Call of Duty: Black Ops II – Review

Getestet von | 19.11.2012 um 00:00 Uhr

Wir läuten die neunte Runde ein. Die Call of Duty Serie hat die Neun erreicht und liefert, wie sollte es auch anders sein, pünktlich Mitte November den neusten Titel ihrer erfolgreichen Shooterserie. Treyarch durfte einmal mehr ran und liefert eine Fortsetzung in doppelter Hinsicht. Black Ops II heißt der Beiname und ist daher nicht nur eine Fortsetzung der Serie an sich, sondern auch ein direkter Nachfolger vom 2010 erschienenen Black Ops. Was wird sich dieses Mal getan haben, hat sich überhaupt was getan oder wird es für Activision Zeit sich von der Serie zu entfernen? Was alles in Black Ops II drin steckt, lest ihr in dieser Review.

Screenshot

Alte Wunden – Heilen nie

Vergangenheit, Gegenwart und – Black Ops II? Nein, da sollte eigentlich die Zukunft stehen. Jedoch und das ist sicherlich eine interessante Neuigkeit, hat sich Treyarch erstmals aus dem Szenario Vergangenheit gewagt und sich nicht in der Gegenwart wie die Kollegen von Infinity Ward niedergelassen, sondern hat sich die Zukunft mal zur Brust genommen. Dieses Call of Duty wird also mal in einem ganz neuen Gewand stattfinden, der Zukunft, genauer gesagt in dem Jahr 2025. Hier sehen wir nämlich ein altes Seniorenhaus, in dessen Vorgarten ein Heli der US Streitkräfte landet. Ihre Insassen suchen einen alten Mann, nämlich Frank Woods. Woods war in Black Ops die ganze Zeit an unserer Seite, als wir in der Haut von Alex Mason eine Bedrohung, eingeleitet durch zwei blutrünstige Russen, vereiteln mussten. Einer der beiden jungen Soldaten, die Woods befragen, ist kein geringerer als David Mason, der Sohn von Alex. Der Grund für das Aufeinandertreffen ist natürlich ein Konflikt, aber dieses Mal ein ganz schön weit reichender. Noch während des Kalten Krieges, als Woods und Mason selbst eingesetzte Soldaten waren, gab es einen Aufstieg eines Mannes, nämlich Menendez. Dieser wurde als kleiner Junge durch die Amerikaner um seine halbe Familie gebracht. Schließlich stiegen er und sein Vater zu einem örtlichen Drogenring auf, wurde immer gefährlicher und mächtiger und schließlich war Menendez ein brutaler Warlord und eine Bedrohung für die gesamte Welt. Noch im Jahr 2025 ist Menendez an der Macht und versucht sich an den USA zu rächen. Unsere Aufgabe ist es also nun, den Mann zu stoppen. Um dies zu erreichen, brauchen wir aber ein paar Informationen von Woods und dieser erzählt uns, wie er mit Mason damals schon versucht hat Menendez zu stoppen. Wir tauchen in Black Ops II also einmal mehr in verschiedene Rollen und spielen einmal in der Vergangenheit, Anfang und Mitte der 1980er Jahre und natürlich in der fiktiven Gegenwart im Jahre 2025. Dabei haben wir es natürlich mit ganz unterschiedlichen Gerätschaften in der Story zu tun. Mal müssen wir uns mit älteren Waffen wie der AK-47 oder der MP5 zufrieden geben und in der Zukunft spielen wir dann nur brandneue oder futuristische Waffen, darunter Weiterentwicklungen bestimmter Modelltypen, aber auch Waffen, die man kennt, wie z. B. die MP7, oder SCAR-H. Bevor wir aber die Story richtig anfangen, stellen wir eine Veränderung fest. Das Spiel ist nicht in Akte eingeteilt und noch etwas hat sich geändert. Man darf jetzt vor jeder Storymission sein Loadout bestimmen. Das heißt, wir bekommen einen Überblick, was wir machen sollen und dann dürfen wir Primär- und Sekundärwaffe selbst wählen. Auch Aufsätze dürfen frei gewählt werden und auch Dinge wie Granaten und Spezialsachen dürfen frei gewählt werden und zwar aus wirklich allen Waffenklassen. Dies bedeutet, man könnte rein theoretisch mit zwei Snipern, einer Semtex und ein paar Perks, je nachdem was man freigeschaltet hat, in die Storymission ziehen. Selbstredend kann man dann seine Waffen auch tauschen indem man die von Gegnern aufhebt. Eine ziemlich gute Neuerung, da man als Spieler nicht immer mit den Waffenloadout der Story ganz übereinstimmt und da kommt diese Freiheit, die einem das Spiel an dieser Stelle bietet, sehr gut an, ein Pluspunkt und vor allem eine Neuheit in der Story.
Nun aber zur Preisfrage. Was hat sich in punkto Grafik, Technik und dergleichen geändert? Nicht viel lautet hier die Antwort. Das Grafikgerüst ist immer noch dasselbe und auch die Engine bleibt dieselbe. Ist das nun negativ oder positiv, kann man dem Spiel das vorhalten oder nicht? Angesichts der lupenreinen Technik, der konstanten 60 fps und einer immer noch gut aussehenden Grafik, die durch einige Details besticht, ist die Grafik immer noch auf gutem Niveau. Allerdings darf man sich nicht blenden lassen. Der Hintergrund ist recht detailarm und auch die Treppchenbildung sieht man hier öfter als gewohnt. Auch die Waffen wirken das eine oder andere mal recht detailarm. Sonst weiß das Spiel aber zu überzeugen und dank der rasanten Action, der Explosionen und vielen Gegnern, die teilweise mit 30 Mannen über den Bildschirm laufen, kann der Spieler solche Fehler verzeihen. Der Sound ist CoD typisch gut gemacht, nur die Waffen bleiben die einzige Kritik, denn gerade die futuristischen Waffen hören sich oft gleich und etwas plastisch an. Das Gameplay jedoch sucht weiterhin seinesgleichen. Es ist einfach, leicht konfigurierbar und ist bis heute oft kopiert worden. Das Gameplay funktioniert auch hier wieder 1A und nach längerem Sprint schmeißt sich euer Soldat auch wieder auf den Boden, sehr theatralisch.
An Neuerungen war es das aber noch lange nicht in Black Ops II. Die Story bietet noch eine weiteres neues Feature. So gibt es in der Story noch sogenannte Strikeforce Missionen. Diese bringen mal etwas ganz anderes in die Serie, nämlich Taktik und offenere Welten. In diesen Missionen spielt ihr quasi den Commander über Einsatztruppen. Das sind dann Geschütztürme, Drohnen, Roboter und natürlich herkömmliche Soldaten. Diese könnt ihr allesamt befehligen und diese zu Punkten auf der Map schicken. Euer Ziel ist es hier, ein Ziel in einer bestimmten Zeit zu erfüllen. Beispielsweise sollen wir drei wichtige Bereiche einer indischen Militärstation insgesamt 10 Minuten gegen vorrückende Soldaten beschützen. Diese kommen nach und nach mit immer mehr Mannen und Geschütz, sodass dann ein wenig Taktik und Geschick gefragt sind. Stupides draufhalten geht da nicht unbedingt und ist nicht empfehlenswert. Wer diese Missionen aber nicht schafft, oder mag, der braucht sie nicht machen, da sie Abseits der eigentlichen Story stattfinden und sie zwischen jedem Kapitel der Story frei anwählbar sind. Jedoch bleiben die Missionen nur für eine gewissen Zeit, dann verschwinden sie. Die Strikeforce Missionen sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und auch die Befehlsstruktur fordert euch, mal was Neues zu erlernen. Hat man sich aber daran erst gewöhnt, dann machen diese Missionen einiges her. Sie stehen immerhin mal für Neuerungen, denn so etwas hat es in bisher keinem Call of Duty in der Story gegeben. Hier wird einem mehr Freiraum geboten, auch wenn dieser natürlich nicht dem Ausmaß entspricht wie es manche eventuell gerne hätten.

Screenshot

Halte durch

Zombies sind bei Call of Duty mittlerweile ein ganz dickes Ding geworden. Untote verstümmeln und abschlachten ist ein regelrechtes Paradies für einige Fans geworden. Schön zu sehen, dass Treyarch auch hier einiges getan hat. Die wohl größte Neuerung ist hier die Aufmachung des Modus an sich. Es wird nämlich nicht nur rundenbasiertes Überleben gespielt, ihr habt die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Spielmodi. Einer davon ist tatsächlich der Klassiker, Überleben. Hier werdet ihr mit nur einer Pistole in eine Welt geworfen und es kommen immer ein paar Zombies auf euch zu. Diese müsst ihr alle ausschalten, dann gelangt ihr in die nächste Runde, die zunehmend schwerer und anspruchsvoller werden. Ihr habt aber die Chance die Map zu erweitern um gewisse Areale, sodass ihr mehr Möglichkeiten habt Zombies zu vernichten und immer mehr neue Waffen kaufen könnt, die an Wänden erworben werden. Die beiden neuen Modi sind hier Tranzit und Schmerz. Schmerz ist ein Mix aus Survival und competetive Multiplayer. Zwei Teams mit je vier Spielern kämpfen gegen die Zombies. Ganz nach dem Last Man Standing-Prinzip hat das Team gewonnen, welches den letzten Mann auf dem Schlachtfeld hat. Die Gegner können aber nicht bekämpft werden, nur die Zombies. Tranzit ist der neue Hauptmodus des Zombiemodus. Hier spielt eine Art Story und spielt auf einer großen Welt mit einzelnen Stationen, die allesamt miteinander verbunden sind. Starten tut man immer an einer Busstation. Von da aus kann man zu Fuß, oder per Bus zu den einzelnen Stationen fahren, Zombies erledigen, Easter Eggs finde und Geheimnisse lüften. Dieser Modus kann mit bis zu vier Spielern gespielt werden und ist definitiv das Sahnehäubchen der Zombies, da er die meiste Vielfalt bietet und gut rüber kommt. Wer auf Zombies steht wird in Black Ops 2 damit auch recht viel Freude haben. Wer die Zombies bislang gemieden hat, sollte wissen, dass man die Schwierigkeit nun auch abmildern kann, damit man so vielleicht einen besseren Einstieg finden kann. Für Spaß, gerade mit Freunden, sorgt der Modus aber allemal.

Screenshot

Beiseite, jetzt komme ich!

Story, Zombies und nun kommt das Flaggschiff, der Multiplayer. Auch hier versucht Treyarch neue Akzente zu setzen und überrascht mit ein paar Neuerungen, aber vergrault auch mit gewissen CoD-Krankheiten. Zunächst einmal die Basics. Das Erfolgsrezept wurde nicht weiter hinterfragt und wurde beibehalten. Auf insgesamt 14 Maps könnt ihr euch in unterschiedlichsten Modi austoben. Ob Team-Deathmatch, Herrschaft, oder Suchen und Zerstören, alles ist dabei. Abschuss Bestätigt, der neue Modus aus Modern Warfare 3 ist auch dabei und Treyarchs neuer Modus heißt Hardpoint. Dieser funktioniert ähnlich wie Headquarters. Auf der Map wird ein Areal markiert und derjenige, der als erster dort ist, nimmt den Punkt für sein Team ein. Der Punkt ist jedoch auch von den Gegner jederzeit einnehmbar, sofern sie es schaffen für kurze Zeit alleine in dem Punkt zu stehen. Ziel ist es dann, den Punkt immer solange wie möglich zu halten.
Auch wenn der Multiplayer im Großen und Ganzen wie alle anderen vor Black Ops 2 ist, sind die beiden größten Streitpunkte von Treyarch einmal mehr verändert worden. Klassensystem und Abschussserien. Das Klassensystem bietet euch jetzt wesentlich mehr Spielraum eure ganz individuelle Klassen zu erstellen. Das neue Pick-10 System hat folgendes für euch vorgesehen. Ihr habt 10 Punkte die ihr ausgeben könnt und habt folgende Felder. Primärwaffe; Sekundärwaffe; jeweils Aufsätze; die Perks; Granaten und Spezialgerät und drei Wildcardfelder. Alles und damit auch wirklich alles, kostet einen Punkt. Wie ihr diese nun ausgebt bleibt euch überlassen. Ein Beispiel. Ihr braucht nie eure Zweitwaffe? Dann lasst sie weg und holt euch dafür lieber zwei Aufsätze auf eure Primärwaffe, oder eine zusätzliche Blendgranate. Aber das System bietet mehr Tiefe. Wer es richtig drauf anlegt, kann mit einer Waffe und sechs Perks seine Klasse gestalten. Oder aber ihr lasst Perks raus und habt eine Primärwaffe mit drei Aufsätzen und eine Sekundärwaffe mit zwei. Ihr habt fünf Klassen die ihr selbstredend frei gestalten dürft. Tüftler und Taktiker kommen hier also voll auf ihre Kosten. Natürlich steht euch anfangs nicht alles zur Verfügung, ihr müsst schon im Rang aufsteigen. An Waffen mangelt es in Black Ops 2 natürlich nicht. Maschinenpistolen, Sturmgewehre, Schrotflinten, LMGs, einen Schild und Scharfschützengewehre darf man wählen. Sekundär kommen Pistolen, Raketenwerfer und der beliebte Crossbow zum Einsatz. Über die unzähligen Herausforderungen, die natürlich nicht fehlen, werden Waffentarnungen und Symbole für eure CoD-Karte frei geschaltet. Diese kennt man bereits aus Black Ops. Ihr wählt einen Hintergrund und könnt euer eigenes Logo selbst designen. Somit erhaltet ihr euer ganz persönliches Callsign.
Die Abschussserien wurde auch wieder eines Faceliftings unterzogen. Diese heißen jetzt Scorestreaks und funktionieren wie folgt. Ihr sucht euch drei Belohnungen aus, aber ihr benötigt nun keine Kills, sondern ganz einfach Punkte, um die einzelnen Belohnungen zu erspielen. Der Clou daran, ihr dürft nicht sterben. Das heißt, das System funktioniert nicht wie in Modern Warfare drei, wo man sterben konnte und man bei seiner Serie blieb, wenn man die Unterstützungsboni gewählt hat. Das Spiel schmeißt also alle wieder auf einen Haufen, aber das System funktioniert und zwar ausgesprochen gut, sehr gut sogar. Treyarch darf hier sehr gelobt werden, denn die Art der lösung ist mitunter die bisher beste die in einem Call of Duty vorgelegt wurde. Das System ermöglich es, schwächeren Spielern auch zu etwas besseren Belohnungen zu verhelfen, dabei fordert es dennoch gleichermaßen so stark, dass nur sehr gute Spieler an die ganzen Topbelohnungen kommen, die teilweise 1500 oder mehr Punkte benötigen. Die Kills die man mit solchen Belohnungen macht sind auch recht gering, sodass kein Gefühl von Übermächtigen Belohnungen entsteht, dafür zählen die Punkte dann auch wieder auf euer Konto. Eine Nachricht noch an alle Camper: Der Perk Ghost/Geist funktioniert nicht mehr wenn ihr euch in eine Ecke setzt und wartet. Bleibt ihr stehen, werdet ihr auf der Minimap der Gegner trotzdem angezeigt.
Bislang gefiehl uns alles recht gut, auch das Mapdesign kann sich sehen lassen. Die meisten Maps bieten Raum für Distanzkämpfe, oder hitzige und schnelle Gefechte, die natürlich überwiegen. Von Taktik und Ruhe ist hier nichts zu sehen, wer auf sowas steht wird hier wohl kaum bedient werden.
Was uns nicht gefiel waren kleinere Fehler, die z.B. kleine Zwei-Sekunden-Freezes, die manchmal im Menü, selten auch im Spiel bei uns aufgetreten sind. Und das Sorgenkind der Verbindung war uns auch ein kleiner Dorn im Auge. Öfter gab es Probleme mit der Hostmigration. Freunde konnten nicht joinen, oder wurden nach der Spiellobby nicht mit uns wieder verbunden. Dies führt mitunter auch mal zum Freeze. Zwar ist uns klar, dass dies zu Anfang bei Call of Duty immer passiert, aber genau das ist hier die Kritik. Von einem Spiel mit solchen Ausmaßen erwarten wir mehr, zumal man sich sowieso mal zu Dedicated Server durchringen könnte. So dürfen Spieler wohl erst noch bis ein paar Wochen nach Release warten, damit der Modus diese Krankheit abgelegt hat. Sonst fiel uns nichts negativ auf, vielmehr freut uns die Nachricht, dass man alles Freigeschaltete in den Prestigemodus mitnehmen kann. So muss man sich, nachdem man alles freigeschaltet hat, nicht mehr schweren Herzens verabschieden von alle seinen Tarnungen, Waffen und Aufsätzen, man nimmt einfach alles mit, eine tolle Sache.

Screenshot

Fazit:

Wir halten das Fazit kurz und knackig. Black Ops 2 hat mehr Neuerungen drin als die letzten paar Teile zusammen. Diese sind alle gut und verhelfen Black Ops 2 zu einem sehr guten Shooter. Die Langzeitmotivation ist in jedem Fall gegeben, es macht viel Spaß und der Titel bietet kaum Angriffsfläche zum kritisieren. Black Ops 2 könnte mitunter der momentan beste CoD Teil sein, oder einfach nur ein weiterer Komerzshooter, kommt auf den Standpunkt an. Treyarch kann man jedenfalls nicht vorwerfen sie würden alles erneut warm aufbrühen, denn Neuerungen, wenn auch keine Revolutionen, sind zu Genüge vorhanden.

Gutes

+ Neue Einsatzmissionen in der Story
+ Viel mehr Zombies
+ Langzeitmotivation dank Multiplayer
+ Sinnvolle Neuerungen im Multiplayer

Schlechtes

- Grafik weißt dieses mal etwas mehr Fehler als sonst auf
- Einsatzmissionen etwas zu hektisch
- Multiplayer - wie immer - mit anfänglichen Problemen

8.5 Sehr gut

Kommentare

Du hast etwas zu sagen?

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Das könnte dich auch interessieren