BADLAND: Game of the Year Edition im Test

Getestet von | 26.05.2015 um 18:15 Uhr

Videospiele, welche auf mobilen Geräten erscheinen, haben oft den Ruf, sie seien ganz simpel, vielleicht auch nicht so schön und allem voran keine Spiele für Hardcore-Gamer. Denken wir an die Erfolgreichsten Spiele dieser Kategorie, dann landet man schnell bei Spielen wie Angry Birds, Flappy Bird oder Fruit Ninja – bei keinem der genannten Spiele findet man jedoch eine große Spielerische Tiefe. BADLAND ist auch ein Spiel, welches aus dem mobilen Markt und eigentlich auch in die Kategorie der oben genannten passt. “Eigentlich”, aber auch nicht ganz, denn nun erscheint der Titel auch auf Konsolen, wie der PlayStation 4, und könnte dann doch beweisen, dass mehr drin steckt, als nur einmal auf den Touch-Bildschirm/ beziehungsweise den Controller zu drücken. Wir haben die BADLAND: Game of the Year Edition auf der PS4 getestet und sagen euch, ob hinter dem kleinen Titel doch etwas ganz großes stecken könnte.

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Eine Taste zu drücken kann doch nicht so schwer sein…. Oder?

Frogmind hat einst das seitwärts scrollende Action Adventure BADLAND auf dem Tablet veröffentlicht. Seitdem haben sich rund 25 Millionen Spieler über dieses erfreut und konnten das simple, aber doch sehr innovative Gameplay bestaunen. Nun erscheint der Titel auch auf PC, Mac, Linux, PS3, PS4, PS Vita, Xbox One und auch auf der Wii U. Die Spieler steuern die fliegende Kreatur Clony und müssen mit dieser vom Start bis zum Ende kommen und das möglichst unbeschadet. Neu beider Konsolen-Fassung ist jedoch, dass man die Figur nicht nur nach oben zum Fliegen sondern durch den Controller auch in jede Richtung und damit nach links und rechts bewegen kann. Nimmt man das fliegen von Flappy Bird, fügt dem ganzen noch viele Herausforderungen, eine super Optik, viele Rätsel und sehr viele Power-Ups hinzu, dann hätte man BADLAND. Ganz so einfach ist das jedoch nicht, denn es steckt viel mehr im Spiel als man denkt und man muss nicht nur schnell reagieren, sondern auch im Level viel nachdenken um weiterzukommen. Insgesamt gibt es in der BADLAND: Game of the Year Edition 100 Level, dazu kommen noch 100 Koop Level und noch 27 Multiplayer-Deathmatch Bereiche.

Die Kamera wird euer Erzfeind sein. Und alle anderen tödlichen Dinge.

Startet ihr ein Level, steht dies immer erst still. Erst wenn ihr einer der Tasten zum Fliegen drückt, davon gibt es neben X noch weitere wie R2, dann beginnt die Welt erst sich zu bewegen. Das gleiche gilt auch, falls ihr einmal gestorben seid und am Checkpoint neu startet. Dies hat natürlich den Vorteil, dass ihr immer selbst in der Hand habt, wann ihr beginnen wollt und wann ihr mal eine kleine Pause braucht und seid daher nicht die ganze Zeit im Stress– natürlich gibt es auchper Option-Taste die ganz normale Pause, wenn es mal länger sein sollte. Und wenn wir schon dabei sind, diese solltet ihr beim Spielen vielleicht auch öfter mal gebrauchen. Denn in der Mitte des Bildschirms der Pause werden euch die Power-Ups erklärt, die ihr im Level findet und mit dem Spielverlauf natürlich auch von der Anzahl ansteigen. Hier kommen wir auch direkt zur großen taktischen Tiefe von BADLAND, denn die Entwickler haben wohl unzählige Stunden damit verbracht, wie man das Spiel abwechslungsreich und für Entdecker stets bereichern könnte. Denn zu den Power-Ups zählen nicht nur Klassiker, wie den Charakter kleiner oder größer zu machen, nein, man kann ihn schneller, langsamer, klebrig, herumhüpfen lassen, die Zeit stillstehen oder eben auch ein dutzend Klone von sich machen lassen – um nur einige zu nennen. Man lernt also mit fortschreitendem Spielverlauf auch die Möglichkeiten von Clony kennen und muss diese clever einsetzen, um die Rätsel der Entwickler auch zu meistern.

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Und an diesem Punkt kommen wir auch zur Kamera des Spiels. Dadurch, dass es sich um ein 2D Spiel mit einer seitwärts scrollenden Kamera handelt, sollte man versuchen stets im Blickfeld dieser zu sein. Ist man dies nicht mit mindestens einem der Klone, dann wartet der Tod auf euch. Wenig verwunderlich ist natürlich, dass ihr die Kamera nicht selbst steuern könnt. Je nachdem welchen Level ihr spielt und welche Power-Ups ihr aktiviert habt, kann euch die Kamera zum Verhängnis werden, wenn das Gebiet vor euch zu gefährlich ist. Ihr müsst also nicht nur aufpassen nicht zu sterben durch die Gefahren, sondern müsst es auch schnell machen und dürft nicht zu viel Zeit damit vergeuden gegen Wände zu knallen oder ein Rätsel zu lösen. Das gleiche gilt auch für Power-Ups, denn die sind nicht zufällig im Level verteilt, sondern ganz durchdacht von den Entwicklern im Level verteilt. Habt ihr einmal ein Power-Up zum kleiner werden verpasst, kann es euch schon wenige Sekunden später zum Verhängnis werden, da der Durchweg zu schmal für eure große Figur ist. Daraufhin könnt ihr nur noch mit zuschauen wie euch die Kamera einholt und dürft beim Checkpoint erneut starten. Doch als wären Kamera und Rätsel nicht genug, warten weitere Gefahren auf euch. Seien es Bomben, Schusswaffen, Stacheln, Laser oder auch nur das Level selbst – alles kann (und wird) euch töten. Da wir gerade bei den Leveln sind, diese erinnern einen an Spiele wie Limbo. Ihr seht vor euch die Wände, hinter euch einen wunderhübschen Hintergrund und das Level selbst ist hochinteraktiv. Knallt ihr mal gegen einen Stein, kann sich dieser lösen und euch entweder zerquetschen oder den Durchweg blockieren.

So kommt auch ein großer Kritikpunkt daher, denn desto mehr Level ihr gespielt habt, umso knackiger und fordernder wird der Schwierigkeitsgrad. Das an sich ist kein Kritikpunkt, aber es artet später einfach so aus, dass Level aus blindem Trial & Error bestehen und ihr es nicht einfach nur beim ersten Versuch durch schafft, weil ihr so gut seid, sondern weil ihr die Stelle 100-mal wiederholt habt. Davon jedoch abgesehen, bietet BADLAND ganz schön viel. Ihr habt genau 100 Level im Single-Player beziehungsweise lassen sich all diese Level auch im Koop spielen, mit bis zu vier Spielern. Das Ganze geht jedoch nur offline an einer Konsole und ohne Splitscreen. Gerade deswegen macht das Spiel auch im Koop so viel Laune, denn nicht jeder kann ganz vorne sein und wenn einer zu schnell ist, sterben die anderen indem sie aus dem Bild geflogen sind oder alternativ, weil jemand nicht aufgepasst hat und zufällig durch eine Bombe alle vier raus haut. Es macht einfach noch viel mehr Spaß zusammen und wem dies nicht genug ist, der hat zusätzlich noch den Multiplayer-Deathmatch Modus mit 27 Bereichen. Diese sind speziell für den Modus erstellt worden und dabei treten die vier dann gegeneinander an. Dies funktioniert so, dass jeder mit einem Clony beginnt und durch das Level mit allen anderen rasen muss, zwischendrin finden sich viele Power-Ups, die aber nicht jeder haben kann. Man muss also schlau vorgehen und die richtigen Power-Ups nehmen, die Freunde durchdacht zum Scheitern bringen, aber auch aufs Level selbst aufpassen. Hat man das Level geschafft, dann gibt es durch verschiedene Wertungen ein Ranking, welchen den besten Spieler auswählt.

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Sieht schön aus, ist jedoch tödlich, gefährlich und hinterhältig… aber macht Laune!

Das Spiel besitzt wie bereits gesagt 100 Level, diese unterteilen sich in 4 Kategorien. 40 davon gehören dem ersten Tag an, weitere 40 dem zweiten Tag und jeweils 10 gehören zum Albtraum beziehungsweise dem Jüngsten Tag an. Jede Kategorie hat einen anderen Stil und auch Schwierigkeitsgrad. Die Entwickler haben viel Arbeit in ihr Spiel gesteckt, was man daran sieht, wie abwechslungsreich das Spiel letztlich ist. Eigentlich ein recht simples Gameplay, doch die investierte Kreativität sieht man nach jedem Level, da sich fast jedes komplett anders spielt und neue Rätsel oder Gameplay Elemente bietet. Aber nicht nur spielerisch sind diese anders, auch vom visuellen unterscheiden sich die Level doch ganz schön. In den beiden Tag-Kategorien startet man beispielsweise am Morgen mit einem schönen Sonnenaufgang und einem ruhigen und entspannten Level, doch das endet dann mit dem Spielverlauf in ein dunkles Gebiet voller Gefahren, die euch gerne mal begrüßen möchten. Da kommen wir auch zum Umfang des Spiels, denn dieser ist riesig. Auch wenn wir deutlich weniger Spielzeit für den ersten Durchlauf des Spiels benötigt haben, geben die Entwickler eine Spielzeit von 15 Stunden an – was jedoch für so ein relativ „kleines“ Spiel, mehr als nur eine Sache für Zwischendurch verspricht. Dazu kommt nochmal, dass man in jedem Level drei Missionen hat und damit einen großen Wiederspielwert aller Level besitzt. Diese Missionen sind kleinere Aufgaben in den Leveln, wie nicht zu sterben, alle Power-Ups zu sammeln oder mit einer bestimmten Anzahl an Klonen das Ziel zu erreichen. Somit müsst ihr nicht nur stets das Level Ende erreichen, sondern habt drei weitere Aufgaben die noch dazu kommen. Euren Fortschritt könnt ihr außerdem in einer weltweiten Rangliste begutachten und euer Können der Welt zur Schau zeigen. Ähnliches gilt bei der Anzahl der geretteten Klone, die ebenso wie weitere Statistiken, im Hintergrund aufgezeichnet werden. Wem all dies nicht schon genug Motivation bietet, der kann sogar eine Platin Trophäe ergattern, aber das wird alles andere als leicht, um dies vorwegzunehmen.

Grafisch sieht BADLAND: Game of the Year Edition alles andere, als wie ein Spiel aus, welches zuvor nur für mobile Geräte verfügbar war. Der Vordergrund und damit der Level besteht zwar nur aus Schatten, doch dafür sticht der Hintergrund umso mehr heraus. Schöne Farben mit einer tollen Kulisse machen einfach viel her und durch einige bestimmte Animationen verliert man sich manchmal am Hintergrund und stirbt, weil man sich zu sehr auf diesen konzentriert hat. Auf der anderen Seite muss man sich bei den Leveln so anstrengen um dieses zu schaffen, dass man nur für einen Augenblick überhaupt die wunderschöne Kulisse bestaunen kann, da man sonst in die nächste Falle tappt. Dadurch, dass das Level außerdem extrem interaktiv ist, muss man sehr auf die Umgebung aufpassen, damit man die Lösung für ein Rätsel erblicken kann. An manchen Stellen sieht man dann auch, wie durchdacht das Level-Design erst ist, wobei man zuvor 20-mal die Stelle verflucht haben könnte und sie erst danach schafft. Gleiches gilt bei Fallen, denn achtet man nicht auf ein kleines Detail, dann kann dieses den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Wo wir schon bei Details sind, es gibt viele kleine von den Entwicklern. Denn wenn Clony dem Tode zu nahe ist, dann sieht man, wie sein Gesicht langsam eine ängstliche Mine bekommt. Gleiches gilt bei Bomben oder anderen Gefahren, man leidet schon mit ihm und obwohl man 1000 oder noch mehr Klone sterben gesehen hat, macht einem jeder weitere Verlorerene ebenso traurig wie den ersten Clony. Der Sound des Spiels ist jedoch nicht auffällig, wenn man es so sagen will. Meist ist es nur eine kleine Melodie oder ein beruhigender Song und kein Soundtrack, den man noch Jahre später gerne anhört. Dies ist aber kein großer Kritikpunkt, denn er passt sich gut dem Spiel an und ist stimmungsvoll, wer dabei gerne Heavy -Metal hören möchte, kann dies ja durch den USB-Mediaplayer oder Spotifymachen. Die Melodie beruhigt einen doch sehr und ist sehr iddylisch, was einen trotz all dem Frust letzlich doch entspannen lässt. Dafür sind die Sounds des Levels selber noch auffälliger. Sei es eine Explosion, Steine die Fallen oder Ventilatoren die Luft herum blasen, alles klingt sehr gut und passt perfekt zur gefährlichen Optik des Spiels.

Fazit

BADLAND: Game of the Year Edition ist alles andere als nur ein simples Mobiles Spiel, welches auf anderen Plattformen veröffentlicht wurde. Der Titel macht irre Laune und gerade wegen des einfachen Spielprinzips ist es für jedermann gut geeignet. Der Titel kombiniert die gute Optik mit der Umgebung und schafft damit auch anspruchsvolle kleine Rätsel in jedem Gebiet und bleibt somit stets fordernd. Jeder Level spielt sich anders und besonders fortgeschrittene Level greifen nochmal auf ganz andere Spielelemente zu und lassen kleine Entdecker stets staunen. Was man jedoch kritisieren muss, das ist leider der für manche doch recht hohe Frustfaktor in Kombination mit kleinen Abwechslungsproblemen. Wer sich schnell aufregt, der wird nach einer gewissen Zeit weniger Spielspaß und dafür mehr Wut erleben. Dazu kommt, dass manche Spieler vielleicht irgendwann die Lust verlieren könnten, immer nur eine Taste zu drücken und sich etwas zu bewegen, trotz der Abwechslungsreichen Level. Im Gegensatz dazu steht der Vier-Spieler Koop bzw. Deathmatch Multiplayer, denn dieser macht noch viel mehr Laune und bringt nicht nur neue Elemente in das Spiel, sondern testet auch die Freundschaft untereinander – Schade nur, dass dieser nur offline spielbar ist.

Gutes

+ Einfaches und doch tiefes Gameplay
+ Tolle Aufgaben und ansehnliche Kulisse
+ Riesiger Umfang, Ranglisten und optionale Missionen
+ Vier Spieler Koop

Schlechtes

- Leider kein online Koop vorhanden
- Manchmal stumpfes Trial & Error erforderlich
- Frustfaktor vielleicht einigen zu hoch

8.7 Sehr gut

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