Call of Duty: Black Ops – Review

Getestet von | 28.11.2010 um 00:00 Uhr

Ja es ist mal wieder soweit, ein neues Call of Duty ist erschienen. Pünktlich in den ersten November Wochen kommt ein neues CoD auf den Markt und eigentlich immer mit dem Ziel, seinen Vorgänger zu übertrumpfen. Dabei wechseln sich immer zwei Studios ab. Nachdem Infinity Ward letztes Jahr mit Modern Warfare 2 die Messlatte ordentlich nach oben geschraubt hat, will Treyarch mit Black Ops nachziehen. Geht man nach den Verkaufszahlen, hat Treyarch bereits das Beste CoD auf den Markt gebracht, doch stimmt das wirklich? Wir haben geschossen, sind gerannt und sind dem Tod einige Male nur um ein Haar entwischt um nun unser Urteil zu verkünden. All das lest ihr in dieser Review.

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Bombastisch

Oft kopiert und doch irgendwie nie erreicht. Call of Duty ist unter den Shootern schon ein kleines Phänomen, gerade weil es sich auch auf der Konsole bahnbrechend verkauft und auch lange hält. Das Rezept. Gut inszenierte Story, ein umfangreicher und motivierender Online Modus und noch ein weiterer Modus, um ein wenig Abwechslung zu bieten. Dieses Rezept wurde auch beim mittlerweile vierten Teil für die PS3 und siebten insgesamt benutzt. Wesentlicher Hauptunterschied ist eigentlich nur das Entwickler-Studio, welches sich immer abwechselt. Treyarch und Infinity Ward haben beide unterschiedliche Kontext-Konzepte, schaffen es jedoch immer die typische CoD Note zu treffen. Mit Black Ops ist nun Treyarch wieder an der Reihe und versetzt den Spieler auch wie in World at War ein wenig in der Zeit zurück. Man wird in mitten der 60er Jahre zu Werke gehen. Und bei 60er Jahre fällt einem sofort Kalter Krieg, die Supermächte und Vietnamkrieg ein und all das wurde natürlich in die Story mit eingearbeitet. Und mit dieser wollen uns ihr nun beschäftigen, denn man kann bei der Story gleich vor wegnehmen, dass diese neu, aber doch irgendwie gleich ist. Wie darf man das nun verstehen? Nun, Treyarch hat einfach mal nicht alles zu 100% typisch gemacht, sondern versucht mal etwas anders zu machen. Das fängt im Endeffekt schon beim Hauptmenü an. So ist das Hauptmenü nun „belebt“, denn ihr sitzt in einem dunklem Raum, welches an ein Labor erinnert. Auf einem kleinen Fernseher habt ihr nun das Menü. Ein kleines Easter-Egg: Ihr könnt euch aus den Fängen des Stuhls befreien und dann durch den Raum laufen. Im Raum gibt es ein Terminal, wo ihr mehrere kleine Extras finden könnt. Das wohl beste ist ein kleiner Zombie-Arcade-Shooter, der euch ein wenig in den Retro-Stil zurück versetzt. Neben der Kampagne bietet euch das Spiel auch einen Multiplayer und Überlebenskampf, der jedoch nur in der Deutschen Version so heißt, in anderen Versionen ist dies der Zombie-Modus. Beschäftigen wir uns nun mit der Story. Startet ihr das Spiel, geht das Menü sofort in die Story über, denn dieses stellt den Startpunkt dar. Ihr erwacht in der Haut von Alex Mason, ein US-Soldat, der nun, gefesselt an einem Stuhl, unsanft zur Rede gestellt wird. Er soll einer unbekannten Person sagen, was die Zahlen bedeuten, die überall im Raum auf Bildschirmen erscheinen. Mason weiß hierauf keine Antwort und so wird nun das Gedächtnis von Mason Stück für Stück aufgearbeitet. Startpunkt von Mason’s Erinnerungen ist Kuba 1963, wo er zusammen mit einer Spezial-Einheit den Kubanischen Präsidenten Fidel Castro umbringen soll. Bei den Ladezeiten fällt übrigens auf, dass die klassischen Ladebildschirme wie sie aus den CoD Teilen bekannt sind, verschwunden sind. Stattdessen sieht man nun Bruchteile aus Mason’s Kopf und man hört immer eine Konversation zwischen Mason und dem unbekannten Befrager. Gleich zu Beginn der ersten Mission, dürfen Fans aber wieder aufatmen, denn eines ist sofort klar. Black Ops sieht aus wie seine Vorgänger, hat dieselbe Steuerung wie seine Vorgänger und ist genauso actionlastig und bombastisch inszeniert. Obwohl die Engine seit Teil 4 nicht weiter verändert wurde, wirkt das Spiel immer noch toll. Es tummeln sich zum Teil 10 oder mehr Gegner auf dem Bildschirm, es fliegen Granaten, Blut spritzt, überall kracht es und das ganze Spiel läuft unfassbar schnell, ohne Ruckler oder nervige Grafikbugs. Zwar wirken einige Details nicht so toll, manche Texturen eher matschig, aber darüber kann man hinwegsehen, macht die Grafik sonst keine Fehler. Bei Sound und Gameplay ist natürlich alles gleich geblieben. Shooter Spieler fühlen sich gleich heimisch und der Sound der Waffen ist wie gut umgesetzt, genauso wie Stimmen und Effekte, alles stimmt gier soweit. Der einzige Kritikpunkt ist der, dass in den Ladesequenzen die Stimmen oftmals kaum zu hören sind, da die Geräusche der Flashbacks diese übertönen. Schade, da man hier oft etwas nicht so ganz mitbekommt. Es ist jedoch nicht schwer der Handlung im allgemeinen zu folgen. Im groben ist die Handlung jedoch wie immer, ein Größenwahnsinniger will Macht. In Black Ops heißt der oberste Feind Dragovic, ein russischer Mann, der mit Hilfe von zwei Menschen, Kravchenko und Stainer die USA vernichten will. Dies will er mit Hilfe von Nova 6 schaffen, ein chemisches Nervengas, welches alle umbringt, die mit ihm in Berührung kommen. Wie das ganze Zusammenhängt wird man leider erst später in der Story erfahren und so sind die ersten paar Missionen von Mason leider etwas zusammenhanglos. Spätestens bei einer Mission, wo ihr kurz ins Jahre 1945 eintaucht, fängt das Spiel erst an, seine ganze Story zu offenbaren und ab da fiebert man regelrecht mit, was nun als nächstes passiert und vor allem, was die Zahlen bedeuten, mit denen man immer wieder konfrontiert wird, denn nach jeder Mission befindet man sich wieder in der fiktiven Gegenwart in den Raum. Am Ende hat man in jedem Fall eine tolle Story, die sich etwas abhebt von den bisherigen Storys, da sie wirklich gekonnt historische Ereignisse mit fiktiven Handlungen mischt. Außerdem kann wirklich toll mit fiebern. Fans von World at War könne sich auch wieder auf alte bekannte freuen. So ist der russische Soldat Viktor Reznov wieder mit dabei und wird eine sehr zentrale Rolle spielen. Die ständigen Rollenwechsel wurden nun auch gestrichen. So spielt ihr zwar auch aus der Sicht von mehreren Leuten, aber hauptsächlich konzentriert sich das Spiel auf Mason. Auch prominente findet man in Black Ops, denn Ice Cube synchronisiert einen Soldaten und Gary Oldman leiht Reznov erneut seine Stimme.

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Unheimlich

Nachdem man die Story durch hat, schaltet man noch ein kleines Goodie frei, nämlich eine Map für den Überlebenskampf. Der Überlebenskampf stellt einen weiteren Spielmodus dar und bietet drei Maps. Eine ist zu Beginn verfügbar und die anderen beiden muss man sich erst frei spielen. Die eine eben durch das Beenden der Story und die dritte ist das Retro-Arcade-Game, welches auf spezielle Art und Weise im Hauptmenü gewonnen werden kann. Wer den Zombie-Modus aus World at War noch nie gespielt hat, für den kurz ein Überblick. Der Modus ist eigentlich nur ein Survival-Modus, wo ihr versucht, so viele Runden wie möglich gegen die immer größer werdende Zombiehorde zu bestehen. Ihr müsst bestimmte Öffnungen versuchen zu schützen, wo die Zombies versuchen rein zukommen. Für die Reparatur der Barrieren und durch Kills bekommt ihr Geld. Dies könnt ihr in Waffen investieren, die auf den Wänden zu finden sind. Die Maps sind zu Anfang recht klein und bieten kaum gute Waffen, aber man kann die Map erweitern, umso einen größeren Spielraum zu haben und um bessere Waffen kaufen zu können. Der Nachteil, ihr müsst nun immer mehr Barrieren schützen und es kommen mit jeder Runde mehr und mehr Zombies.
Der Modus ist sehr vielseitig und so kann man diesen Offline alleine- oder mit Freunden an einer Konsole zocken. Aber auch Online mit maximal vier Spielern darf man zusammen ums Überleben kämpfen. Auch die beiden Maps wurden nett gestaltet. Bei der ersten seid ihr einem Kino, bei der nächsten findet ihr euch mitten im Pentagon wieder. Durch die wenigen Maps wird der Zombiemodus leider schnell ein wenig öde, das es immer wieder dasselbe ist und man irgendwann die Maps über hat.

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So viel auf einmal

Glücklicherweise bietet auch Black Ops wieder den CoD-Berühmten Online Modus, doch auch diese wurde ein wenig umgeändert. Von der Grundstruktur ist weiterhin alles gleich geblieben, nur wurden nun mehr Lobbys in das Spiel eingefügt. Da wäre die Mitspieler-Suche, die genau das ist, was alle aus anderen CoD Teilen kennen. Spielmodus auswählen und zack wird eine Lobby gesucht. Es gibt natürlich auch wieder die Privaten Lobbys, die für Clans wahrscheinlich sehr wichtig sind. Zusätzlich gibt es aber nun das Kampftraining. Ein simuliertes Online-Match, allerdings ohne Einflüsse auf euren Rang etc. Außerdem gibt es nun ein Kino. Hier werden eure letzten Matches angezeigt und ihr könnt sie hier in voller Länge gucken. Besonders gelungene Filme könnt ihr bearbeiten und freigeben und dann kann sie jeder sehen. Auch kann das Spiel mit der offiziellen Seite verlinkt werden und dann habt ihr eine Youtube-Funktion, mit der ihr 30 Sekunden eures Gameplay direkt zu Youtube hoch laden könnt. Die letzte Lobby sind die Wettspiele und diese sind ein wesentlicher neuer Bestandteil im Online-Modus, denn dahinter verbergen sich vier neue Modi. Dazu zählen Eine im Lauf; Stock und Stein; Waffenspiel und Scharfschütze. Bei diesen Spielen wurden die Maps alle verkleinert und ihr spielt immer mit insgesamt 6 Spielern. Die Spiele sind alle gegen alle und machen es schön spannend. Bei Eine im Lauf habt ihr nur drei Leben und immer eine Kugel in eurer Pistole. Schießt ihr auf einen Gegner und trefft, bekommt ihr eine weitere Kugel, wenn nicht, habt ihr so lange keine Kugel wie ihr einen messert oder selbst getötet werdet. Bei Stock und Stein wird sich ausschließlich mit einem Balistischen Messer, einem Tomahawk und einer Armbrust bekämpft. Das Waffenspiel funktioniert so, dass jeder mit der gleichen Waffe startet, macht ihr einen Kill bekommt ihr eine nächste. Wenn ihr gemessert werdet, werdet ihr wieder um eine Waffe tiefer gesetzt. Wer zuerst mit allen 20 Waffen einen Kill hat, gewinnt. Beim letzten Spiel, Scharfschütze, bekommen alle Spieler alle 45 Sekunden eine neue Waffe. Die ersten drei am Ende eines jeden Matches bekommen Geld, die anderen gehen leer aus. Moment. Geld? Echtes Geld? Nein, kein echtes Geld, virtuelles Geld, sogenannte Call of Duty Points. Diese Point sind die größte Neuerung in Black Ops, da ihr mit diesen Geld euch alle kaufen müsst. Ihr schaltet also nicht mehr jede Waffe frei, sonder könnt euch selbst die Waffe kaufen, die ihr möchtet. Genauso wie die Aufsätze. Ihr könnt euch sofort alle Aufsätze einer Waffe kaufen. Genauso ist das mit Killstreaks und Perks. Aber keine Sorge, man muss für fast alle Waffen einen bestimmten Rang haben um sie überhaupt kaufen zu können. Bei den Perks und Killstreaks sieht das etwas anders aus. Hier könnt ihr alle sofort kaufen, wenn ihr einen bestimmten Rang erreicht habt. In Black Ops wurde zudem auf die Community gehört und so wurde dafür gesorgt, dass Killstreaks und Perks nicht zu unfair und dominierend sind und das ist ihnen durchaus gelungen. Die Killstreaks stören einen nun nicht mehr so doll wie in Modern Warfare 2 und auch die Perks sind nun nicht mehr so mächtig. Zu dem braucht man nun mehr um einen Pro-Perk zu bekommen. So muss der Spieler nämlich immer drei Herausforderungen erfüllen, die etwas Zeit beanspruchen. Die Points bekommt ihr übrigens für fast alles im Spiel, am meisten jedoch immer für Rangaufstiege und Herausforderungen. Diese sind natürlich wieder mit dabei und zwar größer denn je. Black Ops bietet eine riesen Palette an Herausforderungen, die eigentlich alle gar nicht zu schaffen sind. Manche Herausforderungen hätte man sich wirklich schenken könne, aber so wird natürlich die Laune weit oben gehalten, wenn es ständig in Spielen angezeigt wird, dass man wieder ein paar Bonus-XP bekommen hat.
An Maps gibt es bei Black Ops auch nicht all zu viel zu meckern. Die insgesamt 14 Maps wurde alle ganz ordentlich gestaltet, nur die Map Nuketown erweist sich in einigen Modi doch als ein wenig nervig, da diese so klein ist, dass man hier kaum zum Zug kommt. Womit das Spiel allerdings zum Zeitpunkt des Erstellens der Review immer noch zu kämpfen hat, ist das Matchmaking. Oft kommt es zu Verbindungsfehlern zum Host, oder eine Lobby muss geschlossen werden. Auch das Spawnen auf Server mit einer Gruppe erweist sich oft als reine Glückssache, da es oft vorkommt das Gruppen geteilt werden, oder das Leute einfach zurückgelassen werden. Hier muss das Spiel noch einiges zulegen, denn diese Fehler nerven und trüben den sonst doch sehr hohen Spielspaß.

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Fazit:

Mit Call of Duty Black Ops erfindet Treyarch die Serie natürlich nicht neu, hat aber versucht, ein paar kleine Neuerungen mit ein zu bringen, die das ganze Spiel doch ein wenig frisch wirken lassen. Der Titel hat jedoch wieder alles, was ein Call of Duty auszeichnet. Bombastische Story, einen langzeitmotivierenden Multiplayer-Modus und einen Überlebenskampf Modus. Neben den kleineren Fehlern in der Kampagne und den Matchmaking-Fehlern im Multiplayer, macht Black Ops hier nicht viel falsch und ist auch bei der bereits siebten Auskopplung der Serie einen Kauf sicherlich Wert.

Gutes

+ Toll inszenierte Story mit Prominenten Sprechern
+ Motivierender Multiplayer-Modus
+ Überlebenskampf-Modus mit ein paar Goodies

Schlechtes

- Hier und da kleine Fehler in Ton und Grafik
- Matchmaking im Multiplayer mit einigen Fehlern
- Trotz einiger Neuerungen immer noch kaum neue Innovationen

8.5 Sehr gut

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