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Call of Duty: Modern Warfare 3 – Review

Artikel von | 19.11.2011 um 00:00 Uhr

Und wieder einmal ist es Zeit, die Waffen auszupacken und den Abzug zu drücken. Pünktlich am zweiten Dienstag im November, erblickt das achte Call of Duty das Licht der Welt. Modern Warfare 3 heißt es und damit ist auch der Entwickler klar, nämlich Infinity Ward. Mit dem dritten Teil soll die Trilogie nun ein Ende finden. Ob Modern Warfare 3 jedoch seine Vorgänger überflügeln kann und ob es sich gegen die Konkurrenz durchsetzt, erfahrt ihr hier, auf PS3inside.de

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World War 3

USA gegen Russland, eigentlich ein typisches und beinahe schon zu verbrauchtes Szenario. In Modern Warfare 3 jedoch, hat diese Auseinandersetzung ganz andere Dimensionen. Was einst mit dem Ultranationalisten Zakhaev begann, wurde nun von Makarov weiter geführt. Der dritte Weltkrieg klopft an und sieht böse aus, zumindest im Angesicht der Amerikaner. Kurzes Backround-Wissen. Die Story knüpft direkt an den Geschehnissen aus Teil 2 an, dieser knüpfte an den zuvor erschienenen ersten Teil an. Während ihr im ersten Teil eine nukleare Bedrohung, eingeleitet durch Imran Zakhaev, an die USA vereitelt und diesen später auch tötet, wird im zweiten Teil die USA zum Sündenbock bei einem Massaker in einem russischen Flughafen durch Vladimir Makarov hingestellt. Die Russen sehen dies als offizielle Kriegserklärung und starten einen Feldzug gegen die USA, bei der sogar das Weiße Haus nicht verschont bleibt. Zwar versuchen die USA ihre Unschuld zu beweisen und Makarov zu stellen, doch vergebens. Hier beginnt nur Teil 3, wo der Krieg bereits Fortschritte gemacht hat, denn neben den USA, hat Russland auch schon Spuren auf europäischem Boden hinterlassen. Nach einstimmigen Intro, in der kurz vergangene Schlüsselszenen der Story nochmals angeschnitten werden, starten wir mitten in Manhattan, denn die Russen haben ganz New York eingenommen und rücken immer weiter vor. In der Rolle des Soldaten Frost, sollen wir nun einen Störsender zerstören, der sämtliche Funksprüche blockiert. Schon nach einigen Minuten Spielzeit fühlt man sich wieder wie in einen Michael Bay Film hinein versetzt. Das Erfolgsrezept für die Story wurde nämlich auch in Modern Warfare 3 keineswegs verändert. Statt tiefgründiger Story, gibt es knallharte Action, verpackt in einer Kinoreifen Inszenierung. Das ist es, was diese Spielereihe schon seit Jahren auszeichnet und weiterhin auszeichnet. Man braucht nicht groß drum herum zu reden, die Story fesselt einen indem Moment, wo man selbst das Zepter in die Hand nimmt und lässt einen erst wieder los, hat man das letzte Kapitel gesehen. Wie immer ist dies der bereits erwähnten Action und Inszenierung zu verdanken. In keinem anderen Shooter findet man solch eine Intensität und dies ist in der Story auch der größte Pluspunkt. Wegen der hohen Abwechslung was Missionen und Schauplätze angeht, wird einem nie langweilig und auch der typische Zweier-Handlungsstrang, hält einem auf Trab. Durch die Art der Story ist das Spiel natürlich mehr geskripted als viele anderen Shooter, doch dies hat im Gegensatz zu den Vorgängern nachgelassen und fällt nicht mehr so offensichtlich ins Auge. Auch sind die Areale in denen man sich bewegt zum Teil größer ausgeschmückt und bieten dementsprechend mehr Freiraum. Jedoch braucht man keine alternativen Zielwege erwarten. Der Weg ist dennoch streng vorgegeben und oftmals müsst ihr einem Kameraden, oder einem Fahrzeug folgen. Die Spielzeit ist nach wie vor mit 5-6 Stunden auf normalen Schwierigkeitsgrad recht kurz gehalten. Zwar ist man dies bei Call of Duty bereits gewohnt, aber mehr könnte es dennoch sein, immerhin ist ein Multiplayer keine Entschuldigung für eine kurze Story, um das schon mal vorweg zu greifen. Zum Thema Grafik gibt es unzählige Meinungen, doch egal was jemand über die alte Engine sagt, sie leistet immer noch gute Arbeit. Das Spiel sieht, vergleichsweise zu Genre-Kollegen, gut aus, besticht durch viele Details und einer sauberen Technik, die kaum Fehler aufweist. Die Grafik erfüllt damit also voll und ganz ihren Zweck, nicht mehr und nicht weniger, daher ist die Grafik eindeutig ein Pluspunkt, denn diese passt, um es sprichwörtlich auszudrücken, wie die Faust auf’s Auge. Über die Steuerung und den Sound brauchen wir kaum Worte verlieren ,außer, dass beides wunderbar zum Spiel passt. Der Sound klingt, ausgenommen die Waffen, super. Die Waffen klingen alle sehr gleich und plastisch, was eigentlich absolut nicht zum Rest passt. Die Steuerung ist so perfekt wie eh und je und jeder fühlt sich nach 10 Minuten sofort heimisch und kann sonst noch die Steuerung leicht konfigurieren.

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Für den Spielspaßhunger zwischendurch

Neben der Story gibt es natürlich noch andere Dinge zu entdecken und neben dem Multiplayer, den wir erst mal außen vor lassen, gibt es da noch den Spezialeinheiten-Modus. Dieser hat sich im Vergleich zu seinem Vorgänger um einiges vergrößert und bietet wesentlich mehr. So besitzt der Modus zunächst einmal zwei Oberkategorien. Zu einem die Spezialeinheitenmissionen. Diese kennt der Spieler bereits aus dem Vorgänger. Hier gilt es, bestimmte Missionen zu meistern, die meist aus den Leveln des Spiels stammen, aber ganz andere Ziele beinhalten. Es kann natürlich auch sein, dass extra eigens ein Level erstellt wurde. Der Umfang umfasst dabei 16 verschiedene Missionen, die einen hohen Unterhaltungsgrad haben, da sie sehr abwechslungsreich sind. Mal müsst ihr einen Testparcour so schnell es geht durchlaufen, dann feindliche Daten sichern, oder einen Stealtheinsatz vollführen. Bei erfolgreichem Abschluss, werden euch Sterne verliehen. Die Anzahl hängt mit der Schwierigkeit zusammen. Soldat bekommt ein Stern, Söldner zwei und Veteran ganze drei Sterne. Der nächste Oberpunkt ist neu, denn dieser nennt sich Überleben. Moment mal, Überleben, dass von den Treyarch Spielen? Jaein, vom Prinzip her schon, jedoch handelt es sich dabei nicht um den Zombiemodus, den man bei World at War, oder Black Ops zu sehen bekommt. Bei Überleben spielt ihr auch 16 verschiedene Level. Dies sind die Mehrspielerkarten, die euch ganz offen stehen. Es kommen nun Soldatenwellen auf euch zu, die ihr schaffen müsst. Habt ihr dies geschafft, kommt die nächste Welle. Das geht solange so weiter, bis ihr sterbt, dann ist Ende. Der erste große Unterschied zu dem Zombiemodus ist also, dass es schon mal keine Zombies sind, sondern Soldaten, später auch Hunde, Helis, oder Juggernauts. Auch spielt ihr nicht auf Level die durch Geld erweitert werden und ihr die Eingänge stetig dicht machen müsst. Stattdessen werden nach und nach mehr Hilfen in Form von „Shops“ freigeschalten. Insgesamt drei verschieden Stationen habt ihr verteilt auf der Map. Bei Station eins kauft ihr Waffen ein und verbessert diese. Bei der Nächsten holt ihr euch neue Ausrüstungen und Perks und bei der Letzten, könnt ihr euch Abschussserien-Belohnungen holen. Ihr seht also, vom Aufbau her ganz anders als man es von Treyarch kennt. Auch neu ist, dass ihr einen allgemeinen Rang habt, den man auch im Multiplayer bekommt. Dieser hat mit dem aber nichts zu tun und gilt nur für diesen Modus. Damit schaltet ihr neue Dinge für den Überlebensmodus frei und schaltet weitere Level für beide Punkte frei.

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Die Riesenportion Motivation

Nun sind wir endlich bei dem angekommen, was die meisten Spieler sicherlich als erstes ansteuern, worauf am sehnlichsten gewartet und was am wichtigsten für das Spiel ist, der Multiplayer. Dieser ist selbstredend wieder nach dem gleichem Rezept gebraut worden, wie er es auch schon in Vorgängern getan wurde. Das heißt es bieten sich euch eine Reihe unterschiedlicher Spielmodi, darunter Team-Deathmatch, Herrschaft, oder Suchen und Zerstören. Neben diesen „CoD-Klassikern“, hat Infinity Ward auch einen neuen Spielmodus erschaffen, der auf den Namen „Abschuss Bestätigt“ hört. Dieser Modus spielt sich wie ein Team-Deatmatch, also zwei Teams kämpfen um die meisten Kills. Der Clou ist nun, dass euer Gegner, sofern ihr getötet habt, ein Dog-Tag fallen lässt. Erst wenn ihr dieses einsammelt, wurde der Abschuss bestätigt. Jedoch können Teammitglieder, die Dog-Tags gefallener Kameraden auch aufsammeln und so den Kill wieder rückgängig machen. Der neue Spielmodus gliedert sich sauber in die bisherigen Modi ein und bereitet viel Spaß. Mapfetischisten kommen bei MW3 genau auf ihre Kosten, denn mit insgesamt 16 Maps können auch große Konkurrenten wie Battlefield 3 nicht mithalten. Die Maps sind wie immer an die Story angelehnt, oder sprechen sogar konkret ein bestimmten Storyabschnitt an. Das Klassensystem steht wie immer im Mittelpunkt eurer Onlinekarriere. Auch hier wurde ein wenig gewerkelt und ein paar kleinere Dinge haben sich geändert. So wählt ihr natürlich immer noch eine Primär- und Sekundärwaffe. Schrotflinten sind übrigens keine Sekundärwaffen mehr, etwas, was die Community stark gefordert hat. Infinity Ward hat bei einigen Dingen auf die Fans gehört, was wir hier mal als einen positiven Punkt auslegen wollen. Weiter wählt ihr natürlich noch eure Granate und ein Spezialgerät, wie eine Blendgranate, oder einen Störsender. Neu sind die Strikepackages. Diese ersetzen die bekannten Killstreaks. Für jeder Klasse könnt ihr aus drei verschiedenen Varianten der Strikepackages wählen. Das Assault Package funktioniert wie die Killstreaks. Hier müsst ihr Kills machen und dürft nicht sterben, denn ansonsten wird euer Streak wieder auf null gesetzt. Hier bekommt ihr meist nur offensive Dinge, wie Heli, Geschützturm, oder AC130. Das nächste Pack ist das Support Package. Dies ist für Spieler gedacht, die sich gerne um die Aufgaben im Spiel kümmern. Hier zählt auch ein Kill, um voran zu schreiten, jedoch wird die Serie nach einem Tod nicht zurück gesetzt, sondern geht weiter. Auch wird euch z.B. ein Kill gut geschrieben, wenn ihr eine Flagge in Herrschaft einnehmen könnt. Dafür werdet ihr fast nur mit defensiven Dingen belohnt, wie Drohnen, eine kleinen Aufklärungsheli, oder EMP Schläge, also Dingen, die eurem Team helfen sollen. Die letzte Variante ist sehr interessant. Das Specialist Package, funktioniert so, dass ihr euch drei Perks wählt, die alle zwei Kills zugeschaltet werden, sofern ihr nicht sterbt. Ab dem achtem Kill, habt ihr alle verfügbaren Perks aktiv, doch nur solange, bis ihr wieder sterbt, dann geht das ganze Spiel von vorne los. Manch einer mag sich jetzt fragen, geht das überhaupt alles so? Ist das nicht ein heilloses Durcheinander? Nein, das System funktioniert eigentlich sehr gut, nur manche Waffen, wie die UMP45 sind immer noch leicht overpowert und können einem dann doch schon mal ein Dorn im Auge sein. Auch hat das Spiel mit den gleichen Krankheiten zu kämpfen, wie jedes CoD, dem Matchmaking. Spieler hosten ihre Spiele, was so viel heißt wie, dass es öfter mal zu Lags, Verzögerungen, oder ganzen Spielabbrüchen kommen kann. Dies trifft häufig jedoch nur Menschen mit einer schlechten Leitung, was wir schade finden, dass Menschen mit einer recht schlechten Leitung vom Spiel dafür noch mit solchen Dingen extra bestraft werden. Würde man sich dazu bequemen Dedicated Server zu stellen, hätte man solche Probleme nicht, oder könnte sie zumindest eindämmen. Was dafür jedoch gut funktioniert ist das Lobby-System. Schnell habt ihr mehrere Spieler eingeladen und joint mit diesen dann in ein Spiel, oder erstellt einfach euer eigenes. Dort gibt es dann auch andere Spiele, wie alle gegen einen Juggernaut, oder die Wettspiele von Black Ops sind auch vertreten. Schade finden wir es, dass es solche Modi überhaupt nicht in den normalen Multiplayer geschafft haben, warum auch immer. Eure Spiele werden wie schon in Black Ops aufgezeichnet und ihr könnt Videos bearbeiten, freigeben und sogar mit einer Youtube-Verknüpfung dort hochladen. Das gleiche mit Screenshots.

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Die ELITE

Neben dem eigentlichen Spiel wurde noch mit etwas ganz anderem geworben, was aber unmittelbar mit dem Spiel zu tun hat und wir es deshalb nicht unerwähnt lassen wollen. Call of Duty ELITE nennt sich der neue Service, der zusätzlich von Beachhead Studuios entwickelt wurde. Elite ist ein umfangreicher Online-Service, den man sich sogar im PS Store gratis laden kann, der euch Statistiken und alle mögliche rund um Modern Warfare 3 zeigt. Doch wie immer versucht der Entwickler mehr Geld zu machen, also gibt es Elite zwar gratis, dafür nicht in vollen Umfang. Den schaltet ihr frei, wenn ihr euch für einen Aufpreis von 50 Euro eine Jahresmitgliedschaft seid, oder ihr die Hardened Edition besitzt. Dafür bekommen die Spieler dann Zugriff auf den ganzen Service, das schließt u.a. Clan-Challenges, oder Events ein. Der wohl wichtigste Punkt ist, dass für das Jahr alle DLC’s kostenlos sind und Elite Member früher in den Genuss kommen werden. Am Ende muss dann jeder selbst entscheiden, ob es ihm die 50 Euro wert sind. Die Gratis-Version bietet viel und man wird gut bedient. Elite ist aber nicht zwingend notwendig um den Multiplayer zu spielen, denn das Interface ist genau wie das im Vorgänger, Elite spielt sich nur auf dem PC, oder auf der im Store erhältlichen Console-App ab.

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Fazit:

Der achte Teil der Serie, der Letzte der Modern Warfare Trilogie. Modern Warfare 3 erfindet die Serie keineswegs neu, im Gegenteil, man spielt es und es kommt einem irgendwie alles bekannt vor. Dies ist jetzt nicht negativ zu lesen, denn Modern Warfare 3 macht ja kaum was falsch. Die Story ist actionlastig, wenn auch kurz, der Spezialeinheiten Modus bringt viel Abwechslung, wurde ausgebaut und bietet mehr Motivation und der Multiplayer lässt einen eh nicht mehr los, bei allem, was man da holen kann. Bis auf einige typische kleine „CoD-Fehler“, hat Infinity Ward, wieder einmal, einen Top-Shooter auf die Beine gestellt. Ganz dem Motto „Never change a running system“ und der Erfolg gibt ihnen Recht, also, ein Shooter, an den man dieses Jahr nicht vorbeigehen sollte.

Call of Duty: Modern Warfare 3 Testbericht

Call of Duty: Modern Warfare 3

  • Release: 08.11.2011
  • Genre: Action, Ego Shooter, First Person Action
  • Entwickler: Infinity Ward
  • Publisher: Activision

Gutes

+ Tolle Inszenierung
+ Motivierender Multiplayer
+ Umfangreicher Spezialeinheiten-Modus
+ Viele Verbesserungen bezüglich Balancing

Schlechtes

- Story zu kurz
- Vieles ist bereits bekannt
- Matchmaking nicht optimal

9.0 / 10 Must Have

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