Call of Duty Infinite Warfare im Test – Jon Schnee im All

Getestet von | 06.11.2016 um 20:57 Uhr

Was für ein Jahr für Shooter Fans, wir hatten schon zahlreiche Hits – Doom, Overwatch, Battlefield 1, Titanfall 2 und Homefro…, nein, dass nicht. Fehlt noch eins, Call of Duty Infinite Warfare. Selten hat ein Call of Duty für soviel Gesprächsstoff gesorgt, wenn auch nicht unbedingt im positiven Sinne, Modern Warfare Remastered mal außen vor. Nach dem ersten Trailer hagelte es heftige Kritik und auch die Multiplayer Beta wurde nicht unbedingt durchgängig gut aufgenommen. Ob die Kritik und Zweifel berechtigt waren oder ob der Titel doch wieder ein Blockbuster ist, verraten wir euch in unserem Test.

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Dem Film immer näher

Das Spiel beginnt mit einer kleinen Einführung in die Situation des Spiels. Wie sicher jeder schon mitbekommen hat, spielt Infinite Warfare weit in der Zukunft. Den Bedarf der Menschen konnte die Erde nicht mehr gerecht werden und so musste man sich neuen Horizonten widmen. Während der Reisen und kommenden Kolonialisierungen, hat sich eine Gruppierung gebildet, die nicht nur einen Planete beherschen will, sondern alle. Die SDF ist die größte militärische Macht im All und sie wollen die restlichen Erdenbewohner ausschalten. Diese bilden die SATO, wir sind ein Teil davon und müssen die SDF zurückschlagen. Angeführt wird der Feind durch Admiral Salen Kotch, welcher durch Kit Harington gespielt wird.Wir hingegen spielen Nick Reyes, ein Flieger Ass der SATO, einer Verteidigungseinheit der UNSA. Während einer großen Parade startet die SDF einen Angriff auf die Erde und im Verlauf dieser großen Schlacht, erlangt Reyes das Kommando über eines der letzten Schlachtschiffe der SATO und hat eine riesige Crew unter sich. Das Ziel ist klar, Kotch finden, ausschalten und die SDF endgültig zurückschlagen. So generisch wie die Handlung klingt, ist sie auch. Inszenierung und Bombast sind wie immer mit dabei, doch leider mangelt es an Spannung und Twists sind Mangelware und vorhersehbar, dass konnte Call of Duty schon sehr viel besser.

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Es folgen vereinzelte Spoiler zur Story, doch die müssen sein, um gewisse Kritikpunkte klar zu machen. Zum Lesen der Spoiler, einfach den Text markieren.

Die Charaktere im Spiel erfüllen zu großen Teilen Klischees und auch der Kitsch kommt meist nicht zu kurz. Nichtsdestotrotz bleiben sie einem irgendwie im Gedächtnis. Das liegt auch daran, dass man so gut wie nie alleine ist und das auch abseits der Missionen immer wieder Interaktionen zwischen den Charakteren stattfinden. Neben Reyes gibt es noch seine rechte Hand, Salter, die auch Pilotin ist. Dann wären da noch Omar und Ethan. Omar ist ein Marine und kampferprobter Soldat, der sich super ins Team einfügt. Am besten gefallen hat uns jedoch der Bot Ethan. Er ist die neueste Technologische Innovation und hat neben ein paar Spielereien auch sowas wie Gefühle und sogar Humor. Es gibt zwar noch ein paar erwähnenswerte Charaktere, doch diese 4 sind die wichtigsten. Was Bösewicht Kotch (Harrington) angeht, nun ja, der ist leider ziemlich blass. Bis auf ein paar bedrohliche Reden zwischen den Missionen, ist er kaum existent. Sein Ableben setzt dem ganzen noch die Krone auf. Im Verlauf des Spiels bekommen wir ein Tool zum hacken von Bots. Während einer Mission erreichen wir einen Raum in dem Kotch, zahlreiche Soldaten und einige Bots sich verschanzt haben. Wir hacken dann einfach einen der Bots, gehen zu Kotch und schalten ihn aus, das wars, mehr ist da nicht. Ebenso enttäuschend ist, dass so gut wieder jeder Tod im Spiel, und davon gibt es einige, total belanglos und billig ist. Allgemein gibt es im letzten Viertel des Spiels Katastrophe auf Katastrophe, wodurch es ein wenig aufgezwungen wirkt.

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Von Planet zu Planet

Nach den ersten Missionen und nachdem wir das Kommando über unser eigens Schlachtschiff haben, können wir unsere Ziele selbst wählen. Neben den Story Missionen, gibt es auch Nebenmissionen zur Auswahl. Da wären einmal Jackal Missionen, wo wir in unseren Kampfflieger steigen und meist im All kämpfen und dann noch normale Missionen. Ihr müsst diese zwar nicht machen, doch neben dem Mehrspielwert, bekommt ihr auch neue Waffen, Aufsätze und andere Verbesserungen. Diese Missionen wirken auch nicht aufgesetzt und einfach nur als Füllmittel, sondern haben Substanz und wirken relevant. Bei den Missionen verschlägt es uns auf verschiedene Planeten und Monde, so kommt also keine Langeweile bei den Einsatzgebieten auf. In der Kabine des Commanders finden wir auch eine Liste aller SDF Anhänger. Wer die feindliche Flotte also komplett ausmerzen möchte, der sollte in den Nebenmissionen auch schön die Kommandanten des Feindes ausschalten. Wenn wir uns dann für eine Mission entschiedenen haben, müssen wir unsere Ausrüstung zusammenstellen und dann geht’s ab in den Hangar. Hier setzen wir uns dann entweder in den Jackal oder ein Transportschiff und dann geht’s los. Mal starten wir dann kurz darauf auf dem Planeten und es geht im Verlauf ins All oder aber umgekehrt. Ab und an geht es auch ohne Flieger im All rund. Dann schwebt man durch die Gegnermassen und sorgt mit einem Enterhaken für etwas mehr Beweglichkeit. Allgemein ist immer viel Bewegung und Abwechslung im Spiel. Dies gilt aber leider nur selten für die Gefechte.

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Wir haben zwar Schubdüsen für Doppelsprünge und kurze Flugeinlagen und auch Wall Runs sind möglich, doch gebraucht werden sie fast nie. Während diese Bewegungsmöglichkeiten in Titanfall 2 absolut elementar und unverzichtbar sind, stellen sie bei Infinite Warfare einfach nur eine nette Dreingabe dar. Aus dem Stegreif erinnern wir uns vielleicht an 2-3 Moment wo wir sie genutzt haben und absolut notwendig war es auch nicht, wir hätten auch ohne weiterkommen können. Wir hatten das Gefühl, dass diese Elemente nur dabei waren, da sie auch bei den Vorgängern vorhanden waren. Ähnliches gilt auch für ein paar Tools und Granaten. Da wäre beispielsweise ein Schutzschild, der genauso gut durch jede Deckung ersetzt werden kann oder ein platzierbare Schaumwand, die eigentlich auch nur eine Deckung ist. Man benutzt sie einmal und dann nie wieder. Gravitationsgranaten bringen den Gegnern kurz das Fliegen bei, doch warum diese nutzen, wenn die Elektrogranaten die Gegner auch kurzzeitig außer Gefecht setzen und feindliche Bots sogar töten können. Manche Tools scheinen nur dabei zu sein, damit man merkt, dass man in der Zukunft ist. Bei den Schusswaffen ist es ähnlich, wenn auch weniger auffällig. Neben Ballistik Waffen, gibt es natürlich auch Energiewaffen. Letztere sind besonders nützlich gegen Bots.

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Bleiben noch die Kämpfe im Flieger. Diese haben ihr für und wider. Sie machen Spaß, sind nett inszeniert, lassen sich gut steuern und fügen sich gut ins Spiel ein. Leider geht dabei des öfteren die Übersicht flöten und plötzlich ist man tot. Auch schade ist, dass man irgendwie nie die volle Kontrolle hat, sondern gefühlt immer an der Hand genommen wird. Phasenweise hat man sogar keinerlei Kontrolle über den Flieger, sondern muss das gescriptete Event abwarten. Letzteres passiert auch am Boden immer wieder mal, aber das kennen wir ja nicht anders von CoD und den meisten Shootern. Bevor wir nun zu den anderen Modi kommen, möchten wir noch die zwei neuen Schwierigkeitsgrad erwähnen. Diese werden nach dem durchspielen freigeschaltet. Da wäre zum einen der Schwierigkeitsgrad Spezialist . Hier können euch nur Nano Schüsse heilen, da es keine Gesundheitsregeneration mehr gibt. Gegen Kopfschüsse helfen euch nur Helme und diese müssen nach Beschädigung ausgewechselt werden. Sowohl Nano Schüsse als auch Helme nehmen Slots für Tools ein. Euch kann hier sogar die Waffe aus der Hand geschossen werden und Wunden haben auch Einfluss auf die Bewegungen. Wenn die Arme angeschossen sind, könnt ihr schlechter zielen und keine Granaten benutzen. Während Schüsse in die Beine die Bewegung einschränken. Wer es also so richtig Bockschwer haben will, ist hier genau richtig. Dann gibt es noch den Yolo Schwierigkeitsgrad. Hier habt ihr nur ein Leben und nach dem Tod geht es zurück zum Anfang des Spiels, da kommt doch Freude auf.

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Gutes

- Kampagne abwechslungsreich und toll inszeniert
- Zombie Modus mit The Hoff und Hits aus den 80ern
- Optik und Sound gewohnt klasse
- Multiplayer setzt auf die bekannten Stärken

Schlechtes

- Weltraumschlachten öfters sehr unübersichtlich
- Zukunfts Setting nicht für jedermann
- Story fad und Bösewicht blass

8.2 Sehr gut

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