Crysis 3 – Review

Getestet von | 06.03.2013 um 00:00 Uhr

Aliens, dieses ekelige Gesocks aus einer entfernten Galaxie. Immer wieder steht unser blauer Planet im Fokus einer Invasion. Seit zwei Spielfolgen versucht das Frankfurter Entwicklerstudio Crytek, eine spannende Story rund um diese Invasion und die Gegenwehr der Menschheit zu erzählen. Dass sie damit Erfolg hatten, bewiesen die Bewertungen und Verkaufszahlen. Mit Crysis 3 soll die Geschichte rund um Protagonist Prophet abgeschlossen werden. Stehen uns, in dem vorerst letzten Crysis, wieder interessante Storywendungen und emotionale Ausbrüche bevor? Oder verstehen wir unter Crytek und Crysis lediglich, dass uns mehr zum Heulen ist und eine Krise die Nächste jagt? Folgt weiter diesen Zeilen und findet es heraus.

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So begann die Krise

Die Raptor Spezialeinheit ist ausgerüstet mit hochentwickelten Kampfanzügen, den Nanosuits. Bei einem Einsatz auf der fiktiven Insel Ling- Shan im Ostchinesischen Meer, deckte dieses Sonderkommando eine drohende Alieninvasion durch die Ceph auf. Der Hauptprotagonist Nomad war neben Psycho und Prophet einer dieser Einheit. Die Ceph sind eine Tintenfisch ähnliche Spezies, die höher entwickelte Technologien nutzt. Einige Raptor Mitglieder sind im Kampf ums Leben gekommen, aber die erste Angriffswelle wurde abgewehrt und ein Ceph- Kampfschiff konnte zerstört werden. Durch diese Ereignisse brach die Invasion aus und der Austragungsort wurde nach New York verlegt. Hier wütet ein Alienvirus und rafft die Bewohner dahin. Es beginnt damit, dass Prophet einen Nachfolger für seinen Anzug sucht. Er sieht in dem Soldaten Alcatraz genau diesen. Danach erschießt sich Prophet und Alcatraz nahm das Erbe an, um effektiver gegen die Aliens kämpfen zu können. Der Verlauf der Story zeigte uns, dass Prophet nur einen neuen Wirt für seinen Anzug gesucht hat. Prophets Verstand verschmolz mit dem Nanosuit, nur sein Körper ließ nach. Mit dem Verlauf der Story aus dem zweiten Crysis wird auch mehr über diesen Nanosuit bekannt. Neben der Bedrohung der Ceph, wird Prophet von Crynet Systems hauseigenen Söldnereinheit, C.E.L.L verfolgt. Crynet sind die Hersteller des Nanosuits und diese wollen ihn wieder zurück. Dass der Anzug eine Vielzahl an Fähigkeiten besitzt war gleich bekannt, aber das dieser aus Ceph- Technologie hergestellt wurde, kam erst später heraus. Die Gefahr bestand also darin, sich zu verlieren und selbst ein Ceph zu werden. Viel zu mächtig zu werden. Das Ausmaß der Invasion wurde bekannt und ein weiterer Angriff konnte abgewehrt werden. Das Schlimmste sollte aber noch folgen. Hier beginnt das Ende der Trilogie. Prophet wurde 20 Jahre weggesperrt und der Kampf hat sich verlagert. Crynet und ihre Söldner haben sich durch die Ceph Technologie eine Machtposition auf dieser Welt erarbeitet. Die Ceph scheinen geschlagen zu sein, trotzdem rottet der Ceph- Virus die Menschheit weiter dahin. Um eine Ausbreitung zu verhindern, hat Crynet Systems einen so genannten Nanodrome über New York errichtet. Er schließt in sich den Virus und die letzten verbliebenen Ceph ein. Die Stadt New York ist in der langen Zeit völlig verfallen und zugewuchert. Sie gleicht einem richtigen Dschungel. Der Nanodrome steht unter der Kontrolle von C.E.L.L.. Einige Rebellen kämpfen jedoch gegen C.E.L.L. an. Unter ihnen ein alter Bekannter. Psycho oder Michael, wie er gerne genannt werden möchte, wurde schmerzhaft durch Crynet von seinem Anzug getrennt. Das macht ihn aber nicht weniger gefährlich und das ist auch der Grund für die Abneigung gegen die Einrichtung. Er und die Rebellen sehen in Prophet die einzige Hoffnung und befreien ihn aus seinem Gefängnis. Geplagt von Visionen, glaubt Prophet weiterhin an eine Bedrohung durch die Ceph und einem Alpha Ceph. Mächtiger als alles andere, was sie bekämpft haben. Der Kampf gegen die Ceph geht weiter, als die Visionen wahr werden. Mehr möchten wir nicht verraten. Aber so viel sei gesagt, die Prophet Saga endet, aber das Ende wirft Fragen auf zumindestens für uns.

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Welcome to the Dschungle

Der Dreh- und Angelpunkt im Kampf ist und bleibt Major Lorenz „ Prophet „ Barnes mit seinem Nanosuit. Das merkt ihr dem Spiel an, denn es hat sich zu dem Vorgänger relativ wenig geändert. Die Story wird weiter gesponnen, um ihr ein würdiges Ende zu bescheren. Leider ist es mittlerweile Shooter Standard, dass die Kampagne relativ kurz gehalten wird. In diesem Fall seht ihr das Ende in ca. sieben Stunden. Die Zeit könnt ihr hochschrauben und locker zwei Stunden mehr investieren, wenn ihr euch neben den Primärzielen auch den Sekundäraufgaben widmet. Die Areale sind riesig geworden. Die Zielanzeige zeigt gerne mehrere hundert Meter bis zu einem Kilometer an. Dadurch entstehen die verschiedensten Taktiken, um durch ein gegnerverseuchtes Gebiet zu gelangen. In der Anfangszeit oder auch zwischendurch begleitet euch Psycho. Er zeigt, dass es auch ohne Anzug geht, aber dafür leidet er mehr und die meiste Arbeit bleibt trotzdem an Prophet hängen. Kleine hitzige Wortgefechte sind da vorprogrammiert. Die Fähigkeiten des Nanosuits sind vielfältig, aber, wie schon aus den Vorgängern bekannt, die gleichen. Mit einem Knopfdruck habt ihr die freie Auswahl die Panzerung zu erhöhen und mit der Rambotour das Areal zu säubern. Oder ihr bewegt euch lieber mit dem aktivierten Tarnfeld, um schleichend ans Ziel zu kommen. Natürlich können im Tarnfeld- Modus Stealth- Kills durchgeführt werden, um die Gegneranzahl mehr oder weniger zu verringern. Aber lasst euch dabei bloß nicht erwischen, denn der Feind ist aufmerksam und schlägt gleich Alarm wenn er euch gesehen hat. Diese verschanzen sich dann, bereiten Flankiermanöver vor und holen euch mit Granaten aus der Deckung. Verweilt ihr zu lange an einem Ort, kommt der Bildschirmtod schneller als gewünscht. Die dritte Kraft wäre dann noch die Erhöhung der Power des Anzugs, um höher zu springen, schneller zu laufen oder größere Bauteile durch die Gegend zu werfen oder zu treten. Bedenken solltet ihr, dass alles kostet Energie und die einzelnen Fähigkeiten sollten mit Bedacht angewandt werden. Wenn die Energieleiste leer ist, sucht lieber einen geschützten Ort, denn es dauert ein wenig bis sich die Leiste wieder von allein aufgefüllt hat. Die folgende Vorgehensweise hat sich am besten bewährt: Der Nanosuit verfügt über weitere, wunderbare Zusatzfunktionen, wie den Visor.

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Damit lässt sich in besonders dunklen Räumen die Thermosicht einschalten und ihr erkennt so wenigstens die menschlichen Gegner. Bei großen Arealen sucht euch den höchsten Punkt und markiert mit dem Visor Gegner oder besondere Punkte, wie Munitionslager oder Geschütztürme. Letzteres lässt sich mit der neuen Funktion wunderbar hacken. Der Geschützturm greift dann die Feinde an und sorgt für Ablenkung. Auch Minenfelder und Türen sind vor dem Hacken nicht geschützt. Ein kleines Reaktionsspiel startet und es bleibt wenig Zeit für den Hack. Erkundet ihr das Gebiet werdet ihr auf Upgrade- Kisten stoßen, die euch Punkte zur Verfügung stellen. Somit kann der Anzug in verschiedenen Fähigkeiten, mit Upgrades gefüttert werden. Mit den besseren Fertigkeiten lassen sich Systeme besser hacken oder ihr bekommt einen Bonus auf die Panzerung und die Eigenschaft mehr Kugeln einstecken zu können. Vier Fertigkeiten lassen sich in einen Set anordnen und dieses kann auf drei Tasten gelegt werden, um schnell für jede Situation gewappnet zu sein. Der Nanosuit ist gut, sehr gut, aber mit ihm allein lassen sich die Ceph und C.E.L.L. Söldner nicht beeindrucken. Was der Major braucht ist pure Waffengewalt. Davon gibt es wieder reichlich und zu den Waffen bekommt ihr jede Menge Aufsätze spendiert. Vorausgesetzt ihr habt diese schon gefunden. Sturmgewehre können mit Granataufsätzen erstellt werden oder schwere MGs haben einen zusätzlichen Griff für mehr Zielsicherheit. Betätigt Select und ihr habt den vollen Überblick was zur Verfügung steht. Ein tolles Feature und schnell erledigt, ohne sich durch ein umständliches Menü zu klicken. Einen Nachteil haben diese Ballermänner alle. Im Tarnmodus könnt ihr nur einen Schuss abgeben und dann seid ihr sichtbar für alle Feinde. Frage: In der letzten Zeit gibt es einen Boom auf eine neue, alte Waffe, die es vermehrt wieder in so manches Spiel geschafft hat. Welche ist es? Richtig, der Bogen! Natürlich nutzt Prophet in einem Endzeit Szenario keinen Holzbogen mit Holzpfeilen, wie bei dem aktuellen Reboot von Tomb Raider. Nein, es ist ein hochentwickelter Carbonbogen mit verschiedenen Sprengpfeil- oder Elektropfeilspitzen. So lassen sich aus sicherer Entfernung Gegner ausschalten, ohne dass jemand weiß woher der Schuss kam. Schöne Sache. Habt ihr einen Ceph- Krieger erlegt und er wurde nicht durch euch in tausend Teile in die Luft gejagt, dann könnt ihr seinem Leichnam die Waffe entreißen und so Chaos säen. Alienwaffen sind besonders stark, haben aber nur ein Magazin. Wenn das leer geschossen wird, ist sie unbrauchbar und kann weggeworfen werden. Wie schon erwähnt, müssen in den teils riesigen Arealen weite Strecken zurückgelegt werden. Damit ihr das nicht zu Fuß ablatschen müsst, steht euch bei Zeiten ein Kampfbuggi zur Verfügung. Die Steuerung ist einfach und keine Herausforderung. Im weiteren Verlauf, nehmt ihr auch an einem Bordgeschütz eines Senkrechtstarters Platz. Leider kommen diese Abschnitte zu kurz, bieten aber dann die nötige Abwechslung.

Der Nanosuit hat viele Gesichter…

…aber nur einen Träger. Mittlerweile ist genau darauf ein Ego- Shooter ausgelegt, auf den Multiplayer. Die Grundsubstanz vom Vorgänger wurde beibehalten. Es geben sich die Standard Modi die Klinke in die Hand auf den, aus der Kampagne, bekannten Orten. Drohnen müssen verteidigt/ angegriffen werden, Basen müssen gehalten werden und Team- Deathmatch, um nur ein paar zu nennen. Neu ist der Jäger- Modus. Ihr schlüpft wahlweise in die Haut der C.E.L.L. oder der Nanosuits und bekriegt euch. Die Söldner müssen nur versuchen am Leben zu bleiben, während die Jäger dies verhindern wollen. Alles natürlich innerhalb einer bestimmten Zeit. Mit jedem Kill und Abschluss einer Runde, winken XP. Auch die vielen Herausforderungen, die es zu erledigen gibt, werden mit XP belohnt. Habt ihr genug zusammen, dann steigt euer Soldat ein Rang auf und es stehen mehr Waffen oder Fähigkeiten bereit. Mit den zwölf Maps ist auch eine gewisse Langzeitmotivation vorhanden, warten wir es aber ab, wie das Spiel weiterhin unterstützt wird.

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Da fällt die Kinnlade

Grafisch bewegt sich Crysis 3 dank CryEngine 3 auf hohem Niveau. Das war aber schon bei dem Vorgänger ein Vorzeigeaspekt. Die großen, unterschiedlichen Areale und die schön modellierten Ebenen versprechen viel Freiraum in der Vorgehensweise. Es kommen selten leichte aber störende Ruckler vor und die Texturen brauchen etwas mehr Ladezeit an bestimmten Stellen. Das alles fällt nicht allzu sehr ins Gewicht. Die Gesichtsanimationen sind super gelungen und das Positive ist, dass auch die deutschen Synchronsprecher alles richtig machen. Die unterschiedlichen Waffen hören sich vernünftig an und es kommt auch glaubwürdig rüber, wenn die Pistole mit Schalldämpfer abgefeuert wird. Einzig allein der Sound im Kriegsgebiet hätte besser sein können. Darunter leidet die Atmosphäre, wirklich dabei zu sein. Bei dem Motorensound des Buggys könnte man behaupten, man hört eine Nähmaschine auf Speed. Bei der musikalischen Untermalung haben wir uns wohlgefühlt, obwohl wir den Komponist Hans Zimmer, der im zweiten Ableger mitwirkte, vermisst haben.

Krise, welche Krise?

Die Credits laufen den Bildschirm herunter und wir lassen alles Revue passieren. Welche Emotionen begleiten uns dabei? Nun, Crysis 3 ist, wie der in 2011 erschienene zweite Teil. Die Story wird weiterhin gut durchdacht weitergesponnen, aber es fehlen die Highlights und die Emotionen, die den Vorgänger so fesselnd gemacht haben. Die Story war halt vorhersehbar und mit sieben Stunden Spielzeit auch zu kurz. Leider ist auch die Anzahl an Bossfights zurückgegangen. Trotzdem bleibt Crysis 3 ein Ausnahme- Shooter, der sich klar von Battlefield oder Call of Duty abhebt. Nanosuit sei Dank! Der Multiplayer ist eher Standard. Die Ausnahme ist die Tarn- und Panzerfunktion des Suits und diese sorgt für eine gewisse Langzeitmotivation. Fans der Serie sollten es unbedingt gespielt haben und Shooter Freunde bekommen einen etwas anderen Shooter, der unterhaltsame Stunden verspricht.

Gutes

+ Mehr Taktik dank größeren Arealen
+ Super Optik
+ Multiplayer macht dank Nanosuit Spaß

Schlechtes

- Zu kurze Kampagne
- Fehlende Highlights und weniger Bossgegner
- Vorhersehbare, emotionslose Story

8.5 Sehr gut

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