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Assassin’s Creed:Revelations – Unsere Eindrücke vom Multiplayermodus

Artikel von | 29.01.2012 um 00:00 Uhr

Die Geschichte von Desmond und seinen Ahnen geht weiter und auch der Krieg zwischen den Templern und Assassinen geht in die nächste Runde. Nur ein Jahr nach Brotherhood kommt die zweite Fortsetzung der Geschichte rund um Ezio Auditore da Firenze, die auch die letzte rund um den Meisterassassinen und sein Vorbild Altair Ibn La-Ahad sein soll. Es sollten alle Fragen um die drei Protagonisten aus den vorigen Titeln geklärt werden, der Titel bedeutet ja auch „Die Offenbarung“. Ob das wirklich passiert, wohin es Ezio diesmal verschlägt und welche neuen Elemente im Gameplay auftauchen könnt ihr in der folgenden Review erfahren.

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Willkommen zurück im Animus

Für Assassin’s Creed Neulinge; Der Animus ist ein technisches Gerät mit dessen Hilfe man seine genetischen Erinnerungen durchleben kann. Also das Erleben des Lebens deines Vorfahren ist möglich. Dabei passiert weiterhin noch die Übertragung von Fähigkeiten, die in den Erinnerungen erlernt wurden, auf die eigene Person, der sogenannte Sicker-Effekt. Wenn dieser durch zu lange Benutzung des Animus zu stark wird, dann verschlechtert sich der geistige Zustand dramatisch und die Persönlichkeiten verschmelzen zu einer. Und genau das passiert grade unserem Protagonisten Desmond Miles, dessen Zustand so schlecht ist, das sein Geist nicht in den Körper zurück kann, sondern im Animus verweilt. Mit der Hilfe des aus den Vorgängern bekannten Subjekt 16 versucht er wieder in seinen Körper zurückzukehren und muss dafür weitere Schlüsselerinnerungen seiner Vorfahren durchleben. Während dieser Rahmenhandlung können wir auch weitere Details aus Desmonds Zeit vor der Spieleserie erfahren, wenn der Spieler denn genügen Animusfragmente gesammelt hat. Desmond schlüpft nun wieder in die Rolle des Ezio Auditore da Firenze, den Fans schon aus dem zweiten Teil und Brotherhood kennen. Deutlich gealtert mit leicht ergrautem Haar springt er aber immer noch von Dach zu Dach, ächzt und stöhnt dabei nur öfter als in den Vorgänger, was dem sich in den Fünfzigern befindendem Mann durchaus nachgesehen werden kann. Diesmal befindet sich der Spieler nicht mehr in Italien, sondern in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Denn dort sollen die Schlüssel zur Kammer unterhalb des alten Standortes des Assassinenordens in Masyaf sein, der noch aus dem ersten Teil bekannt ist. Hier wird die Verknüpfung der Geschichte der Ahnen angedeutet und später auch geschlossen, genau wie die Entwickler es versprachen. In Konstantinopel angekommen lernt Ezio schon seine ersten Verbündeten, die hiesigen Assassinen kennen, denen er wieder dabei hilft die Gebiete zu erobern und die Stadt aufzubauen. Dafür erhält er aber auch technische Neuerungen wie die Hakenklinge, mit denen er leichter und schneller Vorsprünge erklimmt oder neue Bewegungen vollführt, und die Herstellung von Bomben, die zur Ablenkung, Verängstigung oder Tötung dienen. Beides sind gute neue Features, die das Kampfsystem interessanter machen. Natürlich kann der Meisterassassine auch wieder Assassinen aus der Bruderschaft zum Kampf dazu rufen, wenn er denn zuvor Festem eingenommen und Bürger rekrutiert hat. Auch kann die Bruderschaft wieder in andere Städte entsandt werden, um diese vom Einfluss der Templer zu befreien und um trainiert zu werden, damit aus ihnen ebenfalls Meisterassassinen werden. Denn diese braucht der Spieler dringend, weil erst wenn ein Gebiet durch einen Meisterassassinen gesichert wird, kann die Feste nicht mehr angegriffen werden. Ein Festenangriff passiert immer dann, wenn Ezio zu auffälliges Verhalten an den Tag legt und beinhaltet dann ein kleines Tower-Defense-Spiel bei dem der Spieler seine Barrikaden und Assassinen so setzen muss, dass die in Intervallen kommenden Gegnerwellen besiegt werden, bevor die Feste zerstört wird. Bei Misserfolg gibt es kein Neustart des Tower-Defense, sondern man muss wieder die Feste erobern indem man dem Hauptmann ins Nirwana schickt. Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein, ist aber eine gute neue Idee welche das Spiel vielseitiger macht. Denn auch die Soldaten sind teilweise schwerer zu besiegen, da man sie nicht mehr alle mit einem einfachem Konter oder einer Attentatsserie töten kann. Da zieht sich so ein Kampf auch mal in die Länge und die Einnahme von Medizin ist notwendig. Zurück zur Handlung, Ezio freundet sich mit immer mehr Persönlichkeiten in Konstantinopel an, unter anderem auch mit der schönen, venezianischen Buchhändlerin Sofia Sartor, die ihm die Chiffren und Schriften entziffert, damit er die Masyaf-Schlüssel finden kann. Diese Schlüssel sind weit mehr als man anfangs denkt, sie öffnen nicht nur die Tür zur Kammer unterhalb Masyafs, sondern sind ebenso Erinnerungspeicher mit denen Ezio in die Erinnerungen von Altair erlebt. So wird auch Altairs Geschichte weiter erzählt und man gewinnt neue Einblicke in das Leben des großen Assassinen. Nebenbei deckt man wieder eine Templerverschwörung auf und rettet das Leben und die Freiheit der Menschen, aber das kennen wir von Ezio nicht anders. Mit allen Missionen und Nebenaktionen, wie dem Erobern von Festen oder einsammeln von Fragmenten, habt der Spieler rund 35 Stunden mit Revelations zu tun, je nach Spielniveau natürlich schneller oder langsamer.

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Konstantinopel – Das Osmanische Reich in all seiner Herrlichkeit

Das Design ist wieder so atemberaubend wie in den Vorgänger. Die Stadt ist sehr detailreich gestaltet und überaus glaubenswürdig dargestellt. Die offene Spielwelt der Stadt erlaubt es einem die gesamte Stadt von den verschiedenen Türmen aus zu erblicken und lässt die Schönheit der osmanischen Baukunst erfassen. Die Animationen der Zwischensequenzen bestechen besonders durch die gute Mimik der Charaktere. Darstellungen von Feuer- und Wassereffekten oder Wettereinlagen sind zum Teil etwas unglaubwürdig, Vegetation wie Sträucher sehen teilweise verwischt aus und wer ganz pingelig ist, der kann auch an den teilweise matschigen Texturen der Häuser meckern. Dafür brilliert das Spiel durch den hohen Detailgrad der NPCs, der Licht- und Schatteneffekte und den Wasserspiegelungen. Auch die Veränderung von Tag zu Nacht wird sehr gut durch die langsamen und flüssigen Übergänge ein wahrer Augenschmaus. Wer Blut sehen möchte, der möge dies wieder im Menü zu Anfang einstellen, sonst bleibt die Klinge und Kleidung sauber, wenn der Feind niedergestreckt wurde.
Wie in den Vorgänger hört man wieder das Raunen des einfachen Volkes, die sich gerne über Ezio beschweren, wenn dieser wieder durch die Stadt rennt oder einen Vorsprung erklimmt. Auch die Wachen haben jede Menge wütende Ausrufe für einen übrig. Die unterschiedlichen Rufe sind zwar begrenzt, dennoch sehr unterhaltsam und verleihen dem Spiel einen realistischen Touch. Die deutsche Synchronisation ist so gut wie in den vorigen Teilen, jeder wichtige Charakter hat seine eigene passende Stimme. Es ist auch wieder möglich eine andere Sprache auszuwählen und mit Untertiteln zu spielen. Auch der Soundtrack beinhaltet beeindruckende Werke und fügt sich nahtlos in das Gesamtbild des Spiels ein, sodass er die Atmosphäre unterstützt und nicht behindert.

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Free Running leicht gemacht

Der Part der Assassin’s Creed so gut macht: Klettern, Springen, Rennen, Schwimmen, Fliegen. Die Abwechslung ist enorm aber einfach zu bedienen. Durch das Drücken weniger Tasten kann man fast alle Gebäude emporklettern oder über die Dächer der Stadt springen, um den kürzesten Weg zu suchen. Die Neuerungen der Hakenklinge, das schnelle Klettern oder an Wäscheleinen von Dach zu Dach zu rutschen, fügen sich nahtlos ein. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten beim Gehen, Laufen oder Rennen sind durch das Drücken oder Nicht-Drücken von zwei Tasten ganz leicht gemacht und man kann schnell von der einen zur anderen wechseln, je nach Bedarf. Das Bombenwerfen ist anfangs ungewohnt und neu, wird aber schnell zur Routinearbeit und nicht weiter kompliziert. Es ermöglicht auch ungeahnte Methoden zur schnellen Flucht oder man bewirft seine Gegner einfach mit einer Bombe die diese aufs andere Ufer übersiedeln lässt. Ungewohnt ist auch die neue Belegung der L3 Taste, die vorher keine Bedeutung hatte und in diesem Teil für das Umschalten auf das Adlerauge zuständig ist. Für Neulinge nicht weiter bedeutsam, aber die alten Hasen können dadurch schon irritiert werden. Die Steuerung ist im Allgemeinen sehr intuitiv und man muss kaum komplizierte Tastenfolgen für Kombos ausführen. Das Kampfsystem ist hauptsächlich auf Angriff, Blocken und Kontern ausgelegt, die mit den unterschiedlichen Waffen, die Ezio bei sich trägt, anders zeitlich abgestimmt werden müssen. Je schwerer die Waffe, desto länger dauert der Schlag. Auch beim Kontern muss man seine Gegner, die gerne eine große Überzahl besitzen, sehr genau beobachten, um im richtigen Moment in die Tasten zu drücken.

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Jeder gegen jeden oder doch lieber Grüppchenbildung

Der Multiplayer ist ja aus Brotherhood schon bekannt, aber hier haben die Entwickler nochmal einen ganzen Satz nach oben gemacht. Man spielt wieder einen Abstergo-Agenten, der im Animus sitzt, dort trainiert wird und wieder gegen andere Agenten kämpfen muss. Es wurden jedoch neue Modi entwickelt, sodass es nicht nur das reine Deathmatch, in dem der Abstergo-Agent sein Ziel, ein anderer Spieler, eliminieren muss, bevor dieser von einem anderen Spieler ermordet wird, oder man selbst zum Opfer eines anderen wird. Der neue Multiplayer lässt auch Teams gegeneinander antreten in verschiedenen Disziplinen. Vom einfachen Morden, über das Klauen von Artefakten bis hin zum Eskortieren wichtiger Persönlichkeiten ist alles dabei und es kann mit Recht behauptet werden, das der Multiplayer dadurch deutlich an Reiz gewonnen hat. Durch langes Überleben und entweder Eliminieren von vielen Gegenspielern oder Stehlen der Artefakte werden Erfahrungspunkte gesammelt, die dann zu einem Levelaufstieg führen. Je höher das Spielerlevel ist, desto schwieriger wird es, da der Spieler dann z.B. schon früher mehrere Verfolger erhält, sodass auch unterschiedliche Level gut miteinander spielen können. Mit steigendem Level kann der Charakter mit verschiedenen Waffen oder Fähigkeiten ausgerüstet werden, die jedoch nichts an der Stärke des Einzelnen ändern. Es geht dabei nur um persönliche Präferenzen von Farbe und Stil. Der Multiplayer hat also deutlich an sich gearbeitet und ist vielfältiger und anspruchsvoller geworden, genau das was man sich nach dem eher eintönigen Multiplayer aus Brotherhood gewünscht hat.

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Auf ein letztes Mal, Ezio

Für die Personen, die die Serie schon länger kennen ist es ein Must-Have-Spiel, weil es die Geschichte um die drei Charaktere Desmond, Altair und Ezio weiter vorantreibt und die der Ahnen sogar zum Ende bringt. Für Neulinge könnte es schwierig sein sich in die Geschichte einzufinden und das Spielen der Vorgänger wird sehr empfohlen. Die kleinen Grafikpatzer fallen nicht so stark auf in der schönen Stadt und einiges wurde besser gemacht als im Vorgänger. Die Verlagerung der Geschichte nach Konstantinopel gab Platz für andere Architektur und Charaktere, die sehr gut aus der Geschichte der Menschheit gewählt wurden. Wie immer eine sehr gute Verflechtung von Realität und Fiktion und eine sehr verwinkelte Geschichte. Neue Features machen das Spiel vielseitiger, es bleibt aber seinem Charakter des Action-Adventures mit vielen Kletter- und Sprintpartien, sowie eleganten Attentaten treu. Einige Passagen wirken etwas eintönig, da man die gleichen Aktionen durchführen muss nur an einem anderen Ort, dies wurde aber schon deutlich aufgelockert und abwechslungsreicher gestaltet durch die Verwendung der neuen Bomben oder der Hakenklinge. Der Multiplayer wurde deutlich aufgestockt und die Kritik wurde umgesetzt, sodass der Spieler ein weites Feld an Möglichkeiten hat sich durch die verschiedenen Modi mit den neuen, an Konstantinopel angepassten Charakteren, zu kämpfen. Das Spiel hat ein für die Serie typisches offenes Ende, dadurch werden aber nicht alle der Fragen beantwortet, sondern sehr viele neue gesät, sodass man sich auf den nächsten Teil aus dem Hause Ubisoft freuen darf.

Assassin’s Creed: Revelations Testbericht

Assassin’s Creed: Revelations

  • Release: 15.11.2011
  • Genre: Action, Adventure
  • Entwickler: Ubisoft Montreal
  • Publisher: Ubisoft

Gutes

+ neue Gegenstände wie Bomben und Hakenklinge
+ sehr gute Gesichts-/Bewegungsanimationen
+ neues Tower-Defense-Minispiel in der Handlung verankert
+ verbesserter Multiplayer

Schlechtes

- teilweise schwammige Texturen
- kann eintönig werden, da Aktionen wiederholt werden

9.0 / 10 Must Have

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