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Demon Soul’s – Review

Artikel von | 05.08.2010 um 00:00 Uhr

Eines der wohl ältesten und beliebtesten Genres der Videospielgeschichte sind die Rollenspiele. Einen Charakter durch eine riesige Welt und auf einer Mission zu begleiten und ihn dabei immer stärker werden zu lassen, ist und bleibt für viele das Gelbe vom Ei. Doch gibt es für die heimische PS3 nicht wirklich allzu viel Futter an Rollenspiele und besonders für Hardcore Gamer. Deswegen, bringt Sony das Rollenspiel Demon’s Soul’s exklusiv auf die PS3, welches für ein noch nie da gewesenes Spielerlebnis sorgen soll, bei dem vor allem Hardcore Gamer nicht zu kurz kommen sollen. Wie sich der Titel spielt, lest ihr in dieser Review.

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Die Qual der Wahl

Fast ein Jahr hat es gedauert bis der große Erfolg aus Japan auch endlich nach Europa kommt, doch nun ist es passiert und die Dämonen tummeln sich schon auf einigen PS3’s und das zurecht, denn das Rollenspiel verdient in jedem Fall Respekt.

Nach einer sehr epischen und packenden Einführungssequenz, gelangt der Spieler ins Hauptmenü, welches sich Rollenspieltypisch sehr mager zeigt.
Neues Spiel und Optionen sind die beiden einzigen Punkte, wenn man das Spiel zum ersten mal spielt. Wenn der Spieler ein neues Spiel beginnt, muss er zunächst unter einer Vielzahl von Charakterklassen, seine favorisierte Klasse auswählen.
Soldat, Ritter, Magier oder Barbar gehören zu den insgesamt zehn Klassen, die das Spiel zu bieten hat. Natürlich muss der Spieler mit Bedacht wählen, da die Klasse entscheidend ist, wie sich das Gameplay aufzieht und vor allem, wo die spielerischen Vorteile liegen.
Spieler, die sich gerne in Nahkämpfe aufhalten greifen daher zum Soldaten oder Ritter, während Spieler die gerne aus der Ferne kämpfen sich für den Räuber entscheiden. Wieder Andere sind besonders im Umgang mit Zaubern bedacht und entscheiden sich daher für den Magier oder den Adligen. Es ist also eine sehr entscheidende Stelle gleich zu Beginn, denn man kann mit seiner Wahl buchstäblich auch mal einen Griff ins Klo machen.
Wer soll denn bitte wissen, dass der Adlige zaubern kann, oder dass der Räuber ein Fernkämpfer mit Bogen ist? Richtig, niemand bis man die Klasse mal ausprobiert hat. Dies wäre vielleicht hilfreich gewesen, mal einen Blick in die Angriffe und Ausrüstung der Klassen zu werfen, bevor man sich entscheidet. Was man aber überblicken kann, sind die Statuswerte der Personen, aber dazu später mehr.
Hat man sich nun für eine Partei entschieden, darf man noch das Gesicht, Geschlecht und Kleinigkeiten an seinem Ego verändern, bis man schließlich das Tuturial, die Reise in den Nexus spielt.

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Der Nexus

Bevor das eigentliche Spiel mit Story begonnen wird, spielt der Spieler ein kleines Level, welches einem die wichtigsten Kniffe der Steuerung näher erläutert und einem auch gleich mal zwingt, diese Dinge schnell umzusetzen.
Während der ‚Reise in den Nexus‘, kann der Spieler sich bereits ein grobes Bild vom restlichen Spiel machen und dabei sollte jedem klar sein, das Spiel wird düster. Wie so viele Rollenspiele ist dieses Abenteuer zeitlos irgendwo im Mittelalter angesetzt und dementsprechend lauft ihr durch Burgen, über Brücken oder durch andere dunkle und vor allem gefährliche Mauerwerke.
Der Grafikstil ist dementsprechend und überzeugt durch die düstere Atmosphäre. Bunte Farben sucht man hier vergebens, lediglich das Feuer oder einige Zauber bieten eine satte Farbe, der Rest ist farblich eher in einem düsteren grau gehalten. Hier und da gibt es leider kleine Framerate-Einbrüche, wenn zu viele Gegner auf dem Bildschirm sind, aber das ist recht selten, ansonsten gibt es hier nichts auszusetzen.
Ihr kommt im Tuturial irgendwann zu einem Endboss, ja es geht gleich richtig zur Sache, aber den Endkampf müsst ihr nicht gewinnen. Stattdessen sollt ihr getötet werden um dann schließlich im Nexus auf zu erstehen. Der Nexus ist ein großer Raum, wo eure Seele festgehalten wird und ihr immer wieder auferstehen könnt.
Tatsächlich ist der Nexus so etwas wie eure Zentrale, da ihr von hier aus Zugriff auf alle Level im Spiel habt. Auch gibt es einige Charaktere, die euch helfen. So gibt es einen Waffenschmied, der euch Waffen und Ausrüstungen verkauft. Ein anderer Mann nimmt eure gesamten Gegenstände und Waffen entgegen und bewahrt sie für euch auf. Und was das wichtigste im Nexus ist, hier könnt ihr euren Charakter aufleveln und neue Zauber erlernen, aber alles zu seiner Zeit, denn bevor das möglich ist, müsst ihr den ersten Level beendet haben.

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Nichts für Weicheier

Im Nexus selbst, gibt es fünf Säulen, die euch in einen anderen Bereich von Boletaria bringen. Bevor ihr alle anwählen könnt, müsst aber zunächst den ersten Level der ersten Welt, Palast von Boletaria beenden.
Hier beginnt sozusagen das Game und ihr startet am Fuße des Palastes. Und gleich bemerkt der Spieler einen großen Unterschied zum Tuturial, nämlich, dass der Schwierigkeitsgrad merklich erhöht wurde. Und spätestens jetzt wird eines Der Features von Demon Soul’s deutlich, nämlich die Schwierigkeit des Games.
Hier wird nicht leicht angefangen, es werden gleich Nägel mit Köpfen gemacht und es geht gleich ordentlich los und wird zunehmend schwerer.
Das ist auch alles schön und gut, nur bringt der relativ hohe Schwierigkeitsgrad leider auch einige Bildschirmtode mit sich. Gerade zu Anfang sollten sich die meisten Gamer auf einige Tode gefasst machen und das kann frusten.
Besonders frustet es dann, wenn man weiß, dass es so gut wie keine Checkpoints im Spiel gibt.
Wer in Demon Soul’s mal das Zeitliche segnet, der wird sehr wahrscheinlich wieder am Anfang eines Level stehen, wo wieder sämtliche Gegner auf euch warten. Dies ist in Demon Soul’s wohl der mit Abstand größte Kritikpunkt, denn mal eben locker ein Level durchlaufen, dass können wirklich nur die Pros, alle anderen müssen hier mit Vorsicht und Bedacht spielen, was wiederum auf die Wahl der Klasse zurückzuführen ist.
Auch nett, wenn der Spieler gestorben ist, hat dieser sämtliche Seelen verloren die er gesammelt hat. Seelen gibt es für besiegte Gegner. Sie gelten als Währung für eure Welt und gerade bei den steigenden Preisen was aufleveln betrifft, sind sie ungeheuer wichtig. Zum Glück kann man an der Stelle wo man gestorben ist, sein Seelenzeichen berühren und so alle Seelen wiedererlangen.

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Retter von Boletaria

Jetzt aber mal was zur Story, denn natürlich macht ihr den ganzen ‚Seelenkram‘ nicht umsonst.
Die Welt in der ihr euch befindet, wird von einem Nebel heimgesucht, der die gesamte Welt umschlingt und das ruft diese ganzen Seelenlosen gestalteten zum Vorschein. Nachdem ihr das erste Level absolviert habt, müsst ihr im Nexus schließlich mit dem Gewaltigen reden, der euch berichtet, dass Boletaria das ganze Szenario schon mal durchlebt hat, aber der Nebel vertrieben wurde.
Der Gewaltige ist es schließlich, der euch auf die Mission schickt, eben dieses auch zu tun.
Erst danach könnt ihr euren Spieler endlich in den Werten steigern.
Ihr habt dabei einige Attribute die ihr steigern könnt, dass sind unter anderem Stärke, Kondition oder Magie. Aus den ganzen einzelnen Leveln, ergibt sich das Soul-Level, welches sozusagen euer Rang ist. Ihr könnt jedes Attribut immer nur um ein Level auf einmal steigern und müsst dafür einen bestimmten Preis an Seelen zahlen. Mit jeder neuen Aufwertung steigert sich der Preis dann.
Habt ihr dann einen bestimmten Punkt in den Werten erreicht, könnt ihr euch auch Zauber beibringen lassen.
Dafür benötigt ihr nur einen Zauberstab und einige Seelen, denn umsonst gibt es das nicht.

Geheimnisse über Geheimnisse

Wer es bisher noch nicht geschnallt hat, für den nochmal.
Demon Soul’s hat keine große offene Spielwelt, die nach und nach erkundet wird. Stattdessen gibt es nur Level, die ihr durchlaufen müsst. Das heißt aber noch lange nicht, dass es nicht viele Extra-Wege und Geheimnisse gibt. Tatsächlich strotzt das Game nur so von Geheimnissen und Tricks, wie ihr bestimmte Items, spezielle Gegner oder optionale Missionen machen könnt. Ihr müsst halt nur herausfinden wo sowas zu finden ist. Ein Beispiel:
Gleich im ersten Level befindet sich das Drachennest, wenn ihr einen kleinen Extraweg geht. Dort lauern zwei Drachen und wenn man weiß wie, kann man einen der beiden schon im zweiten Level besiegen. Wenn man dann wieder in das Drachennest geht, nachdem die Drachen besiegt sind, kann man dort ein seltenes Item finden. So in etwa sehen die Geheimnisse oftmals aus, aber das war nur die Spitze des Eisberges. Ihr könnt ganze Bossgegner finden, die nur durch ganz bestimme Dinge zu erreichen sind.

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Harter Brocken

Apropos Endgegner. Um den harten Schwierigkeitsgrad gerecht zu werden, gibt es nach jedem Level einen Endgegner, nämlich eine Demonen Seele. Die Endgegner stellen zum Abschluss des Level nochmal eine große Herausforderung dar, da ihr verschiedenste Taktiken anwenden müsst, um den zu besiegen. Frustpunkt kann dann wieder der Tod sein, denn generell müsst ihr wieder am Anfang des Level starten, solltet ihr beim Endgegner sterben.
Wenn ihr dann einen Boss besiegt habt, droppen diese meist auch wertvolle Dinge und natürlich die Demonen Seele, welche zum Teil auch sehr bedeutend sein können, was Items und Geheimnisse angeht. Zum Glück müsst ihr Endgegner nicht immer alleine bekämpfen, ihr könnt dies auch zu zweit tun, indem ihr einen Spieler online mit dazu zieht.

Multiplayer der besonderen Art

Der Multiplayer des Games ist ohne weiteres eines der besten Features an Demon Soul’s und das in zwei Belangen.
So gibt es einmal kleine Nachrichten, die euch Spieler hinterlassen können, um euch zu helfen. Das ganze läuft über die Online-Server des Games, denn wer eine Nachricht veröffentlicht, teilt sie sozusagen mit allen in seiner Klasse, die das Level bestreiten. So sind diese Nachrichten äußert hilfreich, wenn sie euch vor Fallen, oder schweren Passagen warnen, oder euch auch Tipps zum Bekämpfen bestimmter Gegner geben.
Ihr selbst könnt auch jederzeit solch eine Nachricht erstellen, oder Nachrichten empfehlen, solltet ihr dies äußerst hilfreich empfunden haben.

Auch wenn das Game nicht wirklich gleich den Anschein erregt, aber man kann es durchaus online zu zweit spielen. Das Ganze funktioniert wie folgt.
In euren Items, befinden sich zwei Steine. Wenn ihr in Seelengestalt spielt, also dann wenn ihr einmal gestorben seid und dann wieder auferstanden seid, könnt ihr ein Seelenzeichen legen, welches nur für Leute sichtbar die in menschlicher Gestalt spielen. Diese wiederum, können dieses Seelenzeichen rufen und euch somit in ihr Spiel holen. Ihr bleibt solange dann in deren Spiel, bis einer stirbt. Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass der Fortschritt nur denjenigen zugeschrieben wird, der euch gerufen hat. Schaltet ihr sozusagen einen Boss mit einem Kumpel aus, der euch gerufen hat, dann wird das nur bei ihm gezählt und ihr müsstet den Boss nochmals erledigen, falls ihr das noch nicht getan habt.

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Fazit:

Mit Demon Soul’s ist ohne Frage ein sehr schweres, aber trotzdem gutes Rollenspiel erschienen. Der Stil und die Art des Games, machen dieses Rollenspielerlebnis tatsächlich einzigartig. Leider ist seine Stärke auch eine seiner größten Schwächen, denn der hohe Schwierigkeitsgrad, kann bei vielen sicherlich zu Frustmomenten führen und es besteht die Gefahr, dass man recht schnell die Motivation am Spiel verliert. Wer über sowas aber hinwegsehen kann und ein solides Rollenspiel sucht, der kann hier gefahrlos zugreifen, alle anderen sollten sich den Titel erst mal ausleihen und sich ihr eigenes Bild machen.

Demon’s Souls Testbericht

Demon’s Souls

  • Release: 25.06.2010
  • Genre: Action, Rollenspiel
  • Entwickler: From Software
  • Publisher: Namco Bandai

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