Destiny: Das Erwachen der Eisernen Lords im Test – Was bringt das dritte Jahr?

Getestet von | 05.10.2016 um 16:37 Uhr

Das dritte Jahr von Destiny hat begonnen und dabei sah es 2014 zur Veröffentlichung nicht ganz so rosig um den Titel aus. Viele Spieler beschwerten sich über die etwas knappe Story, den noch knapperen Inhalt und viele nicht ganz durchdachte Elemente – und fangen wir gar nicht erst mit dem Multiplayer an. Dann kamen die ersten beiden Erweiterungen und die oben genannten Mängel wurden noch deutlicher.

Als dann im letzten Jahr der DLC König der Besessenen kam, änderte sich vieles und die Meinungen waren doch in den meisten Fällen positiv geprägt. Schwächen gab es zwar immer noch, doch alles in allem bekam man viel für sein Geld. Nun kommt mit Das Erwachen der Eisernen Lords das zweite riesige Add-On und ruft noch mal alle Hüter für Jahr drei zu sich. Doch Gerüchte um Destiny 2 machen die Runde und lassen einen überlegen, wie viel Arbeit Bungie denn in die Erweiterung gesteckt hat. Bekommen wir ein zweites Haus der Wölfe, ein zweites König der Besessenen oder etwas von beidem?

Destiny Rise of Iron

Wölfe, Schwerter, eine enorme Mauer und eine unbekannte Bedrohung

Einst gab es mal die Eisernen Lords. Sie beschützten die Welt mit ihrem Leben. Sie suchten etwas aus der Vergangenheit um die Menschheit zu beschützen. Dieses etwas wandte sich gegen die eisernen Lords und brachte einen nach dem anderen zu Fall. Sie schafften es, die Gefahr zu versiegeln und sie geriet in Vergessenheit. Nun kehrt der Eisenfluch zurück durch eine Bande Plünderer, die die Kammer erneut öffneten. Es ist an euch, dieser Bedrohung ein Ende zu setzen. Erhebt euch, Hüter, kämpft für das Überleben der Menschheit und ehrt diejenigen, die damals zu eurem Schutz gefallen sind. Nur so werdet ihr selbst zu einem eisernen Lord und seid dem gewappnet, was vor euch liegt.

Klingt episch, sieht auch im Spiel so aus, doch es wäre nicht Destiny, würde es diese Vorlage nicht nutzen und um einige Meter verfehlen. Das Intro Video, die Zwischensequenzen und das ganze drum herum lassen eine Story erahnen, die den Spieler mitreißt, ihn auf eine emotionale Achterbahnfahrt mit vielen höhen und Tiefen mitnimmt und zum Schluss mit einem offenen Mund dastehen lässt. Doch was zurück bleibt ist für Destiny Spieler eine einzige Routine. Ihr habt ganze fünf Story Missionen. Dabei geht es nach gewohntem Ablauf. Erst wählt ihr die Mission und bekommt das übliche Briefing eures Geistes, dann gibt es Gegner Horde nach Gegner Masse nach einer unzähligen Anzahl von Gegnern. Dazwischen ein bisschen hacken und den Geist beschützen oder ein Objekt scannen und dann beschützen oder ne, das wars schon. Am Ende gibt es noch paar Sätze vom Geist, der euch irgendwas erzählt vom epischen Ausmaße, doch nennt er da teilweise Namen und Objekte die einen einfach nichts sagen und somit steht man nachher genauso planlos herum, wie man es vorher war. Gerade wenn man ums Überleben kämpft und unzählige Feinde um sich herum hat, dann kann man logischerweise nicht den wirren Geschichten des Geistes komplett folgen. Hinzu kommen dann noch Quest-Dialoge die dann den Zusammenhang zwischen den Taten erklären wollen. Zwischendurch plappert NPC37 noch irgendwas dazwischen, aber viel mehr als das, was der Geist von sich gibt, kommt dabei nicht raus.

Doch bleibt es oft, eher beim Versuch. Die Entwickler gehen von einem Wissenstand aus, denn die meisten Spieler nicht haben können. Wenn man von einer neuen Bedrohung spricht, den Namen vorher nie gehört hat, von Charakteren spricht, die noch nie eine Rolle im bisherigen Verlauf gespielt haben, kommen Lücken auf, die wiederum zu einem Loch werden. Beispielsweise gibt es in der ersten Story Missionen 2-3 Charaktere, die dem Spieler über Funk mitteilen, was er zu tun hat. Blöd nur, dass diese erst danach zu sehen und eingeführt werden, was einfach wenig Sinn macht. Da gibt es SIVA, Schpleißer und Saladin – wieso sie plötzlich da sind? Destiny. Aber zurück zur Story selbst. So schnell wie wir sie erzählt haben, so schnell endet sie auch. Natürlich gibt es noch den Raid, doch auf den kommen wir später zu reden. Wie bereits erwähnt, gibt es nur fünf neue Story Missionen und diese dann auch in der schweren Variante. Diese wollen dann wieder und wieder gespielt werden.

Das geht auch schnell, da sie auch nicht allzu lange dauern und an einem Abend zu erledigen sind. Kleiner Spoiler: Ein wirklich episches Ende hinterlassen sie aber nicht und lassen eher einen Gedanken wie „Das wars schon?“ zurück. Es sind die gleichen Schwächen wie zuvor. Interessante Ansätze, klasse Design, epische Aufmachung – aber nur auf der Oberfläche. Es kratzt nur das Potential an und schöpft es nicht aus, wie denn auch, beim immer gleichen Ablauf und ohne Erzählstruktur. Letztendlich ist es eine neue Gefahr, man sammelt Informationen, folgt den Spuren und hat einen kurzen und wenig epischen Bosskampf und zack, fertig. Wir würden gern mehr über SIVA wissen oder über die Geschichte der eisernen Lords oder warum hier dies und das mit diesem und jenem passiert. Es ist einfach alles viel zu dünn. Wenn im kommenden Jahr Destiny 2 kommt, sollte Bungie hier nochmal einiges besser machen und sich womöglich mehr an das vorherige Projekt Halo orientieren.

Destiny Rise of Iron

Und wo bleiben die Drachen?

Wir kommen zum Gameplay und damit dem Kernpunkt des Spiels. Denn es ist bei einem MMO das Element, das Spieler über unzählige Stunden zum Weitermachen motivieren soll. Das ist natürlich auch in Destiny der Fall und schon zum Release des Spiels wusste dieses zu überzeugen. Am Kern hat Bungie auch nahezu nichts geändert, nur hier und da gab es mit dem neuen Update auch ein paar Änderungen. So gibt es ein neues maximales Licht Level für alle Hüter. Gleichzeitig gibt es auch neue Rüstungen und Waffen. Besonders die exotischen Waffen können doch einiges ändern, Stichwort Gjallahorn. Es gibt auch ein neues Schwert, das recht schnell obsolet wird, da es als Exotische Waffe nicht genug Vorteile bringt, als das man sie nutzen müsste. Neue und bessere Ausrüstung ist aber wichtig. Gab es davor noch die Grenze des Licht-Levels bei 320, wird jetzt allein für den Raid ein Minimum von 370 empfohlen. Der Weg dahin kann teilweise auch durchaus Zeit in Anspruch nehmen, da es doch schon stark vom reinen Glück abhängt. Doch das ist auch gut so. Zwar dauert es bis zum Raid damit länger, doch gleichzeitig hat man auch mehr Motivation um dahin zu kommen – zumindest in der Theorie.

Doch irgendwann kommt man einen Punkt, an dem der Licht Level etwas langsamer steigt und das neue Equipment auf sich warten lässt. Das Problem zu lösen wäre jedoch ganz einfach: Einfach weiterspielen und hoffen. Blöd nur, dass Bungie nicht allzu viele neue Inhalte hinzugefügt hat. Fünf Story Missionen sind allein von der Anzahl nicht gerad viel, auch die Dauer und Wiederspielbarkeit ist nicht gerade hoch. Ein neuer Strike ist schnell erlebt, wenn man diesen denn bekommt. Mit der neuen SIVA-Playlist darf man nämlich öfter auch mal die alten Strikes wieder spielen. Zwar haben diese teilweise ein paar Veränderungen spendiert bekommen, doch leider halten sich diese in Grenzen. Und dann, gibt es auch noch die Archon-Schmiede.

Destiny Rise of Iron

Gutes

+ Erhöhter Lichtlevel und neue Ausrüstungen und Waffen
+ Neuer gelungener Raid
+ Präsentation in Sachen Sound und Optik erstklassig
+ Spaßige Archon Schmiede...

Schlechtes

- ...die jedoch durch unnötige Fehler verschlechtert wird
- Story wie üblich eher enttäuschend
- Im Vergleich mit König der Besessenen leider etwas mager

7.7 Gut

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren