Diablo III: Reaper of Souls – die PS4 Version im Test

Getestet von | 06.09.2014 um 19:38 Uhr

Es war das Jahr 1997, in dem die Spieleserie Diablo das Licht der Welt erblickte. Vorerst nur für PC-Spieler verfügbar, baute sich das Spiel, um den Kampf gegen Diablo eine riesige Fangemeinde auf und sorgte für einen weltweiten, drastischen Anstieg von defekten Mäusen. Im März 1998 folgte die Veröffentlichung des Titels für Sonys Erstgeborenen, die Sony PlayStation. Obwohl der Erfolg des Nachfolgers Diablo II und dessen Erweiterung Lord of Destruction um Weiten größer war, bekam dieser jedoch leider keine Konsolen-Portierung. Dies änderte sich jedoch wieder mit Diablo III, welches letztes Jahr für die PlayStation 3 und XBOX 360 erschien und auch für die PlayStation 4 versprochen wurde. Dieses Versprechen wurde nun eingelöst und Diablo III, welches inzwischen mehrere grundsätzliche Änderungen durchlebt hat, wurde zusammen mit der Erweiterung Reaper of Souls für die neueste Konsolen-Generation veröffentlicht. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Diablo, Azmodan, Belial und Erzengel – Geschichtsstunde zwischen Himmel und Hölle

Was hat es mit Diablo auf sich, worum geht es hier überhaupt, muss ich die beiden anderen Teile gespielt haben? Wenn die Diablo Spielreihe neu für euch ist, könnt ihr aufatmen, denn ihr benötigt keinerlei Vorkenntnisse über die vorherigen Titel.
Alles fängt mit einem Stern an, der vom Himmel fällt. Doch war es wirklich ein Stern, oder doch ein Flugzeug, ein UFO oder sogar Superman, der vom Himmel gefallen ist? Ein Abenteurer kann dies natürlich nicht einfach so hinnehmen und muss der Sache nachgehen. Deckard Cain, ein alter Mann, der die Geschehnisse der ersten beiden Diablo Geschichten mit erlebt hat und Teil eines alten Kultes mit dem Namen Horadrim ist, glaubt, dass der gefallene Stern ein Zeichen aus einer alten Prophezeiung ist, die Diablos Rückkehr ankündigt. Dies gilt es nun heraus zu finden, indem ihr den Einschlagsort des gefallenen Sternes untersucht.

Hier beginnt das eigentliche Spiel und zieht euch fünf Kapitel lang durch eine eigentlich interessante Geschichte, die jedoch ein wenig detaillierter und mit mehr Tiefe hätte erzählt werden können. Im Verlauf des Spiels, geht die eigentliche Geschichte, trotz unzähliger Möglichkeiten sich Teile der Geschichte von NPCs erzählt bekommen zu lassen, verloren. Eigentlich schade für ein RPG, jedoch halb so wild, denn das eigentliche Gameplay überdeckt dieses Manko.
Zurück zur Geschichte: Wie sollte es auch anders sein, am Ende der Geschichte von Diablo III, werdet ihr Diablos Plan um seine Rückkehr und Herrschaft über Alles, zunichtemachen und landet ohne großes Feuerwerk und Präsentation direkt im fünften Akt, der Erweiterung Reaper of Souls. Das vorgerenderte Intro hierzu sieht spektakulär aus, mehr kommt jedoch nicht. Es wird der Eindruck vermittelt als wäre Reaper of Souls ein fester Teil des Ganzen, doch auch dieses wird leider ohne große Emotionen beendet. Nach dem Erledigen des Endgegners Malthael, bekommt ihr eine einfache Dialogbox angezeigt, die euch vorschlägt mit dem X-Button zum Hauptmenü zurück zu gelangen – Ende. Schade, dass hier ein großes Potential verschwendet wurde.

Höllisch schön

Diablo III sieht auf der PS4 schön aus. Die 1080p Version ist zu vergleichen mit der PC-Version auf höchsten Einstellungen. Sicherlich haben wir hier keine fotorealistische Grafik, trotzdem ist es schön anzusehen. Gelegentlich gibt es kleinere Framerate-Einbrüche, doch diese fallen wirklich nur bei genauen Hinsehen auf. Am Rande erwähnt, läuft die XBOX One Version ein klein wenig schlechter.*
Selbst ohne Dolby-Surround klingt der Sound des Gemetzels sehr gut. Doch noch besser ist die Musikalische Untermalung, sofern man diese unter all den schreienden Hexen, Ziegenmännern und Dämonen raushören kann, die ihr mit Schwertern und Zaubersprüchen malträtiert.

Spielt sich teuflisch gut

Aus Sicht eines Diablo III PC Spielers, fragt man sich, wie kann ein Spiel, bei dem ein mit der Maus präzise gesetzter Zauber über Leben und Tod entscheiden kann, mit zwei analog-Sticks und 8 Buttons bedient werden? Die Antwort ist kurz und knapp – es geht und es macht verdammt viel Spaß. Die Skills lassen sich beliebig auf die einzelnen Buttons verteilen, wodurch jeder Spieler ein für sich perfektes Button-Layout erstellen kann. Einziges Manko – der X-Button ist für die Interaktion mit NPCs, Schatztruhen und auch Dungeone in- und Ausgänge belegt. Letzteres kann je nach Situation zum Verhängnis werden, da der X-Button meist mit der Primärattacke belegt ist. Drängt euch nun eine Horde von Monstern zurück zum Dungeon Eingang, besteht die Möglichkeit, dass ihr anstelle der Primärattacke, den Dungeon verlasst und es euch somit deutlich erschwert, ihn wieder zu betreten, ohne sofort danach zu sterben. In der PC Version konnte man in diesen Momenten, die Umschalttaste gedrückt halten, um stets die Primärattacke zu nutzen anstelle zu klicken / die Spielfigur zu bewegen.
Mit dem linken Stick steuert ihr euren Helden, während der rechte Stick eine Konsolen- exklusive und typische Funktion erhalten hat – Rollen. Richtig liebe PC Spieler, in der Konsolen Version von Diablo III, könnt ihr euch in alter God of War Manier in alle Himmelsrichtungen rollen, um den Attacken eurer Gegner auszuweichen. Jedoch, (Achtung: Wortspiel) spielt das Rollen keine große Rolle im Kampfgeschehen, da die Distanz des Roll-Manövers meist nicht ausreicht um einer tödlichen Attacke zu entweichen. Sicherlich ein nettes Feature, mehr jedoch nicht.
Es gibt sechs verschiedene Charakterklassen, die sich alle komplett unterschiedlich spielen lassen und so für jeden Spieler etwas dabei ist. Distanz- und Nahkämpfer, Magier oder auch einen Hexendoktor, der sich Verstärkung beschwört. Leveln lässt sich euer Charakter bis Level 70, darüber hinaus könnt ihr sogenannte Paragon Level sammeln, für die ihr verschiedene Fähigkeiten einzeln aufleveln könnt. Endgültig ist hier jedoch nichts, habt ihr euch verskillt, könnt ihr die Paragonpunkte jederzeit zurücksetzen und neu verteilen.
In Sachen Schwierigkeitsgrad, ist auch hier für jeden Spieler etwas dabei – allerdings sollten Spieler mit Erfahrungen keinesfalls unter der Stufe Hard spielen, da Hard keinesfalls “Hard” ist. Zudem könnt ihr ab Level 60 auch zu besonders harten Schwierigkeitsgraden wechseln, Qual 1 – 6. In diesem Schwierigkeitsbereich gibt es satte Extra XP und eine erhöhte Chance auf besondere Gegenstände, die ihr nur so erhalten könnt. Das Arsenal an Waffen und Ausrüstungen, ist riesig. Diablo war schon immer für sein äußerst gelungenes Item-System bekannt, so geschieht es wirklich nur sehr selten, dass ihr in eurer gesamten Spielzeit ein Item mit exakt denselben Statistiken mehrmals findet.
Das Gameplay fokussiert sich stark auf das Finden von Gegenständen und nicht auf das Leveln an sich. Habt ihr erst Mal Level 70 mit einem Charakter erreicht, werden die anderen Charaktere schnell folgen und alles dreht sich nur noch darum, immer bessere Items zu finden.

Gutes

+ 1A Gameplay mit großem Suchtfaktor
+ Tolles Item-System
+ Abenteuer-Modus bringt noch viele zusätzliche Spielstunden nach der Kampagne

Schlechtes

- Leider noch etwas verbuggt
- Couch-Coop leider nur mit mehreren Accounts auf der PlayStation möglich, die auch alle jeweils PS+ benötigen um online spielen zu können

9.1 Must Have

Kommentare

Du hast etwas zu sagen?

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Das könnte dich auch interessieren