blur – Review

Getestet von | 25.07.2010 um 00:00 Uhr

Fun- und Action Racer gehören seit etlichen Jahren zu den beliebtesten Games von vielen Spielern. Entweder fährt man in Karts auf unzähligen Strecken mit Waffen, mit denen die Gegner behindert werden können, oder aber man fährt mit richtigen Autos, Motorrädern oder Quads durch Städte und Landschaften. Was aber, wenn ein Mix aus beiden geschaffen wird, der sowohl echte Lizenzkarren und Städte, als auch unzählige Pick-Ups und Gegner aufweist, die nur darauf warten damit beschossen zu werden? Um dieser Frage nach zu kommen, werfen wir nun den Blick auf Activision’s Rennspiel blur. Ob der Mix gelungen ist, lest ihr in dieser Review.

Das Bizarre Creations gute Rennspiele machen, sollten zumindest Xbox Fans wissen, denn das Studio zeigt sich u. a. für die Project Gotham Racing Serie verantwortlich, die allerdings nicht auf der PS3 zu haben ist. Umso erfreulicher, das das neuste Projekt der Entwickler auch die PS3 umschließt. Der neuste Streich des Entwicklers, blur, ist nicht nur eine neue Serie, sondern auch der Beginn von etwas Neuem.

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Race Like A Big Boy

Um es aber mal gleich vorweg zu nehmen: Die Mischung ist wirklich gut geworden, denn blur zieht das Gameplay eher Arcade- und Funmäßig auf, aber die Aufmachung und die Autos sind eher an die heutige Action Racer Welt angepasst.
Spielt man blur das erste mal, dann kommt der Spieler auch hier um eine kleine Installation nicht drum herum, doch die Ladezeiten bis man im Spiel ist, sind recht schnell und schon findet man sich im Startbildschirm wieder.
Bevor ihr aber in das Menü gelangt, werden euch eure letzten Erfolge vom letzten mal spielen gezeigt. So werden euch Freischaltungen, oder der Spielfortschritt angezeigt und dann gelangt ihr in das Menü, welches sich aus gigantischen zwei Menüpunkten erstreckt. So habt ihr im eigentlichen Hauptmenü die Wahl was ihr denn gerne spielen wollt, nämlich Einzelspieler oder Mehrspieler.
Aber keine Panik, sobald ihr einen der beiden Punkte gewählt habt, öffnet sich euch ein breit gefächertes Menü, indem allerhand eingestellt und betrachtet werden kann. Da wären natürlich einmal die Optionen, der Austellungsraum, oder auch die Zwei-Spieler-Splitscreen Funktion.

Hart umkämpft

Im Menü befindet sich auch ein Menü extra für die Trophy-Hunter unter euch.
Das Sticker Menü setzt sich aus vielen Stickern zusammen, die letztenendes immer für eine Trophy stehen. Man kann Teile der Sticker freischalten indem man bestimmte Aufgaben erledigt. Den Fortschritt kann der Fahrer jederzeit in diesem Menü einsehen. Doch gab es nicht schon mal so etwas?
Wenn der Spieler jetzt tief in sich kehrt und einmal an den Anfang der PS3 Ära zurückdenkt, an den Titel Need for Speed Carbon, der wird wissen wo es genau so etwas schon mal gab. Genau, das ganze Design und die Machart sind gnadenlos bei einem längst vergessenen Racer für die PS3 abgekupfert worden.
Doch bietet das Menü dem Spieler genau die Infos der er braucht und so ist das Menü eher eine Bereicherung des Games.

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Herzstück ist und wie sollte es anderes auch sein, natürlich der Karriere Modus, indem ihr Rennen fahrt, neue Wagen freischaltet und Bosse besiegt.
Die Karriere ist in neun Stufen unterteilt. Jede Stufe stellt einen der neun Bosse dar. Die Bosse selber sind Fahrer, die auch bei den einzelnen Events als Gegner mitfahren. In jeder Stufe gibt es insgesamt sieben Events. Sechs normale und dann das Boss Event. Es gibt aber natürlich mehrere Haken, die euch den Weg zum jeweiligen Boss natürlich erschweren sollen.
So gibt es zu aller erst einmal drei verschiedenen Eventtypen, nämlich Rennen, Kontrollpunkt und Zerstörung.
Bei einem Rennen wird ganz normal ein Rundkurs gefahren, bei Zerstörung müsst ihr so viele Gegner wie möglich dem Erdboden gleich machen und bei Kontrollpunkt, fahrt ihr gegen die Uhr und könnt Turbos und Zeitstopper einsammeln.
Für die Events bekommt ihr Lichter. Lichter stehen für die Podiumsplatzierungen, also ab Platz drei. Für den dritten Platz gibt’s drei Lichter, für den Zweiten vier und für den Ersten gibt es satte fünf Lichter. Doch das war es noch lange nicht. Es gibt außerdem ein Fanziel, was es zu erfüllen gilt.

Wo sind meine Fans?

Fans sind in blur nicht nur ein wichtiger Bestandteil, sie bestimmen auch welche Wägelchen man fahren darf.
Nach jedem Rennen bekommt ihr Fans. Fans bekommt ihr immer, wenn ihr Gegner beschädigt, abräumt, oder eben andere tolle Dinge macht, wie z.B lange unangefochten führen, oder gewinnen. Erreicht ihr eine bestimmte Anzahl an Fans für das Event, dann bekommt ihr ein weiteres Licht dazu.
Aber das war es mit Fans auch noch nicht. Es gibt auch Fan-Herausforderung die überall auf der Strecke auf euch warten. Dabei handelt sich um banale Aufgaben wie, drifte um die Kurve, fahre mit Tempo 200, oder treffe den und den mit dies und jenes. Leicht ist das ganze aber trotzdem nicht.
Es gibt auch den Fan-Sprint, für den es das letzte Licht am Ende eines Events gibt. Bei einem Fansprint, müsst ihr durch Lichttore fahren und dabei auf einen Counter achten. Je höher der Counter, desto mehr Fans gibt’s für die Aktion.
Fans bestimmen so auch euren Rang den ihr habt. Für jeden neuen Rang den ihr bekommt, erhaltet ihr meistens Autos. Um in den Stufen voran zu schreiten, braucht ihr aber nur die Lichter.

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Vorgaben, Loch und Löcher

Neben dem ganzen Fangedöns braucht ihr aber auch noch Geschick. Das braucht ihr nämlich, weil der Boss euch immer ein paar nette Vorgaben vorgibt, damit ihr überhaupt gegen ihn fahren könnt.
Diese Vorgaben sind immer recht unterschiedlich gestaltet und fordern eine ganze Menge von euch. So müsst ihr bei bestimmten Events etwas schaffen, oder aber fünf Leute mit Minen treffen, oder aber 1.500 Meter driften.
Wer dann alle Vorgaben des Bosses erfüllt hat, der darf gegen ihn antreten um seinen Wagen und seinem Mod. Bei Boss Events müsst ihr immer mit dem gleichen Wagen wie der Boss fahren. Ziel ist es, den Boss zu zerstören oder einfach das Rennen gegen ihn zu gewinnen. Hört sich jetzt leicht an und das ist es auch.
Die Boss Events sind, im Gegensatz zu deren Anforderungen, ein Klacks und keine wirkliche Herausforderung. Besiegt ihr den Boss, bekommt ihr den Wagen mit dem ihr gefahren seid, die spezielle Version eures Bosses und seinen Mod. Der Mod ist immer ein Vorteil den euer Wagen hat, wenn ihr ein Power-Up einsammelt, die überall auf der Strecke liegen.

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Hecktisch hoch zehn

Spielerisch gesehen sind die Pick-Ups auf der Strecke extrem wichtig. Überall auf der Strecke liegen die unterschiedlichsten Dinger rum und warten nur auf euren Einsatz.
Ihr könnt immer drei Power-Ups zur gleichen Zeit halten, aber immer nur eins auf einmal einsetzen. Ihr könnt natürlich auch zwischen mehreren wechseln, wenn ihr mehr als eins haltet. Die insgesamt zehn Power-Ups, decken sämtliche Waffen ab.
Es gibt Minen, einen Schutzschild, eine Art Rakete und noch einiges mehr. Auch eure Gegner machen davon viel und oft Gebrauch und das ganze entpuppt sich als eine spaßige, hastige, von Lichtern und herumfliegenden Autos erfüllte Schlacht auf der Rennstrecke.
Man kann sich zum Teil nicht mehr vor fliegenden Lichtern retten, was einen netten Reiz im Fahrer erzeugt, denn Spaß macht sowas in jedem Fall. Vor allem bei der flüssigen Feilschnellen Grafik macht es Spaß.
Zwar ist die Grafik jetzt nicht das Beste seit eh und je, aber die Framerate bleibt stabil und alles rattert unglaublich schnell und präzise über den Bildschirm. Natürlich passt die Steuerung auch perfekt zum Game und geht einem nach ein paar Rennen in Fleisch und Blut über. Das einzige was das noch trübt, sind die zum Teil schlecht steuerbaren Wagen.
Das Handling des Racers ist wahrlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch das hat der Spieler nach ein paar Stunden raus.
Bei den Wagen wird wohl auch der letzte Spieler nichts auszusetzen haben. Die Wagenauswahl umschließt amerikanische Muscle-Cars, über japanische Tuner, bis hin zu reinrassigen Supersportwagen.
Die Wagen sind zudem in vier Stufen eingeteilt, von D bis A. D ist dabei die langsamste und A die schnellste. Je nach Geschwindigkeit wurden die Wagen eingeteilt. Natürlich kann es auch denselben Wagen in mehreren Klassen geben.
Die Wagen lassen sich optisch nur durch Farbe ändern, getunt wird hier nix, muss aber auch nicht. Fast alle Wagen sind hier nicht in ihrer klassischen Bauweise vertreten, sondern wurden ordentlich aufgemotzt. So erkennt man den Ford Focus in Klasse B fast gar nicht wieder, oder eine Corvette C3 wurde zu einem krassen Dragster Modell umfunktioniert. Natürlich haben die Wagen, ganz Zeitgemäß, eine Wertetabelle wo ihr Geschwindigkeit, Beschleunigung, Handling und Schwierigkeit einsehen könnt.
Im Austellungsraum können Autofetischisten ihre ganzen Autos bewundern, umlackieren und den Mod verändern.

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Das kenn ich doch?

Online wird das ganze Game dann erst richtig lustig. Wie auch im Einzelspieler hat der Spieler einen Rang und für Fans gewinnt ihr neue Wagen. Soll heißen. Online habt ihr nicht die Wagen die ihr auch offline habt, es ist also wie eine separate Karriere.
Wie auch im Solo-Modus müsst ihr online in Rennen Fans sammeln, für Fahrzeuge beschädigen oder aber auch das Rennen auf guten Plätzen beenden. Ab einem bestimmten Rang bekommt ihr Hilfsmittel in Form von Mods, die ihr gemäß eurer Einstellung nach Belieben verändern könnt. So schaltet ihr, je weiter ihr kommt, immer neue Mods frei die euch helfen. Man könnte glatt sagen, dass sind Perks für euer Fahrzeug.
Aha, erwischt, dass sollen Perks sein, getarnt in einem neuen Menü und etwas anderem Design, aber doch ganz klar Perks. Ja man merkt doch gleich das hier Activision am Werk war, denn offensichtlicher geht es nicht. Sicher? Doch das geht es in der Tat, denn Activision schaut nicht nur hier mal ganz weit rüber zur Call of Duty Reihe.
Auch gibt es sogenannte Herausforderungen, die in mehreren Stufen unterteilt sind und je höher die Stufe ist die ihr abgeschlossen habt, desto einen größeren Fanbonus gibt es aufs Konto. Das Ganze ist selbstverständlich in einzelnen Stufen der Listen unterteilt und schaltet sich erst Rang für Rang frei. Und natürlich haben auch Autos Herausforderung, ganz so wie man es aus CoD kennt.
Ist das denn überhaupt schlimm? Nö, dass ist es nicht, denn die Motivation bleibt natürlich immer weit oben und durch die ganzen Herausforderungen hat der Spieler immer was zu tun. Man kann seine ganzen Challenges natürlich in ein mit Liebe zum Detail gestalteten Menü betrachten, welches komischerweise 1-zu-1 so aussieht wie das von Call of Duty, tz tz tz.
Die einzelnen Renntypen sorgen auch für Fun und Abwechslung. Richtig genial sind die Schlachten, wenn sich insgesamt 20 Fahrer auf einem Rundkurs mit Power-Ups bekriegen. Wer offline schon dachte es geht richtig ab, der wird hier noch einmal eines besseren belehrt, denn das ist für jeden Spieler eine Herausforderung hier die Nase vorne zu behalten. Dies ist mitunter auch der spaßigste Rennmodi online. Die Teamrennen sind allerdings auch nett, wenn auch nicht so spaßig wie Rennen mit 20 Leuten.
Ihr könnt natürlich auch ein Privates Rennen veranstalten, eure Freunde einladen, und diese sogar mit Herausforderungen konfrontieren, indem ihr ihnen eigens erstellte Challenges sendet, die sie schaffen müssen. Online geht bei blur auch alles schön schnell und funktioniert meist auch wunderbar. Auch entscheiden hier die Spieler immer was gespielt wird. Nach jedem Rennen werden zwei Kurse mit Wagenklassen eingeblendet und ihr könnt abstimmen was ihr wollt.

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Fazit:

blur verbindet wirklich gekonnt die beiden Lager Fun- und Action Racer. Die Mischung sieht gut aus, spielt sich gut und bietet ordentlich Langzeitmotivation, ist zu keinem mal unfair und könnte auch als Call of Duty auf Rädern bezeichnet werden. Natürlich ist das den Entwicklern nicht vorzuwerfen, wird doch der Spielspaß durch solche Elemente erweitert und verbessert. An blur gibt es außer ein paar kleineren Fehlern nicht wirklich was auszusetzen. Es ist halt ein solider und guter Racer, der sich ein bisschen was aus anderen Spielen abgeschaut hat, aber das sollte Spieler nicht daran hindern, mal ein Auge auf den Titel zu werfen, er ist es in jedem Fall Wert.

Gutes

Schlechtes

8.5 Sehr gut

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