Bulletstorm – Review

Getestet von | 24.03.2011 um 00:00 Uhr

Denkt man an Shooter, dann denkt man für gewöhnlich an realistische Waffen und ein Weltkriegsszenario. Tatsächlich sehen die meisten Shooter dieser Generation auch so aus. Dies gilt jedoch nicht für den neusten Shooter von EPIC-Games. Diese bringen mit Bulletstorm den Shooter der etwas anderen Art auf den Markt. Das Rezept: Brachiale Gewalt, überzogene Waffen und ein ganz eigener Sinn von Humor. Ob das fertige Gericht denn auch schmeckt, verraten wir euch in dieser Review.

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Radikal

Der Space-Pirat Grason Hunt und seine Crew sind mal wieder mitten im Weltall und verhören einen Gefangenen. Als ihn die Ausreden des Mannes zu viel werden, stoßen sie ihn einfach aus der Luftschleuse. Danach gehen sie zur Brücke und entdecken ein gigantisches Kriegsschiff, auf dem sich eine wichtige Person befindet. Hunt fackelt nicht lange und rammt das Schiff brutal von der Seite, sodass er mitsamt seiner Crew auf einen unbekannten Planeten abstürzt. Wie durch ein Wunder haben alle überlebt, jedoch ist einer seiner Kameraden schwer verletzt. Der Arzt an Bord kümmert sich um ihn, jedoch wird das Wrack von mutierten Menschen angegriffen. Ihr müsst diese nun vernichten und etwas besorgen. Nachdem ihr das geschafft habt, hat der Arzt genug Energie für die Heilung, dem Menschen Teile einer künstlichen Intelligenz einbauen. Dies klappt jedoch nicht, da die Mutierten weiter angreifen. Hunt zerstört schließlich das Schiff mit einer Explosion. Dies ist mehr oder weniger ein packendes Intro der Story, in der wir uns hier befinden. Während des ganzen Verlaufs werdet ihr mit der Steuerung vertraut gemacht und könnt euch eingewöhnen. Nach dem ganzen Intro wisst ihr auch, warum ihr selbst euch überhaupt in das Schlamassel gebracht habt. Euer Anführer, ein General, setzt euch gezielt auf Leute an, die ihr erledigen müsst. Irgendwann findet die Gruppe heraus, dass es sich hierbei um unschuldige Zivilisten handelt. Hunt will nur noch Rache und hat sie nun bekommen, zum Preis von seiner halben Truppe. Nur noch Ishi, der Mann der nun eine halbe Maschine ist, hat das Alles nun überlebt. Den beiden bleibt also nichts anders übrig, als irgendwie wieder von dem Planeten weg zukommen. Hier startet nun das eigentliche Spiel, welches immer in Akte unterteilt ist. Angefangen bei dem Schiffswrack bahnt ihr euch nun euren Weg durchs Nirgendwo. Euer Ziel? Koordinaten die ihr von einem Notruf aus eurer Peitsche habt. Diese Peitsche ist vielmehr ein Handschuh, den ihr gefunden habt. Er gibt euch gewisse Kräfte und ihr könnt euch damit mit Stationen connecten.

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Wahnwitzig

Diese Stationen sind für euch sehr wichtig, da diese so etwas wie eure Einsatzzentrale sind. Hier könnt ihr Statistiken sehen, eure derzeitigen Waffen und deren Skillshots und hier könnt ihr eure Waffen aufwerten und Munition kaufen. Aber was sind denn bitte Skillshots? Diese sind das Herzstück des Games und das, was es zum Großteil so besonders macht. Skillshots sind grob erklärt eigentlich nur Kills. In Bulletstorm bekommt man jedoch für jeden Kill Punkte, sogenannte Skillspoints. Und ihr habt nun die Aufgabe eure Gegner so kreativ wie möglich zur Strecke zu bringen, um natürlich viele Punkte und Skillshots ergattern zu können. Für jeden neuen bekommt ihr immer eine großen Batzen Punkte, je öfter ihr ein und denselben Skillshot ausführt, desto weniger Punkte bekommt ihr. Die Punkte brauch ihr wiederum um eure Waffen aufrüsten zu können und um Munition zu kaufen. Die Upgrades braucht ihr, um immer mehr Skillshots freischalten zu können. Ihr seht also, es reicht nicht aus den Gegner einfach bloß um zu schießen. Um das ganze richtig interessant und abwechslungsreicher zu gestalten, habt ihr nicht nur eure Waffen, um Skillshots auszuführen. Ihr könnt Gegner auch treten, oder mit einem Slide schön die Beine wegziehen. Zudem habt ihr eure bereits genannte Peitsche. Mit dieser könnt ihr Gegner an euch heran ziehen. Mit diesen Mitteln könnt ihr also nun losziehen und über 100 verschieden Skillshots ausführen. Manche sind natürlich an die Story gebunden und können nur einmalig, oder sehr selten ausgeführt werden. Der Großteil jedoch, kann immer mal wieder ausgeführt werden, hier mal ein Beispiel. Ihr zieht jemanden mit eurer Peitsche an euch heran, kcikt ihn dann weg, und schießt mit eurer MP was das Zeug hält. Diese wäre ein recht simpler Skillshot. Anspruchsvoller wäre z.B einen Gegner mit Hilfe eurer Peitsche in die Luft zu katapultieren und aus der Hüfte mit der Pistole drauf zu schießen. Das und noch vieles mehr bekommt der Spieler zu Gesicht. Dabei staunt man über den hohen Gewaltgrad den das Spiel dabei einschlägt. Fast jeder Skillshot beinhaltet grausame, sadistische und geradezu abstoßende Szenen, aber genau das macht es gerade so spaßig. Es ist geradezu ein tolles Gefühl, wenn man mit einem Schuss irgendwas zum explodieren bringt und dabei Blut spritzt und man nur noch die Punkte rattern sieht. Man kann also sagen die Inszenierung ist gelungen, genauso wie die Grafik. EPIC-Games haben hier die Unreal 3 Engine benutzt und sehr gut genutzt. Die Grafik macht wirklich einiges her, auch wenn das Potential erst später sein volles Gesicht zeigt. Denn wenn ihr auf einem Zug durch die Wüste fahrt, dabei von einem überdimensionalen Rad verfolgt werdet und mit einer Gatling-Gun haufen von Gegner umnietet, dann ist das beeindruckend. Ebenso beeindruckend ist, dass das Game fast komplett ruckelfrei läuft. Mal ruckelt es ein wenig, aber das fällt kaum auf. Auch das Gameplay ist überraschend einfach, denn mit ein paar wenigen Knöpfen könnt ihr alle Skillshots ausführen. Hier und da kommt man zwar etwas in Hektik, aber im allgemeinen funktioniert das Gameplay gut und unterstreicht die saubere Technik die hinter dem Spiel steht.

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Überaus lustig

Ein weiteres Merkmal des Spiels ist der Humor des Spiels. Der Humor beinhaltet so ziemlich alles, von sadistischen, bis dreckigen Humor. Schimpfwörter von A-Z sind ebenfalls da und die Charaktere sind nicht zimperlich, sich mit grandiosen Namen wie Arschloch, Scheißer, oder auch Penislutscher anzureden. Auch beinhaltet die Story sehr viel Sarkasmus was die Gewalt und die Situation der Charaktere wunderbar untermalt. Wer findet es denn nicht lustig, wenn ihr in einer Disko seid, mit einer fetten Wumme Gegner umhaut und dabei Burn Baby Burn im Hintergrund läuft? Jedoch kann das Spiel auch ernst sein und gerade in längeren Sequenzen wird dies oft deutlich. Da sind die Bemerkungen während des Spiels wesentlich lustiger, da diese eben oft den dreckigen Humor beinhalten. Und auch wenn man es sich nur schwer vorstellen kann, die Story ist toll, allein schon wegen der vielen Sprüche. Jedoch ist diese auch nicht gerade die längste. So geht sie zwar länger als so mancher Shooter, aber nach maximal 8-10 Stunden ist diese dann auch schon vorbei, jedoch mit einigen Highlights, wie z.B den Bosskämpfen. Diese stellen natürlich eine große Herausforderung da und begegnen euch immer mal wieder. Der erste in dem Sinne Bosskampf ist das riesen Rad, welches euch verfolgt. Die Bosskämpfe sind immer super inszeniert und machen einiges her. Im weiteren Verlauf gilt es noch einen Dino zu bezwingen, auch das ist mit Hubschrauber und Gatling-Gun super gemacht. Ein eher unschöner Punkt ist der, dass Bulletstorm recht eintönig ist. Zwar gibt es immer wieder tolle Dinge zu bestaunen und die Umgebung wurde sehr ansprechend und gut gestaltet, jedoch geht es meist um dasselbe. Ihr lauft einen Weg und euch stellen sich Gegner in den Weg. Durch die vielen Waffen kann man das Eintönige ein wenig entschärfen, denn man kann nur drei Waffen immer mit sich herum tragen. Eine Waffe, euer MP, ist immer vorgegeben. Die anderen Beiden dürft ihr an jeder Station selbst wählen. Zu den Waffen gesellen sich eine Schrotflinte mit vier Läufen, eine Sniper, oder noch eine Waffe die Bomben wirft. Zum Teil sind die Waffen völlig überzogen und entspringen nicht der Realität. Die Flailgun als Beispiel schießt Ketten, die auf Knopfdruck explodieren. Die Sniper verschießt Patronen, die ihr selbst steuern könnt, was so ziemlich das Beste am ganzen Arsenal ist. Ihr könnt die Waffe auch aufrüsten, das heißt, dass ihr noch extremere Attacken ausführen könnt. Dies könnt ihr aber nur begrenzt machen. Mit eurem MP könnt ihr dann gleich 50 Patronen auf einmal schießen, oder mit der Schrotflinte gleich aus allen Läufen. Eins sei noch gesagt, der Sound des Games ist gut geworden. Das Zerfleischen hört sich schön echt an, der Waffensound wirkt sauber und auch Umgebungsgeräusche klingen ordentlich.

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Gegen den Rest der Welt

Natürlich hat Bulletstorm noch mehr zu bieten als die Story. So könnt ihr auch Echos spielen. Echos sind Teile aus den Leveln, die ihr hier erneut spielen könnt. Es geht darum, innerhalb des Levels so viele Skillshots wie möglich auszuführen, um möglichst viele Punkte zu holen. Habt ihr am Ende die Zeit unterboten, gibt’s dafür auch noch Punkte. Euer Ergebnis wird mit Sternen belohnt. Bis zu drei Sternen kann man holen. Euer Ergebnis wird zudem in einer weltweiten Rangliste aufgenommen und ihr könnt euch jederzeit mit der Welt und euren Freunden vergleichen. Dies dauert leider etwas bis die Rangliste geladen hat, genauso wie die Ladezeiten allgemein. Diese sind leider unverschämt lang und sind echt unnötig. Vor allem weil das Spiel öfter mal lädt. Mit den Sternen schaltet ihr zudem auch neue Echos frei, da ihr immer eine bestimmte Anzahl von diesen braucht. Auch einen Online-Modus hat das Game, allerdings ist dieser kein Standard Online-Part mit Team-Deathmatch oder dergleichen. Stattdessen ist dieser ein Koop-Modus, der ähnlich wie der Zombie-Modus aus Call of Duty aufgebaut ist. Hier könnt ihr mit maximal 4 Spielern vor jeder Runde euch Waffen holen und auch aufbessern und müsst dann eine Runde überleben und die Vorgabe an Punkten schaffen, um die nächste Runde zu erspielen. Die Maps sind dafür alle super gestaltet und bieten viele Möglichkeiten Skillshost auszuführen. Auch gibt es einige Team-Skillshots die ihr ausführen könnt und sogar müsst. Von Zeit zu Zeit kommen Gegner, an der eine bestimmte Team-Herausforderung steht. Diese müsst ihr nun versuchen zu meistern, um eine Menge Punkte abzusahnen. Das kann z.B sein, das euer Teamkamerad den Feind kickt und ihr diesen dann in der Luft umbringt, oder das beide gleichzeitig mit dem Seil am Gegner ziehen. Der Koop-Modus macht schnell süchtig und bereitet eine Menge Freude, gerade wenn man mit Freunden und HeadSet sich absprechen kann. Spielt man ohne HeadSet und für sich mit Fremden, ist der Modus leider nicht so der Bringer, da hier alle wie ein Hühnerhaufen nur für sich spielen. Leider gibt es auch nicht viele Maps, sodass diese dann schnell langweilig werden.

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Fazit:

Bulletstorm hebt sich durch seine Art von vielen Genre-Vertretern ab. Auch wenn diese Art von Spiel nicht neu ist, so gibt es ihn in dieser Art noch nicht auf der PS3. Das Spiel ist in jedem Fall für Leute gedacht, die gerne mal alleine spielen, oder sich lieber in Koop-Action stürzen, als sich mühsam jeden Rangaufstieg und jede Tarnung zu erarbeiten. Das Spiel braucht sich in jedem Fall nicht vor der Konkurrenz zu verstecken und ist ein gelungener Titel. Wer über die Mankos, wie z.B der langen Ladezeiten hinwegsehen kann, der wird hier sehr viel Spaß haben.

Gutes

+ Motivierendes Skillshot-System
+ Derbe Kämpfe mit Sucht-Potential
+ Gelungene Story mit ordentlichem Schwarzen Humor
+ Online Survival-Koop

Schlechtes

- Die Story hätte etwas länger sein können
- Eine magere Map-Ausbeute

8.0 Sehr gut

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