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BioShock Infinite – Review

Artikel von | 22.04.2013 um 20:31 Uhr

Wir schreiben das Jahr 1912. Unser Name? Booker DeWitt, Privatermittler. Doch zunächst befinden wir uns in einem Ruderboot, mit zwei sich um das Rudern diskutierenden, wohl eher argwöhnischen Menschen. Die See ist rau, die Wellen schellen gegen das Boot, bis wir durch den düsteren Regen einen Leuchtturm erblicken. Und genau das ist unser Reiseziel. Wie schon bei Bioshock 1, in dem Flugzeug, bekommen wir auch in BioShock Infinite eine Kiste gereicht und natürlich befindet sich in dieser schmucken Holzkiste eine Bewaffnung, ein mit uns unverständlich bekritzeltes Papier, die Fotos einer Frau und dem Auftrag eben diese Frau zu finden und nach New York zu bringen.

Als uns die beiden bizepsstarken Ruderer an einem Steg der Insel mit dem Leuchtturm absetzen, machen diese auch schon recht schnell wieder kehrt und lassen uns alleine im strömenden Regen. Doch was erwartet uns überhaupt in BioShock? Wieso sollen wir die Frau auf dem Foto nach New York bringen? Viele Fragen und jetzt sind die beiden Gestalten mit ihrem Boot auch schon weg, sodass wir diese Fragen nicht mal an jemanden weitergeben können, also rein ins Gefecht.

Columbia - Die Wolkenstadt

Columbia – Die Wolkenstadt

Herzlich Willkommen in Columbia!

Als wir in der Wolkenstadt Columbia ankommen, fällt uns erst mal dezent die Kinnlade runter. Optisch gesehen ist die Stadt ein Meisterwerk, die Farben sind satt und plakativ, das Licht scheint zwischen den wuchtigen, aber dennoch scheinbar federleichten, Gebäuden her und strahlt uns oftmals ins Gesicht. Selbst die Büsche sehen gut aus und sind keine pixeligen, grünen Klumpen die aus dem Boden wuchern. Sieh einer an, ein Kolibri, und selbst bei ihm bewegen sich die Flügel vor und zurück, flüssig, während sich der Kolibri an einer Blume labt. Nicht schlecht!
Schaut man genau hin, spiegelt das Öl auf den Straßen, Blut reflektiert so, das wir die vorbeiziehenden Gebäude darin sehen können. BioShock Infinite glänzt mit Details und überrascht uns immer wieder aufs Neue. Aber das kennen wir ja bereits von den vorherigen BioShock-Spielen.

Dennoch hat ein Schwert natürlich immer zwei scharfe Seiten. Wir befinden uns über den Wolken, in einer Stadt voller verrückter Gläubiger. Doch sie glauben nicht etwa an einen Gott, sondern folgen einem noch verrückteren Propheten, „Zachary Hale Comstock“.
Nachdem wir aber einige Zeit durch Columbia gelaufen sind und uns die echt schöne Stadt angesehen geht es auch recht schnell zur Sache.

Feuer frei!

Feuer frei!

Hau drauf!

BioShock kommt auch in Deutschland ohne Cuts auf den Markt und so haben wir keine Probleme, dem Gegner beim Nahkampf unser sich kreisendes Fortbewegungsmittel ins Gesicht rammen und das Blut durch die Gegend spritzt. Klingt jetzt erst mal schlimmer als es ist, aber auch bei den Kämpfen glänzt BioShock mit Liebe ins Detail. Ganz egal ob man den Gegner mit seinem Feuerfeature grillt, oder ihn durchlöchert, sobald der Gegner regungslos auf dem Boden liegt, kann man auch ohne pathlogische Ausbildung identifizieren woran er gestorben ist. Aber BioShock Infinite ist nicht nur Zauber den man aus seinen Armen schießen kann, sondern auch eine ganze Menge geballer. Mit verschiedenen Waffen sind wir in actionreichen Gefechten mit schnellen Positionswechseln immer auf der Hut und müssen verschiedene Kombinationen zwischen Schusswaffen und Zauber einsetzen um die Gegner optimal aufzumischen. Insgesamt gibt es sieben verschiedene Tränke, die uns mit den entsprechenden Fähigkeiten ausstatten und uns zum Sieg verhelfen. Und die verschiedenen Fähigkeiten sind ebenfalls nicht gerade ohne. Generell ist BioShock kein Spiel für sanfte Gemüter. Es geht oft heiß her und auch mit harten Szenen zeigen die Entwickler, was man aus einem wirklich guten Spiel mit etwas Entwicklungszeit machen kann.
Viele der Fähigkeiten kennt man aus BioShock bereits, es handelt sich beispielsweise um das Grillen von Menschen, Brutzeln oder die Kontrolle über Maschinen erlangen. Es ist also nicht nur etwas Neues dabei, sondern man greift auch auf Sachen zurück, die der Spieler bereits kennt. Dennoch macht es immer wieder Spaß sich den taktisch nicht ganz so dämlichen Gegnern mit verschiedenen Methoden entgegen zu stellen und mit einem Sturm von zerpickenden Krähen, knisterndes Feuer oder haarsträubende Elektrizität zu vermöbeln.

Teamwork, Baby!

Nach einiger Zeit bekommt Mr. DeWitt aber auch schon eine Weggefährtin, die bezaubernde Elizabeth, mit der man sich dann Seite an Seite durch Columbia ballert und metzelt. Es zeigt sich jedoch ziemlich schnell, dass Elizabeth mehr ist, als nur eine hübsche Begleitung, denn sie unterstützt einen immer wieder mit allen nötigen Extras, die wir gerade benötigen, egal ob unser Magazin gerade leer ist, unsere Energie für die Zauber oder unsere Lebensenergie, Elizabeth ist immer zur Stelle und Support einen wirklich erfolgreich. Ohne einem jedoch im Weg zu stehen wie man das aus anderen Spielen möglicherweise kennt. Was an Elizabeth leider nicht ganz so gut ist, ist die Tatsache, dass sie das Spiel ein bisschen durchschaubarer macht als einem unbedingt lieb ist. Denn unser weiblicher Kompagnon besitzt nämlich die Fähigkeit, diverse Hilfsmittel aus „Rissen“, mithilfe einer anderen Dimension, zu holen und diese effektiv gegen unsere Gegner einzusetzen. Aber dadurch wissen wir leider immer, dass gleich die Hölle über uns her bricht, wenn wir einen solchen Riss sehen. Mehr verraten wir aber nicht da wir ja nicht Spoilern wollen. Was uns staunen lässt, ist die Tatsache wie geschmeidig sich Elizabeth an unserer Seite bewegt, man könnte fast meinen dass sie schon gar nicht mehr von dem Computer, sondern einem Mitspieler gesteuert wird. Wirklich beeindruckend, da sind wir uns alle einig gewesen.

Jetzt wird's heiß!

Jetzt wird’s heiß!

Heilige Mutter Gottes

Das ist unser Fazit nach BioShock Infinite. Wir haben wirklich lange drauf gewartet, wir waren noch ziemlich heiß wegen BioShock 2 und im Prinzip hat Infinite uns mal wieder die Socken ausgezogen. Die Spielewelt ist fantastisch inszeniert, sieht wunderbar aus und Irrational Games hat sich wirklich Mühe gegeben uns immer wieder mit etwas Neuem zu überraschen und etwas Neues zu bieten. Es macht einfach unglaublich viel Spaß durch Columbia zu laufen und sich mit den verschiedenen Techniken, Waffen und Gimmicks den Gegnern entgegen zu stellen. BioShock schafft genau das, was wir uns gewünscht hatten. Das Spiel lässt einen nicht mehr los, es fesselt und das Ende haut einem richtig vom Stuhl. Man denkt sich nur „Heilige Mutter Gottes! WAS IST PASSIERT?“ Aber genau das ist das, was wir uns erhofft haben. Leider macht BioShock Infinite ein paar Abstriche wenn es um das Gameplay und den Flow geht, denn BioShock Infinite wird nach einiger Zeit ein bisschen durchschaubar, was uns den Spaß aber nicht genommen hat.
Alles in allem ist BioShock Infinite unserer Meinung nach eine klare Kaufempfehlung und ein wirklich gelungenes Spiel. Und wir als eingefleischte BioShock Fans können es euch also wärmstens Empfehlen.

BioShock: Infinite Testbericht

BioShock: Infinite

  • Release: 26.03.2013
  • Genre: Action, Ego Shooter, First Person Action
  • Entwickler: Irrational Games
  • Publisher: 2K Games

Gutes

+ wahnsinnig schönes Leveldesign
+ Liebe im Detail
+ unglaublich gute Atmosphäre
+ abgefahrene Szenen mit knackiger Brutalität
+ super Story
+ für Shooter gute Spiellänge
+ intelligente Gegner
+ intelligente Weggefährtin
+ immer wieder interessan

Schlechtes

- Personen, die wichtig sind, sehen oft gleich aus
- ziemlich leicht auf den ersten drei Schwierigkeitsstufen
- zu viel Waffenlast, Kräfte oft überflüssig
- manchmal stupide Gegner
- Skylines waren in Trailern umfangreicher

9.5 / 10 Must Have

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