Devil May Cry 4: Special Edition im Test – Zum Heulen oder nicht?

Getestet von | 27.06.2015 um 11:53 Uhr

Das Resident Evil Remake und Ultra Street Fighter IV gab es schon für die PS4, Resident Evil Zero HD ist in Arbeit, doch wir befassen uns mit  einem anderen Remaster von Capcom, nämlich der Special Edition von Devil May Cry 4. 2008 erschien das Original für die PS3 und jetzt, 7 Jahre später, gehen wir wieder auf die Jagd nach Dämonen, aber Dante und Nero haben Gesellschaft bekommen. Neben Fan-Favorit Vergil, sind auch Trish und Lady spielbar. Zumindest damit ist man den meisten Remasters schon voraus, doch reicht das? Wir verraten euch in unserem Test, ob es sich lohnt nochmal Devil May Cry 4 zu kaufen. SPOILER, ja, es lohnt sich!

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Bevor wir anfangen, dass Wichtigste zuerst, die Neuerungen:

  • 1080p und konstante 60fps
  • Mehr Charaktere als jemals zuvor – Neben Dante und Nero, gibt es gleich 3 neue Charaktere, die alle sofort spielbar sind
    • Vergil – Basiert auf seinem Devil May Cry 3: Special Edition Auftritt, kombiniert mit neuen Elementen aus DmC Devil May Cry. Dazu gibt es auch neue Moves. Vergil ist in jeder Mission im blutigen Palast spielbar
    • Lady – Erstmals spielbar, ist Sie spezialisiert auf Fernkampf mit ihren Schusswaffen. Kann aber auch in den Nahkampf gehen mit dem Bajonett von Kalina Ann (ihrer Kanone) und ihren Greifhaken einsetzen. Lady ist nur spielbar in Nero’s Missionen und im Blutigen Palast.
    • Trish – Trish hat neben dem Sparda Schwert noch ihre Fäuste und Beine zum kämpfen. Auf Entfernung hat sie noch ihr Pistolen und eine Shotgun. Trish ist nur in Dantes Missionen spielbar und im Blutigen Palast
  • Legendary Dark Knight Mode – Vormals nur auf dem PC verfügbar, könnt ihr jetzt auch auf der PS4 gegen größere Horden von Gegnern antreten. Diese haben auch mehr Energie und teilen besser aus, damit ihr noch längere und extremere Kombos hinlegen könnt
  • Turbo Mode – Auch bisher nur für PC verfügbar, erlaubt dieser euch, dass Spiel 20% schneller ablaufen zu lassen
  • Kampfsystem wurde neu Gebalanced – Änderungen in der Geschwindigkeit und im Balancing des Gameplays
  • Bonus Kostüme – Neue Kostüme und Skins für alle Charaktere wurden hinzugefügt und fügen sich auch in die Videosequenzen ein
  • Auto Save – Das Spiel speichert nun nach jeder Mission automatisch, ihr müsst euch also keine Sorgen mehr machen, dass euer Fortschritt verloren geht, weil ihr vergesst zu speichern
  • Neue Videosequenzen – Für die neuen Charaktere, wurden auch neue Intros und Endings erstellt

Dämonen, Götter und andere Probleme

Zeitlich ist DMC 4 zwischen dem ersten Teil und DMC 2 angesiedelt und spielt in der Stadt Fortuna. Das Spiel startet recht unscheinbar mit Nero, der zu einer normalen Messe in die Kirche geht. Was direkt auffällt, ist, dass die Bewohner den Dämon Sparda, als Gott anpreisen und noch bevor man das genau hinterfragen kann, kommt auch schon Dante durch das Dach geflogen und Tötet das Oberhaupt. Hier steigt ihr in das Geschehen ein, denn Nero fand das gar nicht toll und legt sich direkt mit Dante an. Während des Kampfes zeigt sich, dass Nero auch kein normaler Mensch ist, den er besitzt einen dämonischen Arm, mit dem er ganz schön austeilen kann, was Dante auch direkt zu spüren bekommt. Am Ende das Kampfes verzieht sich Dante, da er scheinbar was besseres zu tun hat, doch als wäre das schlimmste noch nicht vorbei, wird die Stadt von Dämonen überfallen. Unsere Aufgabe als Nero ist es nun, die Dämonen zu besiegen und herauszufinden was Dante hier zu suchen hat. So simpel wie die Story klingt, ist sie eigentlich nicht, denn natürlich steckt hinter all dem mehr als es zunächst den Anschein hat. Wer das Spiel bereits kennt, weiß was abgeht, für die Neulinge wollen wir nicht mehr verraten.

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Soweit zum Originalspiel, doch in der Special Edition gibt es ja gleich drei neue Charaktere. Einer davon ist Vergil, dessen Story setzt 10 Jahre vor den Ereignissen vom DMC 4 an und er besucht Fortuna, um herauszufinden, warum Sparda wie ein Gott verehrt wird. Wer sich jetzt über eine neue Story freut, den müssen wir leider enttäuschen. Bis auf ein neues Intro und einen kleinen Epilog, verläuft das Spiel mit Vergil nahezu identisch. Hier und da gibt es kleine Details die anders sind, aber eigentlich spielt man das Originale DMC 4 nur mit einem anderen Charakter. Das Gleiche gilt für Trish und Lady, auch bei ihnen gibt es ein neues Intro und einen Epilog, sonst bleibt alles beim alten, bis auf eine Kleinigkeit. Im Original spielte man in den ersten Missioen Nero und später Dante, genauso verhält es sich bei Lady und Trish, zuerst spielt man Lady und später dann Trish. Vergil ist da etwas anders, mit Ihm spielt man jede Mission, ohne Tausch in der Mitte, doch da gibt es auch ein Problem…

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Das Haar in der Suppe

An sich hat Capcom die drei neuen Charakter nahezu perfekt in das Spiel integriert, doch bei ein paar geheimen Missionen, merkt man, dass diese halt auf Nero und Dante ausgelegt waren. Zwar sind diese auch mit den Neuen zu schaffen, aber teilweise hat man es unnötig schwerer. Ein Beispiel – bei einer geheimen Mission muss man verhindern, dass ein Gegner von einem Parasiten übernommen wird. Besagter Gegner steht in der Mitte und um in herum sind einige Parasiten. Wo man mit Nero den Gegner einfach hochheben konnte und dann erstmal in Sicherheit tragen konnte, hat man mit Vergil diese Möglichkeit nicht. Hier muss man sich direkt ins Getümmel stürzen und mehrere Parasiten mit einmal davon abhalten, den Gegner zu bespringen, was so alles andere als einfach ist. Ein ähnliches Problem gab es bei einem bestimmten Boss. Dieser ist meist in großer Entfernung und hat mehrere Schwachstellen an seinem Körper. Diese müsst ihr, vorzugsweise mit Schusswaffen, bearbeiten, um den Gegner zu schwächen. Hier nun das Problem: alle Charaktere haben Schusswaffen mit ordentlich Reichweite, außer Vergil. Dieser beschwört fliegende Schwerter und diese haben nicht ganz so viel Reichweite wie die Schusswaffen der anderen. Das ist zum Glück nicht ganz so dramatisch, wie es jetzt vielleicht klingen mag, sondern nur ein klitzekleines Haar in einer sonst köstlichen Suppe.

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Bevor wir jetzt mit den Lobpreisungen und den tollen Dingen anfangen, haken wir schnell noch die anderen Kritikpunkte ab, dann ist das schon mal vom Tisch. So ist die Kamera teilweise immer noch so Bockig wie im Original und wie eigentlich in fast jedem Spiel dieser Art, egal ob mit Dante, Kratos oder Ryu Hayabusa, die Kamera ist immer der schlimmste Feind. Fast noch nerviger als die Kamera, sind manche Sprungpassagen. Wenn man bei einer direkten und schnellen Steuerung, dann genaue Sprünge abliefern muss, kann schon mal etwas Frust aufkommen. Gott sei Dank gibt es davon nur recht wenige, aber auch das haben die meisten Spiele dieser Art gemein. Das liegt zum Teil auch an der Steuerung. Im Kampf funktioniert diese erstklassig und ohne Probleme, aber abseits des Schnetzelns, läuft man öfters gegen Wände, fällt irgendwo herunter oder schafft besagte Sprünge nicht. Dann wäre da noch der größte Makel, der auch beim Original schon am meisten störte, das Recycling. In gewisser Weise spielt man Devil May Cry 4 zwei mal durch, denn wenn man das Ende der Level erreicht hat, geht man einfach den Weg nochmal zurück zum Anfang. Dabei hat man hier und da ein paar Änderungen, die uns eventuell auf ein paar andere Wege führen, doch im Prinzip spielt man das Spiel einfach nochmal Rückwärts. Neben den Arealen, werden auch die Bosse nochmal durchgekaut. Zwar verlaufen die Videosequenzen anders beim erneuten Aufeinandertreffen, doch der Kampf bleibt im Kern der Gleiche. Damit sind wir mit dem Meckern eigentlich auch schon fertig, man könnte vielleicht noch ein wenig an der Grafik mäkeln, aber es ist nun mal nur ein aufpoliertes PS3 Spiel und dafür sieht es eigentlich ziemlich gut aus.

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Gutes

- Viele Neuerungen
- 5 abwechslungsreiche Charaktere
- Toller Soundtrack
- Viel Inhalt, zum schmalen Preis (25,-)
- Sehr spassiges Kampfsystem

Schlechtes

- Manchmal nervige Kamera
- Teilweise frustrierende Sprungpassagen
- Starkes Recycling von Arealen und Bossen

8.6 Sehr gut

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