Asura’s Wrath – Review

Getestet von | 12.03.2012 um 00:00 Uhr

Zum ersten Mal hörten wir Ende 2010 von dem gemeinsamen Wut-Projekt von Capcom und Cyberconnect 2.0. Asura’s Wrath sollte als neuartiger Vertreter der Genre Action und Beat’Em’Up bestechen und ein neues sowie dynamischeres Spielerlebnis wurde versprochen. Von Kritikern wurde es sofort mit der God of War Reihe verglichen, denn beides mal zieht man in einen Kampf gegen die Götter, doch haben die Entwickler schon frühzeitig gesagt, dass Asura’s Wrath als etwas völlig Neues gesehen werden soll. Und ob die Entwickler ihr Wort halten oder es sich nur um einen einfachen God of War Klon handelt, erfahrt ihr in dieser Review.

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Wut ist deine Quelle

Asura ist wütend. Es sitzt immer eine verdammte Wut tief in ihm, doch diesmal ist sie sogar begründet. Verraten, dem Mord am König beschuldigt, seine Frau getötet und seine einzige Tochter entführt. Der Halbgott tobt! Aber zurück zum Anfang. Die Halbgötter stehen im Kampf gegen die unreinen Gohma, die die Menschen auf Gaea töten und ihre Seelen in sich aufnehmen. Die Gohma selbst ähneln Gesteinwesen in überdimensionaler Tiergestalt, deren Inneres aus Magma besteht, und die je nach Unreinheitslevel immer stärker werden und andere Formen annehmen. Die Halbgötter dagegen wirken wie eine hoch technologische Kultur, die im Weltall lebt. Und es sind die Halbgötter Shengokus und insbesondere die acht Wächtergeneräle Deus, Kalrow, Olga, Augus, Yasha, Wyze, Sergei und Asura, die den Kampf mit den Gohma immer wieder aufnehmen, unterstützt von ihrer Priesterin Mithra, Asuras einziger Tochter. Mithra sammelt Mantra und überträgt es auf die Generäle, sodass diese stärker werden und den Kampf gegen die Gohma und insbesondere gegen Vlitra, dem Ursprung aller anderen Gohma, weiterführen können. Der Spieler startet die Geschichte zu einem Zeitpunkt, an dem Vlitra wieder aus dem Inneren von Gaea hervorbricht, dies tut Vlitra nur alle paar tausend Jahre, und droht, die Menschheit völlig auszulöschen. Im Kampf werden die anderen Wächtergeneräle vorgestellt, sowie der König und die Priesterin präsentiert. Nach dem erfolgreichen Kampf kehrt Asura zurück und soll vom König belohnt werden für seine Dienste, die Vlitra wieder einmal ins Innere Gaeas zurück befördert haben. Der Held verlässt seine liebende Frau Durga und seine Tochter, um die Audienz beim König wahrzunehmen, nur um dort den Mord an diesem angehängt zu bekommen. Die anderen Wächtergeneräle unter Deus Führung haben einen Plan entwickelt, um die Welt für immer von den Gohma zu befreien. Doch dazu benötigen sie Mithras Fähigkeit das Mantra zu sammeln, deren Leiden Asura niemals zulassen würde, sodass Deus unseren Helden tötet und als abtrünnigen Halbgott darstellt. Womit Deus nicht gerechnet hat, ist die Wut Asuras, die ihn nicht sterben lässt, sondern ihn in Naraka, einer Art Zwischenwelt, befördert, aus der er 12.000 Jahre nach dem Vorfall wieder erwacht, jedoch nur mit entfernter Erinnerung.

Die goldene Spinne stachelt ihn an, sodass er wieder auf die Erde zurückkehrt, die noch immer von den Gohma besudelt wird. Die Wächtergeneräle haben sich zu den sieben Gottheiten ernannt und sind durch das Mantra stärker geworden, jedoch wird das Mantra aus Menschenseelen gewonnen, die sie bei Reinigungen von Städten, die von den Gohma attackiert werden, einsammeln. Denn die Reinigung beinhaltet nicht nur die Zerstörung der Gohma, sondern auch das Töten aller Menschen. Klar, dass Asura diesem Wahnsinn ein Ende bereiten und seine Tochter befreien will. So zieht Asura also in den Kampf gegen die selbsternannten Götter, prügelt sich durch Armeen von Gohma und Reinigern, auf das diesem Krieg ein Ende bereitet wird. Das schafft der durchschnittliche Spieler leider schon nach 6-8 Stunden, wird dann aber nochmal vom Spiel geärgert, denn das Secret-End erfährt man erst, wenn man mindestens fünf Episoden mit S, dem höchsten Rang nach A, B, C und D, abschließt oder 50 Episoden gespielt hat.

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Simpel aber effektiv

Kommen wir zu dem Teil von Asura’s Wrath, der wohl am schwächsten ist: Das Gameplay. Für die heutige Zeit sehr ungewöhnlich, keine freie Welt und der Spieler klickt sich von einem Ereignis zum nächsten. Wenn unser Held nicht grade in einer Zwischensequenz ein paar harte Gegner durch das möglichst zeitgenaue Drücken einiger Aktionstasten verprügelt, dann prügelt er sich durch kleinere Gegnerhorden mit Hilfe von schnellen und starken Attacken. Durch viele kleinere Attacken lassen sich größere Gegner betäuben, sodass ein besonders starker Schlag durchgeführt werden kann. Während die leichten Attacken jederzeit möglich sind, so braucht Asura etwas Zeit zum Abkühlen nach den stärkeren um diese erneut einzusetzen. Mit jeder Attacke steigert sich Asuras Wut- und Zügellos-Leiste, durch die er in spezielle Modi gerät, sodass entweder keine Gefahr der Überhitzung besteht oder beim Erreichen des Wuthöhepunkts meist ein Finishing-Move ausgeführt wird. Neben dem normalen Ausweichen per Rolle können Attacken der Gegner auch durch Konter abgelenkt werden und selbst wenn der Held getroffen wird, so wird durch einen schnellen Knopfdruck einiges an Lebensenergie zurückgeholt. Komplizierte Kombos braucht man also nicht zu lernen, sondern auf eine schnelle Reaktion kommt es an. Für fliegende oder weiter entfernte Gegner, die mit keinem Prügelangriff ausgeschaltet werden können, ist Asura mit einem Fernangriff ausgestattet, den er gnadenlos abfeuern kann, ohne zu Überhitzen. Leider macht dieser Angriff auch relativ wenig Schaden, aber die Zügellos-Leiste schießt dafür schnell nach oben.
Abwechslung zwischen den relativ monotonen Prügeleien bieten einige Zwischensequenzen, in denen die Entwickler eine kleine Shootereinlage eingefügt haben, in denen man entweder durch das Weltall oder durch die Gänge der Schiffe rast und feindliche Geschosse und Einheiten mit dem Fadenkreuz markiert und dann zerschießt. Und wie gut man dann wirklich war, sei es wie viele Gegner man in kurzer Zeit verprügelt hat oder mit welcher Genauigkeit man die Tasten gedrückt hat erfährt man am Ende der Episode. Hier sieht man eindeutig den Hersteller Capcom, den die Bewertungsanzeige erinnert doch stark an Devil May Cry, es werden sogar die gleichen Bezeichnungen verwendet. Das Vergleichen der eigenen Leistung erfolgt leider nur auf der eigenen Konsole, sodass der Spieler zwar sehen kann, ob er sich verbessert hat, aber nicht wie er im Vergleich zu anderen Spielern abgeschnitten hat.

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Besser als Kino

Der markante Stil und eine gewaltige Inszenierung geben dem Spiel einen immensen Pluspunkt. Die Charaktere sind wundervoll detailreich und sehen oftmals sehr gemalt aus, was die Atmosphäre des Spieles nochmals fett unterstreicht. Die Animationen sind flüssig und die Welt der Menschen und Shingoku sind sehr schön dargestellt, sodass man auch über kleinere Fehler wie verwischte Texturen locker hinwegsehen kann, die vor allem relativ selten auftauchen. Der Fokus liegt eher auf den gewaltigen Szenen in denen Asura gegen die übermächtige Flotte kämpft oder der Planet sich öffnet und Vlitra sich mit Glut und Fangarmen bewaffnet aus dem Riss drängt. Schon in den ersten Momenten möchte man nur die gute Inszenierung genießen und fühlt sich eher wie in einem interaktivem Film, da die Zwischensequenzen, in denen man höchstens ein paar Klicks tätigt, die meiste Zeit des Spiels einnehmen. Andere Zwischensequenzen bestechen durch liebevoll gestaltete Artworks mit eingeblendetem Text, die man sich nach erfolgreichem Abschließen der Episode auch erneut im Menü als Belohnung anschauen kann. Auch weitere Artworks sowie Konzept- und Charakterentwürfe werden dem Spieler durch das Beenden von Episoden zugänglich, was den interessierten Spieler noch mehr anspornt.

Die deutsche Tonspur fehlt leider, dafür kann man sich zwischen japanischer und englischer Tonspur entscheiden und deutsche Untertitel dazu wählen. Die Sprecher erledigen allesamt einen guten Job und die Stimmen passen sehr gut zu den einzelnen Charakteren und deren Persönlichkeit, wie dem dauerwütendem Asura mit sehr dunkler Stimme oder dem die Zerstörung liebendem Sergej, der sich durch die gute Vertonung auch schön wahnsinnig anhört. Auch die Hintergrundmusik lässt sich dank der guten und breiten Auswahl der Stücke sehen. Zwischen klassischen Klängen eines Orchesters, zum Teil mit Choreinlagen, die den epischen Charakter des Spiels untermauern, gibt es auch harte Gitarrenklänge, die eindrucksvoll in die harten Kämpfen Asuras eingebunden sind. Allgemein erinnert der Soundtrack aber sehr stark an andere japanische Spiele und Melodien wirken sehr vertraut, was dem Ganzen aber nichts abtut, denn eine gute Zusammenstellung ist es ja trotzdem.

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Nur Gut oder Exzellent?

Asura’s Wrath ist anders als die meisten Spiele, die man als Europäer gewöhnt ist, denn der Aufbau jeder Episode gleicht dem eines japanischen Animes; Erster Teil, Zwischenbild, Zweiter Teil und Vorschau auf die nächste Episode. Auch die vielen Klick-Events und die wenigen Passagen in denen man sich etwas freier bewegen kann, sind ungewohnt, wodurch es für Fans von freien Welten und ausgefeiltem Gameplay nicht zu empfehlen ist. Wer sich jedoch in den Bann einer guten Geschichte, mit ausgeklügelten Sequenzen, deren Kameraposition immer perfekt ist, sodass man zeitgleich das Gefühl hat in einem Sieben-Stunden-Film zu sitzen, für den ist dieses Spiel perfekt. Bezaubernde Artworks in Zwischensequenzen und zum Freispielen regen dazu an, die Episoden nochmal zu spielen und auch das geheime Ende hat es in sich. Man sollte sich Asura’s Wrath auf jeden Fall nochmal genauer anschauen und es als sehr gut gemachtes Spiel ansehen, das definitiv kein God of War-Klon ist.

Gutes

-exzellente Story
-Kameraführung wie in einem Kinofilm
-Vorschau bringt Lust zum weiterspielen

Schlechtes

-fast nur Klick-Events
-kein Freiraum, es wird nur der Handlung entlang gespielt

8.0 Sehr gut

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