Brink – Review

Getestet von | 04.06.2011 um 00:00 Uhr

Bethesda Softworks, bekannt durch die Reihen The Elder Scrols und Fallout, haben sich nun mit dem Partner Splash Damage an einen Shooter gewagt. Splash Damage ging aus einer Modder-Gruppe hervor, die sich stolz den Taktikshooter „Enemy Territories“ auf die Fahne schreiben können. Ziel war es, einen Shooter zu schaffen, in dem der Singleplayer nahtlos in den Online-Mode übergeht. Wie dieses Konzept funktioniert und was diese Partnerschaft zu Stande gebracht hat könnt ihr in diesem Review lesen.

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Modder-Szene, Rollenspielgiganten und Gründerturm

Eine ehemalige Moddergruppe aus England, mittlerweile Splash Damage, wurde herangezogen, um das Leveldesign für Brink zu übernehmen. Die alten Hasen sollten wissen, worauf es ankommt und wie gute Levels auszusehen haben. Begleitet durch die Gamedesigner von Bethesda Softworks ist das neue Konzept von Brink zwei Firmen überlassen, die sich in ihren Genres auskennen und gute Produkte abliefern können. Die Geschichte erzählt davon, dass auf einer künstlich erschaffenen schwimmenden Insel einige hundert Leute leben. Als die globale Klimakatastrofe die Polkappen zum schmelzen bringt wird der Lebensraum auf der Erde knapp und diese Insel, die Ark, zum verheißungsvollen Zufluchtsort für viele. Die Spannungen zwischen den alten Bewohnern der Ark und den Flüchtlingen wachsen und bald kommt es zu gewaltvollen Übergriffen. Die Sicherheit versucht die Bürger der Stadt vor dem Flüchtlingsstrom zu schützen und die Neuankömmlinge versuchen alsbald die Ark wieder zu verlassen. An dieser Stelle fehlt schlicht die Logik in der Geschichte. Flüchtlinge würden die Ark wieder verlassen und allen wäre geholfen. In Brink scheint es aber, als wenn die Sicherheit die Flüchtlinge am Verlassen der Ark hindern will. Ein Konflikt muss her, bitte sehr. Hier kann man von Bethesda wesendlich mehr erwarten. Kaum hat man sich davon erholt stolpert man schon in die nächste Unwegbarkeit der Kampagne. Ist der Charakter einmal erstellt, wobei einem unglaublich viele Auswahlmöglichkeiten geboten werden ein individuelles aussehen zu erschaffen, findet sich der Spieler in der kampagne wieder und muss hier merken, dass er mit einem charakter beide Seiten spielen kann. Die entwickler müssen sich hier die Frage gefallen lassen, was das Wort „Kampagne“ hier zu suchen hat. Logisch für eine gut erzählte Story wäre, pro Seite einen Charakter undzulegen und entsprechend zu entwickeln. An dieser Stelle kommt das Studio den Spielern mit überschaubarem Zeitkontingent entgegen. Spielt man die Geschichte auf beiden Seiten gleichzeitig merkt man, dass man zweimal die selbe Map spielt. Einmal steht man auf der Seite der Sicherheit und einmal auf der der Revolution. Das Interessante daran, die Seite zu wechseln wiegt allerdings die Tatsache nicht auf, dass so eine Gesamtsumme von 8 Maps im kompletten Spiel zur Verfügung steht. Der Multiplayer spielt auch auf den selben Maps, aber dazu später mehr. Die Ziele sind identisch, die Videos sind immer wieder dieselben und Abwechslung sucht man vergeblich. Ein klarer Pluspunkt ist das Klassensystem. In den Optionen legt man seine Standardklasse fest, mit der man jedes Spiel starten möchte. Zur Verfügung stehen Sanitäter, Soldat, Agent und Techniker. Als Sani kann man seine Mitstreiter mit mehr Lebensenergie versorgen und sie zurück ins Leben holen, wenn sie gefallen sind. Soldaten versorgen die Mitspieler mit Ausrüstung und können Sprengungen durchführen. Techniker hacken Computer und können Minen legen und Geschütze aufstellen und Agenten können sich als gefallene Gegner tarnen und so die Verteidigung unterwandern. Jede Klasse wird gebraucht und bietet ihren eigenen Spielstil, der einem gefallen kann oder nicht.

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Laufen, Buffen, Ducken, Ballern …

Die Steuerung von Brink ist gut gelungen. Es gibt keine großen Schwierigkeiten, wenn man einem Controller nicht total abgeneigt ist. Einige Sachen wurden sehr gut im Spiel umgesetzt, die euch hier näher gebracht werden sollen. Immer wieder kommt es vor, dass es nicht ganz leicht ist, eine gute Schussposition in einer Map zu erreichen. In Brink wurde das SMART-Bewegungssystem eingeführt. Durch das lange Drücken von L2 kann man einfach auf eine Gruppe von Hindernissen zulaufen und das System steuert den Charakter automatisch darüber hinweg, sofern es möglich ist. Hier wird dem Einsteiger das Spiel merklich erleichtert, da der Frust entfällt eine bestimmte Stelle nicht erreichen zu können. Darüber hinaus kann man einen leichten Körperbau freispielen, der einem weniger Gesundheit verleiht, dafür aber weitere und höhere Sprünge zulässt, was der Schlüssel zu einigen Regionen in den Maps ist, die man sonst nicht erreichen kann.
Zusätzlich kann man sein eigenes primäres Ziel setzen. Dadurch wird das Ziel mit der Entfernung angezeigt, so dass man immer die Richtung weiß, in die man laufen muss. Darüber hinaus bekommen die anderen Teammitglieder die Info, was man gerade als aktives Ziel hat. So reicht es also aus, wenn nur einer einen Kommandoposten einnimmt oder einen Geschützturm installiert.

Das Auge stirbt mit

Grafisch ist Brink gelungen, wenn es auch keine Extraklasse ist. Die Level sehen alle gut aus, es stehen überall Unmengen von Müll herum, vieles kann bewegt werden und auf fast alles kann man drauf springen. Deckung ist das Schlagwort in Brink. Leider kommen immer wieder kleine Unschönheiten vor, die allerdings beim Spielen selber weder stören noch auffallen. Einzelne Texturen werden gerne nachgeladen oder neu gerendert, was vor allem bei kleinen Flächen vorkommt. Auf die Darstellung von Blut, Gedärmen und abgetrennten Gliedmaßen wurde verzichtet. Abgesehen von den oben Genannten Kleinigkeiten ist Brink ein guter Hingucker. Alles läuft flüssig, schwenks sind schnell und man kann alles scher gut erkennen und entsprechend schnell reagieren. Alles spielt sich bei Tageslicht oder in hellen Räumen ab. Wer also Angst im Dunkeln hat kann hier bedenkenlos zugreifen.

Der Ton macht die Musik

Während bei anderen Shootern, vor allem bei denen, die Online große Erfolge erzielen, ein klarer Sound eine absolut wichtige Rolle spielt, kommt der Sound bei Brink eher als mäßig wichtig rüber. Natürlich bietet Brink eine gute Soundkulisse und muss sich nicht verstecken. An den typisch fetten Battlefield-Sound kommt Brink allerdings nicht heran. Die Nachbarns freuts, denn während eine Brink-Session werden ihre Nerven entsprechend geschont, wenigstens ein klein wenig.

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Friendly Fire

Online läuft Brink zu seiner wirklichen Stärke auf. Hier ist es so, dass ein Team, was unorganisiert spielt, einfach verliert. Es ist egal, wie gut die einzelnen Spieler sind, wenn sie nicht kooperieren gehen sie gemeinsam unter. Das Klassensystem ist optimal auf die Maps abgestimmt, alles ist schlüssig und jede Klasse wird immer benötigt. In diesem Spiel gibt es so gut wie keine Zufallssiege. Das mitgelieferte Teamspeak funktioniert einwandfrei. Man versteht sich klar und deutlich und die Verzögerung ist absolut erträglich.Um schnell im Level anzusteigen muss auf jeden Fall der Sanitäter empfohlen werden. Für jeden Health-Buff gibt es 75 EXP und für jede Wiederbelebung 150 EXP. Bei Karten in denen es einen Punkt gibt, bei dem sich beide Team begegnen und der schwer zu überwinden ist häufen sich die Leichen und das Punktekonte schlägt Purzelbäume. Eure Teammates werden es euch danken, wenn ihr versteckt abwartet bis jemand stirbt und ihr ihn wieder ins Leben holt. Einziges Manko sind einzelne Lags, die das Spiel online hat. Sie sind pro Runde aber an einer hand abzuzählen und sollen in naher Zukunft gepatcht werden. Wir werden sehen was daraus wird.

Sein oder nicht sein

Mit Brink ist ein guter Shooter gelungen, der das erklärte Ziel erreicht hat. Der Multiplayer ist perfekt mit der Kampagne verwoben, auch wenn diese holpig und unausgereift ist. Wem die Geschichte wichtig ist, der sollte die Finger von Brink lassen. Der Multiplayer ist solide, die Maps sind ausgereift und immer wieder ist es eine echte Herausforderung, das andere Team fertig zu machen, wenn es sich erst mal wo verschanzt hat. Ein Hoch auf Spash Damage, da sie immer ein Hintertürchen eingebaut haben und somit für sehr harte, aber recht faire Gefechte sorgen. Die Klassen sind sehr gut gelungen, jede ist wichtig und gut spielbar. Die Charakterentwicklung funktioniert auch brauchbar. Hier muss man sich nicht auf eine Klasse festlegen, da man alle braucht. Schwerpunkte sollten man auf jeden Fall setzen, denn auch bei der Klassenauswahl wird jeder spiele seine Lieblinge haben. Alles in allem ist Bink ein solides spiel, was sehr fordernd sein kann, wenn das gegnerische Team gut zusammen spielt. Wem Logikprobleme in der Kampagne egal sind braucht sich den Kauf nicht zu überlegen. Es sollen sogar kostenfreie DLCs erscheinen. Wo gibt es das schon noch? Und das bei einem Spiel, was keinen Online-Pass hat…

Gutes

+ Sehr gutes Klassensystem
+ Sehr gutes Mapdesign
+ Harte Online-Duelle
+ Auch gute Teams können geschlagen werden

Schlechtes

- Platte und unlogische Story
- Kleinere Grafikfehler (Texturen)
- Wenig Abwechselung durch zu wenig Maps
- Schlechte Videosequenzen
- Geringer Umfang

7.0 Gut

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