Deadpool – Review

Getestet von | 20.07.2013 um 17:54 Uhr

Ich bin nicht verrückt. Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf behaupten das und die zehnte summt die Tetrismelodie. So oder so ähnlich muss Deadpools Bewerbung für sein neues Spiel bei den High Moon Studios ausgesehen haben. Deadpool stammt aus der Feder von Stan Lee und ist folglich ein Marvelheld. Eher ein Antiheld oder, noch besser, ein Söldner, der alles für Geld macht und auf das Leben der anderen pfeift. Wenn ihr nun schon von dem Gedanken einer neue Comic Versoftung ermüdet seid, dann will ich euch erwecken. Deadpool ist etwas Besonderes und Publisher Activision will genau das hervorheben. Wie viel dreckiger Humor und Ironie in diesem Action Hack`n`Slay steckt, erfahrt ihr hier.

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Ohne Wort ^^

Schwerter, Wummen und Pfannkuchen

Wade Wilson war eine coole Draufgängersau. Er hat sich dem Weapon X Programm angeschlossen und wahre Schmerzen erfahren. Das alles hat sich aber gelohnt, denn genau wie Wolverine hat er die Fähigkeit der Selbstheilung und er verfügt über große Stärke. Ach ja, irre ist er davon auch noch geworden. Seine Lieblingstätigkeit ist das Belästigen der anderen X- Men und seine spezielle Vorliebe für halbnackte Frauen verheimlicht er nicht. Das bekommen die weiblichen Mitglieder der Dr. Xavier Anhänger zu spüren. Er macht halt das, was er will. Die Aufträge sucht er sich nach der Höhe der Bezahlung aus und diese erledigt er nicht nur mit seiner Selbstregeneration, sondern auch mit vielen, vielen Waffen. Die Angst, dass dieser dreckige, erwachsene Humor gepaart mit den vielen Stimmen in seinem Kopf, die sich auch untereinander unterhalten, nicht korrekt in dieses Spiel übertragen werden, war groß. Aber hier kann schon Entwarnung gegeben werden. Wer auch nur ansatzweise etwas mit dem Marvel Universum anfangen kann und sich auf die Seitenhiebe gegen andere Comics, Videospiele und Fernsehserien einlässt, hat hier seinen Spaß. Allein die Story ist nicht alltäglich. Gelangweilt von seinen 08/15 Aufträgen schreibt er die High Moon Studios, wegen einer Big Game Idea, an. Er will sein eigenes Spiel und wie es der Zufall so will, haltet ihr es vielleicht schon in euren eigenen Händen?! Kurios, denn in seiner heruntergekommenen Bruchbude wartet er auf das Script. Da Warten langweilig ist, stehen mehrere Aktivitäten an. Einer seiner Macken sind Pfannkuchen. Der rote Ganzkörperanzugträger lechzt nach Hunderten davon. Also, nichts wie ab in die Küche und welche backen. Allein die Tatsache, dass ihr für das Aufstehen von eurem Sessel, kommentiert von Deadpool, eine Trophäe und sogar eine zweite einfach nur so bekommt, zeigt den Witz am Spiel. Natürlich stehen noch mehr Seitenhiebe in der Deadpool Butze an, aber diese Kalauer verraten wir nicht. Endlich klingelt es an der Tür und das Script ist da. Auf geht’s.

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Die Schwerter überzeugen

Deadpool vs. DMC

Da lesen blöd ist, so die Behauptung von Deadpool, stürzt er sich in sein Abenteuer ohne zu wissen, was ihn erwartet. Er kennt nur seine Zielperson und typisch für die X Men Filme, schwenkt der normale Auftrag schnell in die Gut gegen Böse Sparte. Mittendrin Deadpool, den es am wenigsten interessiert. Ist aber nicht weiter schlimm. Das Tutorial zeigt gleich die Richtung, in die das Spiel geht. Eine frei schwenkbare Kamera und die Third Person Ansicht geben einen guten Überblick, der aber, gerade in der Masse der Gegner, gerne untergeht. Manuelles Nachjustieren ist Pflicht und auch die Gegner Lock on Funktion unterstützt den Verlust der Übersicht, aber nur bei mehreren Prügelknaben. Ansonsten macht das Gemetzel eine gute Figur, muss aber mit ein paar Defiziten im Vergleich zu Capcoms DMC: Devil May Cry leben.
Deadpool verprügelt die Gegner mit schweren und leichten Attacken und kombiniert aus denen gleich neue Angriffe. Zu Beginn eher eintönig, aber wenn ihr neue Kombos dazugelernt habt, dann macht es richtig Spaß. Die Coolness geht einfach nicht zu Ende, denn auch eine Ausweichrolle wäre viel zu einfach. Deadpool kann sich dafür teleportieren. Das sieht extrem cool aus und hebt ihn vom Einheitsbrei ab. Auch den Doppelsprung und den Wall Jump beherrscht Mr. Cool. Aber warum gibt es keine Blockfähigkeit oder warum ist das Teleportieren begrenzt und funktioniert erst nach einer Abklingphase wieder? Dadurch werden dem Söldner mehr Verletzungen zugefügt, als ihm lieb ist. Übrigens seht ihr es auch optisch am Körper, wenn Deadpool den Allerwertesten aufgerissen bekommt. Steckt er eine Zeitlang keinen Schaden ein, heilt er sich selbst. Dass dieses Spiel für Erwachsene ist, zeigt nicht nur der Humor, sondern auch mit welcher Hingabe Deadpool seine Katanazwillinge zum Einsatz bringt. Körperteile fliegen gerne mal durch die Gegend, aber immer so übertrieben, da dieses Spiel alles auf die Spitze treiben will. Überzogen ist da nicht nur die Schizophrenie des Antihelden. Er will es ja so. Dadurch, dass der Star des Spiels sein Script nicht einmal gelesen hat, erwarten ihn einige Überraschungen im Ablauf des Spiels. Ein Teil der X- Men Bande taucht auf und auch das Leveldesign ändert sich. In einem der acht Kapitel, wird Deadpool in den Dungeon Crawler der Art Zelda geschubst. In der Draufsicht verprügelt ihr Skelette und müsst Feuerkugeln ausweichen. Wenn solche Momente passieren, hält Deadpool über sein Handy Rücksprache mit High Moon und beschwert sich auf seine Art. Das und die Dialoge zwischen den verschiedenen Charakteren in seinem Kopf, lockern das Spielgeschehen auf.

Gutes

+ Gelungene Comic Umsetzung
+ Viel Humor und Seitenhiebe auf andere Videospiele, TV Serien und Comics
+ Deadpools große Klappe und seiner ständig geistigen Abwesenheit

Schlechtes

- Viele Ruckler und störendes Tearing
- Wenig Umfang in Bezug auf Waffen und Kombos
- Dadurch schnell eintönig
- Geringe Spielzeit

7.0 Gut

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