Beyond Two Souls Test – Das ist neu auf der PS4

Getestet von | 07.12.2015 um 18:02 Uhr

Beyond Two Souls erschien im Oktober 2013 für die PlayStation 3 und war, mit Naughty Dogs The Last of Us, einer der letzten großen Exklusivtitel für die mittlerweile vergangene Konsolengeneration. Das Spiel vom französischen Entwickler Quantic Dreams musste ein großes Erbe mit sich schleppen, denn zu den vorherigen Projekten des Studios, zählten von Fans und Kritikern gefeierte Spiele wie Fahrenheit oder eben Heavy Rain. Wer die beiden Spiele kennt, der weiß auch, worauf er sich bei Beyond einlässt und neben einer packenden Geschichte, allem voran auch Quick Time Events anstehen. Nun ist es auch für PlayStation 4 mit einigen Neuerungen im PSN Store erschienen und wir möchten euch in diesem Test aufzeigen, warum ihr den Titel spielen solltet, besonders ob sich ein erneuter Kauf lohnt oder ihr euch doch lieber anderen Titeln widmen solltet.

Beyond Two Souls logo cover test review psinside ps4 playstation 4

Who you gonna call? Aiden!

Wer nichts mit dieser Referenz anfangen kann, der sollte unbedingt mal Ghostbusters anschauen, alle anderen erfahren jetzt was zur Geschichte von Beyond Two Souls. Diese dreht sich nämlich primär um Jodie Holmes (verkörpert durch Ellen Page) und das übersinnliche Wesen Aiden. Diese sind seit Jodies Geburt miteinander verknüpft und leben seither zusammen. Das hat aber nicht nur Vorteile für die noch Junge Jodie. Aiden hat natürlich als Geist seinen eigenen Willen und sorgt manchmal für Chaos. Viel schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass sie dadurch auch mit dem Jenseits verbunden ist. Deshalb sieht sie nicht nur weitere Geister, sondern nimmt auch Kontakt mit ihnen auf. Schon in jungen Jahren leidet das Umfeld von Jodie darunter und ihre Eltern schicken sie zum DPA, einer Organisation für paranormale Aktivitäten. Dort trifft sie auf Cole Freeman und Nathan Dawkins (verkörpert durch Willem Dafoe). Die beiden übernehmen nun die Obhut für das kleine Kind und deren Geist. Gleichzeitig untersuchen sie die Geschehnisse dahinter, was natürlich nicht verborgen bleibt und von anderen Menschen ausgenutzt werden möchte. Wir möchten natürlich nicht zu viel von der Geschichte verraten, denn Beyond Two Souls ist wie Heavy Rain nun einmal ein Spiel, welches nicht vom Gameplay oder ähnlichem, sondern allem voran mit der Geschichte überzeugen möchte.

Hinter der Story steckt wiedermal David Cage, der mit dem Spiel den Tod einer bekannten Person verarbeiten wollte. Die Idee war dann das Jenseits und die Erfahrung mit dem Tod anders anzugehen und wer das Spiel auch zum ersten mal spielt, der wird sicherlich auch mitfühlen können und zwangsläufig zumindest einige Emotionen fühlen. Da man das Leben von Jodie in einem Zeitraum von etwa 15 Jahren begleitet, gibt es natürlich einige Sprünge in der Handlung. Im Original spielte man oft eine Szene mit Jodie als Kind, gefolgt von einer Szene, in der sie erwachsen war. Diese Zeitsprünge haben vielen Fans nicht gefallen und so forderten diese eine Chronologische Reihenfolge, die mit der Remaster Fassung nun auch kam. Bis hin zu einigen Momenten, ist es auch wirklich komplett Chronologisch, aber Quantic Dream hat keine zusätzlichen Verbindungen oder andere Brücken geschaffen, sondern einfach die Reihenfolge geändert, was die Fans ja wollten.

Da wir aber das Original in der cineastischen Reihenfolge gespielt haben, können wir euch nur wärmstens empfehlen, es nicht Chronologisch zu spielen. Das klingt womöglich komisch, aber David Cage hatte damals schon eine Idee warum er es nicht chronologisch geordnet hat. Die Szenen sind nämlich so angeordnet, dass sie aufeinander aufbauen, auch wenn es manchmal vielleicht zu Verständnis-Lücken führt. Die Ordnung sorgt einfach dafür, dass ihr Dinge und Entscheidungen aufgrund von bisher gespielten Szenen fällt. Beim Chronologischen Spielen erscheinen manche Entscheidungen einfach nicht so gewichtig, wie sie es sonst würden. Natürlich ist man damit den Wünschen der Fans nachgegangen und hat ihnen genau das gegeben, was sie eben wollten. Wer aber das Spiel noch nie gespielt hat, der wird nicht die Erfahrung bekommen, die er in der „richtigen“ Reihenfolge bekommen hätte. Da ihr beide Optionen zur Wahl habt, spielt es vielleicht erst beim zweiten Durchgang chronologisch. Das bietet nicht nur eine andere Sicht und könnte zu mehr Verständnis sorgen, sondern auch einige Entscheidungen fallen vielleicht anders aus als zuvor.

Beyond Two Souls test review psinside ps4 playstation 4

Ich sehe tote Menschen – Oder einfach nur: Geister

Kommen wir zum Gameplay, hier hat Quantic Dream im Vergleich zur PlayStation 3 Fassung einige kleine Änderungen vorgenommen. Natürlich gib es immernoch die Quick Time Events in Action Sequenzen und man selbst kann entweder Jodie oder Aiden steuern. Jedoch haben die Entwickler kleine Anpassungen vollzogen und die Steuerung etwas verbessert und auch die QT-Events sollen nun einfacher sein. Auf der anderen Seite, gibt es nun auch den Erfahrenen Modus, bei dem euch in manchen Szenen keine Taste, sondern lediglich eine Bewegung angezeigt wird und ihr dementsprechend die richtige Taste drücken müsst. Das läuft zwar nicht in allen Fällen perfekt ab, hat aber den Vorteil, dass ihr nicht überall Tasten, in dem sonst so cineastischen Spiel, zu sehen bekommt und euch mehr auf das Spiel selbst konzentrieren könnt.

Im normalen Spielverlauf lauft ihr mit Jodie herum und könnt durch kleine weiße Punkte auf dem Bildschirm mit Gegenständen interagieren oder auch zu Aiden wechseln und beispielsweise die eigentlich unerreichbare Keksdose auf dem Kühlschrank anvisieren und euch selbst mit einem Keks beschenken. Hmm, lecker Kekse….
Eine besondere Erfahrung erwartet euch beim Koop Modus des Spiels, der auch in der Neuveröffentlichung vorhanden ist. Entweder ihr schließt einfach einen zweiten DualShock 4 Controller an und spielt so ganz einfach zusammen. Oder ihr nutzt die extra dafür entwickelte Beyond Two Souls App auf eurem Smartphone. Man sollte aber beachten, das aktuell nur die iOs-App das nötige Update für die PS4-Version bekommen hat. Das Android Update soll jedoch schon in Kürze erscheinen und ermöglicht euch dann auch auf dem Google Gerät das Zusammenspielen. Der Koop fordert von euch ein besonderes Teamwork und spiegelt daher auch realistischer die Verhältnisse zwischen Jodie und Aiden ab.

Doch welche Neuerungen hat die PlayStation 4 Fassung sonst noch? Nun, allem voran werden euch die gewählten Entscheidungen am Ende des Kapitels angezeigt. Dies ist besonders interessant, weil man sich dann nochmal im Klaren wird, warum man bei Aktion XY so reagiert hat und gleichzeitig weiß, dass 95% der Spieler anders reagiert haben. Ebenso werden auch bestimmte Aktionen angezeigt und verraten euch mit einem „Verpassten Weg“ eine noch zu entdeckende Aktion. Als Bonus im Spiel gibt es noch den damaligen DLC „Fortgeschrittene Experimente“ dazu. Dies ist ein kleiner Parkour, der euch in Portal-Manier geistig mit Rätseln fordert. Ihr müsst Situationen erkennen, darauf entweder mit Jodie oder eben Aiden reagieren und zusammen das Rätsel lösen. Da jedoch ein Timer von 30 Minuten die maximale Zeit darstellt, werdet ihr dementsprechend auch maximal eine halbe Stunde an diesem DLC sitzen. Alles in allem leidet die PS4 Fassung von Beyond Two Souls jedoch genau darunter, was eben bei der PS3 schon kritisiert wurde. Wer mit der Story nichts anfangen kann und sich nicht schon zu Beginn dafür begeistern kann, der hat auch ansonsten kaum Motivation weiterzuspielen. Denn das Gameplay selbst bietet nicht viel und wenn wir mal einige Story Entscheidungen außer Acht lassen, die einen gravierenden Unterschied machen können, so ist Beyond schon sehr linear und mehr Film als Spiel – Daran ändert auch die PS4 Version nichts, da sie hier ja nahezu identisch ist.

Beyond Two Souls test review psinside ps4 playstation 4

Mein rechter, rechter Platz ist Frei – Ich wünsche mir ein Geist herbei

Und schon sind wir beim Audiovisuellen, also dem Punkt, wo die meisten Neuveröffentlichungen mit sich werben können, anders als Beyond Two Souls. Wir wollen an der Stelle nicht sagen, dass Beyond Two Souls auf der PlayStation 4 schlecht aussieht, dass auf keinen Fall. Aber schauen wir uns zum Beispiel an, was für ein Grafiksprung in der Uncharted Collection oder ähnlichen Remaster Spielen der Fall war, so ist der Unterschied hier eher minimal. Das liegt aber auch allem voran daran, dass der Titel relativ spät auf der PS3 erschienen und dementsprechend gut ausgesehen hat. Deshalb gab es in der PS4 Version lediglich optimierte 1080p-Grafiken und verbesserte Effekte wie Bewegungsunschärfe, Tiefenunschärfe, Überstrahleffekte oder auch Licht- und Schatteneffekte. Das alles sind streng genommen relativ kleine Änderungen die schon sehr ins Detail gehen. Doch die allgemeine Grafik blieb leider auf dem gleichen Niveau wie damals. Die Framerate liegt nun wiederum bei konstanten 30 Bildern in der Sekunde, während es bei der älteren Fassung hier und da mal kleine Framerateneinbrüche gab. Gerade wenn man sich aktuelle PlayStation 4 Spiele anschaut, dann ist die Grafik von Beyond Two Souls zwar nicht schlecht, doch auch nicht so atemberaubend wie noch zur PS3 Zeit. Gerade wenn dann auch noch ein paar technische Mängel hinzukommen. Zwar ist es ein sehr lineares Spiel, doch beispielsweise im etwas größeren Wüsten Level sieht man immer wieder Texturen aufploppen, was nun einmal alles andere als schön aussieht. Gerade weil es auch in etwas kleineren Bereichen ab und an auffällt. Und auch wenn Kantenflimmern in nahezu allen Spielen vertreten ist, fällt es einem bei Beyond Two Souls schon sehr oft auf und zeigt sich recht deutlich.

Trotzdem hat die Neuveröffentlichung auch einen großen Vorteil. Das Spiel läuft nämlich komplett flüssig und die Ladezeiten sind sehr gering gehalten im Vergleich zur PS3 Fassung. Hier merkt man dann doch die stärkere Power der neuen Konsole. Wo man natürlich die Power nicht sieht, ist beim Sound. Dieser ist wie im Original oberste Sahne auf der PS4 und sowohl die englischen als auch die deutschen Stimmen sind super. Hier muss man einfach sagen, dass Ellen Page und Willem Dafoe hervorragende Arbeit geleistet haben und das Spiel mit ihrer Schauspielerischen Leistung zu einer besonderen Erfahrung machen. Genau das hat auch Hans Zimmer mit dem Soundtrack geschaffen, der das Spiel nicht nur super begleitet, sondern einfach perfekt passt und aus unserer Sicht einfach überragend ist.

Beyond Two Souls test review psinside ps4 playstation 4

Fazit Beyond Two Souls: Ein Geist kommt selten allein

Wir müssen ganz klar im Fazit zwischen zwei Zielgruppen differenzieren: Die Leute die es schon gespielt haben und diejenigen, die bisher noch nicht zu dem Vergnügen kamen. Wer es nämlich auf der PlayStation 3 gespielt hat, der wird auf der PS4 keine andere Erfahrung bekommen, da sich ja relativ wenig geändert hat und man die Story schon kennt. Wer es aber nochmal erleben will, erneut die Platin haben möchte oder die chronologische Reihenfolge spielen will – der sollte abschätzen ob es ihm die 29,99 Euro wert sind. Wer aber noch nie Beyond Two Souls gespielt hat, der hat jetzt erneut die Chance das nachzuholen und sollte diese auch nutzen. Eine einmalige Geschichte, tolle Charaktere, super Sound und das alles zum Preis von 29,99 Euro? Dann weiß ich auch nicht, wie viel mehr man bieten muss, damit ihr es spielen solltet. Hinzu kommt beim Kauf auch noch ein Rabatt zur Veröffentlichung der PS4 Version von Heavy Rain.

Gutes

+ Immernoch eine packende Geschichte
+ Visuelle und Gameplay Änderungen
+ Chronologische Reihenfolge + DLC

Schlechtes

- Kein großer Wiederspielwert für PS3-Spieler
- In Sachen Optik und Gameplay kein großer Sprung
- Leider einige technische Fehler im Detail

8.2 Sehr gut

Kommentare

Du hast etwas zu sagen?

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Das könnte dich auch interessieren