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Danger Zone im Test – Explosionen sagen mehr als 1000 Worte

Artikel von | 11.06.2017 um 19:03 Uhr

Wer mal ein Burnout gespielt hat, der wird dieses dann auch geliebt haben. Und knapp zehn Jahre nach dem letzten Ableger, Burnout Paradise, ist die Reihe mittlerweile nicht mehr wirklich existent und der Entwickler Criterion sitzt an Need for Speed. Den Gründern des Studios hat diese Entwicklung nicht gefallen und man hat ein neues Studio gegründet, Three Fields Entertainment. Das dritte Spiel von ihnen, Danger Zone, wurde nun veröffentlicht und bringt wieder Burnout-Feeling auf. Doch mit dabei ist nur ein Spielmodus, natürlich deutlich weniger Budget und ein kleineres Studio – wie gut das Spiel trotz dieser Faktoren sein kann, erfahrt ihr in unserem Test.

Danger Zone Review Test PS4

Die Story des Spiels: Explosionen!

Ok, den Part über die Geschichte können wir uns bei Danger Zone wirklich sparen. Denn es geht im Spiel nur darum, dass man mit seinem Auto möglichst viel Schaden anrichtet. Damit ist er das Äquivalent zum Crash Modus der damaligen Burnout-Reihe. Viel mehr „Sinn“ hat das Spiel dann auch nicht wirklich. Ja gut, letztlich schreibt jeder Spieler seine eigene Geschichte von gewaltigen Explosionen, krassen Kettenreaktionen und einer wilden Highscore-Jagd um der beste Rennfahrer (Crashtest-Dummy) zu sein. So gesehen bietet Danger Zone nicht mehr und nicht weniger als manch andere Rennspiele – nur ohne diese Möchtegern Story… aber das ist ein anderes Kapitel. Kommen wir lieber zum Gameplay.

Der Name ist Programm

Das Gameplay ist recht fix erklärt. Ihr steuert ein Auto und müsst dabei andere Autos rammen, damit diese explodieren und möglichst viele andere Autos in den Fahrzeug-Himmel mitnehmen. Hinzu kommen dann Medaillen um besonders viel Cash zu machen und die Smashbreaker. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit das eigene Auto zum Explodieren zu bringen. Wieso man das machen sollte? Nun, ist das eigene Auto erst einmal gegen andere gefahren dann lässt es sich meist nicht mehr steuern. Mit dem Smashbreaker hat man noch einmal die Chance in die Luft zu fliegen, sich noch etwas zu bewegen oder einfach nur eine möglichst große Explosion um das eigene Auto zu fabrizieren. Für jedes zerstörte Fahrzeug und jede gesammelte Münze, gibt es dann Geld. Dieses wird dann mit verschiedenen Bonus-Multiplikatoren verrechnet und ergibt somit euren Punktestand. Hier beginnt dann der Gameplay-Loop von Danger Zone, indem man stets den eigenen Highscore überbieten will und seine Platzierung im Vergleich zur Bestenliste bestaunen kann. Ein nettes Detail ist hier beispielsweise, dass man auch die benötigten Versuche sehen kann. Man selbst kann also Level 5 zum 25. Mal probieren und scheitert immer noch, während der beste der Welt seinen Highscore vielleicht schon beim ersten Versuch geschafft hat. Natürlich kann man sich auch mit seinen Freunden messen, was für den ein oder anderen noch einen besonderen Reiz bieten kann.

Danger Zone Review Test PS4

Aber wenn man den Vergleich zu damaligen Burnout Spielen zieht, dann sieht man deutlich, dass es sich bei Danger Zone um ein Indie-Titel handelt. Man selbst hat im ganzen Spiel nur ein Auto, die anderen Fahrzeuge sind meist auch die gleichen und variieren höchstens mal von der Familienkutsche zum Taxi oder einem LKW. Auch die Steuerung ist etwas schwammig und man hat öfters einmal unschöne Szenen wie schwebende Fahrzeuge oder die Physik nimmt eine kurze Auszeit.

Der wohl größte Unterschied sind aber die Strecken. So hat man nur 4 Trainingslevel und 20 Crash-Level, also insgesamt 24 Level, und diese sind teils auch sehr kurz und befinden sich allesamt in einem Tunnel, statt in einer Stadt. Die Intention dahinter ist natürlich klar. Eine graue Wand ist natürlich deutlich schneller und günstiger gemacht als eine hübsche Umgebungsgrafik. Wo wir gerade bei den Leveln sind. Wie gesagt sind es nur 24 Stück. Wenn man also für jeden mehrere Versuche braucht und, sagen wir mal 10 Minuten verbringt, dann ist das Spiel eben nach einigen Stunden komplett durch und man sicherlich auch in einigen Highscore-Listen weiter oben platziert.

Kommen wir aber wieder zu etwas positivem. Zum Start des Levels bekommt man eine schöne Kamerafahrt über die Strecke, die als Hilfe dient, um danach alles zu zerstören. Aber auch dann hat man nicht alles gesehen, denn viele Level haben noch versteckte Gebiete oder mehrere Ebenen. Damit ist schon durchaus taktisches zerstören angesagt und man sollte einen Plan haben und nicht nur einfach drauf los fahren. Währenddessen sieht man auch die einzusammelnden Medaillen. Diese sind aber nicht ganz durchdacht. Der Spieler bekommt nämlich einen riesigen Bonus sobald er alle in der richtigen Reihenfolge eingesammelt hat. Nur ist dieser so große, dass er teils mehr Punkte gibt als die Explosionen selbst.

Dadurch ist man irgendwie im Zwiespalt, ob man so spielen will wie es einem gefällt und eine möglichst große Karambolage erzwingen möchte oder lieber so spielt wie die Entwickler es wollen, nur um den Highscore zu knacken. Im Vergleich zu alten Burnout spielen sind nämlich deutlich weniger Autos im Verkehr und damit verbunden weniger Explosionen in den Leveln. Wo wir gerade bei Punkten sind. Weil die Strecken frei in der Luft liegen, kann man dort natürlich runterfahren oder runterfliegen. Doch sobald man die Strecke verlassen hat, wird der Versuch abgebrochen und man bekommt keinerlei Punkte. Das ist echt unschön und eher frustrierend für den Spieler. Besonders, da es durchaus mal passieren kann, dass man gerade den Highscore seines Lebens hat und dann kommt ein verkacktes Taxi von hinten, rammt einen in den Abgrund und der ewige Ruhm in den Bestenlisten ist futsch. Also nicht wirklich ein Knaller.

Danger Zone Review Test PS4

Schöne Explosionen braucht der Burnout-Fan

Danger Zone ist erst das dritte Spiel des 2014 gegründeten Indie-Studios und somit fehlen wie erwähnt natürlich die großen Budgets und Mitarbeiter. Das merkt man dann auch sehr deutlich an der Grafik des Spiels. Wie erwähnt ist die Anzahl an Fahrzeug-Modellen eher gering, die Rennstrecken alle in grauen Tunneln und teils auch kurz und selbst die Explosionen und andere Effekte nicht das Beste vom Besten. Das kann man bei einem Indie-Titel wie diesen natürlich verschmerzen, aber denkt man noch einmal an ein Burnout Paradise, dann sieht man, was schon vor zehn Jahren möglich war und vermisst. Man sollte also seine Erwartungen runterschrauben und sich auf das kurzweilige Gameplay einlassen. Das wird dann aber zumindest dadurch eingeschränkt, dass die Kamera nur in der X-Achse bewegbar ist und sich nicht wirklich wie gewünscht steuert. Auch verschiedene Perspektiven oder einen Multiplayer sucht man vergebens. Was man aber durchaus Loben kann sind die Kamerafahrten sobald eine Kettenreaktion beginnt, dann sieht man verschiedene Locations und Crashes und das ist ganz hübsch anzusehen. Nur sieht man dabei nicht sein eigenes Auto, falls man doch noch etwas machen will – man kann nicht alles haben.

Beim Sound ist man auch eher minimalistisch vorgegangen. Die Autos machen Geräusche. Wirklich, das denken wir uns jetzt nicht aus. Natürlich muss man auch hier nicht zu viel erwarten. Ein Autoradio oder ähnliches gibt es auch nicht, daher fehlt auch der tolle Soundtrack, den man von Burnout gewohnt ist, aber es ist ja kein Burnout. Da muss man schon die eigene Musik anmachen. Ansonsten ist es eher minimalistisch und man hört dann eher die Umgebungsgeräusche und allem voran die Explosionen die überzeugen können. Ansonsten läuft das Spiel recht flüssig, zwar gab es hier und da mal Momente bei denen mal ein paar Bildchen weniger über den Bildschirm geflossen sind, aber nichts Schlimmes. Bei der Spielzeit variiert es natürlich von Spieler zu Spieler, doch ein paar Stunden kann man auf alle Fälle mit Danger Zone verbringen und alle Level mindestens einmal spielen. Aber darüber hinaus gibt es außer für Highscore-Jäger keinen Online-Modus, Mehrspieler oder ähnliches.

Danger Zone Review Test PS4

Burnout Crash Light

Danger Zone ist eigentlich genau das, was man vorher vom Spiel erwartet hat. Man bekommt ein schönes Nostalgie-Gefühl durch die Ähnlichkeit zum Burnout Crash Modus. Für einige Stunden hat man seinen Spaß und kann nochmal richtig die Sau raus und es krachen lassen. Danach kommt aber sicherlich ein Gefühl der Ermüdung auf und wünscht sich ein echtes Burnout wieder. Denn mit nur einem Modus, den wenig begeisternden Grafik und Sound, einem Fahrzeug und das alles in nur einem grauen Tunnel zu spielen, kann natürlich weniger überzeugen. Man kann es aber auch so sehen, dass man eine Investition in die Zukunft wagt. Wer weiß, ob die Entwickler in Zukunft nicht noch größer werden und somit in den nächsten Jahren wieder für ein echtes und gutes Burnout sorgen können, wenn sie erst einmal den ein oder anderen erfolgreichen Titel verzeichnen können.

Danger Zone Testbericht

Danger Zone

  • Release: 29.05.2017
  • Genre: Action, Rennspiel
  • Entwickler: Three Fields Entertainment
  • Publisher: Three Fields Entertainment

Gutes

+ Burnout Nostalgie-Feeling
+ Spaßiges Gameplay
+ Rangliste mit Highscores sorgt für Motivation

Schlechtes

- Nach wenigen Stunden hat es sich ausgespielt
- Technisch mit einigen Schwächen
- Alle Strecken in einem Tunnel und wenige Fahrzeuge

6.8 / 10 Nicht so gut

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