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Sniper Elite 4 im Test – Da war die Kugel schneller als der Kopf

Artikel von | Montag 13. Februar 2017 um 14:02 Uhr

Drei Jahre ist es her, seit uns Rebellion in Sniper Elite 3 in der Haut des nimmermüden Karl Fairburne nach Afrika schickte, wo wir den Verlauf des Krieges auf den Kopf stellten. In Rebellions neustem Spiel, Sniper Elite 4, wartet Italien darauf von uns Hilfe zu erhalten, da der 2. Weltkrieg in seiner ganzen Härte und Grausamkeit auch dort wütet. Auf Metacritic steht der Vorgänger momentan bei 67/100 Punkten (PS4 Version), was zeigt, dass die Entwickler noch einiges an Potenzial zur Verbesserung besitzen. Ob sich das Abenteuer in Bella Italia lohnt und man aus den Fehlern des Vorgängers gelernt hat oder man uns wieder Einheitsbrei vorsetzt, könnt ihr in unserer Review erfahren.

Sniper Elite 4

Fairburne wir brauchen ihre Hilfe – Schon wieder

Natürlich ist Serienheld Karl Fairburne wieder mit von der Partie. Spieler, welche die Vorgänger gespielt haben, werden ihn natürlich sofort erkennen und wissen bereits mit wem sie sich auf dieses Abenteuer einlassen. Diesmal wird Karl nach Italien geschickt, wo er nicht nur die eigenen Truppen unterstützen, sondern auch die dort aktiven Partisanen, welche gegen Hitlers Truppen kämpfen und Italien beschützen wollen. Zudem erhalten wir den Auftrag, etwas über ein geheimes Projekt der Nazis in Erfahrung zu bringen, eine ferngesteuerte Raketen, welche Schiffe und andere Fahrzeuge der Gegner äußerst einfach und präzise aus dem Weg räumen kann. Da sind wir also wieder, alleine und mit einem Gewehr, einer Pistole und einem Maschinengewehr bewaffnet, gegen eine endlose Armee von überzeugten Soldaten. Klingt sehr innovativ, nicht? So begeben wir uns auf den Weg und starten die erste Mission, in welcher wir Luftwaffengeneral Tobias Schmidt auf der Insel San Celini eliminieren müssen. Zuerst jedoch suchen wir uns den Schwierigkeitsgrad des Spiels aus, bei welchem man wieder zwischen Kadett (Leicht), Meisterschütze (Normal), Sniper Elite (Schwer), Authentisch (Hardcore) und Angepasst wählen kann.

Besonders die authentische Schwierigkeit hat es in sich, denn in jeder der acht Hauptmissionen gibt es nicht nur Hauptziele, sondern auch Nebenziele, wie etwa das Zerstören eines Waffenlagers oder dem Finden von Dokumenten, welche wir dann zu unseren Gunsten nutzen können. Leider wird das alles recht schnell eintönig, da die Aufträge doch immer fast die Gleichen sind – Töte diesen Kerl, finde dieses Dokument, zerstöre dieses Lager. Man hat den Eindruck, dass einfach in jedem Level die Anzahl der Gegner erhöht wurde, damit der Spieler mehr Zeit benötigt um die Ziele abzuschließen, aber wirklich abwechslungsreich ist es leider nicht. Und so kämpfen wir uns durch Italien, stets die Köpfe der Gegner im Visier und – je nach Spielstil – töten wir Gegner um Gegner und erfüllen dabei die Missionsziele. Die Geschichte an sich wird in Videos erzählt, welche einen Zeichentrick mäßigen Style haben und uns das Wichtigste in Kürze erfahren lassen. Zudem muss man vor dem Start der Missionen mit einigen Charakteren sprechen, welche einem dann die Ziele für die Mission bekanntgeben, bevor man dann zu einem Checkpoint gehen und die Mission starten kann. Alles in allem ist die Geschichte des Spiels nichts Besonderes, was bei Sniper Elite aber eh noch nie der Fall war.

Jedes Organ muss getroffen werden

Eines der – wenn nicht sogar DAS – bekannteste Feature der Sniper Elite Reihe, ist die sogenannte Killcam, welche vom Spieler aktiviert werden kann und bei Kills in Erscheinung tritt, vorausgesetzt man trifft den Gegner sauber an einer Stelle, welche ihn das Zeitliche segnen lässt. Also angenommen ihr liegt in einem Gebüsch auf der Lauer und erblickt einen feindlichen Soldaten, der gerade alleine auf Patrouille ist, dann nehmt ihr ihn ins Visier, drückt R1 um die Lunge zu leere, damit ihr die optimale Voraussetzung zum Schießen besitzt, und zielt auf seinen Kopf, dann schaltet sich die Killcam ein und zeigt uns in einer speziellen Ansicht die Flugbahn des Projektils bis zum Einschlag in den Kopf des Gegner. Dort wird dann gezeigt, wie beispielsweise das Hirn zerfetzt wird und natürlich ordentlich Blut spritzt. Das Ganze ist sehr gut und explizit umgesetzt und gibt dem Spieler ein zusätzliches Glücksgefühl, wenn man mal wieder einen Gegner ausgeschaltet hat. Leider sind die Animationen für jedes Organ immer dieselben und werden auch tendenziell schnell langweilig.

Die Steuerung ist hierbei sehr simpel gehalten und schnell erlernt – wir benutzen den Feldstecher um Gegner zu markieren und ihren Rang herauszufinden, markieren Fahrzeuge und analysieren ihre Schwachstellen oder suchen nach explosiven Gegenständen und markieren uns diese für später. Die Schleichmechaniken des Spiels funktionieren auch gut, man kann sich geduckt von einem Gebüsch zum nächsten begeben und somit die Gegner verwirren. Zudem besitzt der Spieler einen Fähigkeitsbaum. Immer wenn man 5 Level aufgestiegen ist kann man dort eine neue Fähigkeit freischalten, wie etwa verringerten Schaden beim Fallen, die Erhöhung der Herzfrequenz oder eine bessere Heilung durch Verbände. Allesamt sehr nützlich und sollten mit bedacht gewählt werden, da man immer zwei gleichzeitig freischaltet, aber nur eines davon ausrüsten kann. Auch eure Waffen müssen freigeschaltet werden. Bei den Gewehren gibt es zum Beispiel sieben verschiedene Modelle, welche im Verlauf des Spiels nach und nach freigespielt werden. Bei den Sekundärwaffen sind es sechs und bei den Pistolen ebenfalls sechs Modelle. Zudem sind dort auch schon einige Waffen mit der grünen Bemerkung „DLC“ beschriftet und sind deshalb nicht verfügbar. Was man davon halten mag, muss jeder für sich entscheiden. Zusätzlich zu den Waffen, hat man auch noch einige Gadgets dabei, welche einem in der Schlacht helfen können. Unterteilt in verschiedene Sprengstoffe (Granaten, TNT, Minen, etc.) von denen man bis zu sechs Stück mit sich tragen kann.

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Sniper Elite 4 Testbericht

Sniper Elite 4

  • Release: 13.02.2017
  • Genre: 3rd Person Shooter, Action, Simulation
  • Entwickler: Rebellion
  • Publisher: 505 Games

Gutes

- Snipergefühl wird gut vermittelt
- Spaßiger Koop in Story und Wellenbekämpfung
- Fähigkeitenbaum sorgt für mehr Tiefgang
- Soundtechnisch sehr gut

Schlechtes

- Belanglose Geschichte
- Sehr einseitige Aufträge
- Optisch mit Makeln

7.0 / 10 Gut

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