Battlefield 4 – Die PlayStation 3 Version im Test

Getestet von | 14.11.2013 um 19:55 Uhr

Lange erwartet und noch vor dem Release von Call of Duty: Ghosts bescherte uns der schwedische Entwickler DICE das heiß erwartete Battlefield 4. Obwohl die PlayStation 4 Version noch diesen Monat erscheint,  haben wir die PlayStation 3 Version für euch unter die Lupe genommen, für all diejenigen, die eventuell noch ein wenig warten wollen mit dem Generationswechsel.
Ein schlechter Port für die aktuelle Konsolen Generation, alljährlicher Abklatsch oder ein gelungener Shooter – lest weiter!

Man nehme Singleplayer und füge ein wenig Multiplayer hinzu

Nachdem Battlefield 3 nicht das erwartete Lob für  seinen letzten Singleplayer Modus erhielt, versprach das Team von DICE dieses Jahr bei Battlefield 4 nachzubessern. Bevor wir ins Detail gehen, geben wir unseren Gesamteindruck, zusammengefasst, in folgenden Worten wieder: “Interessant => Hm… => Wow! => Hä? Oh man => Einfach nur gut! => Was? Das war’s?”

Nachdem das Script für die Story zu Ende geschrieben war, musste DICE sich etwas Besonderes einfallen lassen, um sich vom Konkurrenten CoD abzuheben. Die Idee: Motivierende Elemente des Multiplayer Modus’ in den Singleplayer Modus einbauen – welches wie folgt in die Tat umgesetzt wurde:

Das Erledigen von Gegnern im Singleplayer Modus bringt euch nun Punkte ein, mit denen ihr pro Level in den Kategorien Bronze, Silber und Gold abschneiden könnt. Mit den Medaillen erhaltet ihr neue Waffen, die ihr dann in jedem Level via Waffenkiste ausrüsten könnt. Zudem seht ihr wie eure PSN Freunde die Level abgeschlossen haben und könnt euch so mit ihnen messen.
Das Zielen wurde stellenweise auch ein wenig überarbeitet. Habt ihr nun ein paar Gegner im Visier und drückt die R2 Taste, so könnt ihr diese, wie vom Multiplayer Modus bekannt, mit einem roten Dreieck markieren. Das nimmt natürlich ein bisschen den Realismus, da ihr die Gegner so konstant auf dem Bildschirm sehen könnt, egal ob diese in Deckung sind oder nicht. Vergessen wir das für einen Moment, denn mit dem Spähen wird eine weitere Neuerung sichtbar. Die von euch markierten Gegner werden nun Ziel eures Squads, welches so aktiv dabei hilft, das Areal von gegnerischen Soldaten zu säubern. Das klappt aber leider nicht immer so gut wie es klingt, denn sowohl die KI eures Squads als auch die der Gegner lässt leider zu wünschen übrig. Euer Squad trifft des Öfteren Gegner auf freiem Feld nicht und eure Gegner schießen auch gerne mal aus 2 Meter Entfernung direkt an euch vorbei – sofern sie überhaupt schnell genug reagieren. Wir müssen also keine Angst davor haben, dass sich die KI selbstsändig macht und irgendwann der Untergang der Menschheit ist. Der Schwierigkeitsgrad Schwer spielte sich insgesamt eher wie etwas zwischen Leicht und Normal, denn wirklich “schwer” war wirklich “gar nichts”. Bei Battlefield 3 und auch bei Bad Company 2 starb man wesentlich öfter (wobei auch diese im Vergleich mit CoD viel zu einfach waren).

Die Spielmechanik ist ansonsten ganz gut – von einer Szene abgesehen, in der ich gefühlte 100x gestorben bin, weil ich direkt nach dem Laden des Checkpoints von zwei Motorbooten terminiert wurde… wieder und wieder… Bug, schlecht gescriptet oder einfach nur grauenhaft schlechte Skills am Pad, da war sich niemand in unserer Redaktion sicher, irgendwann konnte ich jedoch beide Boote schnell genug erledigen und mit der Mission fortfahren.

So viel zum Gameplay, doch kann die Geschichte überzeugen?

Erfreulich ist, die Zeit der Taliban ist vorbei, ihr spielt ein amerikanisches Einsatzkommando (wer hätte das gedacht) und eure Gegner sind Chinesen und Russen (na gut, hier ist nicht mehr viel Spielraum für mögliche Feinde). Die Geschichte im Ganzen ist nicht ganz so spektakulär wie eine Invasion russischer Truppen in den USA, doch sie ist gut erzählt und fesselt. Leider ist sie jedoch nach knappen 4,5h (je nach Skills mehr oder weniger)  plötzlich auch schon wieder zu Ende. So plötzlich, dass wir hier auf die Aussage “Was? Jetzt schon?” zurückkommen, denn genau das haben wir uns gedacht, als dann vollkommen überraschend der Abspann lief.
Eine Spielzeit von 4,5h sind einfach viel zu schwach, aber das zeigt erneut, dass die Shooter von heute einfach nur auf den Multiplayer Part ausgelegt sind. Schade. Nun wurde nicht wirklich etwas zur Story erwähnt – richtig. Das liegt daran, dass es keine wirkliche Story gibt. Na ja, da gibt es eben ein paar Chinesen, die irgendetwas Krummes drehen und noch ein paar Russen, die ihnen scheinbar dabei helfen – dies gilt es in der ersten Mission herauszufinden. Was genau die Chinesen gemacht haben, worum der Krieg geht, wird nicht wirklich erzählt. Es gibt dieses Mal auch keinen Bösewicht, dessen Namen mit “vic” oder “Jong Ill” aufhört. Die eigentliche Story dreht sich eher um das Zwischenmenschliche, das Squad, die Mission, der schmale Grad  zwischen Tod und Leben, Vertrauen und Verrat, Richtig und Falsch. Zumindestens war es das, was das Spiel uns in dieser kurzen Zeit vermittelt hat – erfolgreich – aber leider kein Blockbuster Niveau.

Meine Nachbarn hören Battlefield – ob sie wollen oder nicht

Das sagt sich wohl jeder Battlefield 4 Spieler mit einer guten Soundanlage. Der Sound ist einfach…. Grandios! Sowohl die musikalische Untermalung einzelner Situationen als auch die Geräuschkulisse, zwingt den Spieler förmlich dazu den Sound so laut wie möglich aufzudrehen. An einem Punkt des Missionsverlaufes seid ihr auf einer Insel, die von einem Sturm heimgesucht wird. Die Soundkulisse ist hier so atemberaubend, dass man den tosenden Wind quasi spüren kann – man ist einfach immer mitten drinnen.

Ebenfalls sehr gut gelungen ist die deutsche Synchronisation der einzelnen Charaktere. Währrend sich bei so gut wie 95% aller Spieletitel die Emotionslosigkeit der Synchronsprecher bemängeln lässt, muss ich nun zugeben, dass ich bei Battlefield 4 die komplette Story in deutscher Sprachausgabe durchspielen konnte, ohne mich danach eine Woche mit Ausdruckstanz beschäftigen zu müssen, um wieder zu wissen, was genau Emotionen eigentlich sind.

Aussen hui, innen …..

Nachdem in allen Battlefield 4 Trailern, Screenshots und Gameplay Videos, die vor dem Release veröffentlicht wurden, nur Next-Gen Material zu sehen war, fällt es natürlich schwer, unvoreingenommen die Grafik des Spiels zu bewerten. Aber auch wenn wir kein Next-Gen Material gesehen hätten, muss gesagt sein, dass die Grafik des Spiels einfach nicht auf dem aktuellen Stand der Technik ist, das haben andere Hersteller zum Ende der PS3 definitiv besser gemacht. Aktuell gehe ich davon aus das DICE hauptsächlich die Next-Gen Versionen entwickelt hat und dann ganz zum Schluss diese einfach nur lauffähig auf die “noch” aktuelle Generation portiert hat. Das Ergebnis kann wirklich nicht überzeugen. Kantenflimmern, extrem verwaschene Texturen, eine kurze Sichtweite, hässlicher Regen und Objekte, die plötzlich ins Bild poppen. Es ist sehr schade, dass die vermutlich letzte Battlefield Version auf unserer geliebten PS3 verhältnismäßig so schlecht aussieht.

Spaßig - aber nicht so schön, auf der PS3

Spaßig – aber nicht so schön, auf der PS3

Gutes

Absolut genialer Sound
Multiplayer Modus bringt erneut Suchtgefahr
Commander Modus sorgt für Abwechslung
Gameplay schnell elernbar
Battlefield Feeling lebt weiter

Schlechtes

Grafik ist nicht Zeitgemäß
Kein Coop Modus mehr
Bugs im Multiplayer Mode
Singleplayer Story zu kurz

8.5 Sehr gut

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