Brothers: A Tale of two Sons brüderlicher Test

Getestet von | 08.09.2013 um 23:03 Uhr

Ein Adventure ruft zwei Brüder, um ein schweres Schicksal zu beschreiten. Eine Spielmechanik, die frischen Wind bringen könnte. Haben die 505 Games Studios auch wirklich ihre Hausaufgaben gemacht oder wurde am Schluss nur ein laues Lüftchen produziert? Wir wandelten auf den Spuren der beiden Brüder und haben Schockierendes erlebt.

Das Schicksal ruft

Eines langweiligen Nachmittags, als der jüngere Bruder vor dem Grab seiner Mutter kniete und die beklemmende Vergangenheit über sich ergehen ließ, passierte das Unglück. Der Vater der beiden Brüder erkrankte schwer. Nur eine geheime Quelle weit weg des Dorfes kann die Schmerzen des Vaters lindern. Und so machen sich die zwei unterschiedlichen Brüder auf ihre Reise ins Ungewisse.
Brothers: A Tale of two Sons bietet eine neue Spielweise. Man steuert die beiden Brüder nämlichBrothers 02 gleichzeitig durch die meist linearen Levels. Während der größere Bruder mit dem Linken Stick bewegt wird, so muss man mit dem rechten den kleinen Bruder herumbugsieren. Solch ein Gameplay konnte man schon in diversen Spielen erleben. Meistens aber wurden sie als Minispiele eingepflanzt. Bei Brothers ist es als vollwertiges Element integriert.

Schöne einsame Fantasy Welt

Die Reise der beiden Brüder vergeht wie im Fluge. Da die einzelnen Bereiche stets neu daherkommen und unterschiedliche Begegnungen beherbergen. Trotzdem ist das Fantasyspektakel nach gut 3 Stunden vorüber. Einen Wiederspielwert hat das Abenteuer kaum, da man schon im ersten Durchgang alles sieht und ausprobiert. Interaktion steht ebenfalls groß im Spielverlauf auf der Speisekarte. Denn die beiden Brüder werden auf ihren Weg so einige an Zeitgenossen und Tiere treffen. Einige werden mit Späßen des kleineren Bruders geärgert, während der ältere Bruder das Ganze dann beschwichtigen muss. Oder wiederum müssen Menschen oder Tiere vor dem Tod gerettet werden. Brothers 05Man spürt den Tod gegenwärtig im ganzen Spiel. Überall werden die Brüder auf diese Thematik stoßen und nicht immer wird es ihnen gelingen rechtzeitig Schutz zu suchen.
Die Grafik wie auch die Soundausgabe passen zur Stimmung und Abenteuer. Eine reguläre Sprachausgabe findet man leider nicht. Man muss mit einer Fantasygebrabbel auskommen. Das ist nicht weiter schlimm, da die einzelnen Wortlaute sich wiederholen und die Gestik der Pixelmännchen man kaum falsch deuten kann.

Verschenktes Potential

Es gibt ein altbekanntes Sprichwort: Perle vor die Säue werfen. 505 Games Studio hatte hier eine fantastische Idee, aber leider nur halbherzig umgesetzt. So ist die Spieldauer viel zu kurz geraten. Die Preis-Leistung ist hier leider nicht gegeben. Die einzelnen Levels resp. Kapitel sind schnell durchwandert. Da der Weg meistens linear gestaltet wurde, kann man kaum was Falsches machen. Durch die beiden Brüder sollte man meinen, dass das Kooperatives Gameplay untereinander gegeben sein sollte. Doch dies ist nicht wirklich der Fall.Brothers 06 Kaum wird man gefordert irgendein Rätsel zu lösen oder Rennpassagen zu meistern, geschweige einen Bosskampf zu bestreiten. Ebenfalls können die Brüder nicht auf Komando springen, dies erledigen sie von selbst und dann auch nur an den vorgegebenen Stellen. So oder so ist man meistens damit beschäftigt, die beiden Brüder korrekt nebeinander herlaufen zu lassen, da die Steuerung ein bisschen zu hakelig ausgefallen ist. Auch würde der Spieler mit Sicherheit mehr über das mysteriöse Land erfahren, denn die Umgebung beherbergt so einige interessante Gebiete, in denen man locker die eine oder andere „Nebengeschichte“ einbauen konnte.

Brothers: A Tale of Two Sons ist ein taufrisches kurzes, aber knackiges Adventure-Spiel, das als Download daher kommt. Wie schon bei manchen anderen Adventure Spielen der 505 Games Studio, verschenkt auch diese Episode sehr viel an Potenzial. Egal ob Spielweise, Thematik, Länge oder Musik, alles wurde auf das Mindeste reduziert, und genau dies tut dem Spiel nicht gut. Es fehlen artgerechte Rätsel, Sprungpassagen oder einfach irgendwas Kniffliges. Denn man scheucht die zwei Brüder fast blind durch das Abenteuer. Man kann kaum etwas falsch machen, zudem der Wiederspielwert nicht gegeben ist, da man alles schon im ersten Durchgang sieht, macht oder ausprobiert. Hier werden sprichwörtlich Perle vor die Säue geworfen.

Gutes

- kurzweiliges Adventure
- eigenwillige Spielart

Schlechtes

- magere Ideen, troz gutem Konzept
- kaum Wiederspielwert

7.5 Gut

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