Battlefield: Hardline – Das Übliche Geballere oder doch die Revolution?

Getestet von | 23.03.2015 um 20:02 Uhr

Letzte Woche war es soweit und Electronic Arts veröffentlichte mit Battlefield: Hardline den neusten Teil der beliebten Shooter-Reihe. Diesmal sehen sich die Spieler aber nicht in einem serientypischen Kriegsszenario wieder, sondern finden sich in Miamis Drogenkrieg auf der Seite der Polizei wieder, zumindest im Singleplayer Modus ist dies der Fall. Neben dem jährlichen Kampf um die Krone des Shooters-Genres, muss sich EA auch bei jedem neuen Battlefield anhören, dass es zu wenig Neuerungen gebe und man das Ganze doch auch als großen DLC hätte veröffentlichen können. So haben sich die Entwickler nun also ein völlig neues Szenario zur Brust genommen und versuchen viele gute Ideen unter einen Hut zu bekommen. Wie gut das gelungen ist und ob man es geschafft hat, frischen Wind in dieses Genre zu bringen, erfahrt ihr alles in unserem Test.

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Zwischen Dealern, Gangstern und Korrupten Cops

Das Geschäft mit Drogen boomt und Miami mutiert zum Brennpunkt dieses Kampfes, da die Stimmung in Mexiko aufgeheizt ist und das Risiko dort immens größer ist, als in den Staaten. Wir übernehmen die Rolle von Nicholas Mendoza, einem jungen Polizisten, welcher als Kind aus Kuba flüchtete und nun in Miami für Recht und Ordnung sorgen will. Nach einem misslungenen Einsatz, inklusive Verfolgungsjagd, versuchen wir zusammen mit unserer Partnerin Khai Minh Dao die Drogenkartelle hochzunehmen. Zu Beginn des Spiels nimmt sich das Spiel selbst viel zeit, um Miamis heruntergekommene Slums, das harte Vorgehen der Polizei, sowie die Hintergründe der Charaktere zu beleuchten. Zudem lernt man als Spieler die Neuerungen des Spiels kennen. Denn da wir ein Polizist sind und Polizisten normalerweise versuchen Verbrecher hinter Gitter zu kriegen, haben wir stets die Möglichkeit diese festzunehmen, anstatt einfach über den Haufen zu ballern. Das Ganze funktioniert dann auch so, dass wir bis zu drei Verbrecher gleichzeitig unsere Marke zeigen können und dazu „Hände hoch“ schreien, sodass die Verbrecher dann wirklich ihre Waffen fallenlassen. Dann müssen wir aufpassen, dass keiner der Verdächtigen versucht eine andere Waffe zu ziehen und dann können wir ihnen per Knopfdruck auch schon Handschellen anziehen. Das bringt uns wiederum Extrapunkte für unser „Expertenlevel“ durch welches wir neue Waffen und Gadgets freischalten können.

Das Ganze klingt nach einer super Idee, allerdings gelingt die Umsetzung nicht wirklich: denn die Verbrecher konnten uns jedesmal ohne Probleme einfach in den Kopf schießen und hätten dann ein Problem weniger. Doch wenn wir uns allerdings, wie in Viscerals Variante, des Polizistendaseins wirklich nur ungesehen nah genug an die Schurken heranschleichen und unsere Marke zücken müssen, um sie zum Aufgeben zu bewegen, dann wird es irgendwann surreal. Auch könnt ihr eure Gegner nun mithilfe eures Scanners markieren und somit werden diese auf der Mini-Map angezeigt, inklusive deren Blickrichtung und Blickfeld. Zudem hilft euch dieser Scanner auch Beweismaterial zu finden, mit welchem ihr verschiedene Fallakten abschließen könnt. Die Gegner aber wirken oft so, als ob sie zu viel von ihrer eigenen Ware konsumiert hätten, da ihre Sichtfelder oft sehr stark eingeschränkt sind und man sich als Spieler mühelos von der Seite an sie anschleichen kann. Zudem interessiert es sie anscheinend nicht, wenn ihr einen Kollegen einige Meter neben ihnen anschreit und auf den Boden befördert, um ihn zu verhaften. Falls ihr euch aber doch nicht anschleichen könnt, habt ihr per Zufall eine nicht endende Menge an leeren Patronenhülsen dabei, welche ihr munter in der Gegend umher schmeißen könnt. Die Idee dahinter, das Ganze Spiel auch mit schleichen zu kombinieren ist sicherlich nicht schlecht, jedoch ist es alles andere als gut umgesetzt. Denn was auch eher schlecht als recht ist, ist die Tatsache, dass sobald der Alarm einmal aktiviert ist, alle Gegner wissen wo man sich befindet und sich somit nicht mehr abschütteln lassen, wodurch man sich nur noch durch wildes Geballere retten kann.

Die Geschichte verläuft im Episoden-Format, wie man es aus TV-Serien kennt. Jede Episode ist in sich dann beendet und es geht mit der nächsten weiter, doch bevor man mit der nächsten anfängt, gibt es immer noch zuerst einen kleinen Rückblick auf die vergangene Episode. Dort erleben wir die korrupte Seite des Drogendezernats, entkommen der Polizei und nehmen schlussendlich Rache an unserem ehemaligen Vorgesetzten. Die Charaktere bleiben über die Dauer der Kampagne gesehen auch alle eher blass – trotz gut inszenierter Zwischensequenzen und vieler Gespräche. Hier schaffen es die Entwickler nicht, Tiefe in die Story zu bringen, welche den Spieler mit den Charakteren mitfiebern lässt. Auch macht die Story nicht zwingend zu jeder Zeit auch Sinn, was wir aber aus Spoiler-Gefahr hier nicht näher erläutern.

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Räuber und Gendarm für Erwachsene

Kommen wir nun zu dem Teil, welcher für viele Spieler das wichtigste an Battlefield: Hardline sein dürfte: Der Multiplayer. Hier können Spieler in insgesamt acht verschiedenen Modi in Teams aus bis zu 16 Spielern gegeneinander antreten. Mal müsst ihr als Cop oder Räuber euren Teil bei einem Überfall erfüllen, mal geht es darum, wer innerhalb der vorgegeben Zeit mehr Geld aus dem gegnerischen Tresor klauen kann oder aber auch, dass Verbrecher Geiseln haben und die Polizei diese befreien muss, man allerdings pro Runde nur ein Leben besitzt. Natürlich gibt es auch klassische Modi wie Team-Deathmatch oder Eroberung, wo man bestimme Punkte erobern und halten muss. Soviel zu den diversen Modi, welche für Abwechslung sorgen sollen. Neu ist für die Serie auch, die vergleichsweise kleine Auswahl an Fahrzeugen, so fehlen beispielsweise Flugzeuge komplett und die vorhandenen Hubschrauber sind eher spärlich bewaffnet. Zudem gibt es noch eine Auswahl an Autos und Motorrädern und das war es dann auch schon. Für Serienveteranen sicherlich nur schwer verdaulich. Zwar sind die Maps immer noch groß, jedoch deutlich kompakter, wodurch das Spielerlebniss um einiges hektischer wird.

Was allerdings wirklich frischen Schwung in das Ganze bringt sind die beiden Modi „Rettung“ und „Fadenkreuz“, die beide in Kleingruppen gespielt werden und sehr an Counterstrike erinnern. Denn wie bereits erwähnt hat man in diesen Modi pro Runde nur ein Leben. In „Rettung“ muss der Spieler als Polizist eine der beiden vorhandenen Geiseln retten und zum Rettungspunkt bringen, während die Gangster versuchen müssen die Polizisten zu eliminieren. In „Fadenkreuz“ geht es darum, dass einer der Polizisten ein Informant ist, welcher vor Gericht gegen die Gangster aussagen will. Die Polizisten bekommen also am Anfang der Runde die Meldung, welcher Spieler denn nun der „VIP“ ist, welchen es zu eskortieren gilt. Währendem erfahren die Gangster, wer das Ziel ist und somit beginnt dann die Schlacht um den Eskortierungsort. Bei diesen Modi muss man, anders als bei den anderen, vermehrt auf eine gute Taktik setzen, um als Team nicht gleich ins offene Messer zu laufen, was einen schönen Ausgleich herstellt. Auch in Sachen Waffen und Gadgets hat sich etwas geändert: Spieler müssen die freigespielten Gegenstände mit dem im Spiel verdienten Geld freikaufen, bevor er diese benützen kann, der Rang spielt dabei keine Rolle. Für Freunde von Ko-op Modi gibt es die Ernüchterung: Es gibt keine spezifischen Ko-Op Aktivitäten.

BF_Hard_Gangsters_PSInside.de

Gutes

- Gesichter und Mimik der Charaktere
- Weitlaeufige Schauplätze
- Kulisse
- Multiplayer Spielmodi

Schlechtes

- uninteressante, blasse Charaktere
- mittelmaeßige Schleichmechanik
- schlechte Soundabmischung
- schlechte KI
- Schwache Geschichte

7.6 Gut

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