Assassins Creed Chronicles: China im Test – Wind schlägt Stein

Getestet von | 05.05.2015 um 12:35 Uhr

Es gibt viele Weisheiten auf dieser Welt und dazu zählt wohl auch diejenige: „Kein Jahr ohne ein neues Assassin’s Creed“. Nach dem Debakel um Assassin’s Creed: Unity und vor der Veröffentlichung von Assassin’s Creed: Victory veröffentlicht Ubisoft den 2.5D Ableger Assassin’s Creed Chronicles: China, welcher der Beginn einer Trilogie sein soll. Die anderen beiden Titel dieser Reihe werden in Indien und Russland spielen und sollen noch Ende dieses Jahres erscheinen. Wie sich dieser Ausflug nach China spielt und ob sich das Ganze generell überhaupt lohnt, könnt ihr bei uns im Test lesen.

Assassins Creed Chronicles Artikelbild

Es war einmal im Fernen Osten

Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert in China, wo eine einflussreiche Gruppe namens die Tiger, die Macht über China ergriffen haben und dabei einen großen Teil der Assassinen ausgelöscht haben. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich hinter dieser Gruppierung die Templer verbergen. Wir steuern die ehemalige Konkubine Shao Jun, welche als eine der letzten Assassinen übrig geblieben ist und nun den Auftrag hat, die Tiger zu besiegen und gleichzeitig ein wichtiges Artefakt zu besorgen. Gleich zu Beginn müssen wir aus einem Gefängnis ausbrechen, was zugleich als Tutorial dient. Dort lernt ihr nicht nur die Spielmechaniken kennen, sondern erlebt auch ein Wiedersehen mit einem Gefährten, der schon etwas älteren Assassin’s Creed Teile. Dabei handelt es sich um Ezio Auditore, welcher Shao Jun ausgebildet hat. Wir lernen vor allem, ein Auge auf eines der wichtigsten Merkmale des Spiels zu haben – das Schleichen. Denn vor allem zu Beginn ist es alles andere als ratsam mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, da man aufgrund seiner geringen Lebensanzeige ziemlich schnell das Zeitliche segnet. Wir lernen dem Sichtkegel der Wachen aus dem Weg zu gehen, Verstecke geschickt zu nutzen und Mittel zur Täuschung einzusetzen, denn wie wir alle wissen sind Theatralik und Täuschung machtvolle Instrumente. Hier kommt auch wieder der 2.5D Look zum Tragen, da man sowohl den Hinter- und Vordergrund nutzen kann. Nach jedem Level wird der Spielstil benotet und umso mehr Punkte man sammelt, desto mehr Fähigkeiten kann man verbessern. Am meisten Punkte gibt es für das lautlose Vorgehen. Die Geschichte an sich bleibt aber im Großen und Ganzen blass, da außer Zwischensequenzen nicht wirklich viel dafür getan wird, diese zu vertiefen oder Shao Jun besser kennenlernen zu können. Auch kann man nach dem Abschluss der Story das Spiel nochmals mit einem der beiden Zusatzschwierigkeiten spielen. Diese heißen Plus und Plus (Schwer) und ermöglichen es dem Spieler, die erworbenen Fähigkeiten zu behalten und diese sogar noch zu steigern. Bei der schwierigeren Version besitzt der Spieler für das Ganze Spiel nur einen Lebensbalken, wodurch das Schleichen noch wichtiger wird.

Das eintönige China

Je nach Spielweise dauert jedes Level zwischen 20 und 35 Minuten, was im Gesamten eine ungefähre Spielzeit von etwa sieben Stunden ergibt. Doch in Sachen Leveldesign haben die Entwickler einiges an Potenzial verschenkt, obwohl wie bereits erwähnt, dass System mit den verschiedenen Ebenen eines Levels gut funktioniert, so ist das allgemeine Design eher mau ausgefallen. Spätestens nach einigen Leveln hat man das Gefühl, dass man bereits alles gesehen hat, obwohl sich die Landschaften doch eigentlich so stark unterscheiden könnten. Auch die Aufträge sind immer gleich und das Gameplay bleibt auch dasselbe. Obwohl es Stellenweise echt knifflig werden kann, durch stärkere Gegner und auch die Steuerung hat gelegentlich so ihre Probleme. Dafür sind die Animationen der Figuren schön gestaltet und auch die Optik ist passend zum chinesischen Thema gestaltet, so ist das Design vorrangig in rot-schwarz gehalten. Das Ganze wird durch schönen und zum Szenario passender Musik untermalt.

accc

Fazit

Normalerweise steht der Name Assassin’s Creed für lange Geschichten, spannende Charaktere und die Freiheit einer offenen Welt. In Assassin’s Creed Chronicles: China müssen sich die Spieler von diesem Gedanken verabschieden und müssen sich zudem auf dieses 2.5D Abenteuer einlassen, welches nicht gerade durch eine starke Geschichte, viel Abwechslung oder eine tiefe Bindung zu den Charakteren punkten kann. Jedoch macht es trotzdem Spaß, da vor allem der Fokus auf das Schleichen ausgerichtet ist und so ein schönes Spielgefühl entwickelt. Für Spieler welche auf eine riesen Geschichte verzichten können und ein Assassin’s Creed mal anders erleben wollen, ist dieses Spiel sicherlich empfehlenswert, vor allem, weil die Geschichte sicherlich mit den kommenden beiden Teilen noch vertieft wird.

Gutes

- Ansehnlicher Grafikstil
- Fliessende Animationen
- Durchaus fordernd

Schlechtes

- Langweiliges Leveldesign
- Langweilige Story
- Sehr linear
- Charaktere bleiben blass

7.1 Gut

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