Borderlands: The Pre-Sequel im Test – Claptrap auf dem Mond? Oh gott…

Getestet von | 02.11.2014 um 17:53 Uhr

Erst kam Borderlands, dann kam Borderlands 2 und jetzt kommt… Borderlands 3? Nein, so einfach ist das nicht. Denn mit Borderlands: The Pre-Sequel erschien der neuste Ableger der Serie aus dem Hause 2K Games und der Name ist auch Programm. Der Titel ist nicht der erhoffte dritte Teil, gut das lässt sich auch aus dem Namen herausfiltern und ebenso, dass es eine Mischung aus den bekannten Begriffen Prequel und Sequel ist. Im Klartext heißt das, der Titel erzählt die Vorgeschichte von Borderlands 2, ist gleichzeitig aber auch der Nachfolger von Borderlands 1, was die Geschichte angeht und dient daher als Story-Füller. Nicht gerade unwichtig ist auch der Fakt, dass sich nicht wie bisher Gearbox dafür verantwortlich macht, sondern 2K Australia und diese lediglich die Engine und ein bisschen Hilfe von Gearbox erhalten haben. Doch ist Borderlands: The Pre-Sequel nun ein guter Nachfolger den man spielen sollte oder nur ein Lückenfüller zum Ignorieren? Das erfährt ihr nun in unserem Test.

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Prequel? Sequel? Pre-Sequel oder vielleicht Sequprequel?

Denk an Borderlands 1, ne ne das passt nicht ganz. Denkt an Borderlands 2, ahh das passt auch nicht ganz. Jetzt denkt an beide Teile zusammen, mischt dazu noch den Mond und eine Raumstation, fügt neue Charakter und andere Kleinigkeiten hinzu, entfernt die Schwerkraft und Tada! ihr  habtBorderlands: The Pre-Sequel. Klingt zwar einfach, ist es eigentlich auch. Denn die Story dreht sich hauptsächlich um die Geschehnisse zwischen den beiden Teilen, wieso die Dinge so sind, wie sie nunmal sind und wie Handsome Jack zu solcher Macht und seiner Roboter-Armee kam, obwohl er am Anfang des Spiels gar nicht so Handsome ist, wie er vorgibt. Letztlich muss man wohl einfach sagen, dass man als Borderlands Fan wohl irgendwann an einen Punkt kommt, an dem man vielleicht bei der Story nicht hinterher kommt und die Übersicht verloren hat oder man einfach so mit Schießen und Missionen erledigen beschäftigt ist, dass man die Story einfach links liegen lässt. Während im ersten Teil die Story „Kammerjäger > Zeug erledigen > Kammer“ war, hat man das Gefühl, dass es bei Pre-Sequel eher so ist: „Zeug erledigen > Noch mehr Zeug > Raumstation erobern > Ach, da gibt auch ne Kammer?“ ist.

Das Spiel beginnt damit, dass ihr seht wie Athena, die man vielleicht aus dem ersten Teil kennen sollte, gefesselt an einem Pfahl steht. Sie wurde für ihre Taten gefangen genommen und wird nun unter anderem von der Kammerjägerin Lilith gefangen befragt. Athena war für Monate eine Söldnerin und als sie den Auftrag bekam eine Kammer zu öffnen und so Geld und Ruhm zu erhalten, konnte sie dies nur schwer ablehnen. Als Nacherzählung beginnt so dann die Geschichte mit dem Start einer Rakete ins Weltall, genauer gesagt auf die Raumstation Helios. Kaum kommt ihr an, wird diese bereits angegriffen und bei dieser Übermacht bleibt euch nichts anderes zu tun als zu fliehen. Bei der Flucht hilft euch Handsome Jack, welcher sich für euch opfert. Euer Plan ist einfach, macht irgendwas, bereitet irgendwas vor, habt auf dem Mond spaß – aber früher oder später müsst ihr die Raumstation wieder zurück erobern und eine Kammer gibt es auch. Begegnungen mit altbekannten wie Moxxi, Tiny Tina, Mr. Togue, Roland und weiteren lustigen Charakteren dürfen natürlich auch nicht fehlen.

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Irgendwas so mit Gameplay oder so

Borderlands: The Pre-Sequel ist und bleibt einfach Borderlands. Ob das nun komplett positiv oder auch negativ ist, dass bleibt jedem selbst überlassen. Der Kern des Spiels ist nahezu unverändert. Anfangs habt ihr die Wahl zwischen den klassischen vier Klassen. Natürlich sind die meisten Skills und Fähigkeiten im Detail unterschiedlich, doch grob gesagt bleiben die Klassen gleich. Wir haben Wilhelm einen Maschinen Experten mit Drohnen, einen „Unterstützer“ mit Claptrap, quasi eine Scharfschützin Nisha und etwas dazwischen mit Athena, die unter anderem ihren Schild werfen kann.. Jeder von ihnen hat einen unterschiedlichen Charakter und gerade Claptrap als spielbare Klasse glänzt mit seinem unnachahmlichen Charme während dem kompletten Spiel. Dazu kommen noch die zufällig generierten Waffen, die einfach unersetzbar im Spiel sind. Durch bestimmte Effekte, wie das die Waffe sich beim Nachladen wie eine Granate werfen lässt, verschiedenen Elementareffekten und natürlich den klassischen Werten wie Schaden und Nachladezeit, hat man stets das Verlangen weiterzuspielen und besser zu werden. Die Fähigkeiten fügen dem sonst so tristen Shooter-Alltag natürlich noch ein bestimmtes Kraftgefühl und bei Claptrap eher zu einem Grinsen und später eher zu Kopfschütteln durch den Zufallsbasierten Super-Angriff – Mensch ist das nervig, wenn man durch Amoklauf ungebremst herum schießen muss oder durch einen Ballon durch Level springen muss. Aber hey, es ist Claptrap und sagt bloß nix gegen ihn, das verstößt gegen das Robotergesetz! Dennoch spielt er sich blöd wenn man alleine ist, aber sagt ihm das bloß nicht.

Die größte Änderung ist ohne Zweifel natürlich der Fakt, dass man auf dem Mond spielt. Dort gibt es nunmal nicht nur weniger Schwerkraft sondern bekanntermaßen auch weniger Sauerstoff. Durch die fehlende Schwerkraft kann man in Pre-Sequel nicht nur extrem hoch springen, sondern auch durch sein Jetpack etwas schweben und auch mit voller Kraft auf dem Boden Krachen und so den Feinden etwas Schaden austeilen. Hier sollte man aber beachten, dass für das Schweben oder Atmen außerhalb der Atmosphäre Sauerstoff gebraucht wird. Man hat zwar einen Tank mit dem der Spieler einige Zeit sein Werk verrichten kann, doch nach einer gewissen Zeit muss man Sauerstoff zu sich nehmen, sonst verliert man HP und schließlich sein Leben. Sauerstoff erhält man entweder in einigen Gebäuden, durch kleinere Behälter die Gegner fallen lassen oder durch fest platzierte Plätze auf dem Mond. Das nervt am Anfang des Spiels etwas, aber mit mehr Erfahrung muss man später nicht darauf achten und hier ist auch der größte Vorteil von Claptrap, vielleicht auch der einzige. Dieser braucht selbstverständlich kein Sauerstoff und ist somit nicht ans ständige aufladen des Tanks gebunden. Gerade durch das Schweben hat man ab und an als Spieler von Destiny das Gefühl, dass man hier vielleicht BorStiny spielt, aber das ist auch der einzige Punkt.

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Gutes

+ Riesige Welt mit viel Humor und vielem zu erleben
+ Ihr seid auf dem Mond - ohne Gravitation
+ Viele Items zum finden und es gibt immer etwas besseres
+ Die Geschichte rund um Jack wird aufgelöst

Schlechtes

- Keine gravierenden Änderungen
- Technisch alles andere als gut
- Story leider nicht so stark
- Koop im Splitscreen mit vielen Rucklern

8.2 Sehr gut

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