Call of Duty Infinite Warfare im Test – Jon Schnee im All

Getestet von | 06.11.2016 um 20:57 Uhr

Reise durch die Zeit

Nach der Kampagne könnt ihr euch in den Zombie Modus stürzen oder den Multiplayer starten. Kommen wir zuerst zu den Untoten. Hier sind wir nicht in der Zukunft, sondern in den 80er Jahren. Hier verschlägt es uns in einen Vergnügungspark und ein Film wird gedreht. Anstatt Wellen an Gegnern, gibt es nun Szenen, wobei der einzige Unterschied hier bei der Beschreibung liegt. Wie üblich geht es hier wieder ein wenig abgedrehter zur Sache. Das sieht man daran, dass man sich diesmal in einem Vergnügungspark befindet, in welchem David Hasselhoff den DJ spielt. Wahlweise könnt ihr hier alleine oder zu viert die wandelnden Leichen vernichten. Dabei steigt ihr auch wieder im Level und schaltet so Waffen, Aufsätze und Karten frei. Bei den Karten handelt es sich um eine Art Killstreak. Nach einer bestimmten Menge Kills habt ihr die Möglichkeit eine Karte zu aktivieren. Durch diese habt ihr dann unendlich Granaten, heilt euch schneller, ladet schneller nach oder macht mehr Schaden im Nahkampf. Zusätzlich dazu, hat der Park ein paar Geheimnisse zu bieten. Wer den Zombie Modus also schon immer mochte, kommt hier voll auf seine Kosten.

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Gleiches gilt auch für den Multiplayer. Hier wird der gewohnte Spaß geboten und zahlreiche Waffen, Tools und mehr warten darauf, freigeschaltet zu werden. Ähnlich wie schon in Black Ops 3, habt ihr nicht einfach nur irgendeinen Soldaten, sondern verschiedene Klassen mit speziellen Fähigkeiten. Diese unterscheiden sich auch durch ihre Eigenschaften. So gibt es den schnellen Bot, den gepanzerten Soldaten oder den Allrounder. Zwar sind die Unterschiede nur marginal und eigentlich machen nur die Fähigkeiten den Unterschied, doch man merkt es schon. Zusätzlich zu den Fähigkeiten, wie besonders starken Waffen, gibt es auch passive Skills für die Klassen. So kann der gepanzerte Soldat sich schneller heilen oder aber die Bewegungseinschränkungen durch Schwere Waffen umgehen. Auch wieder dabei sind die Loot Boxen, welche euch neue Skins oder verbesserte Waffen geben. Diese können auch mit Schrott gebaut werden, welchen ihr durch doppelte Skins oder Waffen bekommt oder durch das bewältigen von Herausforderungen. Eine Waffe mit Schrott aufzuwerten und die beste Version zu bauen, dauert aber sehr sehr lang und schreit förmlich nach Mikro-Transaktionen, auch wenn es keine gibt, noch nicht jedenfalls. Die Modis sind natürlich auch wieder zahlreich und auch Hardcore darf nicht fehlen. Hardcore ist auch die Geschwindigkeit und Hektik im Multiplayer. Wie jedes Jahr hat man wieder das Gefühl, dass alles noch schneller geworden ist. Eine Schwäche die sich Singleplayer und Multiplayer teilen, sind die Bewegungsmöglichkeiten. Doppelsprünge und Wall Runs sind zwar möglich, doch wirklich gebraucht werden sie nur selten. Es gibt sogar Maps, wo man absolut keine Verwendung hierfür hat. Davon abgesehen sind die Maps jedoch abwechslungsreich und wissen zu gefallen.

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Gewohnt gut

Kommen wir zu Optik, Sound und Sonstigem. In Sachen Grafik ist Infinite Warfare echt super, kein Battlefield 1, aber besser als Titanfall 2. Die Framerate ist auch so gut wie immer super geschmeidig, sogar bei den überladenen Weltraumschlachten. Dazu kommen noch sehr hübsche Panoramen auf den verschiedenen Planeten. Auch hübsch sind die Gesichter der Charaktere. Sie sind nicht nur super modelliert, sondern auch gut animiert. Kit Harington erkennt man beispielsweise sofort, ohne jeden Zweifel. Hier und da sind noch 1-2 Stars mit von der Partie und auch diese erkennt man sofort. Die Details und Waffen sehen natürlich auch wieder super aus. Gleiches gilt für deren Sound, der kracht wie eh und je. Auch die Sprecher sind verdammt gut und man erkennt auch da ein oder andere bekannte Stimme wieder. Was die musikalische Untermalung angeht, wird solide Arbeit abgeliefert. Zwar ist kein Stück dabei, welches einem nie wieder aus dem Kopf geht, doch wirkt sie immer passend. Übrigens zählt das mit dem aus dem Kopf gehen nicht für den Zombie Modus. Hier ist ja The Hoff der DJ und da das Thema die 80er sind, ist auch die Musik passend gewählt. Mit dabei sind Europe, R.E.M. und Run DMC.

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Bevor wir nun zum Fazit kommen, noch ein paar Erwähnungen die wir nicht vergessen dürfen. Da wäre zum einen eine bestimmte Story Mission, die in einem Moment von Top auf absoluter Flop schwenkte. Wir Spoilern jetzt nichts zur Story an sich, doch den Ablauf einer Mission. Wir müssen an einem bestimmten Punkt eine scheinbar verlassene Station erkunden und finden dort nur zahlreiche Leichen, doch nicht die Ursache. Beim untersuchen der Station geht es düster und verdammt atmosphärisch zu, schon fast kommt ein wenig Horror Feeling auf. Dann stellt sich heraus, dass die Bots der Station infiziert wurden und nun nicht mehr sehr freundlich sind. Klingt soweit nicht so schlimm, doch das Spiel bombardiert euch mit unzähligen Gegnern und setzt hier komplett auf Masse statt Klasse. Das wurde ab einem bestimmten Punkt so nervig, unfair und frustig, dass wir direkt den Schwierigkeitsgrad runterschrauben mussten. Auch das Intro stieß uns ein wenig sauer auf. So fühlten wir uns an Star Trek, Star Wars oder Destiny erinnert, doch absolut nicht an Call of Duty. Allgemein ist das so eine Sache mit der Zukunft. Natürlich hat jeder hier seine eigene Meinung zu, doch es fühlt sich öfters einfach nicht nach Call of Duty an, es wirkt einfach deplaziert und zu futuristisch.

Fazit – Der schwächste der 3

Drei AAA Shooter in 3 Wochen, sowas gab’s wohl noch nie. Nach den Tests von Battlefield 1, Titanfall 2 und Call of Duty Infinite Warfare müssen wir sagen, dass Infinite Warfare hier leider den kürzeren zieht. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass es ein schlechtes Spiel ist, sondern nur, dass die anderen beiden bei uns besser abgeschnitten haben. So hat Infinite Warfare eine toll inszenierte Story, mit netten Charakteren, doch leider fehlt es an Spannung und der Bösewicht ist so nichtssagend, dass sogar Marvel das besser hingekriegt hätte. Der Zombie Modus hingegen trifft jeden Nerv, der getroffen werden muss. Wer den also schon immer am meisten geliebt hat, kommt voll auf seine Kosten. Gleiches gilt eigentlich für den Multiplayer, obwohl das futuristische Setting nicht jedem gefallen wird. Das Gameplay und Feeling ist jedoch wie gehabt. Bleibt zu sagen, dass Infinity Ward und Activision einen mutigen Schritt mit dem Zukunfts Setting gegangen sind, dieser jedoch nicht jedem gefallen wird. Wer jedoch Call of Duty Fan ist und sich jedes Jahr die Hände beim neuen Teil reibt, der wird auch dieses Jahr wieder seinen Spaß haben. Alle anderen sollten vielleicht noch etwas mehr recherchieren vorm Kauf, da ein anderer Shooter vielleicht eher ihren Nerv trifft. Wo uns direkt wieder der Gedanke kommt, dass das alles nicht so wild wäre, wenn gleich 3 in 3 Wochen erschienen wären.

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Gutes

- Kampagne abwechslungsreich und toll inszeniert
- Zombie Modus mit The Hoff und Hits aus den 80ern
- Optik und Sound gewohnt klasse
- Multiplayer setzt auf die bekannten Stärken

Schlechtes

- Weltraumschlachten öfters sehr unübersichtlich
- Zukunfts Setting nicht für jedermann
- Story fad und Bösewicht blass

8.2 Sehr gut

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