Datura – Review

Getestet von | 22.05.2012 um 00:00 Uhr

Es ist nun schon das dritte „Spiel“, das die Entwickler Plastic exklusiv für Sony abliefern. Doch ist ihr neuster Streich mehr als eine Tech-Demo oder fahren die Macher wieder die gleiche Schiene, die sie schon bei .detuned und Linger in Shadows befahren haben?

Der mysteriöse Wald und seine Bewohner
Zu Beginn des Trips muss der Spieler sich zuerst aus einem Krankenwagen befreien, der aber sein Leben retten soll. Durch kurze Sequenzen landet man aber schon in dem gefürchteten Wald, ohne große Hinweise, was man eigentlich machen soll. Wie schon bei Journey lässt man den Spieler im Raum stehen und überlässt es ihm, die Umwelt zu erkundigen. Das Erforschen und Spielen macht man diesmal nicht zwingend mit dem DualShock Controller sondern mit dem Playstation Move Controller. Im Grunde baut das Spiel darauf auf, verschiedene Rätsel zu lösen, die in der näheren Umgebung versteckt sind. Doch der Ablauf dafür ist meistens vorgegeben. Zuerst darf man aber durch das Berühren gewisser Baumstämme eine kleine Karte des Waldes zusammen zeichnen. Darin werden auch die gefundenen Fundsachen und Plätze aufgelistet. Hat man sich an die teilweise recht bockige Move Steuerung eingewöhnt, öffnet sich die Welt von Datura ein wenig bevor es sich wieder verschließt. Man erhält keinen Helden, den man durch die Welt navigieren kann. Es ist diesmal eine kleine Hand, die man durch den Move Controller bewegt. Durch das Lösen der einzelnen Rätsel oder Aufgaben öffnet man weitere Tore, die weiter in den Wald hinein führen. Doch die Aufgaben oder Rätsel, die da geboten werden, sind leider nicht wirklich spannend. Da muss man auf der einen Seite Bälle abwehren oder Schweine damit wecken, einen Hund beseitigen, verschiedene Kurbeln drehen und sonst noch so kleine Schabernacks betreiben. All das bietet zwar seichte Unterhaltung, ist aber schlussendlich auch nicht mehr als gerade z. B. ein Starterpack-Spiel für Move. Das Ganze wird auch noch in kurzen Flashback-artigen Sequenzen vorangetrieben. Löst man ein Rätsel oder Aufgabe im Wald, zieht sich meistens so eine Sequenz nach, wo man weiteren vorgegebenen Handlungssträngen nachgeht. Auch hier kommt der Move Controller zum vollen Einsatz und zeigt auch wie präzise die Motionfunktion von Sony ist. Da muss man schon genau zielen und die Physik begutachten, um richtig Treffen zu können oder Türen wie im richtigen Leben durch drücken und ziehen öffnen. Aber durch die Einblendung, was man machen muss, nimmt es hier viel von der gedachten Erforschungsfreiheit. Man wird eigentlich an der Hand genommen und etwas anderes kann man an den besagten Plätzen leider nicht ausprobieren.

Screenshot

Geheimnisvoll kurz
Datura ist leider nichts Weiteres als eine größere Tech-Demo. Aber das sind wir bereits von den Plastic Macher gewohnt. Wie schon .detuned und Linger in Shadows bewiesen, kann man mit einem schrägen Konzept eine kleine Videospielperle hervorzaubern. Bei Datura aber hat die Perle einige Risse bekommen. Grafisch macht das Spiel einen sehr guten Eindruck, leider übermittelt es auch eine gute Portion Eintönigkeit. Egal ob Wald, der mit seinen goldgelb, braunen Blätter hervorragend modelliert wurde, die einzelnen Sequenzen, die man mitreißend erlebt, alles ist stimmig und trozdem sieht das Ganze recht altbacken aus. Die vereinzelten Menschen, die da vor einem auf den Bildschirm umher rennen, sehen verkantet aus, haben keine Mimiken und holzige Animationen. Leider beschränkt sich das Ganze nicht nur auf die Menschen, auch die Tiere selbst zeigen die gleichen „Fehler“ auf. Auch die vereinzelten Flashbacks, die man erlebt, können nicht ganz zünden. Auf der einen Seite sollen sie eine beklemmende Atmosphäre vermitteln, was sie auch ganz gut hinbekommen. Auf der anderen Seite soll man sich durch die Flashbacks eine kleine Geschichte zusammenreimen. Da sie aber so urplötzlich erscheinen, und auch noch recht kurz sind, schafft man es da kaum eine Bindung zum Spiel aufzubauen. Zu viele Fragen sind im Raum, die nicht beantwortet werden. Wieso wird der Spieler von einem CPU ständig gejagt und erschossen? Auch nach gut 90 Minuten Spielspaß ist man nicht schlauer von Datura. Der Soundtrack hingegen trägt mit seinen düsteren orchestrialischen Klängen gut zur Unterhaltung bei. Sie hätten aber markanter sein können. Auch an einen 3D Support haben die Macher gedacht. Doch auch hier, wurde dieser mehr schlecht als recht umgesetzt und schwankt in der Qualität spürbar. Was bleibt schlussendlich von Datura? Nicht viel, außer, dass man ein Experiment erlebt hat, dass man besser gestalten hätte sollen. Trozdem, für das wenige Geld, das man im PSN ausgibt, bekommt man eine solide und kurzatmige Movekost. Einen Wiederspielwert hat das Game eigentlich nicht.

Gutes

- innovative, präzise Movesteueerung

Schlechtes

- kurze Spielzeit
- wirrer zusammeloses Gameplay

7.0 Gut

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