Call of Duty: Modern Warfare Remastered im Test – Die guten, alten Zeiten

Getestet von | 10.11.2016 um 17:08 Uhr

Am 08. November 2007 erschien Call of Duty: Modern Warfare und sorgte für eine kleine Evolution im in seiner Zeit angestaubten Shooter Genre. Darauf folgte jedes Jahr ein neuer Teil des Kriegsgetümmels und man konnte Hit auf Hit landen. Langsam aber sicher macht sicher aber bei Call of Duty Ermüdung breit. Umso schöner vielleicht, dass der Teil der alles ins Rollen brachte, neu aufgelegt wurde. Wir haben das Remaster von Modern Warfare getestet und verraten euch, ob sich eine weitere Runde lohnt. Gerade in der Hinsicht, dass man an den alten Teil nicht ohne den neuen Teil Infinite Warfare ran kommt.

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Als der Krieg noch normal war

Wir schreiben das Jahr 2011 und die Terroristen Imran Zakhaev und Khaled Al-Asad planen einen Angriff auf die USA. Wir müssen dies natürlich verhindern und schlüpfen dafür in die Rollen von “Soap” MacTavish und Paul Jackson. Während Jackson Teil der United States Marines ist, gehört Soap zum britischen S.A.S.. Während der Kampagne wechseln wir immer wieder zwischen den beiden. Kenner der Reihe wissen sicher auch, dass es sich bei Soap um einen wichtigen Charakter handelt, der bei allen drei Modern Warfare Teilen eine Rolle spielt. Im ersten Teil ist er jedoch noch der neue und dem Veteranen Captain Price unterstellt. Dieser ist auch eine feste Größe in Call of Duty. Zusammen bestreiten sie viele Missionen und dabei verschlägt es sie an abwechslungsreiche Orte. Gespickt wird die Handlung mit spannenden Missionen und sogar ein paar Twists sind dabei. Gekrönt wird das Ganze dann mit einem epischen Finale und einer besonderen Bonus Mission, die sicher vielen noch in Erinnerung ist. Diese Epik und die speziellen Momente wurden seit jeher ein Markenzeichen der Reihe. Die Sniper Mission in Tschernobyl ist unvergessen, auch Soap und Price kennen die meisten heute noch. Natürlich liegt es auch daran, dass es damals ein unglaublicher Hit und gewissermaßen das erste seiner Art war. Wahrscheinlich hat man sich gerade deswegen entschieden, dieses Spiel zu remastern. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass auch anderen Teile nun eine Frischzellenkur erfahren könnten.

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Nicht so abgehoben

Wir haben ja vor kurzem erst Infinite Warfare getestet und jetzt direkt darauf Modern Warfare zu spielen, hinterlässt schon einen seltsamen Eindruck. Während Infinite Warfare neue Weiten erforscht und in Sachen Schauplätze und Action womöglich größer als je zuvor ist, geht es bei Modern Warfare deutlich geerdeter zu, fast schon langweilig. Hier ist ein Helikopter Flug, bei dem wir aber nur am Geschütz sitzen, schon fast das höchste der Gefühle. Abgesehen davon sind wir nahezu immer zu Fuß unterwegs und es gibt auch keine Doppelsprünge, Wall Runs, selbst das Rutschen am Boden fehlt. Doch ist das ein Problem? Nein! Denn genau das wollen viele Call of Duty Spieler wieder. Es ist zwar immer noch recht schnell, doch merkbar träger als Infinite Warfare oder ein Titanfall 2. Aber es funktioniert dennoch wunderbar und macht Spaß wie eh und je. Das Gunplay war und ist immer noch schnell, präzise, eingängig und funktioniert wunderbar. Allgemein wurde am Gameplay absolut nichts im Remaster geändert, außer Kleinigkeiten im Multiplayer, doch dazu kommen wir noch. Auch an dem Schwierigkeitsgrad Veteran hat sich nichts getan, der ist immer noch die absolute Hölle. Während es von Teil zu Teil gefühlt immer einfacher wurde, ist Modern Warfare immer noch knallhart. Wer damals die Mission “Über den Wolken” auf Veteran gespielt hat, hat bestimmt heute noch Alpträume davon. Wir haben sie auch dieses mal wieder geschafft und es hat uns nur knapp 2 Stunden gekostet…….und sehr viele Nerven. Wenn man die Kampagne dann beendet hat, gibt es noch den Multiplayer. Zombie Modus oder Spezialeinsätze gab es damals noch nicht und sind dementsprechend auch jetzt nicht dabei.

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Das Highlight

Nun zum wohl wichtigsten Punkt, dem Multiplayer. Dieser hat damals Neuerungen gebracht, die man heutzutage nicht mehr wegdenken kann. Level-System, Freischaltungen, Kill Streaks, Prestige oder das Klassen erstellen. Natürlich ist das alles immer noch dabei, man hat überhaupt nichts zu damals entfernt oder großartig verändert. Neuerungen sind eher klein und oberflächlich. Beispielsweise hat man ein paar Dinge implementiert, die damals noch nicht dabei waren, heute aber Standard sind. So sind diesmal Medaillen dabei wie Kopfschuss, Doppel Kill oder Blutdürstig. Diese lassen sich aber abschalten, um näher am klassischen Erlebnis zu sein. Mit dabei sind jetzt auch die finale Killcam, goldene Tarnungen für alle Waffen, detaillierte Statistiken oder das begutachten der Waffen. Letztere geschieht durch Knopfdruck im Match und dann kann man sich seine Waffe genauer angucken, manche haben sogar spezielle Animationen dabei. Damit haben wir schon die markantesten Änderungen abgehandelt. Hier und da gibt es noch ein paar Details, doch bei denen fragt man sich eher, ob sie nicht doch schon damals dabei waren oder man bemerkt sie gar nicht.

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Das Gameplay wird hier jedoch in keinster weise beeinflusst. Beim erstellen der Klasse bleibt man auch beim alten und hat das Menü lediglich optisch modernisiert. Im Gegensatz zu den neueren Teilen, gibt es Primärwaffe, Sekundärwaffe, Granaten und dann Extra 1, 2 & 3 – das war es schon. Auch bei den Killstreaks bleibt man bei den 3 Klassikern – Drohne, Luftschlag, Helikopter. Bei den Maps hat man aktuell noch 10, doch die restlichen 6 kommen alle im Dezember kostenlos dazu. Call of Duty und kostenlose Inhalte?! Ja, sowas gibt es. Obwohl man ja theoretisch mehr zahlen muss und Infinite Warfare kaufen muss, wenn man das Remaster haben will, aber das ist ein anderes Thema. Ambush, Backlot, Bog, Crash, Crossfire, District, Downpour, Overgrown, Shipment und Vacant sind aktuell dabei, im Dezember folgen dann Strike, Showdown, Countdown, Bloc, Wet Work und Pipeline. Wer früher schon lange Spaß am Multiplayer hatte, der wird sich freuen zu hören, dass es nun 20 Prestige Ränge gibt. Für jeden gibt es ein Freischalt-Token mit dem ihr ein Ausrüstungsteil oder Extra permanent freischalten könnt. Eine Kleinigkeit gibt es da aber noch, die uns etwas störend auffiel. Wir sind uns hier aber nicht sicher, ob es damals schon genauso war. Und zwar sind die Spawns teilweise etwas dürftig. Es passiert zum Glück nur selten, aber manchmal sind wir wirklich 1-2 Sekunden nach dem Spawn wieder tot gewesen. Auf der anderen Seite hatten wir aber auch das Glück, gleich 1-2 Sekunden nach dem Spawn das erste Opfer vor der Flinte zu haben. Aber der erste Shooter der dieses Problem komplett bewältigt, ist bis heute noch ein Mythos.

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Remaster Deluxe

Normalerweise wird bei Remastern nur die Auflösung und die Framerate optimiert und alle DLCs sind dabei. Bei Modern Warfare hat man die Optik jedoch komplett überarbeitet. Man sieht kaum noch, dass es ein PS3 Titel der ersten Tage ist. Zwar zieht man im Vergleich mit den meisten Titeln der heutigen Zeit noch immer den kürzeren, doch die Verbesserungen sind enorm und unübersehbar. Licht, Schatten, Texturen und Effekte, alles wurde generalüberholt. Glücklicherweise bleibt das Gameplay dennoch 1:1 wie damals. Würden andere Remasters so viel Aufwand zeigen, würde der Ruf dieser vielleicht ein besserer sein. Die einzigen Remaster die gleichwertig lohnenswert erscheinen, sind unter anderem ein paar von Capcom. Bei den meisten von denen gibt es zwar keine merkbaren optischen Sprünge, doch in Sachen Gameplay bietet man hier genug neues um einen erneuten Kauf zu rechtfertigen. Vielleicht setzt sich das ja durch und kommende Remaster werden ebenso stark verbessert. Skyrim ist da auch ein gutes Beispiel, da die Optik hier auch ordentlich aufpoliert wurde. Obwohl die Grafik zwar deutlich verbessert wurde, hat man beim Sound nichts verändert. Ob das nun gut ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Die Sprecher waren damals schon super, die Musik passend und atmosphärisch. Was jedoch auffällt, sind die Waffensounds. Diese sind keineswegs schlecht, doch es fehlt einfach der wumms. Wenn man sich die Shooter der heutigen Zeit anschaut, wo es an allen Enden kracht und scheppert, ist man hier schon fast etwas zahm. Dies ist womöglich der einzige Punkt, der den Lauf der Zeit nicht ganz übersteht.

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Fazit – Besser als das Original

Modern Warfare war damals ein Meilenstein und auch noch heute ist es ein Hit. Natürlich hat sich seitdem einiges getan, besonders im Multiplayer, doch es macht immer noch ordentlich Laune. Die Kampagne ist immer noch eine der besten der Reihe und nach der Frischzellenkur sieht sie besser aus denn je. Der Multiplayer ist immer noch das Highlight und man hat ein paar nette Elemente eingebaut, die damals noch nicht dabei waren. Diese beeinflussen aber nicht das sowieso schon perfekte Gunplay. Bleibt die Frage, ist es den Kauf wert? Da man Infinite Warfare dazu kaufen muss und es benötigt, damit Modern Warfare überhaupt gespielt werden kann, darf man etwas tiefer in die Tasche greifen. So muss man ~80€ zahlen, also einen Aufpreis von 20€ für Modern Warfare. Ob man das zahlen möchte, muss jeder für sich entscheiden. Wenn man jedoch eh geplant hat, Infinite Warfare zu kaufen, ist der Aufpreis den Mehrwert absolut wert. Für nur 20-30€ für Modern Warfare würden wir eine absolute Empfehlung aussprechen. Der Infinite Warfare Zwang wird vielen ein Dorn im Auge sein. Wer deshalb noch unsicher ist, muss einfach warten und hoffen, dass das Remaster irgendwann einzeln erscheint.

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Gutes

- Grafik ordentlich aufpoliert
- Multiplayer immer noch ein Hit
- Spannend und toll inszenierte Kampagne
- Veteran Schwierigkeit immer noch Knochenhart
- Gameplay immer noch erstklassi

Schlechtes

- Infinite Warfare muss dazu gekauft werden
- Könnte für Leute, die nur die neuen Teile kennen, zu altbacken sein
- Waffensounds etwas lasch

8.7 Sehr gut

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