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Cities: Skylines im Test – Bob der Baumeister für Erwachsene

Artikel von | 24.08.2017 um 19:28 Uhr

Mit Cities: Skylines schaffte der finnische Entwickler Colossal Order 2015 seinen Durchbruch. Die Städtebausimulation erinnerte an Zeiten, als man noch stolz behaupten konnte, Sim City zu spielen. Doch der Markt hat sich geändert und nun ist Cities: Skylines das Maß aller Dinge. Zwei Jahre später ist der Titel nun auch auf der PlayStation 4 verfügbar und eigentlich kann dem nur eins im Weg stehen: Die Steuerung. Wie gut diese, sowie das komplette Spiel auf der PS4 laufen, erfahrt ihr in unserem Test.

Werdet zum Bürgermeister eurer Wunschstadt!

Ihr gründet eine Stadt, seid der Bürgermeister dieser und verwaltet sie. Bürger wollen zufrieden sein, Firmen wollen Geld machen, ihr wollt wiederum ihr Geld und baut deshalb immer weiter und größer. Straßen, Dienstleistungen, Kultur, Finanzen und Politik sorgen teils auch für Probleme. Das ist die Story des Spiels, die Einzelheiten und wie weit ihr kommt – tja, diese Geschichte schreibt wiederum ihr selbst.

Vom Dorf zur Stadt zu Problemen

Wer Cities: Skylines schon kennt und keine Erklärung zum grundlegenden Gameplay braucht, der kann sicherlich direkt zur Steuerung wechseln, für alle anderen gibt es hier noch eine kurze Zusammenfassung.

Im Spiel fängt alles mit einer Straße an, denn beim Anfangsgebiet hat man eine Einfahrt sowie eine Abfahrt. Diese müssen mit eurer Stadt verbunden sein, damit Leute die Stadt besuchen und natürlich auch wieder verlassen können. Dann kommen die weiteren Elemente hinzu, ihr braucht natürlich eine Wasserversorgung, sowohl für Frischwasser, als auch Abwasser und Strom. Habt ihr die Grundbedürfnisse gestillt, beginnt der nächste Schritt und ihr gebt den Einwohnern Plätze für Wohnungen und Industrie. Das geschieht dadurch, dass ihr mit jeder Straße einen gewissen Baufähigen Bereich schafft und diesen dann entweder für Wohnungen oder Industrie vergeben könnt. Dann muss noch alles mit Wasserrohren verbunden und zum Stromnetz angeschlossen werden. So gesehen steht jetzt nichts mehr im Weg, denn die Bürger bauen die Gebäude selbst auf, sobald sie vergeben wurden. Doch hier kommen auch die ersten Probleme. Die Leute wollen natürlich eine Schule haben, eine Arztpraxis wäre auch nicht schlecht, ne Feuerwehr umso besser und vergesst bloß nicht die Polizei oder Müllabfuhr (das sind zwei unterschiedliche Gebäude). Wenn ihr das erste mal eine Stadt plant und merkt, dass eines dieser Dinge fehlt, dann kann das bei eurem knappen Budget schon schwere Folgen haben. Und das ist nur der Anfang.

Cities: Skylines - PS4 Review Test 3

Ihr müsst euch nämlich erst mit dem Spiel vertraut machen und wohl ein paar Mal neustarten, bis ihr die Basics drauf habt und mit eurem begrenzten Kapital zurechtkommt. Eure Einnahmequelle ist nämlich Primär die Steuer von Bürgern und Industrie. Aber wenn die nicht zufrieden sind oder erst gar nicht in eure Stadt kommen, dann könnt ihr auch nicht mehr weiter planen. Ihr geht also mit kleinen Schritten voran und baut die Stadt Schritt für Schritt auf. Wichtig ist hier auch, dass ihr dann auch neue Gebäude und finanzielle Boni bekommt, sobald eure Stadt eine gewisse Einwohnerzahl erreicht hat. Neben Krankenhäusern, Zügen, Universitäten oder Gefängnissen, gibt es auch noch neue politische Möglichkeiten um Richtlinien für die Stadtteile zu erstellen. Habt ihr aber alle Bedürfnisse der Bürger erfüllt, dann renovieren sie ihre Gebäude und sind dementsprechend glücklicher. Dafür müsst ihr beispielsweise Parks und Freizeitmöglichkeiten schaffen, eine optimale Verkehrsanbindung oder ein sauberes Gebiet ohne Umweltverschmutzung schaffen. Beim Wachstum der Stadt bekommt ihr mehr Möglichkeiten und habt damit immer wieder das Ziel, das Gebiet zu vergrößern und alle Wünsche zu befriedigen.

Dieser Punkt hat uns aber irgendwann genervt, weil wir viele Gebäude auf der höchsten Stufe hatten und die Einwohner dennoch immer mehr und mehr gefordert haben – aber wenn man ihr Haus durch einen Park ersetzt oder die Steuern erhöht hat um das zu finanzieren, dann sind sie auch nicht glücklich, komisch, ganz anders als im echten Leben. Andere Gebäude hatten auch Anforderungen die nicht ganz klar waren und somit für Unzufriedenheit gesorgt haben. Wie ihr seht, oder lest, ist das planen einer Stadt nicht ganz so einfach und mit allerlei Problemen bestickt. Dennoch macht es Spaß und man verbringt Stunden mit dieser Pflicht als Vater/Mutti der Stadt und allen Problemen der Einwohner, besonders weil man einfach nebenbei Musik hören oder sogar irgendeine Serie schauen kann und einfach mal entspannt. Möchte man noch weniger Sorgen haben, kann man bei der Gründung der Stadt auch unbegrenztes Kapital und alle Gebäude freischalten. So kann man ganz entspannt und sorgenfrei sein Utopia erschaffen, zumindest bis die Bürger wieder Probleme haben.

Cities: Skylines - PS4 Review Test 2

Die Steuerung läuft wie die Deutsche Bahn: nicht immer rund

Wir wollen gar nicht groß drum herum reden. Natürlich hat man mit Maus und Tastatur mehr Präzision und Möglichkeiten als mit einem Controller. Gerade deswegen haben die Entwickler einige Menüs und Möglichkeiten etwas versteckt, um alles mit dem Controller zu ermöglichen. So kann man unten mit den Analog-Tasten zwischen den Kategorien (Straßen, Stadtteile, Gesundheitswesen usw.) wechseln und hat beim Öffnen eine weitere Leiste mit Optionen die man mit den Schultertasten wechseln kann – das funktioniert auch ganz gut. Auch die ganzen Stadtinformationen sind gut zu erreichen und man erhält Informationen über Umweltverschmutzung, Rohstoffe und Verkehr.

Doch der wohl größte Kritikpunkt geht wohl an das erweiterte Menü, dass besonders bei Straßen benutzt wird. Beim Planen einer geraden Straße kann man sie entweder Gerade, Gebogen oder nach eigener Form bauen, außerdem auch noch verbessern und die Straßenrichtung ändern. Um zwischen diesen Optionen zu wechseln, müsst ihr Dreieck gedrückt halten und dann mit den Stick zwischen den fünf Möglichkeiten wechseln und Dreieck loslassen. Damit sind Probleme einfach vorprogrammiert und wir hatten es auch recht oft, dass die Eingabe nicht akzeptiert wurde – hier hätte man es wohl einfacher gestalten können indem man vielleicht das Touchpad gut eingebunden hätte. Die einzige Funktion davon ist nämlich nur das HUD ein-/auszublenden. Ansonsten ist die Steuerung recht Erwartungsgemäß. Man kann mit L2/R2 zoomen, der Cursor zum Anvisieren liegt auf dem linken Stick und funktioniert super, und zum markieren von Feldern hat man auch verschiedene Tools um großflächig zu arbeiten. Alles in allem ist die Steuerung auf der PlayStation 4 sehr gut und man kann alles machen, wenn auch etwas langsamer. Aber weil man mit L3 die Zeit sowohl schneller als auch komplett anhalten kann, ist dies kein Problem und man kann in aller Ruhe die Stadt seiner Träume bauen.

Cities: Skylines - PS4 Review Test

Mit großer Stadt kommt große Verantwortung

Kommen wir zur Optik und Technik des Spiels. Auch hier müssen wir nicht groß um den heißen Brei herum reden. Wir haben zwar auf der PlayStation 4 Pro gespielt, doch im Vergleich zu manch einem PC, ist die Power der Sony Konsole natürlich limitiert. Deshalb gibt es logischerweise auch Einbußen bei der Grafik des Spiels. Gerade wenn man eine etwas größere Stadt gebaut hat und durch Autos, Schiffe, Menschen und Gebäude sehr viel passiert, dann sieht man doch, wie die Konsole etwas arbeitet und manche Texturen teils nachladen oder ausgeblendet werden, wenn man mit der Kamera etwas weiter weg geht.. Aber große Probleme gibt es nicht, da alles noch flüssig läuft. Man bekommt trotzdem ein schönes Erlebnis und kann auch mal einzelne Personen oder Fahrzeuge bei ihrem Alltag verfolgen, was ganz nett ist. Es gibt nämlich, auch wegen des Tag-/Nacht Rhythmus einige optisch beeindruckende Momente im Spiel

Was man hier auch erwähnen sollte ist, dass die PlayStation 4 Version die Erweiterung After Dark enthält und somit auch die Elemente Tourismus und Nachtleben dabei sind. Mods oder ähnliches, wie bei der PC Version, sind hier nicht möglich und man ist abhängig vom Entwickler, ob mehr Inhalte und andere Verbesserungen kommen werden. Als Langzeitmotivation hat man natürlich das Ziel eine möglichst große und perfekte Stadt zu bauen, ansonsten hat man einigen Stunden und einer größe von 65.000 Einwohnern die meisten Gebäude und man schaltet die Monumente frei, die abhängig von bestimmten Meilensteinen von euch sind, es gibt also noch einiges zu tun.

Der Sound des Spiels hält sich doch recht stark zurück. Es gibt zwar die klassischen beruhigenden Melodien, die entspannen sollen, aber die sind nicht so besonders. Ansonsten hört man die Leute bei ihren alltäglichen Aktionen, die Firmen bei der Arbeit und sonstige dazugehörige Geräusche – was alles sehr stimmungsvoll ist. Sicherlich werden die meisten aber irgendwann zu ihrer eigenen Musik wechseln und so richtig entspannen, denn dafür ist das Spiel perfekt und man verpasst eigentlich auch nichts.

Fazit: Können wir das schaffen? Yo, das schaffen wir!

Cities: Skylines ist sowohl auf dem PC, als auch der PlayStation 4 das Maß aller Dinge bei den Städtesimulationen, auch weil es natürlich wenig Konkurrenz auf dem Konsolenmarkt gibt. Dennoch ist es erfrischend ein solches zu haben, denn stundenlang an einer Stadt zu arbeiten, sich Gedanken zu machen und stets verbessern zu wollen, macht schon richtig Laune und ist eine super Abwechslung zu den ganzen Shootern und online Spielen, bei dem man nur selten zur ruhe kommt. Bei der Steuerung gibt es zwar kleine Probleme und man muss mit ein paar Einbußen leben, aber letztlich funktioniert alles und gerade weil man nicht gehetzt wird, kann man auch auf der Konsole die Stadt seiner Träume bauen. Optisch und technisch sieht man auch kleinere Einbußen, doch die sind halb so wild, weil das Gesamtpaket einfach stimmt und Cities: Skylines hervorragend auf der PS4 funktioniert und unterhaltsam ist.

Cities: Skylines Testbericht

Cities: Skylines

  • Release: 15.08.2017
  • Genre: Action-Aufbauspiel, Strategie
  • Entwickler: Tantalus Media
  • Publisher: Koch Media, Paradox Interactive

Gutes

+ Sehr detailreiche Städtebausimulation
+ Erweiterung After Dark enthalten
+ Perfekt zum entspannen und Musik/ Podcast hören
+ Steuerung auf Controller im Großen und Ganzen gut,

Schlechtes

- … jedoch mit ein paar Problemen
- Bedürfnisse der Bürger nerven irgendwann

8.8 / 10 Sehr gut

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