Menü

Apache: Air Assault – Review

Artikel von | 18.12.2010 um 00:00 Uhr

Lange ist es her, dass es ein richtiges Helikopter-Spiel gegeben hat. Nun waren die Erwartungen an Activision Blizzards neuestem Kriegsspiel hoch. Bei PS3inside lest ihr, ob sich die Mühe gelohnt hat oder ob Apache: Air Assault eher ein Absturz in den Anden ist.

Screenshot

Im Krieg

In 16 Missionen übernimmt man die Kontrolle über drei Apache-Crews, die unter anderem Piraten in der afrikanischen Volksrepublik Lualia, Rebellen in Südwest-Tazirstan und Drogenkartelle in den Dschungeln von Salcedo bekämpfen. Während man die drei völlig verschiedenen und fiktiven Schauplätze mit dem Apache-Hubschraubern besucht, erfährt man was zu tun ist. Die Zwischensequenzen sind dann doch zu lang gezogen und praktisch unnötig. Denn dank der Funksprüche in der direkten Mission wird man stets über Primär- und Sekundär- Ziele live informiert. Der Handlung muss demnach nicht intensiv gefolgt werden. Was auch nicht tragisch ist, zumal sich die Produzenten offensichtlich mehr auf die Simulation der Helikopter und die eigentliche Action konzentriert haben. Während der Kampagne steuert man nicht nur den AH-64 sondern auch andere Apache-Modelle des Herstellers Boeing. Die legendäre Kampfmaschine kommt hier in verschiedenen kleineren Modifikationen zum Einsatz, genau genommen unterscheiden sich die Varianten kaum voneinander, was sowohl die Bedienung als auch die Waffensysteme betrifft. Im Grunde ist das auch kein Wunder, denn seit 1982 änderte sich an der grundlegenden Technologie der schwer bewaffneten Flieger nicht viel. Außerdem ist Apache: Air Assault auch so fordernd genug, wenn es um das Beherrschen eines Apache-Helis geht.

Screenshot

Spannende Schlachten

Apache: Air Assault hat wirklich großartig inszenierte Kämpfe zu bieten. Gelegentlich muss man ganze Dörfer mit Piraten ausräuchern, Convoys ausschalten oder Zivilisten beziehungsweise befreundete Soldaten beschützen. Das Missionsdesign passt da auch sehr gut in das Konzept, auch weil man während eines Auftrages noch weitere Herausforderungen erhält und nicht nur stur von A nach B fliegt, um alles in Schutt und Asche zu legen. Die verschiedenen Schauplätze sind glaubwürdig dargestellt, allgemein wirkt Apache: Air Assault sehr authentisch und damit fast schon ein wenig bedrückend. Wenn man in eine Geschützperspektive wechselt und aus dieser via Infrarot Feinde aufspürt, dann sieht das fast so aus, als würde man sich Material der US-Army anschauen. Das Abfeuern von Hellfire-Lenkraketen erhöht nicht selten den Adrenalinspiegel, unter anderem weil man gut zu tun hat gleichzeitig alles unter Kontrolle zu haben. Die KI kann insgesamt als ziemlich gut bezeichnet werden, jedenfalls hat sie uns mehr als ordentlich herausgefordert. Ärgerlich ist höchstens, dass man Gegner zwar flott entdeckt, jedoch zu spät bemerkt, dass sich diese hinter einem Hügel aufhalten – obwohl das Zielsystem des Apache sie schon markiert hat. Schön dagegen ist wiederum, dass es jemanden überlassen wird, ob man als Anfänger oder Experte die Kämpfe erleben will. Sofern man die Steuerung versteht, macht das einen gewaltigen Unterschied, den man vorrangig bei der Hubschrauber-Kontrolle bemerkt. Umso kniffliger diese ist, umso härter ist auch der Schwierigkeitsgrad. Experten kommen hier also auf ihre Kosten – vor allem dann, wenn sie in den Optionen den KI-Bordschützen deaktivieren. Dieser übernimmt in der Regel selbständig das Maschinengewehr… es sei denn, man will selbst schießen. Effektiver ist es, wenn man ihm eine gute Vorlage durch das korrekte Navigieren des Apache gebt.

Screenshot

Multiplayer und Technik

Während der eine als Pilot das Fliegen leitet, darf der andere fleißig die Gengner abknallen, also die Geschütze verwenden. Ziemlich kompliziert wird es dann, wenn man Hydra-Raketen aktivieren will. Dann müssen sich Pilot und Copilot perfekt miteinander absprechen, sonst klappt es nicht. Diese Spielart ist überaus faszinierend, jedoch kann man während einer Mission nicht die Rollen tauschen – außer natürlich ihr wechselt die Controller. Die komplette Kampagne kann kooperativ gemeistert werden, ebenfalls die 13 Missionen im Trupp-Einsatzmodus. Hier kommen dann auch die Online-Features von Apache: Air Assault zum Einsatz, in denen bis zu vier Teilnehmer Platz in ihren Hubschraubern nehmen. Technisch macht Apache: Air Assault ansonsten eine sehr kompetente Figur. Grafisch gefällt der Titel ausgesprochen gut, manche Bodentexturen und Vehikel hätten etwas detaillierter ausfallen können. Entschädigt wird man durch einen stets flüssigen Spielablauf und richtig schicke Helikopter-Modelle. Deutsche Funksprüche und ein opulenter Soundtrack, der fast schon ein wenig zu dramatisch klingt, sorgen für Atmosphäre. Persönlich kann ich also nicht klagen, zumal es in den späteren Levels noch viel zu entdecken und zu sehen gibt, von denen man zum Beispiel in der Demo nichts mitbekommen hat.

Screenshot

Steuerung

Die Kontrolle via PS3-Controller ist doch sehr gewöhnungsbedürftig, obwohl sie eigentlich absolut logisch ist. Vor allem die Navigation des Apache ist knifflig und setzt Übung voraus. Das anfängliche Tutorial genügt schlichtweg nicht. Hier steht einiges an Einarbeitung auf der Tagesordnung, doch diese lohnt sich. Und sollte man später mit der Trainingssteuerung zurechtkommen, darf man alternativ auf den erstaunlich simulationslastigen „Realistischen Modus“ oder den „Veteranenmodus“ umschalten. Dann werden auch noch Flugphysik und Flugdynamik berücksichtigt sowie die Anzahl der Missionsneuversuche von 3 auf 0 reduziert.

Screenshot

Fazit

Der Beginn von Apache: Air Assault ist nicht ganz ohne, wenn ihr euren Hubschrauber perfekt beherrschen wollt. Vermutlich hat Gaijin das Beste aus dem Komplexitätsmonster der Lüfte gemacht, aber einsteigerfreundlich ist etwas anderes. Es ist deshalb mehr notwendig, sich auf das Spiel einzulassen. Die Grafik ist doch sehr detailliert geworden und brachte keine Probleme mit sich. Der Sound ist phänomenal. Man hört wirklich alles und man versteht den Spruchfunk sehr deutlich, auch wenn es manchmal zu übermütig rüberkommt. Man kann also sagen, dass Apache: Air Assault für jeden Heli-Fan ein Pflicht-Kauf ist.

Apache: Air Assault Testbericht

Apache: Air Assault

  • Release: 19.11.2010
  • Genre: Simulation
  • Entwickler: Gaijin Entertainment
  • Publisher: Activision

Gutes

- Gesamtpaket wurde authentisch umgesetzt
- Detailierte Landschaften
- Kräftiger und angenehmer Sound

Schlechtes

- Missionen eintönig
- Multiplayer reizt nicht

8.0 / 10 Sehr gut

Deine Meinung? Let's Chat!

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Anmelden