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Dead Cells im Test – Rogue-like par Excellence

Artikel von | 30.08.2018 um 17:30 Uhr

Nach langer Early Access Phase auf dem PC, hat Indi Entwickler Motion Twin kürzlich das Rogue-like Dead Cells auf die PlayStation 4 gebracht. Wir haben uns in die Fußstapfen des toten, aber zugleich unsterblichen Helden begeben und verraten euch in unserem Test, was ihr von dem Titel erwarten dürft.

Wo bin ich?

Zu Beginn unseres Abenteuers kraucht eine grüne, schleimartige Substanz auf eine Leiche zu und scheint diese zum Leben zu erwecken. Ein paar Blubbergeräusche später, erhebt sich unser Held und steigt fast schon wie Phönix aus der Asche. Viel mehr ist da Anfangs nicht zu erwähnen. Wir wissen nicht wo wir sind, geschweige denn was wir sind, noch worin denn eigentlich unsere Aufgabe besteht.

Wir sehen uns etwas um und stellen fest, dass wir uns in einer Art Gefängnis oder Verließ befinden. Da hält es niemand lang genug aus – also suchen wir einen Weg nach draußen. Kurz bevor wir unser Verließ verlassen, was für eine Wortkombination, haben wir die Möglichkeit uns für eine Zweitwaffe zu entscheiden. Dabei stellen wir fest, dass wir ja schon eine besitzen. Ein rostiges, altes Schwert. Nicht wirklich schön anzusehen, aber allem Anschein nach werden wir es bald brauchen. Zur Auswahl steht zu Anfang im Übrigen ein Schild und ein Bogen, doch später gibt es hier noch mehr Variationen. Wir entscheiden uns vorerst für letzteres. Vielleicht weil wir finden, dass Angriff die beste Verteidigung ist.

Wir treten durch die Tür und keine 10 Meter weiter steht uns der erste Gegner im Weg. Keine wirkliche Herausforderung: Ein paar Hiebe und das grün leuchtende Etwas segnet das Zeitliche. Noch ein wenig weiter entdecken wir eine Art Portal, welches wir allerdings aus irgendwelchen Gründen nicht benutzen können. Wir gehen also weiter voran und müssen sehr schnell feststellen, dass dieses Gefängnis unglaublich weiträumig und verzweigt ist. Wer soll denn da den Überblick behalten? Zum Glück haben wir immer eine übersichtliche Karte mit dabei.

Mit jedem Meter welchen wir voranschreiten, erledigen wir idealerweise mehr Gegner. Nahezu immer lassen diese Gestalten dann Edelsteine oder zumindest Goldmünzen fallen. Auch wenn wir zu Beginn nicht wissen, wozu wir die brauchen könnten, wissen wir: wir werden sie brauchen! Etwas seltener, aber definitiv nicht ganz so oft, lassen besiegte Gegner aber auch Zellen zurück. Diese ziehen wir automatisch an, damit sie nicht verloren gehen können. Auch dieses Element scheint für unseren Helden von größerer Bedeutung zu sein.

Und eines stellen wir sehr schnell fest: Der Schwierigkeitsgrad steigt mit jeder Minute in diesem Dungeon. Es kam letzten Endes so, wie es kommen musste. Wir haben nicht aufgepasst und einer der zahlreichen Gegner hat uns das Licht ausgeknipst. In Zeitlupe gehen wir zu Boden, gleichzeitig fliegt der Text ein, dass wir unsere 12  hart erkämpften Zellen verloren haben.

Und täglich grüßt das Murmeltier – von wegen!

Wir landen wieder direkt am Anfang unseres Daseins. Wieder dieser grüne Glibber, welcher in unseren toten Körper eindringt, sorry für die Wortwahl, uns zum Leben erweckt und wir wie Phönix aus der Asche auferstehen. Alles schon mal gesehen. Genau so wird Versuch Nummer 2 verlaufen! Immerhin kennen wir einige Gänge bereits, vielleicht erinnern wir uns auch an den ein oder anderen Gegner, welcher da auf uns lauert. Und der, der uns eben den Garaus gemacht hat – den machen wir dieses Mal als erstes fertig! Klingt doch ganz logisch, oder?

Bevor wir allerdings durch die Tür schreiten, stoppt uns eine Frau und erzählt uns etwas mehr von der Welt. Beispielsweise sagt sie, dass wir sicherlich nicht wissen, was hier los ist. Dass wir wahrscheinlich keine Ahnung haben, wer wir sind oder wo wir hingehen sollen. “Jajaja – ich will endlich den Typen fertig machen der mich eben hinterrücks erledigt hat” – summt die Stimme in unserem Kopf. Der letzte Satz der geheimnisvollen Lady allerdings lässt uns nicht ganz so kalt: “Du wirst feststellen, dass sich die Welt im Wandel befindet und immer wieder andere Formen annimmt.” Mit einem leicht verwirrten, fragenden Gesichtsausdruck lassen wir die Frau hinter uns, schnappen uns unseren Bogen und erwarten den ersten Gegner.

Aber Moment. Hier stand er doch vorhin. Warum geht es hier plötzlich nach unten? Wo ist dieser Typ hin? Und was macht das Portal denn jetzt hier? Fragen über Fragen und uns dämmert, dass die Frau wahrscheinlich mehr wusste als wir – und sie keinen Firlefanz erzählt hat. Tatsächlich hat sich das Gefängnis im Gegensatz zum ersten Versuch komplett verändert. Die Gegner stehen woanders. Portale ändern ihre Position. Plötzlich findet ihr Waffen in der Spielwelt. Gänge und Flure sind immernoch da – aber sie führen eben nicht mehr zwangsläufig zum selben Ziel.

Und mit jedem Tod, welchen ihr durchleben werdet, wird sich eure Welt wie ihr sie kennt, verändern. Wir würde gerne noch mehr zur Story erzählen, doch leider ist diese sehr dünn geraten und bietet lediglich ein Gerüst für die Welt. Hier und da findet man immer wieder Notizen und kleinere Infos, doch eine wirkliche Welt oder Geschichte wird leider nicht aufgebaut.

Leicht zu erlernen, schwer zu meistern

Eines der gameplaytechnisch auffälligsten Features in Dead Cells ist die prozedural generierte Spielwelt. Mit jedem, sehr schmerzvollen, Tod beginnt ihr von vorn und die Dungeons sind dann wieder vollkommen anders aufgebaut.Auch Positionen und Anzahl der Gegner variieren immer wieder, genauso wie die Waffen und Gegenstände die wir finden können. Dieses Merkmal lässt erahnen, welche Herausforderung und Abwechslung Dead Cells bietet.

Mit jedem Ableben verliert ihr auch eure hart erkämpften Zellen und euer Gold. Zwei wichtige Ressourcen, um in der feindlichen Welt zu überstehen. Ebenso wichtig sind die Upgrades die in den Arealen versteckt sind. Diese steigern neben euren HP, auch den Schaden der verschiedenen Waffenkategorien – Brutalität, Taktik und Überleben. Zu den Waffen kommen wir gleich noch mal.

Schafft ihr es, einen Bereich lebend hinter euch zu bringen, erreicht ihr einen Ruhe Bereich. Hier kommen die RPG Elemente ins Spiel. Hier findet ihr nämlich drei hilfreiche Gesellen. Da wäre zum einen der Sammler, dem ihr eure Zellen geben könnt, damit ihr neue Waffen, Gegenstände oder Verbesserungen freischaltet. Nachdem diese freigeschaltet sind, habt ihr permanent auf sie Zugriff. Um Übrigens die besagten Waffen freischalten zu können, müsst ihr erst die passenden Baupläne finden. Diese sind in der Spielwelt versteckt oder werden von geschlagenen Gegnern fallen gelassen.

Danach müsst ihr sie nur zum Sammler bringen, eine Handvoll Zellen dazu und die das neue Schwert ist freigeschaltet und kann nun jederzeit in der Welt oder bei Händlern gefunden werden. Letztere sind überall in den verschiedenen Dungeons verteilt und geben euch gegen eine entsprechende Menge Gold die Waffe oder den Gegenstand eurer Wahl. Neben Schwertern, gibt es hier auch Bögen, Granaten, Geschütze, Fallen und mehr. Alles in zahlreichen Variationen, mit verschiedenen Vorteilen. Der Eisbogen friert Gegner beispielsweise ein, während der Assassinen Dolch mehr Schaden macht, wenn ihr hinter dem Gegner seid. Hier findet jeder die richtige Waffe für seinen bevorzugten Spielstil.

Neben dem Sammler finden wir hier auch einen Schmied. Dieser wertet eure Waffen auf und verpasst ihnen zufällige Verbesserungen, natürlich nur gegen Gold. Mehr Schaden gegen brennende Gegner oder das legen einer Bombe beim zuschlagen sind nur zwei von zahlreichen Verbesserungen. Diese kann man natürlich auch kombinieren. Wenn ihr eine Feuer-Granate habt und alle anderen Waffen dann mehr Schaden gegen brennende Gegner machen, fegt ihr nur so durch die Horden. Einzige Problem ist hierbei, dass diese Verbesserungen zufällig sind und man nicht unendlich Gold hat, also auch nicht unendlich oft die Verbesserungen ändern kann.

Zu guter letzt gibt es noch einen hilfreichen Gesellen, der euch Mutationen anbietet. Diese Verbesserungen halten bis zu eurem virtuellen Tod an und bieten verschiedene Vorteile. Beispielsweise könnt ihr einmalig den Tod umgehen oder erhaltet für jeden besiegten Gegner HP. Die Möglichkeiten sind vielfältig und nicht selten muss man abwägen, für welche der Mutationen man sich nun entscheidet, denn insgesamt darf man pro Durchgang nur drei wählen und die Auswahl steigt stetig, da man immer mehr freischaltet. Bevor es dann wieder raus in die Welt geht, füllt ihr noch schnell eure Lebensenergie und Heiltränke auf – wie nett. Aber die werdet ihr definitiv brauchen.

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Dead Cells Testbericht

Dead Cells

  • Release: 07.08.2018
  • Genre: Action-RPG, Metroidvania, Rogue Like
  • Entwickler: Motion Twin
  • Publisher: Motion Twin

Gutes

- Fordernd, aber dennoch motivierend
- Zahlreiche Waffen zum sammeln
- Prozedurale Gestaltung sorgt für immer neue Erlebnisse
- Sound und Optik sind wunderbar stimmig
- Genre Mix funktioniert einfach wunderbar

Schlechtes

- Story leider sehr dünn
- Prozedurale Gestaltung kann für die falsche Ausrüstung sorgen

9.0 / 10 Must Have

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