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Battle: Los Angeles – Review

Artikel von | 23.06.2011 um 00:00 Uhr

Als fleißiger Review Artist für ps3inside braucht man neben der lieb gewonnenen Konsole vier Dinge: Spaß an Videospielen, einen Stift, Notizzettel sowie ein ausgeprägtes Kurzzeitgedächtnis um das Gespielte in eine für den Leser möglichst unterhaltsame Textform zu verewigen. Battle: Los Angeles stellt eine Ausnahme dar, denn für den spielbaren Magerquark wird lediglich das Kurzzeitgedächtnis beansprucht.

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Sonnige Weltuntergangsstimmung in L.A.

Bereits in der jüngeren Vergangenheit gab es erste Anzeichen, doch jetzt steht die weltweite Alien-Invasion endgültig vor der Haustür. Jedenfalls bekommt der Spieler in Battle: L.A. einen Abriss der Geschehnisse rund um die amerikanische Millionen-Metropole Los Angeles mit. Hilflose Menschen müssen mit ansehen, wie eine scheinbar überlegene Feindesschar über die Erde herfällt und bei strahlendem Sonnenschein nichts als Zerstörung und Tod hinterlässt. Das Spiel zum Anfang 2011 in den Lichtspielhäusern aufgeführten Science-Fiction-Actioner World Invasion: Battle Los Angeles erzählt grob die Schlüsselszenen nach, wobei das Gespielte um ein Vielfaches kürzer ist und der Rest in völlig misslungenen, scheinbar direkt vom Reißbrett abgescannten „Zwischensequenzen“ in dilettantisch animierten Comic-Standbildchen zwischendrin präsentiert wird. An der Seite des Soldaten Michael Nantz (im Film gespielt von Aaron Eckhart, bekannt als Harvey Dent in The Dark Knight) kämpft sich der Spieler durch überschaubare Stadtareale erstmal bis zu einer Polizeistation um überlebende Zivilisten zu retten und anschließend den außerirdischen Aggressoren den Todesstoß zu versetzen. Wer den Film allerdings nicht gesehen hat, wird selbst von dieser groben Story-Beschreibung kaum etwas mitbekommen. Die freischaltbaren Extras wie Videos oder Bilder kratzen ebenso nur an der Oberfläche der Thematik.

Unterirdischer Spielablauf

Dieses Spiel wird nicht mehr als zwei volle Spielstunden beschäftigen, wohlgemerkt in allen drei Schwierigkeitsstufen zusammengerechnet inklusive aller Zwischensequenzen. Dann hat der Spieler wirklich alles gesehen, was es in Battle: L.A. zu sehen, freizuschalten und zu spielen gibt. Obendrein sollte es kein Problem sein hier die Platin-Trophäe einzuheimsen. Alles in allem wirkt das Dargebotene in jeder Hinsicht wie ein kurzer und schlechter Download-Content für Blacksite, den Nachfolger von Area 51.

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Spielerisch gibt es nichts Nennenswertes oder gar Neues von der Front: Der Ego-Shooter schafft es nicht einmal gängige Genre-Standards aufzubieten. Das Feeling soll sich ein wenig an Militärshooter vom Schlage eines Call of Duty oder Homefront orientieren, kann sich aber zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd daran messen. Durch blockierte Straßen, Hinterhöfe und Häuser – vornehmlich im linearsten Schlauch-Design konzipiert, das man sich nur vorstellen kann – gibt es nur eine Devise: Von A nach B zu laufen, geführt von einem komplett überflüssigen Kompass, alle Widersacher ausschalten, von denen es genau drei Arten gibt. Ebenso viele Waffen bekommt der Spieler in die Hand gedrückt: Das obligatorische Sturmgewehr, ein übermächtiges Scharfschützengewehr sowie den Raketenwerfer. Dazu gesellen sich noch Granaten und an wenigen Stellen ist auch schon mal ein Geschütz bedienbar. Munitionsknappheit kommt nie auf, auch weil die Gegner neben ihrer einprogrammierten Naivität schon oft nach einem Schuss zu Boden sacken, egal welche Körperregion getroffen wurde. Leider mangelt es nicht selten am optischen Treffer-Feedback, was am fehlenden Mündungsfeuer und den nicht immer nachvollziehbaren Einschlägen der Kugeln liegt. Lediglich auf der schwierigsten Stufe sollte man die ausreichend vorhandenen Deckungsmöglichkeiten auch nutzen, ein aktives Deckungssystem ist zwar nicht vorhanden, aber es genügt einfach hinter einem der vielen Objekte Schutz zu finden – auch um die Gesundheit wieder automatisch aufzuladen.

Technich nicht Extraterrestrisch

Dabei steht der Titel technisch auf einem soliden Grafikgerüst. Grund dafür dürfte die Zugehörigkeit der Entwickler Live Action Studios zu Sabre Interactive sein, bekannt durch den düsteren Zeitreise-Shooter Timeshift aus dem Jahr 2007, der auf denselben Optikmotor basiert. Dementsprechend gestalten sich viele Abschnitte durchaus augenfreundlich, u.a. sehen Explosionen schick aus und etliche Objekte sind zerstörbar. Dahinter verbirgt sich aber auch nur ein ideenloser Blender mit vielen Schwächen. So laden Texturen extrem spät nach, Spielumgebung sowie Alien-Design variieren kaum, Charaktermodelle wirken blass und bewegen sich sehr holprig, Mündungsfeuer ist überhaupt nicht vorhanden, allgegenwärtiges Kantenflimmern, usw.. Zumindest ist immer etwas los auf dem Bildschirm, etwa wenn Hubschrauber oder auch schon mal ein abstürzendes Flugzeug die Szenerie auffrischen. Zum Sound bleibt nicht viel zu sagen, da die dezente Hintergrundmusik in einer Endlosschleife abzulaufen scheint. Die englische Sprachausgabe schwankt zwischen lustlos gelangweilt und übermotiviert brüllend, während Waffen- sowie Alien-Geräusche durchgehend lasch wirken. Bei der Steuerung werden gängige Genre-Standards geboten, eine Sprungtaste ist auch vorhanden, erweist sich aber als vollkommen überflüssig.

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Mission fehlgeschlagen: Das Fazit

Natürlich ist Spielumsetzung zu Battle: L.A. „nur“ ein kleiner Downloadtitel im PSN-Store für weniger als 10 Euro – aber selbst zu diesem Preis ein außerordentlich schlechter. An allen Ecken und Enden undurchdacht, langweilig, seelenlos und mit unzähligen Schwächen – dem Kinofilm also qualitativ nicht sehr unähnlich. Zumindest hat man hier weitestgehend auf den penetranten US-Marines-Pathos der Filmvorlage verzichtet, der dem Zuseher per Vorschlaghammer aufgezwungen wurde. Durch die obendrein unverschämt kurze Spielzeit sollten sich geneigte Spieler den Kauf schon sehr gut überlegen. Zumindest nimmt der zweifelhafte Spaß dann keinen Platz im Regal weg.

Battle: Los Angeles – The Game Testbericht

Battle: Los Angeles – The Game

  • Release: 20.04.2011
  • Genre: Shooter
  • Entwickler: Saber Interactive
  • Publisher: Konami

Gutes

teilweise zerstörbare Umgebungen
Platin-Trophäe sollte kein Problem sein
solides Grafikgerüst

Schlechtes

oft fehlendes Treffer-Feedback
lächerlicher Umfang
kaum Abwechslung
völlig misslungene Präsentation
dumme Gegner
nur 3 Waffen und Granaten
kein Mehrspielermodus
überflüssiger Kompass
langweilige Extras

3.5 / 10 Ist das eine Alpha?

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