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Awesomenauts – Review

Artikel von | 04.07.2012 um 00:00 Uhr

Auf der PC Plattform ist das sogennante MOBA (Multiplayer Online Battle Arena) zurzeit gerade angesagt. So versuchen die holländischen Entwickler von Ronimo Games das ganze Konzept jetzt auf die Konsole zu bringen. Ob sie Erfolg haben? Dies wird der Test zeigen.

Sind wir nicht alle Awesome?
Die Geschichte zu den Awesomenauts ist schnell erzählt und eigentlich nichts anderes als ein Platzfüller. Die Geschichte dreht sich um den Sheriff Lonestar, der grundsätzlich immer von einer nicht näher genannten ausserirdischen Lebensform als Söldner angeheuert wird, um gewisse Schätze von den Planeten und Meteoriten zu borgen. Nur dumm, dass in der Regel immer zwei farblich verschiedene Fraktionen sich auf die Solarstücke stürzen. Denn alles dreht sich um diese Ingamewährung.
Das Spielprinzip ist ebenfalls schnell erklärt. Zwei verfeindete Fraktionen sitzen je am Ende der Map mit einem Bohrer. Das Ziel ist es, den Bohrer der Gegnermannschaft auszuschalten. Auf dem Weg dorthin versperren vereinzelte Geschütztürme den Weg, die aber mit einer guten Strategie schnell dem Erdboden gleich gemacht werden können. Mehr gibt es eigentlich nicht zu machen in Awesomenauts.
Eigentlich wird man meistens gleich von der großen Anzahl der Charaktere bei einem MOBA Spiel erschlagen. Bei Awesomenauts ist das irgendwie abhanden gekommen. Obwohl sich die 6 Klassen recht unterschiedlich Spielen, sind sie trozdem die Klischee Jobklassen, die man in jedem anderen Spiel ebenfalls antrifft. So ist der Sheriff Lonestar der übliche Allrounder, der Kampfroboter Clunk nimmt die Stellung des Tanks ein. Superhirn Voltar kümmert sich vor allem um das Heilen der Teammitglieder. Leon das Chamäleon attackiert effizient von hinten oder einfach im Geheimen. Die Kröte Froggy G ist in der Beweglichkeit nicht einzuholen und der Affe Yuri erhält sogar die Möglichkeit zu fliegen. Doppel oder sogar dreifach Besetzung einer Klasse ist nicht möglich. Es schränkt zwar die Experimentiermöglichkeit erheblich ein, dafür wird die Balance recht gut in Schach gehalten. Man spielt ja nicht gerne gegen zwei Heiler und einen Tank. Oder gleich ein robustes Robo-Trio? Ganz zu schweigen von drei Sheriffs, die anrücken. So hätte man nämlich keine Chance in Awesomenauts irgendetwas zu gewinnen. Doch man bekommt seine Chance, die einzelnen Charaktere leicht individuell einzustellen.
Awesomenauts ist sowohl online als auch offline alleine oder im Splitscreen zu bestaunen. Egal ob man gegen echte Spieler spielt oder gegen Bots. Gruppen, die Headsets haben und taktieren, gewinnen eigentlich immer in kurzer Zeit.

Screenshot

Töten, bezahlen, Upgraden
Abgesehen von der überaus überschaubaren Heldentruppe gibt es auch noch ein kleines Level-Up System. Bevor der Kampf um die Rohstoffe losgeht, darf man wie üblich seinen Charakter auswählen. Jede Charakterklasse erhält ein paar Fähigkeiten, mit denen ihr in die Schlacht zieht. Doch die einzelnen Fähigkeiten kann man selber nochmals aus 4 verschiedenen Stufen oder Möglichkeiten auswählen. Durch das Level-Up System, das während eines Kampfes andauert und euch für bestimmte Aktionen belohnt, kann der Spieler mit dem gewonnenen Geld seinen Charakter für die laufende Partie ausbauen. Ist die Partie beendet, fängt jeder Spieler wieder bei Level 0 an. Nur der gesamt Levelsatz bleibt bestehen. Immer in der Nähe seines eigenen Bohrturms verweilt auch noch ein Waffenautomat. Dort gibt es für bare Münzen alles, was der Söldner braucht. Mehr Reichweite für seine Waffen, mehr Energie, Geschwindigkeit oder Durchschlagskraft. Hinzukommt noch, dass jede Klasse noch einige spezifische Spezialwaffen freikaufen kann wie Tarnkappen, zusätzliche Minen, Heilstationen oder Hologramm-Bullen. Mit dem steigenden Rang lässt sich das Shop-Angebot immer weiter individuell anpassen.
Die Grafik wurde in einem bunten Comic Look gehalten, was zum Setting passt. Zwar kommt das Ganze als quietschbunter 2D Sidescroller daher, hinkt aber bei den anderen MOBA süchtigen Games in nichts nach. Auch die Musik passt perfekt zum Style. Es gibt aber leider von allem viel zu wenig in Awesomenauts.

Screenshot

Wird das noch ausgebaut??
Der Umfang dieses MOBA System ist reichlich minimal ausgefallen. Außer den 3 Karten, die erschreckend kompakt und ähnlich aufgebaut wurden, sind auch die kleinen Dinge auf den Karten eigentlich nicht nennenswert. Hin und wieder trifft man auf Kreaturen, die es auf dem Planeten schon vor dem Kampf gegeben hat. Sie greifen aber die Spieler nicht an. Auch sind die wenigen per Knopf auszuführenden Unterstützungen eigentlich nebensächlich. Es ist zwar schön, per Knopfdruck zuschnappende Sandwürmer, Schwerelosigkeit oder Luftunterstützung zu ordnen, da sie aber kaum zur Taktik beitragen, sind sie nur kleine Spielereien, die so am Weggrand kurz erledigt werden.
Hinzukommt noch, dass es nur einen Spielmodi gibt. Außer den 6 Charakteren kann man nichts anderes freischalten lassen. Man merkt hier schnell, dass neue Charakterklassen, Maps und Sonstiges per DLC kommen sollten. Da aber der Publisher in der Zwischenzeit dicht gemacht hat, steht leider noch in den Sternen, ob der Ableger überhaupt noch DLC bekommt, um das Ganze auszubauen. Es wäre wünschenswert, denn so ist Awesomenauts ein bisschen enttäuschend, auch wenn der Suchtfaktor gleich von Beginn da wäre.

Awesomenauts Testbericht

Awesomenauts

  • Release: 02.05.2012
  • Genre: Action, Platform
  • Entwickler: Ronimo Games
  • Publisher: dtp Entertainment AG

Gutes

- süchtig machendes Gameplay
- gut ausbalanciertes Spiel

Schlechtes

- zu wenig Karten
- zu wenige Charakterklassen

8.0 / 10 Sehr gut

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