Destiny of Spirits im Test – Pokemon für die Vita?

Getestet von | 05.04.2014 um 19:40 Uhr

Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, als vor vielen Monden die Kinder mit ihrem Gameboy in den Ecken des Schulhofes saßen und ihre hart erkämpften Pokemon gegeneinander antreten ließen oder sie tauschten? Was waren wir damals von den kleinen Wesen begeistert! Destiny of Spirits möchte zwar vielleicht nicht in die viel zu großen Fußstapfen treten, aber es gibt uns ein ähnliches Szenario, das verdammt süchtig macht. Seid ihr bereit für ein Abenteuer, das über das Schicksal einer ganzen Welt entscheidet? Seid ihr bereit Licht in die ewige Dunkelheit zu bringen? Wir verraten euch in unserem Test, ob sich Destiny of Spirits lohnt oder ob hier das System „Pay to Win“ greift.

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Erfülle dein Schicksal!

Die Story von Destiny of Spirits lässt sich mit wenigen Worten beschreiben: Ihr seid der Auserwählte, der die Macht in seinem Zeigefinger hat, über das Schicksal zu entscheiden. Ihr sollt die Welt der Geister vor der Finsternis bewahren und sie zurück ins Licht führen. Und das war’s, eine tiefere Geschichte gibt es nicht, braucht es aber auch gar nicht.
Aber wie soll man nun das Schicksal der Welt ändern, so als ganz normaler Spieler? Zur Seite stehen euch verschiedene Geister, die ihr zur Befreiung der Geisterwelt nutzen könnt. Ihr seid schließlich kein normaler Spieler, sondern ein Geistmeister, der in der Lage ist, Geister zu rufen und diese zu trainieren. Wie ihr an Geister herankommt, erklären wir euch gern etwas weiter unten, denn dafür gibt es auch einige Möglichkeiten.
Die Welt der Geister befreit ihr, in dem ihr kleinere Gebiete befreit, in denen sich unterschiedlich viele Chaosgeister, also böse Geister, aufhalten. Diese kleineren Gebiete gehören immer einer größeren Zone an, die sich über den Planeten erstrecken. Der Planet ist dabei, zur besseren Veranschaulichung, an unserer Erde orientiert. Um also letzten Endes der Welt zu helfen, müsst ihr anfangen, diese kleinen Gebiete von Chaosgeistern zu befreien. Diese befinden sich in unterschiedlicher Anzahl in den Gebieten, am Ende jedes Gebietes erwartet euch ein Boss, der es mehr oder weniger in sich hat. Wie bereits erwähnt, gehört jedes Gebiet einer etwas größeren Zone an, die so im Schnitt zwischen sechs und acht Gebiete umfasst. Und, wie sollte es auch anders sein, jede Zone verfügt über einen Endboss, der stärker sein sollte als die Gebietsbosse. Das klingt jetzt vielleicht alles wahnsinnig kompliziert, ist aber in der Regel recht einfach. Dann mal los, retten wir die Welt!

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Gotta Catch’em all

So schön fänden wir es, wenn wir euch erzählen könnten, dass es eine ganz bestimmte Anzahl an Geistern gibt, die ihr fangen könnt, und dass ihr diese auch alle behalten könnt. Aber leider geht das nicht. Zur Verfügung steht euch nur eine begrenzte Anzahl an Geistern, die ihr gleichzeitig besitzen könnt. Am Anfang des Spiels sind das 20 Geister, die ihr so mit euch führen könnt. Im Laufe der Befreiungsaktion wird diese Anzahl allerdings erhöht, aber das geht wiederum nur, wenn ihr beispielsweise Gebiete und Zonen befreit oder an Ereignissen teilnehmt. Doch ihr erhaltet als Belohnung nicht nur eine erhöhte Anzahl an Geistern, sondern beispielsweise werden auch eure Maximalkosten erhöht. Diese Maximalkosten geben an, wie viele Geister ihr mitnehmen könnt und welchen Wert diese haben dürfen. Jeder Geist kostet nämlich eine bestimmte Punktzahl. Der Feuerwächter zum Beispiel, den ihr am Anfang erhalten könnt, kostet euch 1,5 Punkte, während die Pandora, ein R-Monster (später mehr), gleich 3 Punkte benötigt. Es gilt also vor jedem Kampf gut zu planen, welche Geister ihr braucht und wie viele Punkte ihr zur Verfügung habt. Außerdem könnt ihr auch Geister als Belohnungen erhalten oder aber eure maximalen Freunde werden erhalten.
Ja, auch in Destiny of Spirits braucht ihr Freunde, um voran zu kommen. Aber keine Sorge, davon gibt es momentan reichlich. Freunde findet ihr, in dem ihr euch Geister von anderen vor einem Kampf ausleiht. Am Ende könnt ihr dann dem Besitzer des Geistes eine Freundschaftsanfrage schicken. Und wozu braucht man Freunde? Freunde unterstützen euch im Kampf, je nachdem, wie ihr Los ausfiel, können sie dann eine Kombo mit bis zu drei Schlägen (ihr müsst rechtzeitig auf den roten Kreis auf dem Gegner drücken, damit der Angriff klappt) auf eure Gegner ausführen. Weiterhin verfügen einige Geister auch über eine Hilfsfertigkeit, die erst dann aktiviert wird, wenn ihr euch einen Geist eures Freundes ausleiht. Es ist also von Vorteil, Freunde zu haben, die einem zur Seite stehen.
Im Übrigen wurde jeder Geist speziell erstellt und kommt aus einer unterschiedlichen Mythologie. So gibt es beispielsweise Pandora oder Hermes, aber auch Kelpie oder Malina, die wohl eher weniger bekannt sein dürften. Auch der Doppelgänger der Germanen findet sich so unter den Geistern.

Planung ist alles

Wie wir bereits erwähnten, ist Planung in Destiny of Spirits so gut wie alles. Ihr müsst nämlich nicht nur auf die Maximalkosten eurer Geister acht geben, sondern auch darauf, welches Element sie haben und welche Elemente die Gegner besitzen. Zur Unterstützung habt ihr bei der Auswahl eurer Truppe, in die ihr maximal fünf eigene Geister setzen könnt, im rechten oberen Bildschirmrand ein Elementerad, das euch zeigt, welches Element im Vorteil ist. In der oberen Leiste könnt ihr zudem sehen, über welche Elemente die Gegner verfügen, sodass ihr keinerlei Probleme haben solltet. Manchmal jedoch kommt es auch vor, dass im oberen Rand nur ein Element angezeigt wird, beispielsweise Holz. Im Kampf selbst tretet ihr dann allerdings nicht nur Holzgeistern, sondern möglicherweise auch Geistern eines anderen Elements gegenüber. Das solltet ihr im Vorfeld immer bedenken.
Neben euren eigenen Geistern könnt ihr euch aber auch Geister von euren Freunden oder anderen Spielern ausleihen. Das kostet euch, je nach der Stärke des Geistes, Geisterpunkte. Leiht ihr euch beispielsweise einen voll aufgelevelten Vampirjäger auf Stufe 20 aus, kostet euch das 400 Geisterpunkte, wollt ihr nur einen kleinen Feuerwächter der Stufe 3, so sind das nur 30 Punkte. Auch die ausgeliehenen Geister verfügen über ein Element, auf das ihr achten solltet. Weiterhin ist es auch wichtig, auf die Hilfsfertigkeiten des Helferlein zu achten, denn hier könnt ihr euch manchmal einige Boni abstauben. Denkt jedoch daran, dass diese Fähigkeiten erst aktiv werden, wenn ihr den Besitzer des Geistes zum Freund habt.
Jetzt schrieben wir schon von so vielen Dingen, doch wie kommt man nun eigentlich an Geister heran? Der einfachste Weg ist über das Rufen. Dieses kostet 300 Rufsteine pro Ruf und bringt euch immer einen Geist herbei. Das müsst ihr euch wie in einer Lotterie vorstellen: Es gibt eine bestimmte Anzahl an Geistern und ihr erhaltet durch Zufall einen. Und da wird auch nicht auf den Rang geachtet. Es gibt C, UC, R und SR Geister, wobei die C-Klasse die schwächeren Geister sind, die ihr beschwören könnt. Gut, das ist eine Möglichkeit.
Eine weitere Möglichkeit, um an Geister zu gelangen, ist das Jagen. Hierbei ist es jedoch wichtig, dass ihr euch an verschiedenen Standorten einwählt, um zu jagen. Ihr müsst also tatsächlich reisen, um an andere Geister zu gelangen. Wir selbst haben keine guten Erfahrungen mit der Jagd machen können, weil es sich mit möglichen W-LAN Standpunkten eher nicht so gut verhält. Wenn euch aber mindestens zwei WLAN-Netze zur Verfügung stehen, dürfte das kein Problem sein. Beachtet, dass ihr pro Standort einmal jagen könnt und danach den Standort wechseln müsst.
Weiterhin können sich euch die Chaosgeister auch anschließen, das passiert in der Regel im Kampf, wenn ihr die Geister besiegt habt, ist aber eher seltener der Fall. Dann könnt ihr aber auch noch mit anderen Spielern tauschen. Hierbei setzt man einen Geist ein, die Freunde schauen dann und wenn ihnen der Geist gefällt, können sie ein Tauschangebot machen. Gefällt dies dem Anbieter, wird getauscht. Aber das ist noch nicht alles, um an Geister heranzukommen: An jedem Tag könnt ihr einmal eine Schicksalsbeschwörung mit einem kompatiblen Spieler machen und erhaltet dadurch dann einen neuen Geist. Dieser kann besser sein als eure normalen Geister, muss er aber nicht. Und manchmal erhaltet ihr Geister auch als Belohnungen für Ereignisse. Es gibt also genügend Möglichkeiten, um an Geister zu kommen.

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Geiststeine? Rufsteine? Schicksal?

Nun haben wir euch schon so oft von so vielen verschiedenen Steinen erzählt, aber noch wisst ihr gar nicht, um was es sich dabei handelt. Fangen wir mit den Rufsteinen an. Diese sind Steine, mit denen ihr Geister rufen und somit beschwören könnt. Jeder Ruf kostet 300 dieser Rufsteine und wenn ihr als Schicksal gerade Pech habt, habt ihr wirklich Pech, denn dann werdet ihr mit Geistersteinen überschüttet und müsst hoffen, dass ihr genügend Rufsteine zusammenkratzen könnt.
Geistersteine, das sind die kleinen Blauen, braucht ihr zum Beispiel, um euch Geister ausleihen zu können oder aber zum Verschmelzen (Verschmelzen = man benutzt einen schwachen Geist und kombiniert es mit einem anderen, damit es stärker wird und im Level aufsteigt).
Dann gibt es auch noch Schicksalssteine, die ihr durch Echtgeld erstehen könnt. Mit diesen Schicksalssteinen könnt ihr zum Beispiel eurer Geister sofort wiederbeleben oder euch am Erweiterten Rufen versuchen, um noch mächtigere Geister zu erhalten.
Vom Schicksal sprachen wir nun auch schon ein paar Mal. An jedem Tag entscheidet das Schicksal darüber, wie viel Glück ihr an diesem Tag habt und welches euer bevorzugtes Element ist. So könnt ihr beispielsweise Pech haben, das bedeutet dann, dass ihr mehr Geistersteine bekommt, während aber gleichzeitig Dunkelgeister eine höhere Macht gegenüber Lichtgeistern haben. Dieses Los zieht ihr jeden Tag neu und lasst euch somit überraschen, was ihr nun habt. Finden wir gut.
Und wenn wir einmal bei den Dingen sind, die uns gefallen: Der Soundtrack ist wirklich schön gemacht und erinnert an Mittelalterklänge oder irische Folklore. Das einzig wirklich nervige am Spiel ist das Tutorial, das sich am Anfang schier endlos erstreckt, aber gut, hat man dies hinter sich, wird alles gut und man wird so gut wie nicht mehr unterbrochen.

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Wir legen unser Schicksal in eure Hände!

Selten hatten wir ein Spiel in der Vita, das sich weniger aus der Hand legen lassen konnte. Destiny of Spirits hat definitiv Suchtpotential und sollte nur mit Vorsicht genossen werden, denn wie bereits erwähnt, könnt ihr auch ziemlich schnell in eine Geldfalle tappen. Aber gut, es ist kostenlos, es macht Spaß und es bietet jede Menge zu tun. Destiny of Spirits ist ein Spiel, das es in derartiger Form bereits auf den Smartphones und Tablets gibt. Es erfindet das Rad dieser Spiele nicht neu, punktet allerdings in der Aufmachung und im Design der Geister. Auch wenn es über keine tiefgehende Story, keine Twists oder Cliffhanger verfügt, so fesselt Destiny of Spirits vor die PlayStation Vita, sofern man es lässt. Vor allem der Knackpunkt bringt den Charme des Spiels zum Vorschau: „Schaffe ich noch fix den nächsten Gebietsboss? Oh, ich kann auch Geister beschwören. Na, dann rufe ich noch fix ein paar Geister und verschmelze sie zu einem großen mächtigen Wesen, vielleicht schaffe ich es ja dann. Nur noch diesen einen Kampf, versprochen!“ Wie oft standen wir während des Testens genau vor diesen Gedanken und haben uns doch erfolgreich gegen den niedrigen Akkustand der Vita und nagende Hunger- oder Müdigkeitsgefühle zur Wehr gesetzt. Was ein Glück, dass das Ding auch am angeschlossenen Kabel funktioniert (es sei denn, es hat plötzlich wieder einmal ein Problem mit der Speicherkarte…). Wir empfehlen euch Destiny of Spirits und hoffen, dass ihr genauso viel Spaß mit dem Titel habt, wie wir.

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Gutes

+ Eingängiger Soundtrack
+ Hübsch designte Geister
+ Suchtfaktor!
+ Schicksalsspiel
+ Gute Strategie ist das A+O

Schlechtes

- Standortabfrage nicht immer von Vorteil
- Keine tiefgehende Geschichte (braucht es aber auch nicht)
- Nerviges Tutorial

9.2 Must Have

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