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Darksiders 2 – Review

Artikel von | 20.08.2012 um 00:00 Uhr

Der Tod kommt und während er meistens für den Untergang steht, symbolisiert er in Darksiders 2 die einzige Hoffnung auf die Rettung der Menschen, im Kampf gegen das Verderben. Auf seinem Weg, das Schicksal seines Bruders Krieg zu retten, durchstreifen wir mit Tod die Welt von Darksiders 2, mit gebanntem Blick auf die Zerstörung durch das Verderben. Ob wir uns mit dem Tod in gleisendes Licht bewegen, oder ob uns Vigil in die Tiefen der Höllen entführt, erfahrt ihr in unserer Review zu Darksider 2.

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Gibt es den Hammer auch in Rot?

In Darksiders 2 ziehen wir mit eben diesem Tod in den Kampf und nicht mit seinem Bruder Krieg, den wir im ersten Teil steuerten. Die Story spielt dabei parallel zu der von Darksiders und Kriegs Pfad im Kampf gegen den Zerstörer. Tod zieht dabei in die Welt hinaus um die Unschuld seines Bruders zu beweisen und ihn vor der Strafe des Rates zu beschützen. Doch wie soll Tod die Geschehnisse um die Vernichtung der Menschheit rückgängig machen? Es gibt nur einer der weiß, wie, der Hüter der Geheimnisse, der Krähenvater. Auf unserem Pferd, Verzweiflung, reiten wir zu der Eisfestung, in der sich der Krähenvater aufhält. Auf die ersten Gegnerwellen treffen wir schon bald und während Krieg im Vorgänger noch mit seinem Schwert, den gegnerischen Horden den Gar ausmachte, dürfen wir in Darksiders 2, Tod typisch, auf eine Sense zurückgreifen. Und damit geht das Abschlachten der uns feindlich gesinnten Ungeheuer ebenso leicht wie mit Kriegs Schwert. Doch während unsere Gegner in Darksiders maximal ein paar Erfahrungs- und Lebenspunkte fallen ließen, hinterlassen uns, die durch unsere Hand Umgekommen, in Darksiders 2 so einiges mehr. Neben etwas barer Münze, dürfen wir uns nun auch auf neue Ausrüstungsgegenstände und sogar Waffen freuen. Ein Blick in das Menü offenbart, das wir Tod deutlich mehr anpassen dürfen, als dies überhaupt mit Krieg möglich war. Wir können so die Ausrüstung für Tods Schulter, Rüstung, Handschuhe und Stiefel festlegen. Dabei sind die Auswirkungen die, die Rüstungsgegenstände haben können recht umfassend, neben einer besseren Verteidigung, können sie noch kritischen Schaden, Kraft, Gesundheit und vieles mehr verändern. Die Auswahl der richtigen Rüstung hängt also auch mit dem Spielstil zusammen. Aber auch die Auswahl der Waffen hat so einige Auswirkungen auf unsere Attribute. Bei unserer Hauptwaffe, der Sense, sind wir dabei auch nicht auf nur ein Exemplar festgelegt, sondern können aus einer Vielzahl an verschiedenen Varianten auswählen. Daneben haben wir dann noch die Qual der Wahl der Zweitwaffe, den hier muss man sich erst einmal entscheiden, mit welchem Waffentyp, man in den Kampf ziehen will. Neben langsamen, aber verhängnisvollen Hämmern und Äxten, können wir auch schnelle, aber nicht weniger gefährliche Klauen und Armklingen ausrüsten. Sowohl die Waffen, wie auch die Ausrüstungen und weitere nützliche Dinge finden wir bei getöteten Gegnern, aber auch bei Händlern in der Welt von Darksiders 2. Doch nicht nur dies fällt uns nach den ersten Kämpfen auf, noch etwas anderes, ebenso entscheidendes haben die Jungs und Mädels bei Vigil Games in Darksider 2 verändert. Und zwar die Lebensleiste, diese existiert nun nur noch einmal und nicht mehr aus mehreren Lebenssteinen, wie noch im ersten Teil. Aber auch die Regeneration unserer Lebenskraft hat sich geändert, so finden wir den grünen Saft nicht mehr in Kisten, die über die Welt verstreut sind, sondern tragen nun bis zu fünf Tränke zur Lebensregeneration mit uns, die wir jeder Zeit einsetzten können, genauso verhält es sich mit der Magieleiste. Auf die beiden Tränke können wir durch die linke und rechte Pfeiltaste schnell zugreifen.

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Brudermörder

Unser Weg führt uns weiter durch die Eisfestung, bis wir schließlich dem Krähenvater gegenüber stehen. Und tatsächlich kann er uns den Weg zeigen die Menschheit und damit unseren Bruder Krieg zu retten. Der Weg, um dieses kühne Vorhaben in die Tat umzusetzten, wird uns zu dem Baum des Lebens führen und der Krähenvater kann uns ein Portal dorthin öffnen. Doch im Gegenzug dafür möchte er, dass wir einen Talisman zurück nehmen. In diesem befinden sich die Seelen der Nephilim. Die Nephilim waren ein Bündnis aus Engeln und Dämonen, die in den Krieg zogen um Eden aus der Hand der Menschen zu reißen und so das Gleichgewicht zu zerstören drohten. Dies wurde vier unter den Nephilim klar, sie unterwarfen sich dem Rat und wurden dafür mit mächtigen Kräften ausgestattet, die vier Reiter der Apokalypse waren geboren. Doch Tod würde die größte Bürde tragen, die Auslöschung der Nephilim, seiner eigenen Brüder. Ihre Seelen sperrte er in diesen Talisman, den er dem Krähenvater übergab und den wir nun zu uns zurück nehmen sollen. Doch Tod und uns gefällt das Angebot nicht besonders und lehnen folglich ab, das Portal schließt sich und wir stehen unserem ersten Zwischengegner gegenüber, dem Krähenvater. Dieser tritt uns in Gestalt unseres Bruders Krieg gegenüber. Dieser Kampf, wie die meisten anderen auch, spielen sich fast wie im ersten Teil, mit Viereck greifen wir mit unserer Sense an, mit Dreieck mit unserer Zweitwaffe. Über R2 können wir dann noch auf spezielle Fähigkeiten zurückgreifen, wobei wir diese mehr zum Lösen von Rätseln nutzen werden, als in den Kämpfen, hier ist als einziges die Pistole von durchgehenden nutzen. Zudem dürfen auch noch auf verschiedene magische Fähigkeiten zurückgreifen. Diese einzelnen Kräfte wollen aber erst einmal erworben werden, was durch Fähigkeitenpunkte geschieht, dir wir mit jedem Levelaufstieg erhalten. Doch nicht nur neue Kräfte können wir erwerben, bereits erworbene Fähigkeiten können umfassend verbessert werden, sodass unseren Gegnern richtig Angst und Bange wird. Diese Kräften dürfen wir einerseits über ein Auswahlrad einsetzten, das wir mit der Pfeiltaste „Unten“ öffnen. Unsere vier Lieblingsaktionen dürfen wir noch auf eine Schnellauswahl legen, die wir mit L1 und einer Aktionstaste ausführen. Im Kampf können wir dann noch mit L2 einen Gegner anvisieren, was gerade in Bosskämpfen nützlich ist, gegen Gegnerhorden hingegen lohnt es sich eher ohne Anvisierung zu kämpfen. Denn beim Anvisieren wird uns die Führung der Kamera aus der Hand genommen, sodass wir Tod im Kampf schonmal aus den Augen verlieren können. Doch auch wenn wir die Kamera selbst in die Hand nehmen, können die Kämpfe unübersichtlich werden, was an den Effekten liegt, die wir im Kampf bestaunen dürfen, doch leider nehmen sie uns eben hin und wieder die Sicht auf das Geschehen.

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Tod auf schnellen Schwingen

Obwohl der Krähenvater uns in Gestalt von Krieg gegenüber tritt, ist er für uns kein Problem und liegt schon bald in seinem eigenen Blut uns zu Füßen. Doch die Freude über den Triumph währt nur kurz, den das Gefäß mit den Seelen der Nephilim zerspringt und die Bruchstücke fliegen auf Tod zu und bohren sich in seine Brust, der fortan an ein Mahnmal an den Mord an seinen Brüdern trägt. Tod wird durch die Wucht der Splitter zu Boden gestreckt und von einem, sich öffnenden Portal, eingezogen und in eine fremde Welt gebracht. Von hier an wird das Spiel deutlich offener, den Preis dafür zahlen wir mit immer wieder auftretenden Ladepausen. Mit Verzweiflung können wir hier auf größeren Strecken reiten, aber auch eine Schnellreiseoption nutzen, die nun nicht mehr an Vulgrims Position gebunden ist. Wir können in Darksiders 2 ganz simpel über das Menü Orte ansteuern, befinden wir uns dabei in einem Verließ und zum Beispiel kurz vor einem Bossfight, so wird dieser Ort als Reisepunkt markiert, was sehr nützlich ist, wenn man Tränke nachkaufen will und das gesamte Verließ nicht noch einmal durchqueren möchte. In diesen Verließen erwarten uns auch die, bereits aus Teil Eins, bekannten Elemente von Darksiders. Neben den actionreichen, flotten Kämpfen, dürfen wir in den Rätseln auch wieder unser Hirn anstrengen. Glücklicherweise sind die Rätseln in Darksiders 2 nicht mehr so komplex und lang, wie noch im ersten Teil, wo doch der ein oder andere die Lust verlieren konnte. Ebenso wie im ersten Teil müssen wir bei den Rätseln auf bestimmte Hilfsmittel, wie Portale, zurückgreifen um unser Ziel zu erreichen. Da wir immer neue Hilfsmittel zur Bewältigung der Hindernisse finden, werden diese auch nicht so schnell langweilig und fordern uns immer wieder aufs Neue. Neben den Rätseln erwarten uns in Darksiders 2 verstärkt Kletterpassagen, die jedoch leichter zu bewältigen sind als mit Krieg, da Tod merklich agiler agiert. So können wir jetzt an Wänden entlang laufen um Schluchten zu überwinden, oder auch an Wänden hochlaufen um höher gelegene Punkte zu erreichen. Das entlanghangeln an Vorsprüngen geht nun auch sehr flott und neben Vorsprüngen, dienen uns auch Pfähle zum dran hochkraxeln und an kleineren Balken holt sich Tod neuen Schwung um noch weiter und noch höher zu kommen. All das läuft sehr flink ab und ist eine willkommene Abwechslung, wenn nicht das kleine Wörtchen „aber“ wäre. Denn in den Kletterabschnitten in Darksiders 2 wird uns die Führung der Kamera aus der Hand genommen und das Spiel legt Winkel und Zoom fest. Auf der einen Seite praktisch, da so die nächsten Punkte zu denen wir springen sollen ins rechte Bild gerückt werden, doch dies geschieht eben nicht immer perfekt und hier und da ist es mehr ein Ratespiel, wo wir hinspringen sollen, wenn sich unser Ziel außerhalb des Bildes befindet.

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Nicht der schönste Tod

Während man bei weiten Teilen des Spieles Lobeshymnen singen möchte, würde sich dies bei der Grafik teilweise eher wie die Outakes bei DSDS anhören. Gerade das Tearing stört doch immer wieder. Auch sonst sind wir bei der Grafik in einem Zwiespalt, einige Abschnitte sehen richtig gut aus und sind schön in Szene gesetzt, andere hingegen wirken recht Öde und Texturarm. Die Grafikqualität wird dem Rest des Spiels oft nicht gerecht. Da gibt sich der Sound weniger Blöße, die Synchronsprecher sind allesamt ordentlich, auch wenn doch noch etwas zu den englischen Vorbildern fehlt. Die musikalische Untermalung ist da bei Darksiders 2 fast schon grandios und sorgt für einen regelrechten Atmosphäre – und Stimmungsschub.

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Fazit

Darksiders 2 ist eine mehr als gelungene Fortsetzung. Die Geschichte ist erneut erstklassig erzählt und fesselt uns ans Spiel. Zeitgleich nahm man Änderungen am Gameplay nur punktuell vor, was meisten gelang, nur der Verlust der Übersicht in Kämpfen und bei Kletterpassagen stört da immer wieder. Darksiders 2 ist somit ein komplettes Action-Adventure Paket, für Abwechslung ist immer gesorgt. Vielleicht nicht der Hit 2012, aber einer der besten Titel, der bei jedem in der engeren Auswahl stehen sollte.

Darksiders 2 Testbericht

Darksiders 2

  • Release: 17.08.2012
  • Genre: 3rd Person Action, Action, Adventure, Hack & Slay
  • Entwickler: Vigil Games
  • Publisher: THQ

Gutes

+ mitreißende, packende Geschichte
+ gute Abwechslung
+ eine lange Hauptgeschichte, mit zusätzlichen Nebenmissionen

Schlechtes

- teilweise unübersichtlich in Kämpfen und Kletterpassagen
- schwankende Grafikqualität
- Nachladepausen

8.5 / 10 Sehr gut

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