleichen Gebiete wieder und wieder ab und trifft auch wieder und wieder auf die gleichen Gegner. Aber, das folgende ist sehr wichtig. Cyber Sleuth ist allem voran auch ein PlayStation Vita Spiel und nutzt somit einfach nicht die Power der PlayStation 4 vollends aus. Viel wichtiger ist jedoch, es ist Digimon. Und wirklich, das klingt dämlich, aber nochmal mit Wargreymon, Garurumon, Kabuterimon und Co. zu kämpfen, diese zu sammeln, manchmal Stunden für das digitieren und verbessern zu verplempern, dass bringt nochmal so richtig, dass bringt nochmal so richtig Nostalgie hervor . Es macht einfach so viele kleine und dann auch unbedeutend wirkende Schwächen weg. Streng genommen ist Cyber Sleuth das erste Digimon Spiel seit längerem und macht zwar nicht alles richtig, aber für Fans einfach genau das, was sie fürs erste wollen. Ein solides Rollenspiel, mit über 200 Digimon zum sammeln und kämpfen, eine vielleicht nicht ganz so interessante Geschichte und sehr viel Dingen zu tun, um seine Zeit da rein zu stecken, allem voran das Digitieren. Um ein Beispiel für das aufwendige Digitieren zu nennen, können wir ja die allgemeine Funktionsweise erklären. Mit fast jedem Level steigen nämlich die Statuswerte (z.B. Angriff, Verteidigung, HP) weiter an. Lediglich ABI und CAM sind hier die Ausnahme. Während ABI die Fähigkeiten eures Digimons und auch das maximale Level eingrenzen, steht CAM für die Zuneigung und wird mit jedem aktiven Kampf erhöht. Wenn ihr dann digitieren wollt, benötigt ihr neben einem Mindestlevel vielleicht auch ABI von 80+, CAM von 100 und maximale HP von 1600. Um ABI zu bekommen, müsst ihr euer Digimon oft entweder zu einem stärkeren oder zurück zu einem schwächeren Digimon digitieren. Startet man mit dem Standard ABI Wert von 0, erhält man mit einer Digitation auf nächst höhere Level beispielsweise +8 ABI. Desto höher das Level vor der Digitation, umso mehr Punkte gibt es dann auch. Dadurch ergibt sich ein ständiges trainieren, digitieren, zurück digitieren, trainieren und so weiter. Man merkt also, dass man sein Digimon in vielen Fällen sehr hart und lange trainieren muss, damit man das Mega Level erreicht.

Digimon Cyber Sleuth

Dabei hilft unter anderem die Farm im DigiLab. Diese gilt als Trainingsplatz für bis zu 10 Digimon. In dieser könnt ihr dann eure Digimon parken und sie trainieren, nach Items forschen oder Fälle suchen lassen, welche quasi die klassichen Quests darstellen. Außerdem könnt ihr spezielle Attribute über dem maximalen Level hinaus trainieren. Später könnt ihr die Farm dann noch erweitern, mit speziellen Gegenständen verbessern oder weitere Plätze errichten. Falls ihr jedoch auf neue Fälle scharf seid, dann finden eure Digimon auch welche. Bei diesen Fällen handelt es sich meist um eine kleine Suche in einem vorgeschriebenen Gebiet, mit einer kleinen Belohnung. Für alle anderen Fälle gibt es MasterCard und nein, wir meinen hier nicht die Kredikarte. Diese sind nämlich Story relevant und finden sich im Schwarzen Brett eures Büros. Hier ist das Prozedere den Fall anzunehmen, viel Text zu lesen, letztlich einfach ein etwas stärkeres Digimon zu besiegen und den Fall abzuschließen. Was jetzt vielleicht etwas abfällig klingt, ist leider im Spiel auch etwas nervig. Statt die Mission „Töte Digimon X“ zu nennen und schnell zu erledigen, führt man neue Charaktere ein. Die haben dann ein spezielles Problem, wie eine zu heiße Klimaanlage. Ihr als Detektiv geht dem natürlich nach und merkt, dass Magnamon (Ein Flammen Digimon) für die Hitze verantwortlich war. Dungeon abrennen, Magnamon besiegen und ganz überraschend geht die Klimaanlage wieder. Solche Aufgaben mit viel Text habt ihr immer wieder und diese sind dann leider nicht ganz so spannend. Im Gegensatz dazu gibt es dann aber auch das Kolloseum. Hier gibt es wenig Bla-Bla aber viel Boom-Boom. Angefangen mit Rookie Gegnern, gibt es hier eine Folge von Duellen eines bestimmten Levels. Zwischen den Stufen gibt es jedoch keine Pause und ihr könnt euch nicht einfach im DigiLab heilen, sondern braucht dafür Items oder Heil-Digimon. Diese ist doch ganz nett und bietet einen Vergleich eures Könnens in der reinsten Form. Hinzu kommt noch eine Online-Arena in der ihr euch gegen andere Spieler behaupten könnt.

WarGreymon digitiert…. Nicht weiter. Denn er ist einfach zu gut

Mit etwa 240 Digimon habt ihr viel zu sammeln, leveln und zu digitieren. Für uns ist das auch das spannendste Element im Spiel. Nach etwa 60 Stunden nähern wir uns nämlich dem Ende des Spiel. Die meiste Zeit haben wir wohl für das oben genannte trainieren genutzt. Man sollte aber noch erwähnen, dass es das Spiel nicht in deutscher Sprache gibt, auch deutsche Untertitel gibt es nicht. Zu hören ist der original, japanische Ton in der Kombination mit englischen Untertiteln. Was uns aber etwas genervt hat, war der eigene Charakter. Das nur wenig seiner Dialoge gesprochen werden, ok. Aber er hat kaum Dialoge, beziehungsweise darf man sich diese als Spieler denken. Ihr könnt euch das in etwa so vorstellen, dass euch jemand fragt wie es euch geht und ihr ihn einfach nur anschaut und höchstens etwas mit den Armen fuchtelt oder lacht. Euer Gegenüber denkt dann wohl sowas wie „Er lacht, also scheint es ihm wohl gut zu gehen“ oder eben „Wieso sagt der Typ jetzt nichts?“. Das Ganze wirkt manchmal einfach etwas komisch. Aber zu wenig zu lesen gibt es dennoch nicht. Im Gegenteil, es gibt zu viele Dialoge und wer nur kämpfen will, der sollte Musik hören oder sich irgendwie anders beschäftigen während den Gesprächen. Ansonsten muss man sich auf die ein oder andere Pause einstellen. Wer wiederum die Digimon besser kennenlernen möchte, der wird mit dem DigiLine die Chance dazu haben. Über diesem könnt ihr euch nicht nur mit euren Freunden, sondern auch mit den Digimon unterhalten und wichtige Dinge klären. Das folgende Bild zeigt einen Dialog zwischen dem Spieler und dem überaus freundlichen Devimon, der natürlich ohne Hintergedanken etwas über unsere Geschwister wissen möchte.

Digimon Cyber Sleuth

Und auch wir beschäftigen uns nochmal mit etwas anderem. Wie bereits erwähnt, ist das Spiel aus rein technischer Sicht, nicht das Gelbe vom Ei. So ist die Grafik für das Jahr 2016 und auch für die PlayStation 4 eher mittelmäßig, was halt daran liegt, dass es nur ein PS Vita Port ist. Es ist zwar alles andere als hässlich, aber im Vergleich zu anderen Spielen haben die Entwickler sicherlich andere Prioritäten gesetzt. Die Dungeons sind nur kleine Gebiete und durch viel Backtracking seht ihr viele Gebiete mehrmals. Hinzu kommt dann noch, dass nicht immer ganz klar das Ziel beschrieben wird. Ihr müsst daraufhin erst mal jedes Gebiet abgrasen, in der Hoffnung den Anschluss zu finden, was leider öfters passiert ist. Der Sound mit den Angriffen und Dialogen der Digimon ist zwar ganz nett, aber da alles auf Japanisch ist, bietet sich Spotify oder ähnliches perfekt fürs farmen oder auch mal die Story an. Zu den oben erwähnten Schwachpunkten, kommt dann auch noch die Schwierigkeit hinzu. Diese schwankt von super leicht und One-Hit-Kills, zu extrem hart, und das teilweise auch innerhalb von wenigen Momenten. Es kann Dungeons geben, bei dem ihr alles sofort besiegt, der Boss dann aber all euer Können fordert. Genauso nervig ist es, wenn ihr 3 Mega Level Digimon besitzt und einem Rookie Boss gegenüber steht. Was im Normalfall mit einem Schlag erledigt wäre, zieht sich hier in die Länge, dadurch das Bosse meist unzählige Lebenspunkte besitzen.
Positiv hervorzuheben ist jedoch die Möglichkeit des Cross-Saves zwischen PlayStation 4 und PS Vita. Ihr spielt auf dem großen Fernseher, übertragt schnell euren Speicherstand und spielt dann mobil weiter. Es gibt auch noch die Möglichkeit des New Game+, alle Digimon und Medallien werden übernommen und ihr könnt erneut starten, gerade wenn ihr Items oder Trophäen verpasst habt. Die Medaillen sorgen für zusätzliche Arbeit, wenn man denn das Spiel zu 100% komplettieren oder die Platin haben möchte. Unter bestimmten Bedingungen, Kämpfen, Aufgaben und in Verstecken erhält man diese und können auch verpasst werden.

Digimon Cyber Sleuth

Digimon Cyber Sleuth Fazit: Wargreymon ist einfach der Beste

Alles in allem muss man sagen, dass Digimon Cyber Sleuth ein eher mittelmäßiges Spiel ist. In vielen Aspekten hat es einfach einige Schwächen und kann damit keine Top-Wertung erhalten. Aber wer denkt nicht an seine Kindheit zurück, wenn man nach unzähligen Stunden endlich Wargreymon digitiert bekommt. Allein dafür ist Cyber Sleuth ein Must Have für Fans. Gleichzeitig kann die Geschichte einen nicht wirklich packen und wer nicht auf Dialoge steht, der wird wohl auch vieles einfach blind wegklicken. Gleichzeitig gibt es mit über 200 Digimon, vielen Missionen und anderen Aktivitäten einfach sehr viel zu tun, um eine spaßige Zeit im Spiel zu haben. Spielt man also nur die Story, sollte man wohl bei mindestens 40-50 Stunden ankommen. Sammelt man noch exzessiv Digimon und nutzt die Nebenaufgaben, kann man sicherlich auch 100 Stunden in das Spiel stecken, wenn nicht sogar noch mehr. Zu dem Preis von 49,99 Euro sollte man als Digimon Fan zuschnappen, vor allem mit dem Hintergedanken, dass Digimon World: Next Order im März in Japan für die PS Vita erscheinen wird und mit einem erfolgreichen Cyber Sleuth auch in den Westen kommen kann.

Gutes

+ Mit über 200 Digimon gibt es viel zu entdecken
+ Riesiger Umfang
+ Trainieren, Digitieren und Sammeln macht spaß

Schlechtes

- Technisch leider nicht auf dem höchsten Niveau
- Viel Backtracking und Bereiche ablaufen
- Schwierigkeit schwankend und teils unnötige Dialoge

7.7 Gut

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