Conarium im Test – Gänsehaut in der Antarktis

Getestet von | 13.02.2019 um 18:03 Uhr

Fans der Literatur von H. P. Lovecraft haben in letzter Zeit einiges zu zocken: Erst erscheint die Spieleumsetzung von Call of Cthulhu, dann kündigt sich The Sinking City für 2019 an – und   jetzt erscheint auch noch Conarium: Ein weiteres Horror-Adventure, das an die alptraumhaften Erzählungen Lovecrafts angelehnt ist. Ob das Spiel von Entwicklerteam Zoetrope Interactive an seine Vorlage heranreicht, haben wir für euch getestet.

Auf- und Abstieg in den Wahnsinn

Conarium basiert auf der Novelle „At the Mountains of Madness“: Eine Gruppe von vier Wissenschaftlern führt Experimente auf einer Forschungsstation in der Antarktis durch. Dabei stoßen sie auf eine uralte Lebensform und gelangen an die Grenzen der Natur.

Wir schlüpfen in die Rolle von Frank Gilman: Desorientiert kommen wir in einer scheinbar verlassenen Station inmitten der eisigen Kälte der Antarktis zu Bewusstsein. Von unseren Kollegen fehlt jede Spur. Also machen wir uns nach ihnen auf die Suche – und versuchen dabei, unsere Erinnerungslücken zu schließen und herauszufinden, was hier vorgefallen ist.

Nach und nach finden wir Hinweise auf die finsteren Ereignisse, die hier stattgefunden haben, während wir mit jedem Schritt dem Wahnsinn ein kleines Stückchen näher kommen. Conarium erzählt die Geschichte seiner Vorlage zwar nicht eins-zu-eins nach, fängt die Stimmung aber so hervorragend ein, dass sich Kenner von Lovecrafts Werken direkt zuhause fühlen werden. Die Handlung bleibt dabei bis zum Ende hin kryptisch. Wer alle Zusammenhänge verstehen will, muss Dokumente und Briefe lesen und Hinweise entschlüsseln, die sich aus diversen Fundstücken ergeben. Denn: Allem voran erzählt die Spielwelt die eigentlich Geschichte.

Schönheit im Zerfall

Eines ist auf den ersten Blick klar: Conarium sieht absolut fantastisch aus. Die Umgebung ist stimmungsvoll in Szene gesetzt und trägt viel zur Atmosphäre des Spiels bei. Egal, ob wir uns durch die beklemmende Enge der Forschungsstation, arktische Schneestürme, obskure Tunnelgewölbe oder uralte Ruinen bewegen – die Präsentation stimmt.

Und: Die Welt ist überraschend abwechslungsreich. Während andere Genrevertreter ein sehr eintöniges Setting bieten, das sich mit der Zeit abnutzt, durchwandeln wir in Conarium die unterschiedlichsten Schauplätze. Etwas weniger liebevoll gestaltet sind die Charaktermodelle. Da wir diese aber ohnehin nur selten zu Gesicht bekommen, fällt das allerdings kaum ins Gewicht.

Besitzer einer PlayStation 4 Pro dürfen sich außerdem über eine höhere Bildauflösung freuen. Darüber hinaus unterstützt das Spiel HDR. Wer einen entsprechend ausgestatteten Fernseher besitzt, bekommt also ein kontrastreicheres und brillanteres Bild geliefert.

Gutes

- hübsche Grafik
- hervorragender Soundtrack
- starke Atmosphäre
- spannende Handlung

Schlechtes

- rudimentäres Gameplay
- kurze Spielzeit

7.5 Gut

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