Bakugan Battle Brawlers: Beschützer des Kerns – Review

Getestet von | 23.12.2010 um 00:00 Uhr

Seit mittlerweile mehr als drei Jahren dürfen Japaner die Anime-Serie Bakugan: Battle Brawler bei sich zulande genießen. Und auch in Good Old Germany lief diese Anfang vergangenen Jahres erstmals an. Mit im Gepäck hatte sie wenig verwunderlich ein Videospiel für alle gängigen Konsolen, welches – entgegen sämtlicher Erwartungen – recht gelungen war und den Charme der Serie perfekt einfing. Nun ist Zeit für eine Fortsetzung: Ob Bakugan: Beschützer des Kerns mit seinem Vorgänger mithalten kann oder ob man das Spiel getrost im Regal liegen lassen darf, erfahrt ihr in unserem Review!

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Bereit für Mission „Rettet die Erde“

Die Story des Spiels, welche nur schwach auf der der gleichnamigen Anime-Serie basiert, ist eher Mittel zum Zweck. Nachdem euer Hauptcharakter – welchen ihr im Vorhinein mit einem recht japanisch anmutenden Charaktereditor erstellen dürft – gerade eine Trainingseinheit mit Serienheld Dan absolviert, geht etwas schief und die Maschine, die für das Training zuständig ist, spielt verrückt. Mit Hilfe von Teleportern bringen sich in letzter Sekunde alle in Sicherheit. Nach der waghalsigen Rettungsaktion findet sich der Spieler allerdings alleine in Japan wieder. Nicht lange dauert es, bis ihr eure Freunde wieder findet und es kurzerhand zur Aufgabe bekommt, die feindliche Räuberbande Vexos zu vernichten und die Erde zu retten! Wir nehmen diesen Auftrag selbstverständlich dankend an – schließlich hat die Fraktion auch unseren Heimatplaneten eingenommen, auf welchen wir schleunigst zurückkehren wollen. Die Geschichte ist wie bereits erwähnt nicht allzu einfallsreich. Freunde der Serie werden sich daran womöglich aber weniger stören, Atmosphäre und Flair des TV-Pendants sind immerhin ziemlich gut eingefangen.

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Bakugan – Kampf!

Weniger gut ist da der eigentliche Spielablauf. Dieser entpuppt sich schnell als recht langweilig und monoton. Nachdem ihr eure Zentrale, das Flugzeug von Marucho, verlassen habt, müsst ihr euch auf dem Weg zu eurem nächsten Kampfziel machen. Dies läuft immer ähnlich ab: Achtgeben müsst ihr dabei auf feindliche Soldaten, die euch attackieren, sobald ihr in ihrem Blickradius gelangt seid. Um unbemerkt an diesen vorbeizugelangen, gilt es beispielsweise, diese Wachen mit Hilfe eurer Bakugans abzulenken. Habt ihr dies getan, so ist meist genügend Zeit, um euch an ihnen vorbei zu schleichen. Schaden tut diesen Spielabschnitten neben der angesprochenen schnell einsetzenden Monotonie auch der viel zu geringe Schwierigkeitsgrad. Thematisch richtet sich „Bakugan“ nicht zwingend nur an die Jüngeren unter uns, ein anspruchsvolleres Gameplay in diesen Stealth-artigen Passagen hätte man sich also schon wünschen können. Des Weiteren können zwischen den Kämpfen auch Kisten gefunden und geöffnet werden, die hilfreiche Spielobjekte, wie zum Beispiel Kristalle, beinhalten.
Die Kämpfe selber sind zum Teil zwar auch nicht viel schwieriger, bilden aber deutlich das Herzstück von „Bakugan: Beschützer des Kerns“. Im Vorfeld eines Kampfes müssen einige taktische Entscheidungen getroffen werden, wie beispielsweise die Wahl des richtigen Monsters. Auch wichtig für einen erfolgreichen Kampf sind die verschiedenen Spielkarten, die entscheidende Vorteile, wie Spezialattacken, mit sich bringen. Durch das Ergattern von mehr Punkten im Kampf könnt ihr euch dann noch weitere Vorteile gönnen und so beispielsweise die Energie eurer Bakugans aufstocken. Beginnt dann der Kampf, wird der größte Unterschied zum Vorgänger deutlich: Nicht mehr länger seid ihr gezwungen, das Treiben als Zuschauer zu verfolgen. In „Beschützer des Kerns“ schlüpft ihr selbst in die Rolle der übermächtigen Kreaturen und bekämpft eure Feinde in guter, alter Beat’em Up-Manier. Die verschiedensten Kombos und Kampfaktionen sollen euch dabei helfen, die gegnerischen Bakugans in Mitten der Häuserschluchten zu vernichten. Dies spielt sich alles recht hektisch ab, bleibt aber meist recht übersichtlich. Nur eine gelegentlich ärgernde Kameraführung kann den Spaß ein wenig vermiesen. Wart ihr erfolgreich und habt euren Gegenüber ordentlich eingeheizt, so stehen euch die bereits genannten Torkarten zur Verfügung, die euch durch taktierendes Einsetzen zum Sieg führen können. . Gewonnen ist das Gefecht dann, wenn der Feind vernichtet und die gegnerischen Vexos Kristalle zerstört sind. Alles in allem werten genau diese Kämpfe das sonst eher unterdurchschnittliche Abenteuer erheblich auf. Die taktische Richtung, in die das Spiel einschlägt, hätte teilweise zwar noch ein wenig gravierender – und auch schwerer – ausfallen können, tut dem Spiel aber definitiv sehr gut.

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Innen hui, außen pfui?

Ganz „hui“ ist Bakugan innen zwar nicht, umso mehr „pfui“ ist es allerdings außen. Die technische Umsetzung gleicht zum Teil einer wahren Katastrophe. Die Framerate bleibt zwar immer konstant, auch während der überladenen Kämpfe. Dies ist in Betracht der „Schale“ des Spiels aber auch nicht verwunderlich. Die Grafik, eine Art Mix aus einem realen Stil und dem Cell-Shading Look, ist völlig detailarm und an manchen Stellen auch völlig verpixelt. Dass man auf einer Konsole der aktuellen Generation spielt, merkt man dem Titel nicht an. Viel mehr kann sogar behauptet werden, dass es grafisch auch auf der Playstation 2 sauber laufen würde. Hinzu kommt ein grässliches Charakterdesign, das darüber hinaus auch noch gänzlich unkreativ ist. Den Druck, auch dieses Jahr wieder ein Spiel der noch recht neuen Franchise zu veröffentlichen, merkt man dem Titel deutlich an. Mehr Entwicklungszeit hätte „Bakugan“ sehr gut getan.
Denn auch der Sound des Spiels bewegt sich lediglich auf einem mittelprächtigen Niveau. Während die Kampfeffekte- und Sounds noch zu überzeugen wissen, fängt die anfangs noch unterhaltsame Musik schnell an zu nerven. Der Gipfel des Eisberges ist die deutsche Synchronisation: Solch gelangweilte und unmotivierte Sprecher hört man eher selten in Videospielen. Dass die Synchronisation dabei im seltenen Falle mit den Lippenbewegungen der Spielfiguren übereinstimmt, ist dabei schon fast verzeihbar.

Let’s Fight

Einen Multiplayer-Modus bietet „Bakugan: Beschützer des Kerns“ auch. Der Splitscreen-Modus, indem sich zwei Freunde an einer Konsole bekämpfen können, bietet zwar keine interessanten Innovationen und auch ein Fehlen von diesem wäre im Endeffekt wohl kaum schmerzhaft gewesen, trotzdem sollte man es dem Entwicklerteam hoch anrechnen, dass sie sich für die Implementierung entschieden haben. Diese Form des Mehrspieler-Modus ist mittlerweile leider schon recht selten und für solch ein Genre bietet es sich nun mal gut an.

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Mission erfüllt?

„Bakugan: Beschützer des Kerns“ macht im Vergleich zum Vorgänger einiges richtiger – aber eben auch mehr als genug schlechter. Das Herzstück des Spiels – die Bakugan-Kämpfe – sind tendenziell zwar zu leicht, haben allerdings einen taktischen Touch, der das Grundprinzip der Anime-Serie recht gut wiedergeben kann. Nichtsdestotrotz gibt es leider viel zu viele Dinge, die das Spiel zu einem kleinen Nervtöter machen. Die Passagen zwischen den Kämpfen sind viel zu wiederholend und keineswegs fordernd. Und auch technisch ist „Bakugan“ unterste Schublade. Die Grafik ist völlig inakzeptabel, die Sprecher mehr als unmotiviert. Fans der Serie können auf jeden Fall einen Blick auf das Spiel werfen, bei allen anderen dürfte sich das Interesse in Grenzen halten.

Gutes

- fängt Flair der Serie gut ein
- Kämpfe z.T. auch taktisch
- gut inszenierte Bakugan-Gefechte
- schöne Kampfsounds

Schlechtes

- unspektakuläre Story
- monotoner Spielverlauf
- Spielpassagen außerhalb der Kämpfe viel zu leicht
- unmotivierte Sprecher
- z.T. unterirdische Technik

6.0 Mittelmäßig

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