Assassin’s Creed Unity Review – Gemeinsam in der Französischen Revolution

Getestet von | 14.11.2014 um 14:18 Uhr

Die Spiele-Hochsaison ist in vollem Gange und da darf natürlich auch ein Assassin’s Creed nicht fehlen. Dieses Jahr gibt es sogar gleich zwei Assassin’s Creed Ableger und zwar Unity für die PlayStation 4 und Rogue für die PlayStation 3. Wir schauen uns hier Unity etwas genauer an und verraten euch, ob sich der Ausflug nach Frankreich zur Zeit der Revolution lohnt oder nicht. Und finden heraus wie revolutionär der Titel nun wirklich ist oder ob es einfach nur der jährliche Ableger mit minimalen Verbesserungen ist.

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Zeit für eine Revolution?

Wie immer starten wir mit der Handlung, diese spielt bekanntermaßen Ende des 18. Jahrhunderts zur Französischen Revolution. Wir werden hier vielleicht ein klein wenig spoilern, aber nur die erste Stunde des Spiels, damit wir einen Einstieg haben. Wie schon öfters bei Assassin’s Creed, fängt alles etwas in der Vergangenheit an. Alles startet damit, dass ihr mit einem eigentlich ziemlich unwichtigen Charakter, ein besonderes Schwert in Sicherheit bringen müsst, da euer Orden angegriffen wird und die Feinde ebenfalls nach diesem Schwert suchen. Dieser Abschnitt dient als anfängliches Tutorial und ist auch nicht sonderlich lang. Kurz danach macht die Handlung einen Sprung und ihr lernt den Hauptcharakter, Arno, kennen der jedoch noch ein Kind ist. In einem kurzen Part als Kind, werden weitere Elemente des Spiels erklärt und der erste Wichtige Vorfall ereignet sich. Kaum ist das passiert, macht die Handlung wieder einen Sprung und Arno ist erwachsen. Hier startet das Spiel jetzt richtig. Wie meist, fängt alles recht harmlos an, doch dann wird euch ein Mord angehängt, wodurch Arnos Leben aus den Fugen gerät und er im Gefängnis landet. In eben diesem lernt er einen Mann namens Bellec kennen, der euch später zum Ausbruch verhilft. Wie sich herausstellt, ist Bellec ein Assassine und mit seiner Hilfe kommt ihr dann auch in den Assassinen Orden und versucht nun aufzudecken, wer der wahre Mörder ist und euch eben diesen anhängen wollte. Nach und nach kommt ihr natürlich einer Verschwörung auf die Spur, die auch mit der Französischen Revolution zusammenhängt.

Da kommen wir auch schon zum ersten Kritikpunkt, denn viel mehr steckt in der Handlung nicht drin. Eigentlich wird viel Potenzial durch das Setting geboten, doch die Handlung kann dieses nicht wirklich nutzen und plätschert meist nur vor sich hin. Das wäre ja nicht so schlimm wenn es außerhalb des Animus, in der realen Welt, noch etwas Interessantes gäbe, doch dort wird noch weniger geboten. Ihr seid ein namenloser und gesichtsloser „Novize“, der in einem Projekt genutzt wird, um einen Weisen zu finden, der sich in den Erinnerungen von Arno befindet und zwar bevor die Templer ihn finden, damit ihr einen Vorteil ihnen gegenüber habt. Genauso vage wie das jetzt alles klingt, ist es leider auch. Die Handlungen von realer Welt und Arnos Erinnerungen prallen manchmal zusammen, wenn Die Templer (in Form von Abstergo) es auf eure Server schaffen und versuchen euch zu hacken, um eure Position herauszufinden. Wenn das passiert, müsst ihr in den Erinnerungen ein Portal finden, um auf einen anderen Server zu gelangen, wo ihr einem anderen Ereignis aus der Französischen Geschichte beiwohnen könnt. Diese fallen ziemlich kurz aus, da ihr dort einfach ein weiteres Portal finden finden müsst, welches euch dann auf einen neuen Server bringt, auf dem ihr dann wieder ungestört in Arnos Erinnerungen stöbern könnt. Viel mehr Interaktion zwischen Erinnerung und realer Welt gibt es nicht, wobei zu sagen ist, dass es in der realen Welt eigentlich gar keine Interaktion gibt. Ihr hört manchmal Stimmen aus der realen Welt, die euch sagen wie der aktuelle Stand ist – mehr gibt es da auch nicht. Es ist wirklich so, dass die Ereignisse in der realen Welt, nur als Erklärung für das erleben der alten Epochen dient und sonst keinerlei tieferen Sinn hat. Es handelt sich hier wirklich um eine der schwächsten Storys der Assassin’s Creed Reihe, wenn nicht sogar die Schwächste. Diese kann auch nicht durch die Charaktere gerettet werden, die übrigens recht ordentlich synchronisiert sind. Arno selbst ist recht farblos und auch die Nebencharaktere haben nicht viel mehr beizutragen. Der Großteil der Charakter ist wirklich recht eindimensional. Es gibt zwar ein paar Ausnahmen, doch wirklich gut gelungen sind die auch nicht. Man trifft auch berühmte Persönlichkeiten wie, Madame Tussaud oder Napoleon Bonaparte, leider kriegen die kaum oder nur wenig Aufmerksamkeit. Das hat man beispielsweise mit Leonardo da Vinci oder den berühmten Piraten aus Assassin’s Creed 4, deutlich besser geschafft.

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Warum macht der nicht was er soll?!

Kommen wir zum Gameplay, dort kriegt man größtenteils das, was man schon kennt. Wie in jedem Assassin’s Creed wird wieder hauptsächlich geklettert, geschlichen und gekämpft. Hier wurden jedoch ein paar Verbesserungen vorgenommen. So kann man nun richtig schleichen und auch in Deckung gehen. Die Adlersicht, bei der ihr die Umgebung scannt und alle Gegner in der nahen Umgebung seht, ist auch wieder dabei und hilft sehr beim Schleichen und beim Umgehen der Gegner, was auch öfters mal in den Missionen benötigt wird. Leider funktioniert das nicht immer perfekt, denn wenn Arno manchmal in Deckung gehen soll, macht er das nicht sofort oder macht es nicht da wo er eigentlich soll. Dasselbe passiert sehr häufig beim Klettern, wie auch schon bei den vorherigen Titeln, passieren öfters kleine Patzer beim Klettern, die öfters im fehlschlagen der Mission enden oder auch im Tod von Arno. Wenn ihr beispielsweise, auf einem hohen Punkt seid und dann den berühmten „Leap of Faith“ in einen Heuhaufen machen wollt, kommt es ab und an vor, dass Arno einfach mal daneben springt und zack Tod. Oder wenn ihr jemanden verfolgen müsst, was schon häufiger vorkommt, und anstatt über ein Hindernis zu springen, denkt sich Arno, dass er lieber an dem Gebäude hochklettern will. Wenn man dann schnell wieder runter will, springt man erstmal auf jeden Vorsprung, anstatt direkt wieder auf die Straße, wodurch euer Ziel euch schnell entkommt und die Mission damit fehlschlägt. Bei diesen Fehlschlägen oder unnötigen Toden, muss das Spiel natürlich neu Laden.

Die Ladezeiten sind zwar relativ selten, aber dafür ziemlich lang, wodurch man noch genervter in solchen Momenten wird. Zumindest kann man die Tode durch das springen neben den Heuhaufen nun vermeiden, wenn man den neuen „kontrollierten Abstieg“ nutzt. Bei diesem klettert ihr genauso elegant und agil wie beim Erklimmen von Gebäuden, diese auch wieder hinunter. Das sieht nicht nur gut aus, sondern fügt sich auch super in den Fluss des Spiels ein. Neben dem neuen kontrollierten Abstieg und dem schleichen, wurde auch das Kämpfen verbessert. Bei früheren Teilen ist man öfters einfach in den Kampf gerannt und hat eben alle Gegner ohne Probleme fertig gemacht. Ganz so einfach ist das nun nicht mehr, zwar seid ihr immer noch ein fähiger Assassine, mit allerlei Gadgets und Fähigkeiten, aber in einem offenen Kampf gegen mehrere Gegner, muss man schon sehr aufpassen und seine Konter perfekt timen, um nicht in ein paar Sekunden den Löffel abzugeben. Es ist schön zu sehen, dass man hier sinnvolle Neuerungen und Verbessrungen gebracht hat, auf der anderen Seite hat man aber auch ein paar Rückschritte gemacht. So fehlen nun die Schifffahrt Elemente und alle damit einhergehenden Aspekte und Neuerungen von Assassin‘s Creed 4. Dadurch ist alles ein wenig eintöniger, da man immer nur zu Fuß unterwegs ist und dadurch auch in der Missionsvielfalt eingeschränkter ist. Es gibt zwar sehr viele verschiedene Beschäftigungen und Sammelaufgaben, doch laufen die meisten Missionen sehr ähnlich ab. Sucht jemanden, klaut etwas oder tötet jemanden, viel mehr Abwechslung gibt es bei Missionen eigentlich nicht, bzw. gibt es diese nur in geringen Variationen, doch ein paar Ausnahmen gibt es.

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Gutes

-Riesiges, detailliertes und lebendiges Paris
-Vielseitige Anpassungen
-Toller Koop Modus
-Sinnvolle Neuerungen....

Schlechtes

-....gleichzeitig auch unnoetige Rueckschritte
-Technisch fehlerhaft (instabile Framrate, Pop-ups, Glitches, Tonaussetzer)
-Schwache Handlung und Charaktere
-Steuerung nicht immer optimal
-Mikro-Transaktionen und App Zwang

7.2 Gut

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