Dark Souls 3 im Test – Der beste Teil der Reihe?

Getestet von | 14.04.2016 um 15:36 Uhr

2009 erschien der Geheimtipp Demon’s Souls. Dieser war anfangs nur in Asien verfügbar, wurde jedoch so oft importiert, dass es auch bei uns erschienen ist. Nach diesem riesigem Erfolg folgte dann Dark Souls, welches heute als kleines Meisterwerk angesehen wird. Es folgte ein weiterer Teil, welcher zwar auch sehr gut, aber mitnichten Fehlerfrei oder so gut wie der Erstling war. Darauf folgte dann nicht Teil 3, sondern Bloodborne. Das gehört zwar nicht zur Souls-Reihe, doch werden wir ihn im Test ein ums andere mal erwähnen. Nun sind wir beim ende der Dark Souls-Reihe angekommen. Dark Souls 3 ist da und zwar weltweit, nicht nur in Japan oder für Streamer oder halbwegs bekannte YouTuber. Wir haben den Titel ausgiebig getestet und beantworten nun die wichtigste Frage. Ist es besser als der zweite Teil oder sogar Teil 1?

Notiz: Es wird keine Spoiler im Test geben und auch bei den Bildern versuchen wir, so gut wie möglich, nichts wichtiges zu zeigen.

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Feuer, Glut und Asche

Dark Souls 3 beginnt genauso imposant und kryptisch wie für die Reihe üblich, mit einem Intro Film. Nach diesem wird euer Charakter erstellt, eine Klasse gewählt und schon geht es los. Ihr seid ein Unentfachter und eure Aufgabe ist es, die Aschefürsten zu ihren Thronen zurückzubringen und damit das Feuer neu zu entfachen. Wie gesagt, alles irgendwie kryptisch. Sehr viel mehr erfahrt ihr erstmal auch nicht und bis zum Ende des Spiels müsst ihr das auch nicht zwangsweise, denn Dark Souls 3 hat es, wie gewohnt, nicht so mit direkter Geschichtenerzählung. Vieles wird durch Item-Beschreibungen und Interpretation zusammengewürfelt. Da hier nicht so stringend und normal eine Geschichte verfolgt wird wie üblich, wird oft angenommen, die Souls-Titel haben keine tolle Story, doch weit gefehlt. Wenn man sich mal alles genau durchliest und ein klein wenig Fantasie hat, merkt man, wie gut und durchdacht die Story einfach ist. Zur Not geht man auf YouTube und guckt sich dort eine der zahlreichen Interpretationen oder Zusammenfassungen an.

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Kommen wir zu etwas, dass ebenso eigen wie die Erzählung der Story ist, die Charaktere, bzw. die NPCs. Diese sind zahlreich in Dark Souls 3 und manche von ihnen trefft ihr öfters, durch das ganze Spiel verteilt. Andere seht ihr vielleicht nie, je nachdem wann ihr etwas tut und wo ihr es tut. Hier kommen wir auch zu einem kleinen Kritikpunkt. Natürlich ist es ein Merkmal der Reihe und es hat einen gewissen Reiz, verschiedenes zu probieren. Der Wiederspielwert wird dadurch auch erhöht, doch wir haben während des Spiels gemerkt, dass es sehr schnell und leicht passiert, dass man etwas falsch macht und man dann bis zum nächsten Durchgang warten muss, um die NPC Quest-Reihe erneut zu versuchen. Manche davon sorgen auch für verschiedene Enden, also sind sie noch wichtiger.

Die Kämpfe haben nie mehr Spaß gemacht

Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt, den Kämpfen! Hier ist man sich im Kern treu geblieben und hat den Spagat zwischen Dark Souls und Bloodborne geschafft. Es ist schneller als Dark Souls, doch nicht ganz so schnell wie Bloodborne. Anders als bei Bloodborne, bietet Dark Souls viele, verschiedene Charakter-Builds. Bei Bloodborne war man eigentlich immer nur ein schneller Krieger, mit dezenten Nuancen. Bei Dark Souls ist man hier viel Facettenreicher. Es gibt Speed-Charaktere, Tanks, Zauberer, Pyromanten oder Mischungen daraus. Hier hat man in Sachen Vielfalt sehr viel mehr Möglichkeiten. Man kann also auf verschiedene Weise spielen und so immer was neues probieren und  muss dafür  keinen neuen Charakter erstellen, sondern kann seine Punkte einfach neu verteilen, doch wie das geht, müsst ihr selbst rausfinden.

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Viel verbessern muss man im Kampf bei Dark Souls eigentlich nicht, der funktionierte schon immer verdammt gut. From Software hat aber auch was neues eingebaut, die Waffenfähigkeiten. Jede Waffe, jeder Schild und jeder Zauberstab haben diese und dadurch gibt es noch mehr Vielfalt. Bei manchen Schwertern könnt ihr dadurch eine “Haltung” einnehmen, in der ihr spezielle, meist starke, Angriffe ausführen könnt. Andere hingegen machen per Knopfdruck einen Spezialangriff oder verstärken euch kurzzeitig, es gibt aber noch viele mehr. Bei Schilden kann man damit entweder Parieren, einen Schildschlag ausführen oder mehr. Es gibt wirklich zahlreiche Fähigkeiten und das beste ist, viele davon kann man in Kombos einbauen und den Gegnern damit richtig einheizen. Hiermit und mit der Erhöhung der Geschwindigkeit, machen die Kämpfe mehr Spaß den je. Doch Fähigkeiten nutzt man nicht ohne Kosten, hier kommen die FP ins Spiel, welche durch eine Leiste zwischen Energie und Ausdauer angezeigt werden. Doch nicht nur Fähigkeiten brauchen FP, sondern auch Zauber. Eine zusätzliche Neuerung, die mit den FP daherkommt, sind die neuen Estus-Flakons. Neben den Standard Estus für Energie, gibt es nun auch Asche-Estus. Diese sind dafür da, eure FP nachzufüllen.

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Ihr startet mit wenigen Estus und mit dem Spielverlauf bekommt ihr mehr und mehr. Sie werden auch wirksamer, dafür braucht ihr jedoch bestimmte Items. Um die Anzahl zu erhöhen, müsst ihr Estus-Scherben zu eurem Schmied bringen. Neben der Erhöhung eurer Estus-Flakons und zum schmieden von Waffen, könnt ihr bei ihm auch eure Estus-Flakons einteilen. Wenn ihr beispielweise 5 Estus habt, könnt ihr 3 davon für Energie nehmen und 2 für FP. Ihr könnt aber auch nur auf FP oder nur auf Energie setzen. Wo wir gerade beim Schmied sind. Diesen findet ihr im Feuerband-Schrein, welcher quasi eure Basis darstellt. Neben dem Schmied, Händlern und NPCs, findet ihr hier auch eine Feuerhüterin. Diese Dame ist sehr wichtig, denn ohne sie könnt ihr nicht im Level steigen und wenn ihr kein Hardcore Dark Souls Spieler seid, ist es auch sehr wichtig zu leveln, sonst kommt ihr nicht weit. Im Verlauf des Spiels finden sich immer mehr Leute im Schrein ein und die meisten verkaufen euch etwas wie Waffen, Rüstungen oder Zauber. Natürlich findet ihr viele von diesen auch in der Spielwelt. Ringe gibt es natürlich auch wieder. Diese geben wie gewohnt kleine Vorteile, wie mehr Seelen von Gegnern oder mehr Schaden mit bestimmten Waffen. Mehr Seelen sind wie gewohnt immer gut, denn die sind wie gewohnt für alles zu gebrauchen. Zum Leveln, zum Waffen verbessern oder zum Einkaufen. Anders als bei Bloodborne, gibt es Dark Souls viel zu kaufen, besonders Waffen, sehr sehr viele Waffen. Zwar ähneln sich einige davon sehr, dennoch gibt es eine große Vielfalt zur Auswahl. Wenn ihr dann eine Waffe gefunden habt bei der es richtig Klick macht, könnt ihr diese natürlich verbessern und damit sind wir wieder beim Schmied.

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Was soll ich nur nehmen?

Waffen kann der Schmied nicht nur verstärken, sondern auch “Durchwirken”. Beim durchwirken ändert ihr das Element oder die Attribute der Waffe nach euren Wünschen. Wenn ihr beispielsweise eine Waffe habt die auf Stärke setzt und die durch euren Stärke-Level besser wird, ihr selbst aber mehr auf Geschicklichkeit setzt, könnt ihr die Waffe dahingehend auslegen. Element Durchwirkung ist aber mindestens genauso wichtig/nützlich. Ein eisiger Gegner steht sicher nicht so auf Feuer und das merkt man dann auch am Schaden. In Sachen Elemente sind auch die Rüstungen und Schilde wichtig. Da das Thema des Spiels Feuer ist, trifft man oft auf Gegner dieser Art und da braucht man schon den richtigen Schutz. Problem ist nur, dass manche Rüstungen so unglaublich stylisch sind, dass man darauf mehr wert legt als auf den Schutz. Ähnliches trifft auch auf manche Waffen und Schild zu, aber diese kann man ja gut an die Bedürfnisse anpassen .

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Neben normalen Waffen, gibt es auch einzigartige Waffen von bestimmten Gegner und natürlich Bosswaffen. Letztere gibt es nur, wenn ihr die Seelen der Bosse gegen die Waffen tauscht und manche Seelen bringen mehr als nur eine Waffe. Wer also alles haben will, muss mehr als einmal durchspielen und das bietet sich mal wieder an, denn Dark Souls 3 bietet was besonderes im New Game+. Ähnlich wie in Dark Souls 2, gibt es nämlich wieder neue Gegenstände im New Game+ und manche Gegner sind anders platziert. Mehrfaches durchspielen ist also sehr lohnenswert. Dazu laden die verschiedenen NPC Quests, die Enden, die Waffen, die neuen Gegenstände und mehr ein. Hier bekommt man also sehr viel Spiel für sein Geld. Und wo wir gerade noch bei den Waffen sind, hier gibt es was neues. Man konnte bereits in anderen Teilen in beiden Hände Waffen nehmen, doch konkrete Doppelwaffen gab es noch nie, bis jetzt. Diese liegen logischweise in beiden Händen und haben sehr hübsche Move-Sets und können, wenn man sie richtig nutzt, richtig für Schaden sorgen.

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Gutes

- Geniales Design der Welt, Gegner, Waffen und Rüstungen
- Denkwürdige Momente und Bosse
- Hoher Wiederspielwert und viel Spiel fürs Geld
- Vielfalt an Waffen, Rüstungen, Zaubern und Charakter-Builds
- Die besten Elemente der Souls-Reihe treffen zusammen

Schlechtes

- Manche Areale etwas ideenarm
- Technisch mit leichten Mängeln

9.2 Must Have

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