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Call of Duty WW2 im Test: Zurück zu den Wurzeln

Artikel von | 10.11.2017 um 15:30 Uhr

Die Call of Duty Serie hat in den vergangenen Jahren mehr und mehr von ihrem Glanz verloren. Von gegenwärtigen Kriegsschauplätzen ging es zuletzt in die Zukunft – die nicht jeder gemocht hat. Mit Infinite Warfare kämpfte man sogar auf Mond und Co. gegen den Computer und natürlich gegen echte, menschliche, Spieler. Dass dieser Trend der Serie nicht gut getan hat, spiegelte sich in den Verkaufszahlen deutlich wieder.

Klar also, dass sich an der Ausrichtung von Call of Duty etwas ändern musste. Und im Mai diesen Jahres kündigte Sledgehammer Games dann in einem groß angelegten  Event Call of Duty: WW2 an. Damit wurde klar, dass man sich mit dem neuesten Ableger auf die Wurzeln der Serie besinnt, welche sie einst so groß gemacht hat. Wie gut Back-to-the-Roots funktioniert und ob es sich endlich wieder um ein Call of Duty handelt, wie wir es einst lieben gelernt haben, klärt unser Test.

Willkommen im Dreck

Wie ihr sicherlich wisst, steht das WW2 in Call of Duty für eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Menschheitsgeschichte: den zweiten Weltkrieg. Mehr als 65 Millionen Menschen kamen in dem Konflikt ums Leben, die Nachwirkungen sind bis heute zu spüren – und ganz wird man diesen Krieg auch nie vergessen. Damit tritt Call of Duty: WW2 in große Fußstapfen und versprach bereits vor Release eine Story-Kampagne, welche historisch korrekt umgesetzt werden soll.

6ter Juni 1944 – Operation Overlord, die Landung in der Normandie. An diesem Tag landeten die Alliierten an einem Strandabschnitt im Norden Frankreichs. Wer sich an “Der Soldat James Ryan” und zahlreiche andere Weltkriegs-Shooter erinnert, kann schon erahnen, was ihn hier erwarten wird. Als Private Ronald “Red” Daniels erwachen wir in einem der unzähligen Landungsschiffe. Einige unserer Kameraden unterhalten sich, andere haben Angst – es ist eine gewisse Anspannung zu spüren. Von hinten meldet sich eine Stimme: “Noch 20 Sekunden.” Gleich ist es soweit. Wir kommen dem Strand schnell näher. Immer wieder pfeifen Schüsse an uns vorbei oder es schlagen andere Geschosse und Granaten neben unserem Boot ein. Wir sollen uns auf erbitterten Widerstand einstellen. “Noch 5.” Es wird ruhig in unserem Transporter. Keine Schlachtrufe mehr. Im wahrsten Sinne des Wortes, die Ruhe vor dem Sturm. “Laderampe runter”, brüllt es wieder von hinten. Mit dem Absetzen der Klappe hagelt es Schüsse in unser Boot. Kopfschüsse. Körperteile werden abgetrennt. Geschrei, schmerzverzehrtes Gebrüll. Direkt vor uns fallen unsere Kameraden wie die Fliegen. Nichts für schwache Nerven. Call of Duty: WW2 hat es in den ersten Minuten der Kampagne wirklich geschafft Herzklopfen hervorzurufen. Ein trockenes Schlucken bevor uns ein anderes Boot mit voller Geschwindigkeit rammt und wir ins eiskalte Wasser fallen. Es ist in den ersten Minuten der Mission kein wirklicher Angriff, vielmehr kämpfen wir nur darum am Leben zu bleiben. Und das ist gar nicht so leicht.

Viel mehr möchten wir euch von der Story nicht verraten. Nur so viel: Call of Duty – typisch geht es actionreich zur Sache. Gespickt wird die Story, welche im normalen Durchlauf etwa 7 – 8 Stunden dauert, immer wieder mit ernsten Momenten, die gut inszeniert sind. Die Landung in der Normandie schafft eine dichte Atmosphäre von Anfang an, kann diese aber nicht aufrecht erhalten, was sehr schade ist. Zum einen dauert die Eroberung des Strandes nicht lange. Wir müssen hier und da in Deckung gehen, kommen so schnell voran, dass die Dramatik dabei vollkommen verloren geht. Um uns herum passiert so viel, es ist hektisch – aber wirklich interessieren tut uns das nicht. Auch im weiteren Storyverlauf verpasst Call of Duty: WW2 die Chance, sich wirklich mit ernsten Themen des zweiten Weltkriegs auseinanderzusetzen. Es sind bekannte, historisch wichtige, Kriegsschauplätze in den einzelnen Missionen verpackt – nur wird nicht selten maßlos übertrieben.

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Call of Duty: WWII Testbericht

Call of Duty: WWII

  • Release: 03.11.2017
  • Genre: Action, Ego Shooter
  • Entwickler: Sledgehammer Games
  • Publisher: Activision

Gutes

- Sounds & Grafik schaffen tolle Atmosphäre
- Detaillierte Waffendesigns
- Zombiemodus mit vielen sinnvollen Neuerungen
- Klassisches Gameplay dank WW2-Setting im Multiplayer
- Divisionen verschaffen MP mehr Tiefgang
- Onlinemodi halten stundenlang bei Laune
- Gut inszenierte Story...

Schlechtes

- ...welche dem hohen Anspruch aber nicht gerecht wird
- Serverprobleme, Abstürze & Lags zum Release
- Hauptquartier verfehlt (momentan) seinen Sinn
- Teilweise katastrophales Matchmaking im MP
- Lange Ladezeiten

8.2 / 10 Sehr gut

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